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  1. Inaktiver User

    AW: Öffnet mir die Augen!

    Zitat Zitat von armistice Beitrag anzeigen
    Manchmal denke ich auch, dass es gut wäre, sich Hilfe zu holen, nur wüsste ich gar nicht, was ich sagen sollte, warum ich da bin. Weil ich alle paar Wochen, in extremer Trauer versinke und eigentlich nicht weiß, warum?
    Ja, genau deswegen. Und die Beraterin dort wird dir auch Fragen stellen. Mach dir mal keine Sorgen um den Gesprächsverlauf!

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    AW: Öffnet mir die Augen!

    @ armistice
    Wohl wahr, das hab ich jetzt schon öfters festgestellt. Ich hab auch gemerkt, dass die Männer sich so bei mir interessant machen können (indem sie mir beispielsweise von nem Schicksalsschlag erzählen), weil in mir dann das Bedüfnis geweckt wird, für sie da zu sein und ihnen zu helfen. Das hört sich jetzt blöd an, ist auch blöd von mir und ich weiß nicht, ob ihr das überhaupt nachvollziehen könnt..
    Etliche Männer nutzen es inzwischen als Masche, an das weit verbreitete Helfersyndrom unter Frauen zu appellieren, indem sie voller Selbstmitleid erzählen, wie furchtbar das Leben mit ihnen umgesprungen ist. Das wirkt dann so, wie wenn man einem Hund einen Knochen hinschmeißt.

    Das soll jetzt nicht heißen, dass ein Mann immer stark sein muss und kein besonderes Vertrauensverhältnis zu Dir haben darf. Wenn er jedoch schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt mit so was kommt, kannst Du es entweder als eine gewisse Distanzlosigkeit und Larmoyanz ansehen oder aber eben als Masche, um Dich weich zu kochen. Dann tröstet man den armen Kerl, hat viel Verständnis für ihn, geht auf ihn ein – und denkt, man habe ein intimes Verhältnis mit ihm. Dabei hat er einen nur manipuliert. Manche Typen wissen genau, was für Geschichten sie Frauen erzählen müssen, damit die sofort bereit sind, sich voll auf sie einzulassen.
    Latona, du hast schon recht, doch ich glaube ich muss erstmal damit anfangen, Nein-sagen zu lernen und mich zu fühlen, um zu wissen, was ich wirklich will...
    Nein-Sagen ist ganz wichtig! Du hast es in jeder Situation in der Hand, Dich für oder gegen die angebotene Option zu entscheiden! Niemand zwingt Dich.
    Das hast du sehr treffend ausgedrückt. Ich hoffe doch, dass bei dir da alles wieder in Ordnung ist...
    Durch langjährige Psychotherapie.

    Deine immer wiederkehrenden Traurigkeitsschübe klingen nicht gut. Du solltest Dir wirklich Hilfe bei einer Beratungsstelle holen. Es ist im übrigen die Aufgabe der Berater dort, rauszufinden, was Dir fehlt, und wo man mit Hilfe für Dich ansetzen könnte.

    Ich glaube, Du hast die richtige Entscheidung getroffen, bei Deinen Eltern auszuziehen. Ich sehe es auch so wie Salsera, dass Deine Eltern Dir Dinge aufbürden, mit denen sie als erwachsene Menschen selbst klar kommen müssten. Es ist gut, wenn Du Dich von ihnen abnabelst, und da brauchst Du auch kein schlechtes Gewissen zu haben.
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

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    AW: Öffnet mir die Augen!

    Erstmal: Danke für eure Antworten.

    Deine immer wiederkehrenden Traurigkeitsschübe klingen nicht gut. Du solltest Dir wirklich Hilfe bei einer Beratungsstelle holen. Es ist im übrigen die Aufgabe der Berater dort, rauszufinden, was Dir fehlt, und wo man mit Hilfe für Dich ansetzen könnte.
    Ja, das stimmt wohl, ich sollte mir Hilfe holen. Nur, ich traue mich nicht, weiß nicht, wo ich genau hingehen soll und was ich sagen soll (ich denke ich würde einfach nur anfangen zu weinen). Momentan ist meine Stimmung noch um einiges schlimmer geworden, weil alle meine besten Freundinnen ab morgen weggezogen sind. Gestern habe ich meine beste Freundin zum Flughafen gebracht, sie ist jetzt für ein Jahr in Australien. Heute morgen war mit zwei anderen ein Abschiedskaffetrinken und ja, jetzt fühle ich mich schon so einsam. Klar, im Studium wird sich das schon alles ändern, man wird viele neue Leute kennenlernen. Ein Mädchen, das eine Stufe über mir auf die gleiche Schule gegangen ist, hat sich schon bei mir gemeldet, ob ich nicht Lust hätte, mit ihr zusammen zu den ersten Veranstaltungen zu gehen. Das ist ja schon mal was. Aber ich kann gar nichts mehr so positiv betrachten, bin einfach nur traurig, möchte mich auch gar nicht ablenken. Meine Familie regt sich schon auf, ich solle mich nicht so in meinem Selbstmitleid ertränken, nur kann ich nicht anders, was sie nicht verstehen, was vielleicht auch nicht so verständlich ist. Ich meine, ich versteh mich selber kaum, ich bin so pessimistisch geworden.
    Wisst ihr, an wen man sich am besten wendet? Direkt an eine Psychologin oder an eine Beratungsstelle? Ist Pro Familia nicht eher für Paare und Leute mit Problemen betrefflich ihrer Sexualität? Was gibts denn noch für Beratungsstellen? In meiner Stadt gibts ne Beratungsstelle für Frauen, das hört sich schon mal ganz treffend an. Ich weiß auch nicht, ich will selbst ja Psychologin werden (jaa, höre ich mir täglich von meiner Familie an: "Du bist so einen labile Persönlichkeit, wie willst du denn anderen helfen, ihr Leben auf die Reihe zu kriegen" aber ich bin überzeugt, dass ich darin wirklich sehr gut bin, dass es mir genau liegt und von daher will ich meine Probleme jetzt nicht als Ausschlaggeber nehmen, darauf zu verzichten, das Fach zu studieren, das mich am meisten interessiert, verständlich? keine Ahnung...). Und da gehe ich ja auch davon aus, dass Leute sich eingestehen, dass sie Probleme haben, Hilfe brauchen und sich diese dann holen. Aber ich muss schon gestehen, dass mir dieser Schritt sehr, sehr schwer fällt.

    Liebe Grüße!
    Es ist Unsinn
    sagt die Vernunft
    Es ist was es ist
    sagt die Liebe
    (Erich Fried)

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    AW: Öffnet mir die Augen!

    Hallo armistice,
    wenn du das Gefühl hast, dass es bei dir wirklich in Richtung einer Depression geht, könnte das Kompetenznetz Depression eine erste virtuelle Anlaufstelle für dich sein. Unter "Hilfe und Selbsthilfe" findest du u.a. Adressen von Beratungsstellen.

    Alles Gute für dich.
    "Ich habe eine ganz einfache Philosophie: Fülle, was leer ist. Leere, was voll ist. Kratz dich, wo es juckt."
    Alice Roosevelt Longworth (1884-1980), amerikanische Gastwirtin

  5. Inaktiver User

    AW: Öffnet mir die Augen!

    Zitat Zitat von armistice Beitrag anzeigen
    höre ich mir täglich von meiner Familie an: "Du bist so einen labile Persönlichkeit, wie willst du denn anderen helfen, ihr Leben auf die Reihe zu kriegen"
    Sorry, aber wenn ich das höre, krieg ich die Wut!
    Ich glaube, es wird Zeit, dass du dich mehr auf Freundschaften konzentrierst und dich von deiner offenbar seelisch schädlichen Familie ein wenig fern hältst! DIE ziehen dich noch mehr runter, anstatt dir ermutigend zur Seite zu stehen!

    Pro Familia berät Menschen in Lebenskrisen. Und wenn du dort erzählst, was du hier schreibst und/oder nur weinst, dann verstehen die Profis das dort schon.

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    AW: Öffnet mir die Augen!

    Liebe armistice,

    ich habe gerade Deinen Thread gelesen und vieles wieder erkannt.
    Versuche, wenn es irgendwie möglich ist (und es MUSS möglich sein, Dir zu Liebe!), Dich aus Deiner Rolle in diesem Eltern-Kind-Spiel zu befreien. Ich erkenne in dem, was Du erzählst, ganz vieles aus unserer Familie wieder - und ich sage Dir, wenn Du es nicht anpackst, wird es in 20, 25 Jahren noch immer so aussehen, und es wird Dein Leben weit massiver beeinträchtigen als das bislang der Fall ist. Ich kenen das, von meinen Geschwistern und von mir.
    Ändere es, bitte, denn Du kannst es. Und wenn Du es nicht tust, wirst Du es irgendwann bitter bereuen, es ist nämlich Dein Leben, welches Du hier nicht lebst, während Du das brave Kind Deiner Eltern bist.
    Dein Widerspruch gegen Deinen Vater lässt mich denken, dass die Kraft, etwas zu ändern, da ist. Nütze sie. Hilf Dir, such Dir kompetente Hilfe, befrei Dich. Das heißt überhaupt nicht, dass Deine Eltern böse oder schlecht sind (die bräuchten wahrscheinlich selbst kompetente Hilfe, aber das ist nicht das Thema für Dich), oder dass Du den Kontakt abbrechen solltest. Das heißt nur, dass Du Dich davon befreien solltest, Distanz gewinnen solltest.
    Ich bin mir sicher, dass auch Deine Abenteuer mit Männern dann anders verlaufen werden.
    Du bist noch so jung, Du hast noch so viel vor Dir. Und gleichzeitig scheinst Du wesentliche Mechanismen doch auch schon zu sehen. Nütze die Chance, die Dir Dein junges Alter hier bietet und fang an, Dein Leben zu Leben. Der Wechsel in den neuen Lebensabschnitt des Studiums kann hier auf allen Ebenen eine wunderbare Chance sein.
    Ich wünsch Dir alles Gute!
    lg
    mississi

  7. Inaktiver User

    AW: Öffnet mir die Augen!

    Hallo Armistice, bin mal so über deine Beiträge geflogen und dabei fiel mir folgendes auf:
    Zitat Zitat von armistice Beitrag anzeigen
    Momentan habe ich das Gefühl, mich selbst nicht so richtig zu spüren. Ich bin so unsicher, weiß nicht genau, was ich will.
    Ich habe den Eindruck, du weißt sehr wohl, was du willst!!

    Gleichzeitig sagst du, dass du dich selber nicht richtig spürst. Ein Therapeut könnte dir dabei sehr helfen, näher "an dich selber ranzurücken", deine Gefühle besser wahrzunehmen und dich mit einigen Ängsten auseinander zu setzen, denn sie erscheinen mir das Hauptmotiv, weshalb du dich nicht lösen kannst.

    Zitat Zitat von armistice Beitrag anzeigen
    Er (Vater) hat mich regelrecht fertig gemacht und gedemütigt, weil ich ihm nicht geglaubt habe, dass er keine Affäre hat, die er letztendlich auch hatte.
    Außerdem glaube ich, dass du eine sehr ausgeprägte Wahrnehmung hast, der du deutlich vertrauen kannst! Das ist eine Fähigkeit, ein Talent und das solltest du dir klar machen!


    Zitat Zitat von armistice Beitrag anzeigen
    Meine Familie regt sich schon auf, ich solle mich nicht so in meinem Selbstmitleid ertränken ...

    jaa, höre ich mir täglich von meiner Familie an: "Du bist so einen labile Persönlichkeit, wie willst du denn anderen helfen, ihr Leben auf die Reihe zu kriegen"
    Es leuchtet mir vollkommen ein, weshalb du das Gefühl hast, keinen richtigen Zugang zu deinen Gefühlen und zu dir selbst zu haben, wenn dich deine Familie, wichtige Bezugspersonen also, nicht ernst nimmt in deinen Gefühlsäußerungen - mehr noch, dich runter und klein macht.

    Es wird wirklich Zeit, auszuziehen, aber suche dir Unterstützung und Hilfe durch eine(n) Therapeuten(in), profitieren wirst du in jedem Fall, auch wenn dir dieser Schritt schwer fällt.


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