Die Tatsache, dass es immer mehr Singles gibt, mögen manche als Problem sehen. Ich sehe es nicht so. Früher wuchs man mit der Vorstellung auf, schnell jemanden zu finden, mit dem man heiratet und eine Familie gründet. Meistens war es noch so, dass die Frauen einiges ertragen mussten und nichts zu sagen hatten.
Heutzutage gibt es eine größere Freiheit für alle Beteiligten. Keine Frau muss mehr Jahrzehnte lang einen Mann ertragen, der sie schlägt oder sie betrügt. Niemand muss sich mehr zwangsweise auf eine Beziehung einlassen, wenn kein Vertrauen oder keine Liebe da ist.
Ich glaube, dass das heutige Singledasein eher Probleme zum Vorschein bringt, die auch früher vorhanden waren. Wer eine Beziehung will, muss sein Gegenüber halt überzeugen. Das ist alles.
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Ergebnis 1 bis 10 von 129
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03.01.2010, 18:21
Warum gibt es immer mehr Singles? Meine Erklärung dazu
Geändert von Saubermann3 (03.01.2010 um 18:24 Uhr)
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03.01.2010, 20:20Inaktiver User
AW: Warum gibt es immer mehr Singles? Meine Erklärung dazu


Den Satz check i net!
Bitte genauer!
Naja...ich denk, das ist noch lang nicht alles.
Früher, wo man sich relativ direkt nach der pubertät kennenlernte, zusammenkam und meist auch blieb, noch unbelastet und auch formbar und kompromissbereiter war (und ja, auch naiver, möglicherweise auch anspruchsloser, ganz sicher sogar) war "überzeugen" sicher genug.
Heutzutage spielen viel mehr Unsicherheiten, schlechte Erfahrungen, tatsächliche oder psychische Altlasten etc eine große Rolle.
Manche wollen nicht, noch mehr können nicht.
Können sich auch nicht mehr so leicht überzeugen und sich überzeugen lassen...nach xy Negativ-Erfahrungen.
Jedenfalls nimmer "einfach so" unbedarft.
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03.01.2010, 21:00
AW: Warum gibt es immer mehr Singles? Meine Erklärung dazu
Es ist naiv zu glauben, die Menschen-insbesondere gilt das für Frauen - wären früher glücklicher gewesen, nur weil die Paarbildung bei oberflächlicher Betrachtung unkomplizierter war. Die Männer haben ihre Frauen häufig betrogen, das war früher doch nicht anders, nur hatten die Frauen, wie Saubermann richtig sagt, keine andere Möglichkeit, als Unzufriedenheit und Eheleid zu ertragen.
Verletzungen, Depression und sexuellen Frust wird es genauso - wenn nicht mehr! - gegeben haben, nur hat keiner darüber geredet.
Außerdem kann man ein Leben nach so einem Muster - traditionelle Rollen, Treue usw. - ja leben, denn jemand, der ebensolche Vorstellungen hat, ließe sich ja sicher finden. Deshalb glaube ich auch, dass die meisten, die nicht in einer Beziehung leben, dies auch so wollen.
lg
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03.01.2010, 21:24
AW: Warum gibt es immer mehr Singles? Meine Erklärung dazu
Die soziale Norm, dass man heiraten und Kinder kriegen muss, um ein vollwertiges Mitglied der erwachsenen Gesellschaft zu sein, ist seit den 50er Jahren gewaltig abgebröckelt. Ungefähr zur gleichen Zeit kam auch das Ideal der Liebesbeziehung auf: Liebe und nicht mehr Vernunftgründe als Basis einer Beziehung. Da diese Liebe auch wieder verloren gehen kann, sind diese Beziehungen instabiler als Vernunftehen. Dazu kamen Ideale der Selbstverwirklichung, die Ansprüche an die Beziehung stiegen immer mehr.
Immer weniger Frauen wären bereit, einen Mann zu heiraten, der sie zwar versorgt, den sie jedoch nicht lieben. Immer weniger Frauen sind bereit, bei einem Mann zu bleiben, der sie schlecht behandelt, wenn sie die Möglichkeit haben, zu gehen, was sie mit zunehmender Berufstätigkeit haben. Frauen können es sich heute leisten, andere als materielle Ansprüche an einen Mann zu stellen.
Immer weniger Männer wären bereit, eine Frau zu heiraten, die ihnen nicht gefällt, nur um eine Familie zu gründen, nicht mal, wenn die Frau aus reichem Hause stammt. Männer, die es sich leisten können, rangieren die erste Frau nicht selten aus und suchen sich was Jüngeres. Früher hätte ein Mann sich eine jüngere Geliebte nur nebenbei halten können, hätte er seine Familie für sie im Stich gelassen, wäre er gesellschaftlich unten durch gewesen.
Es gibt weniger Zwänge, mehr Freiheiten – aber eben auch mehr und weit höhere individuelle Ansprüche an die Partnerschaft als früher.Richtig. Und das ist mit einem Ja-Wort vor dem Altar oder einem "Ich liebe Dich" am Hochzeitstag allein eben nicht getan. Man muss dem Partner immer wieder zeigen, dass einem an ihm liegt und dass man selbst eine Bereicherung für sein Leben ist. Man kann sich auch in einer Beziehung nicht ewig auf dem Status Quo ausruhen, man muss sich dafür einsetzen, dass die Beziehung lebendig bleibt.Wer eine Beziehung will, muss sein Gegenüber halt überzeugen.
Übrigens gab es früher auch Singles: Alte Jungfern, Männer, die nie geheiratet haben, Mönche, Nonnen, Mägde, Knechte, Tagelöhner, Dienstboten - also Menschen, die nicht die Mittel hatten, eine eigene Familie zu gründen, oder weil sie ausschließlich anderen zur Verfügung stehen mussten.Geändert von Latona (03.01.2010 um 21:29 Uhr)
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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04.01.2010, 00:11
AW: Warum gibt es immer mehr Singles? Meine Erklärung dazu
Die Tatsache, dass es heutzutage viele Singles gibt, ist eine Folge der Unzufriedenheit mit potentiellen Partnern.
Mit überzeugen meine ich, dass es heutzutage nicht mehr ausreicht, einfach als Mann verfügbar zu sein, weil die Frau jemanden für die Familiengründung sucht. Man muss die Frau insgesamt von seiner Person überzeugen (umgekehrt natürlich auch).
Die Diskussion kam auf, als ich von einer Reportage schrieb, die deutsche Männer auf Partnersuche in Osteuropa zeigt: Frauen aus Osteuropa
Die gezeigten Männer gehen über Partneragenturen nach Osteuropa auf Brautfang, anstatt an sich zu arbeiten, um für die Frauen hier interessant zu wirken.
Und mal ehrlich: rein statistisch müsste es doch viel einfacher sein, einen Partner zu finden als früher, wo alle verlobt und verheiratet sein. Es gibt so viele Singles wie nie zuvor, und viele von denen sind auch tatsächlich auf der Suche. Wenn man trotz vieler Versuche keinen Partner findet, dann liegt an einem selbst.
@Latona:
Welche Erwartungen hat bspw. eine geschiedene Frau, die über ein eigenes Einkommen verfügt, an einen Partner?
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04.01.2010, 00:23
AW: Warum gibt es immer mehr Singles? Meine Erklärung dazu
@ SaubermannIch weiß nicht, warum Du jetzt speziell von geschiedenen Frauen sprichst, ich meine alle Frauen mit einem eigenen Einkommen. Nun, ich denke, sie haben die Erwartung, dass ein Mann sie liebevoll behandelt, also eben nicht schlägt, belügt oder betrügt.
Die meisten wünschen sich darüber hinaus noch ein bisschen Romantik, Gemeinsamkeiten und echte Nähe. Muffel, denen das zuviel ist, sind nicht gefragt.
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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04.01.2010, 00:58
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04.01.2010, 01:38
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04.01.2010, 12:49
AW: Warum gibt es immer mehr Singles? Meine Erklärung dazu
Nanana, es liegt an beiden Geschlechtern.
Ich weiss das von mir selbst: Die die mich wollen, sind mir einfach nicht "interessant" genug-oder haben den falschen "Status", oder sehen vielleicht sogar einfach nicht gut genug aus.
Den einen, den ich bewundere und dahinschmelze, kann ich nicht haben. Der wiederum schmachtet heimlich für eine große Künstlerin, eine begabte Stargeigerin, die er auch nie haben kann.
Und so verlieren wir uns in unseren Träumen, flüchten an den Computer, holen uns da sogar unseren virtuelen Sex, und kommen zum Teil mit niemanden mehr wirklich in Berührung.
Ist jetzt vielleicht ein bisschen extrem ausgedrückt, aber manchmal kommt es mir so vor, als gäbe es so ein paar sehr wenige, die könnten jeden haben, auf die bin ich dann manchmal ein bisschen eifersüchtig-sehr gutaussehend, sehr intelligent, glückliches Elternhaus, haben aus ihrem Talent einen Beruf gemacht- und diese wenigen ziehen den Hauptteil der Menschen an.
Und der "Rest" kämpft sich so dahin. Wozu soll man sich für jemanden eintscheiden, wenn man immer wieder noch bessere, schönere Optionen vielleicht bekommt?
Ich bin jetzt ausgetauscht worden mit einer 16 jahre Jüngeren, z.B., und sie ist (O-Ton Exfreund ) "bildhübsch". Und er ist mächtig verliebt und sehr stolz.
Das tut weh, weil man sich als Mensch so ausgemustert vorkommt, und inzwischen verstehe ich auch, warum sich soviele Frauen unters Mersser legen für Schönheits OPs.
Aber ich muss zugeben, Männer können ihren Charme und ihre Intelligenz und ihr Bankkonto nicht durch eine OP verbessern.
Kein Wunder, dass die Ostfrauen uns überlegen sind. Sie mussten schon immer knallhart kämpfen. Sie verlieren sich nicht in romantischen Vorstellungen. Sie wissen wie es in der Welt zugeht: Ziemlich gnadenlos. Da kann man als Frau sich im Grunde immer noch besser "an den Mann"bringen, wenn man nicht ganz so wählerisch ist und auch nicht nach Seelenbverwandtschaft sucht, sondern nach etwas Praktischem.Die Dummen verwerfen, was sie sehen, nicht was sie denken.
Die Klugen verwerfen, was sie denken, nicht was sie sehen. (Huang-po)
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04.01.2010, 12:54
AW: Warum gibt es immer mehr Singles? Meine Erklärung dazu
Hmmmm, das nun genau wiederspricht absolut meinen Lebenserfahrungen....ich habe ausschließlich Männer kennengelernt, die schon bei dem Gedanken an Zusammenziehen Fluchtreflexe hatten und das Wort Heiraten oder "noch schlimmer" Kinder hätten sie bis zum Nordpol gejagt....
Nein, absolut nicht die Meisten, die alleine sind, wollen das auch so....zumindest kenne ich niemanden!
Das sind nun meine Erfahrungen und natürlich auch nicht allgemeingültig!


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