Vielen Dank!
Ich muss gestehen, ich habe darüber nachgedacht. Aber sobald ich mich beinahe dazu durchgerungen habe, kommt ein undefinierbarer, dummer Stolz in mir hoch und das Gefühl, mich niemandem so sehr öffnen zu sollen. Ich habe auch noch niemandem, der mich persönlich kennt, von diesen Gedanken erzählt.![]()
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Ergebnis 11 bis 15 von 15
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03.03.2010, 11:46
AW: Bin ich zu schwierig ? Vom nachgeben und zurückstecken...
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03.03.2010, 11:58Inaktiver User
AW: Bin ich zu schwierig ? Vom nachgeben und zurückstecken...
Manchmal erlebe ich, dass Menschen es nicht schaffen, mich differenziert wahrzunehmen - also als ein Mensch, der selbstbewusste Seiten, aber auch Unsicherheiten hat. Meine zunächst selbstsichere Ausstrahlung, die man mir häufig dokumentiert, löst dann eine Ablehnung auf jeglichen Ebenen aus, eine Ablehnung als kompletten Menschen.
Generell kann ich damit umgehen, kritisiert zu werden, aber bitte differenziert und in einzelnen Punkten, nicht komplett als Pepina. Diese "Komplettablehnung" kann ich mir nur aus dem Aspekt erklären, dass mein Gegenüber mich und meine starken Seiten als Bedrohung für sich selbst wahrnimmt. Zum Glück passiert mir das nicht so häufig.
Ich hoffe, ich konnte deine Frage beantworten.
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03.03.2010, 12:39
AW: Bin ich zu schwierig ? Vom nachgeben und zurückstecken...
Ganz genau das denke ich auch.
Ich hatte auch mal einen Partner, der hat aus allem einen Machtkampf gemacht. Das ging sogar so weit, dass er, wenn ich für alle gekocht habe, sich schnell eine TK Pizza in den Ofen geschoben hat und 10 Minuten vor uns gegessen hat, dann aber "seins". Ich hatte übrigens etwas Gutes gekocht, es war nicht so, dass er es nicht mochte...
Er wollte unbedingt seine Unabhängigkeit demonstrieren.
In jeder Beziehung ist Macht ein Thema. Im Idealfall ist diese ausgeglichen verteilt bzw. beide sind mit der Verteilung einverstanden. Es gibt aber Leute, die haben eine so tiefverwurzelte Angst davor, dominiert zu werden oder die Kontrolle zu verlieren, die machen aus allem einen Machtkampf. Als Partner ist es dann sehr schwer, sich zu entziehen.
Wie das bei Euch war, musst Du selbst einschätzen.
Hilfreich dabei ist, wie Deine Freunde Dich sehen. Rasselst Du öfters mit Deinen Kollegen, Nachbarn oder anderen Leuten zusammen? Oder hat er das getan?
Auf keinen Fall halte ich etwas davon, sich zu verstellen. Das lässt sich auf Dauer sowieso nicht durchhalten - und außerdem gibt es auch Männer, die mögen starke Frauen...
Wichtig finde ich es aber, sich dafür zu sensibilisieren, dass der andere immer sein Gesicht wahren kann, auch wenn er einsehen muss, dass er mal im Unrecht ist. Und nicht immer alles bierernst nehmen - wofür lohnt es sich überhaupt, zu kämpfen? ("Na gut, einigen wir uns darauf, das Boot vor uns ist nicht gelb und auch nicht grün, es ist lila!")
Liebe Grüße,
Raratonga
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03.03.2010, 16:54
AW: Bin ich zu schwierig ? Vom nachgeben und zurückstecken...
@ allenicksbesetzt
Letztlich bist Du selbst der Maßstab dafür, wie rechthaberisch Du sein willst. Wenn Du selbst findest, Deine Rechthaberei hält sich in akzeptablen Grenzen, dann musst Du daran auch nichts ändern. Erst wenn DU selbst findest, dass es zuviel ist, wäre ein Änderungsbedarf angezeigt.Zum Teil stimmt das rechthaberische auch. Allerdings würde ich das so extrem jetzt nicht sehen. Es ist richtig daß ich bei meiner Meinung bleibe wenn ich mir 100%ig sicher bin, das es stimmt. Also wenn z.B. eine Frage kommt im Allgemeinwissenbereich oder so.
Ich bin nicht so, daß ich auf meine Meinung bestehe, wenn ich etwas nicht genau weiß oder beurteilen kann - dann sage ich eben, daß ich mir nicht sicher bin oder ähnliches.
Lasse mich aber gerne auch eines besseren belehren, je nach Situation.
Bei meinem jetzt Ex wars aber so, daß er anscheinend grundsätzlich gegen meine Meinung anging. Wir waren nie einer Meinung, das war zum Schluß schon ein richtiger Kampf.
Niedergeschlagen erzählte ich das meiner Mutter, die mich wohl am besten einschätzen kann.
Und sie meinte: Wenn man eine harmonsche Partnerschaft haben möchte, muß man sich zurücknehmen, auch wenn der Partner unrecht hat und man weiß daß man Recht hat.
Also, diese Einschätzung meines Ex hat mich ganz schön verletzt. Sowas sagte mir vorher noch nie jemand. Ich muß allerdings zugeben, daß ich es bei ihm wohl irgendwann auch überreizt habe, da er ja grundsätzlich gegen meine Meinung/Einstellung war. Da ist das grüne Boot vor uns schon aus Prinzip gelb gewesen.
Ich weiß nicht mal wie ich in diesen Strudel reinrutschen konnte.
Momentan zweifel ich etwas mit mir und achte penibelst darauf was ich sage und ob meine Meinung wirklich richtig ist. Aber an meinem Allgemeinwissen oder eben bei Situationsbedingten Dingen hat sich da bei mir auch nicht viel geändert.
Ich finde es völlig okay, in Dingen, die einem wichtig sind, auf der eigenen Position zu bestehen. Bei unwichtigeren Dingen kann man sagen: „Okay, wir sind da unterschiedlicher Meinung, aber die Sache ist meiner Meinung nach nicht so wichtig, dass wir uns deswegen streiten müssen.“ Ein reifer Mensch hält es aus, wenn sein Partner nicht immer einer Meinung mit ihm ist.
Wenn Du jedoch einen Partner hast, der aus jeder kleinen Meinungsverschiedenheit einen Machtkampf macht, dann hast Du schlechte Karten. Mit so einem Mann würde ich nicht zusammen sein wollen. Und dieser Mann scheint zu dieser Sorte gehört zu haben.
Ich hatte auch mal einen Mann, der es nicht ertragen konnte, wenn ich etwas besser wusste als er, weil intellektuelle Überlegenheit für ihn Sache des Mannes war, obwohl die objektive Lage in unserer Beziehung dem nicht entsprochen hat. Der neigte auch dazu, aus jeder kleinen Frage einen Streit zu machen.
Wenn Dir bisher noch niemand Rechthaberei vorgeworfen hat, dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder, sie ist so gering, dass sie nicht unangenehm auffällt, so dass noch keiner Grund hatte, etwas zu sagen. Dieser Mann wäre dann aufgrund seiner streitsüchtigen Art eine Ausnahme.
Oder Du bist so schlimm, dass es sich nur noch niemand zu sagen getraut hatte.
Das kann ich mir jedoch nach Deiner differenzierten Art zu denken zu urteilen, nicht so recht vorstellen.
Ich denke, Du hast keinen wirklichen Grund zum Selbstzweifel.
Zum Spruch Deiner Mutter: Wenn Harmonie in einer Beziehung darin besteht, dass ein Partner nachgeben muss, selbst wenn er im Recht ist, weil sonst die Hölle los ist, dann ist das eine sehr zweifelhafte Harmonie, um nicht zu sagen, die Tyrannei des Streitsüchtigen. Es kann ja wohl nicht angehen, dass in einer Beziehung nur einer Recht behalten darf, während der andere dauernd nachgeben soll!Geändert von Latona (03.03.2010 um 17:09 Uhr)
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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04.03.2010, 00:22
AW: Bin ich zu schwierig ? Vom nachgeben und zurückstecken...
Hallo @all
Vielen Dank für euren vielen Antworten und Denkanstöße.
Ein Frage war ob in meinem Bekanntenkreis auch jemand wäre der sich beschweren würde. Dazu muß ich sagen NEIN !
Es sagen zwar einige daß ich mir nicht die Butter vom Brot nehmen lasse, daß ich eine toughe Frau sei, aber alles in allem eher ZU harmoniesüchtig. Normalerweise versuche ich jedem Streit aus dem Weg zu gehen, bei meinem Ex wurde nachher tatsächlich ein Machtkampf draus.
Ich hab mich an manchen Tagen kaum wieder erkannt und war über mich selber erschrocken.
Normalerweise gebe ich schnell nach, vor allem wenn aus ner Mücke ein Elefant gemacht wird, da werde ich dann eher ironisch oder fange an zu lächeln - meißtens muß mein Gegenüber dann auch lächeln.
Das hat bei ihm zwar auch oftmals geklappt, aber nur solange bis er dann wieder damit anfing auf dem vorherigen Thema rumzureiten. Für mich wars dann immer erledigt und er war furchtbar nachtragend.
Er hat mal 3 Tage nicht mit mir gesprochen weil ich eine Sache vor Freunden richtig gestellt habe. Da ging es darum daß daß er gehört (!) hatte daß eine Bekannte dies und das gemacht hat. Ich dagegen war mit besagter Bekannten zusammen an dem Tag einkaufen und konnte bestätigen daß das nicht stimmt was er gehört hatte.
Er sprach dann nicht mehr mit mir, weil ich ihn vor den anderen bloß gestellt habe !
(kurz: ich war nicht seiner meinung.)
Ja es war ein Machtkampf und da ich das lange mitgemacht habe, merke ich manchmal, daß ich unbewusst wieder in die Schiene abrutsche und bei anderen plötzlich dieses getue an den Tag bringe. GsD merke ich das dann schnell genug und bekomme nochmal die Kurve. Sonst stehe ich in Zukunft tatsächlich als besserwisserisch etc. da.
Ich muß erstmal wieder ich werden. Was so eine Lebensgemeinschaft aus einem machen kann, unglaublich.
Bin sehr froh darüber solche Machtkämpfe nicht mehr austragen zu müssen.
Ich glaube mal, daß das auch mit Respekt zu tun hat. Es war einiges vorgefallen daß ich ihn nicht mehr auf "Augenhöhe" hatte. Ich hab ihn nicht mehr für voll genommen. Wir waren übrigens 1,5 Jahre zusammen und haben davon 1 Jahr zusammen gewohnt.
Werde mich da trotzdem in Zukunft genaustens beobachten, damit ich vielleicht doch noch irgendwo einen netten finde, der zu mir paßt.





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