liebes forum,
ich bin neu und habe hier viel rumgelesen. eine sehr schön stimmung und viele gute ratschläge.
ich weiß nicht so recht, wo ich anfangen soll, aber vielleicht einfach von vorne?
ich bin mitte 30. vor gut zehn jahren war ich mit einem mann zusammen, den man ruhig als "große liebe" bezeichnen kann. es war eine sehr schmerzhafte trennung, ich rutschte in eine tiefe depression (wobei man sagen muss, dass diese wahrscheinlich schon vorher da war - ich bin familiär ziemlich vorbelastet. mir geht es seit jahren gut, bis auf zwei medikamentenwechsel, die ziemlich schlimm endeten für mich).
danach folgte eine "wirre" zeit. ich hatte viele affären, liebschaften und fühlte mich wie jemand, der am anfang reizvoll ist, dann aber schnell uninterssant wird (zumindest wenn es schwieriger wird). auf der anderen seite ist mir rückblickend klar geworden, dass ich bei männern etwas suchte, was ich erst mal nur bei mir finden kann: glücklich sein. ich war gut ein jahr single, orientierte mich beruflich neu und lernte dann meinen langjährigen partner kennen. wir haben uns sehr viel zeit mit dem kennen lernen gelassen, was ich (und auch er) so wollten. wir zogen zusammen. und trennten uns. es wäre jetzt ziemlich langwierig zu schreiben wieso, aber ich habe mich gut damit gefühlt und es war richtig so. dies ist auch 1,5 jahre her und verarbeitet.
ich ließ mir etwas zeit und begab mich dann wieder auf den singlemarkt. in eine sb. ich lernte einen scheinbar tollen mann kennen. bis heute kann ich sagen, dass mich NICHTS in dieser kurzen gemeinsamen zeit gestört hat. bis auf eine wesentlich sache: ich habe mich vereinnahmt gefühlt. auf der einen seite war es schön zu wissen, dass man gemocht wird, auf der anderen seite ging es mir zu schnell. ich habe versucht auf die bremse zu treten, aber gleichzeitig hatte ich auch angst ihn zu verletzen. nun, die ach so große liebe (ich fand es auch befremdlich, dass er nach 3 monaten von solcher sprach) endete abrupt, als ich grenzen zog und ich mal nicht die "lustige, entspannte, liebe" war. ich habe hier den schönen begriff gelesen, dass jemand von sich schrieb, er sei eine optische täuschung. das trifft wohl auch auf mich zu. ich bin zwar sicher manchmal so, aber halt nicht immer und auch nicht immer unanstrengend. es endete nicht so schön und für mich mit vielen fragezeichen. das tat natürlich weh, hat mich aber auch nicht völlig umgehauen. die gemeinsame zeit war zu kurz. auf der anderen seite hat es mich nachdenklich gemacht: geht es jetzt wieder so los, wie es mal war? das mächte ich auf keinen fall. erst interessant und kaum wird es schwieriger bin ich abgeschrieben? nur auf die ersten blicke reizvoll? dabei weiß ich auch, dass ich gerade bei dem letzten keine wirkliche nähe zugelassen habe. aus welchen gründen auch immer - es schien mir zu früh, zu unpassend, zu... ja, ich weiß es nicht.
ich hätte gerne wieder eine beziehung. aber manchmal frage ich mich, ob ich überhaupt geeignet bin? es ist alles so schnell und ich brauche lange zeit, bis ich mich einem mann verbunden fühle. am nähesten fühle ich mich komischerweise seit jahren einem ex"freund" (wohl eher affäre).
tja, das geht mir alles so durch den kopf... und irgendwie macht es mich traurig.
lieber gruß
mademyday
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 60
Thema: die alten muster?
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15.02.2010, 13:50Inaktiver User
die alten muster?
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16.02.2010, 21:27Inaktiver User
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16.02.2010, 22:36
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17.02.2010, 11:40
AW: die alten muster?
Liebe mademyday,
Du weisst die Antwort doch schon!
Suche nicht, jedenfalls nicht im Aussen! Wenn Du zufrieden mit Dir selbst sein kannst, wenn Du glücklich sein kannst mit Dir, dann kommt die richtige Beziehung von allein angeflogen!
Du musst nur an Dich glauben und, wenn es sein muss, immer wieder üben und zu Dir selbst sagen: Ich bin mir selbst genug, ich brauche keinen Mann um glücklich zu sein!
Was nicht heisst das es nicht herrlich ist einen Partner zu haben! Da muss ich jetzt sicher nicht ausholen, aber man BRAUCHT es nicht um glücklich zu sein!
Meine Erfahrung.
Loslassen (ich weiss, leichter gesagt, wie getan) und "Egoist" sein, heisst sich selbt lieben und sich gut tuen, das Leben geniessen und nicht ertragen, jeden Tag als Geschenk betrachten und alle Erfahrungen als das was sie sind, hilfreiche Erfahungen, die uns weiter bringen..und dann kommt das Glück von ganz allein!
*Klugscheissermodus aus*
Ich finde mich in vielen Dingen wieder in Deiner Story, nicht bei allen, aber manchen. Ich hab mich oft gefragt ob das alles immer und immer wieder beginnt, wann man endlich ankommt, was falsch an mir ist! Aber ich hab gelernt und ich hab an mir gearbeitet und ich hab letztendlich losgelassen und ich war zufreiden mit mir selbst allein, in mir selbst.
Und siehe da, er kam, sah und blieb! :-D
VeWeNicht weil es schwer ist wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen ist es schwer. Seneca
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07.03.2010, 22:26Inaktiver User
AW: die alten muster?
vielen dank für eure antworten und es tut mir leid, dass ich so spät antworten kann
. ich war im urlaub und kann erst jetzt eure antworten lesen!
@ loop
ich habe mich gerade entschieden noch mal eine therapie zu machen. leider gestaltet es sich schwierig einen guten therapeuten zu finden. ich bin aber auf der suche. die therapie, die ich vor jahren machte ging leider nicht sonderlich tief. damals standen andere dinge im vordergrund (studium beenden und auch meine diversen liebschaften, die oftmals heftig begannen und ebenso heftig endeten). allerdings muss ich auch gestehen, dass ich angst habe vor diesem genauem hinschauen, da es natürlich auch sehr anstrengend und schmerzhaft ist. vieles weiß ich bzw. mir ist klar, dass in meiner kindheit ursachen liegen, aber an der umsetzung scheitert es.
@ rennsemme
ja, ich habe mich das oft gefragt. ich bin mir nicht sicher, ob ich die antworten gefunden habe. gerade beim letzten mann habe ich versucht es langsam angehen zu lassen. es ist auch nicht so, dass ich mich hals über kopf verliebt habe. ich brauche da einiges an zeit, bin nicht so schnell. meist sind die männer viel schneller. ich glaube, der punkt, an dem sie sich abwenden ist der, an dem ich verletzlich oder bedürftig werde. und "schwierig". der punkt trifft so ziemlich genau den zeitpunkt, an dem bei den männern die erste verliebtheit abnimmt (3-6 monate). ich habe mich dann quasi "eingewöhnt" bzw. fange an zu fühlen, dass der mann wichtig ist. dies geht auch mit ängsten einher. mit unsicherheiten. und sicher verändert sich da auch mein verhalten. ich werde empfindlicher. gleichzeitig neige ich dazu mich zu übernehmen, da ich ja den mann nicht verlieren möchte. dieses übernehmen führt dann wieder dazu, dass ich unglücklich werde, genervt und "mich" verliere.
ich hoffe, dass hört sich nicht zu wirr an
.
@ verwirrtes wesen
dein nick passt eher zu mir
.
ich weiß, was du meinst. und ich bin zum glück einigermaßen aus dem "teufelskreis" raus, in dem sich die männer die klinke in die hand gaben (puh, zum glück ist das hier anonym). nach der großen liebe, habe ich eigentlich nur das glück bei männern gesucht. jeder der gut zu mir war, war wichtig. die auszeit, die ich damals genommen habe war sehr wichtig. und auch die auszeit nach der beziehung mit dem mann, mit dem ich dann zusammen lebte.
womit du recht hast: ganz frei bin ich trotzdem nicht von dem denken: bring mir glück! und das ist eigentlich verrückt, denn ich mag mein leben so wie es ist. trotzdem suche ich eine sicherheit und glück immer noch bei männern.
lieber gruß
mademyday
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07.03.2010, 22:35Inaktiver User
AW: die alten muster?
Eine sehr sanfte und tiefgehende Therapieform ist die Atemtherapie nach Middendorf. Guckst Du im Internet auch unter erfahrbarer Atem!
Gutes gelingen
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07.03.2010, 22:45Inaktiver User
AW: die alten muster?
Mach dich nicht klein.
Du schreibst sehr klug und auch einfühlsam (ziemlich fair insgesamt) über deine ehemaligen Beziehungen. Ich kann mir vorstellen, dass man in dir eine wirklich gute Freundin findet, wenn man dem Beziehungsaufbau Zeit gibt.
Wie soll eine sehr gute Partnerschaft (und erst recht eine "große Liebe") in kurzer Zeit entstehen? Das geht gar nicht.
Ich finde es immer eher gruselig, wenn Leute schon nach einigen Wochen so sprechen. So "groß" und soviel "Liebe" kann das doch wohl kaum sein, jedenfalls nicht das, was ich darunter verstehe.
Ich glaube, du kannst dir gut vertrauen und wie schon jemand schrieb: eigentlich kennst du die Antwort.
Glaub an dich.
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08.03.2010, 07:53Inaktiver User
AW: die alten muster?
@ stecher (was für ein nick
)
ich habe gegoogelt und finde das sehr interessant. ich war vor kurzem bei einem institut, welches therapeuten vermittelt. mir wurde eine analyse nahegelegt. nur: ich kann es beruflich nicht vereinbaren dreimal die woche zu einem therapeuten zu gehen (über mehrere jahre). gleichzeitig habe ich auch zweifel gegenüber dieser therapieform.
@ lunalimette
ich danke dir
. das mit dem "nicht kleinmachen" fällt mir schwer. zumindest dann, wenn mir ein mann wichtiger wird. wenn ich alleine bin, dann habe ich definitiv mehr selbstbewusstsein. sobald ein mann wichtiger wird scheine ich dieses zu verlieren.
ich finde und fand das auch gruselig, wenn so schnell von "großer liebe" gesprochen wird. manchmal denke ich aber auch, dass ich gerade durch meine zurückhaltung beim kennen lernen dieses provoziere. es scheint die männer erst mal anzustacheln. dabei spiele ich ja nicht - ich brauche einfach etwas zeit, um nähe aufzubauen und jemanden kennen zu lernen. natürlich kann ich auch schneller sagen: "ich finde dich interessant, ich möchte dich sehen und zeit mit dir verbingen" - aber so hoplla hopp jemanden toll finden geht einfach nicht.
damit umgehen, wenn ein mann dann da steht und mir etwas von "großer liebe" erzählt kann ich nicht. ich bremse es zwar aus und erkläre, dass liebe zeit braucht etc. aber ich kann mich nicht davon frei machen, dass ich es gerne höre und mit zunehmender zeit auch anfange daran zu glauben (oder glauben zu wollen) und mehr gefühle entwickel. und kaum ist der mann mir vielleicht wichtig stehe ich wieder alleine da.
lieber gruß
mademyday
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08.03.2010, 08:30Inaktiver User
AW: die alten muster?
Genau!

Das kann ich mir gut vorstellen.ich finde und fand das auch gruselig, wenn so schnell von "großer liebe" gesprochen wird. manchmal denke ich aber auch, dass ich gerade durch meine zurückhaltung beim kennen lernen dieses provoziere. es scheint die männer erst mal anzustacheln.
Du bist zwar einerseits flirtend unterwegs, andererseits zurückhaltend, was große Worte betrifft. Das weckt Jagdtrieb oder wie man das nennt. Na gut, aber doch bloß bei Männern, die "haben" wollen, denen es um die Eroberung geht und nicht darum, die großen Worte dann auch mit Leben zu erfüllen.
"Die Männer" stachelt es nicht an, nur bestimmte Männer.
Und ich gehe mal davon aus, dass du nicht "irgendeinen" von "den Männern" willst. Du willst einen, der zu dir passt, mit dem du evt. mal eine Familie planen kannst. Deine Zurückhaltung und "Langsamkeit" spricht ja dafür, dass es dir ernst ist. Nimm dich da selbst ernst.
Ich finde auch, dass du alles eigentlich selbst weißt, in dir hast. Nur, dass du nicht so recht an dich glaubst, was schade ist. Ein (guter!) Therapeut kann einem schon auf die Spur helfen. Eine Psychoanalyse wäre für mich persönlich allerdings auch nix.
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08.03.2010, 08:38Inaktiver User
AW: die alten muster?
Nicht nur der Nick....
Ahja nahegelegt. Meiner Erfahrung nach ist eine Kombination aus Gespräch und Körperwahrnehmung eine sehr gute Möglichkeit wirklich grundlegendes zu Verändern! Und 3 mal die Woche ist aus meiner Sicht viel. Da kannst ja das gesagte und erforschte nicht mal richtig wirken lassen.ich habe gegoogelt und finde das sehr interessant. ich war vor kurzem bei einem institut, welches therapeuten vermittelt. mir wurde eine analyse nahegelegt. nur: ich kann es beruflich nicht vereinbaren dreimal die woche zu einem therapeuten zu gehen (über mehrere jahre). gleichzeitig habe ich auch zweifel gegenüber dieser therapieform.


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