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  1. Inaktiver User

    AW: Neustart?! (oder: Das große BriCom-Diplom)

    @ Risottina

    was Du schreibst macht Mut, denn schließlich sprichst Du aus Erfahrung.
    Wart ihr lange zusammen?

    Natürlich wünsche ich mir so etwas auch, wie Du das beschreibst und auch was Du schreibst, Perlensucht.

    Ich kann mir aber schon vorstellen, dass es mal zu Langeweile kommt einfach durch den Alltag oder auch auch einfach zu einer starken Anziehung durch einen anderen Menschen.

    Nicht zu viel Routine - also nicht nur im Bett sondern auch in anderen Bereichen - ist sicherlich ein sehr gutes Mittel dagegen. Habt ihr offen darüber geredet, dass ihr das so handhaben wollt oder lebt ihr sowieso so?

    Ich begegne im realen Leben oft jungen Vätern, die allein ausgehen, weil sie sich mit der Partnerin abwechselnd um das Kind kümmern. Das kann dann auch zur Belastungsprobe werden ... man ist allein unterwegs und erlebt nicht mehr so viel gemeinsam was über die Familie hinausgeht.
    Geändert von Inaktiver User (04.07.2009 um 13:37 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: Neustart?! (oder: Das große BriCom-Diplom)

    Liebe farrah,

    ich habe den Vergleich zum Kennenlernen während einer Lebenspartnerschaft nicht, aber ich finde mein Kennenlernen von Leuten als Single auch nicht als besonders "intensiv". Eben mal Smalltalk hier oder da, auch mal ein längeres Gespräch. Aber wieso soll das in einer Beziehung anders sein?

    Ich bin doch kein anderere Mensch, weil ich am Abend oder am WE meinen Partner sehe ?

    Auch ich denke an verpasste Gelegenheiten, aber umgekehrt: ich habe die Erfahrung einer "richtigen" Beziehung nicht gehabt. Ich sehen mich nach dem Gefühl anzukommen.

    Diese ungelebte Lebensmöglichkeit wiegt sehr schwer, finde ich. Dem unverbindlichen Single-Leben fehlt die Tiefe. Ich sehne mich nach Vertrautheim, möchte mich verlassen können, mich aufgefangen fühlen. Ich möchte "wir" statt nur "ich" sagen können.
    Geändert von Inaktiver User (04.07.2009 um 16:02 Uhr)

  3. Inaktiver User

    AW: Neustart?! (oder: Das große BriCom-Diplom)

    @ PS

    Ich hatte ja später diese Aktion - ich weiß gar nicht, wie ich das nennen soll - mit dem getrennten/nicht getrennten Profi-Lügner und eine sehr schmerzhafte Affaire. Es war schon ziemlich guter Sex, da kann ich nicht jammern. Aber letztlich habe ich da auch erfahren, dass mir nguter Sex alleine nicht reicht und dass Vertrauen und ein Ja zum anderen für mich absolute Bedingung sind. Auch Bedingung für ultimativ guten Sex.

    Es gab mal einen Werbespruch, zwar für einen Alfa Romeo: "Wozu sind Gefühle gut, wenn man sie nicht teilen kann?"

    Ich glaube, einen guten Platz für die Gefühle dem anderen gegenüber gibt es tendenziell eher in stabilen, engagierten Exklusivbeziehungen. Wahrscheinlich bin ich aufgrund dieser Überzeugung auch seit acht Jahren allein und mit den eingangs erwähnten "Pannen" zölibatär.

  4. Inaktiver User

    AW: Neustart?! (oder: Das große BriCom-Diplom)

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich glaube, einen guten Platz für die Gefühle dem anderen gegenüber gibt es tendenziell eher in stabilen, engagierten Exklusivbeziehungen. Wahrscheinlich bin ich aufgrund dieser Überzeugung auch seit acht Jahren allein und mit den eingangs erwähnten "Pannen" zölibatär.
    In meinem Umfeld lebt auch eine Frau, die eine Beziehung lebte, die sehr sicher so war, wie Du auch Dein Leben mit Deinem Mann beschrieben hast. Auch hier kam die Trennung durch den Tod. Es folgte auch da eine lange Affäre mit einem vergebenen Mann. Und nun seit einigen Jahren der völlig Rückzug von den Männern, obwohl Angebote da sind, die man wirklich als interessant bezeichnen kann.

    Es ist besonders schwer, wenn bereits eine schöne Beziehung gelebt wurde.

    Eine ältere Dame, sehr lebenserfahren, sagte mal zu mir: "Perlensucht, wärst Du schon, wie ich, daheim von Deinem Vater misshandelt worden, wärst Du nicht so naiv in die Männerwelt hinaus getreten und nicht so sehr verletzt worden. Du wärst vorbereitet gewesen."

    Wer einen liebevollen Vater hatte und/oder eine liebevolle Partnerschaft, geht ungeschützt in die Welt hinaus.

    Da ich gerne den Vergleich zu Hunden ziehe, könnte man auch sagen: man bietet dem Artgenossen, der über keinerlei Beishemmung verfügt, nichtsahnend seine empfindliche Bauchseite.

    EDIT: Aufgrund eines aktuellen Gesprächs (man kennt ja viele Geschichten): Wenn ein Mann bei seiner Frau bleibt, der Affäre aber sagt, es stimme nicht, dass er sich gegen sie (die Affäre) entschieden habe, er gleichzeitig aber alles beim Alten lässt, wie ist das bitte zu verstehen? Kann das heißen, dass er gar nicht nachgedacht hat und deshalb auch gar keine Entscheidung traf? Also alles laufen ließ?

    Die Affäre sagt: "Du hast Dich nie getrennt, also hast Du Dich gegen mich und für Deine Frau entschieden."
    Geändert von Inaktiver User (04.07.2009 um 13:54 Uhr)

  5. Inaktiver User

    AW: Neustart?! (oder: Das große BriCom-Diplom)

    @ Minchen

    Ja, wir waren sehr lange zusammen. Schon als Studenten.
    Wir haben anfangs nicht explizit darüber gesprochen, keine Langeweile aufkommen zu lassen, aber irgendwie war es klar zwischen uns, Reibungspunkte immer gleich anzusprechen. Das haben wir dann auch getan. Vielleicht wollten wir beide die Friedhofsruhe unserer Ursprungsfamilien nicht nachbauen, ich weiß es nicht.

    Grundsätzlich haben wir kein sehr geregeltes Leben geführt. Wir hatten unterschiedliche Berufe und auch teilweise unterschiedliche Freunde. Wir haben vieles ganz spontan gemacht - Konzert, mitten in der Nacht aufs Land rausgefahren zum Sternenhimmel schauen, das klassische romantische Dinner, morgens einen Tag Urlaub genommen (wenn es ging) und im Bett geblieben oder im Garten Blumen gepflanzt oder ein Zimmer neu gestrichen ... Kleine Aufmerksamkeiten, schräge Rituale, die immer eine Zeitlang der running gag waren ...

    Wie gesagt: Wir hatten keine Kinder, ich allerdings eine intensiv pflegebedürftige Mutter und Großmutter, was schon auch eine Belastung war: weniger für die Beziehung als für das Beziehungsleben. Und es gab keine materiellen Abhängigkeiten. Wir waren 100%ig freiwillig zusammen.

    Natürlich gab es sehr schwierige Phasen, auch Zeiten, in denen wir über eine (zumindest zeitweise) Trennung nachgedacht haben, die wir aber beide nicht wollten.
    Aus mir nicht bekannten Gründen haben wir aber immer gemeinsam an einer Lösung gearbeitet. Das ist etwas, das ich von den Paaren um mich herum nicht so kenne. Da ziehen sich die Männer in die Grummelecke oder schlimmer: sie merken gar nicht, dass an der Beziehung was nicht stimmt, bis die Frau "nervt", wie sie dann sagen.

  6. Inaktiver User

    AW: Neustart?! (oder: Das große BriCom-Diplom)

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Auch ich denke an verpasste Gelegenheiten, aber umgekehrt: ich habe die Erfahrung einer "richtigen" Beziehung nicht gehabt. Ich sehen mich nach dem Gefühl, anzukommen.

    Diese ungelebte Lebensmöglichkeit wiegt sehr schwer, finde ich. Dem unverbindlichen Single-Leben fehlt die Tiefe. Ich sehne mich nach Vertrautheim, möchte mich verlassen können, mich aufgefangen fühlen. Ich möchte "wir" statt nur "ich" sagen können.
    Da kann ich dich gut verstehen. Aber wenn du ab morgen so eine Beziehung, wie du sie dir wünschst, plötzlich hast, dann hört dein Leben ja nicht auf. Es ist ja nicht so wie in Hollywood-Schnulzen, Happy End und dann Schluss. Es geht weiter und eine Zeit lang wirst du glücklich sein, weil du hast was du wolltest. Aber irgendwann wird sich dein Glücks-Pegel wieder einpendeln und dir wird möglicherweise wieder etwas fehlen, wer weiß.

    Jedenfalls stelle ich mir das so vor, dann ist man vielleicht satt von seinem vertrauten Heim und will etwas anderes. Ich glaube aber, das ist ganz normal, es wird einem immer etwas fehlen. Ich sehe Leute in Partnerschaften, die unzufrieden wirken und Singles genauso.

    lg

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    AW: Neustart?! (oder: Das große BriCom-Diplom)

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Eine ältere Dame, sehr lebenserfahren, sagte mal zu mir: "Perlensucht, wärst Du schon, wie ich, daheim von Deinem Vater misshandelt worden, wärst Du nicht so naiv in die Männerwelt hinaus getreten und nicht so sehr verletzt worden. Du wärst vorbereitet gewesen."

    Wer einen liebevollen Vater hatte und/oder eine liebevolle Partnerschaft, geht ungeschützt in die Welt hinaus.

    Da ich gerne den Vergleich zu Hunden ziehe, könnte man auch sagen: man bietet dem Artgenossen, der über keinerlei Beishemmung verfügt, nichtsahnend seine empfindliche Bauchseite.
    Und was ist deine Konsequenz daraus? Kinder lieber schon ordentlich im Elternhaus verletzen und kaputtmachen, damit sie gut auf die böse Welt vorbereitet sind?

    Mich macht das, was du da oben geschrieben hast, ein bisschen fassungslos. Ich bin unglaublich froh, dass meine Eltern mich liebevoll und mit einem festen Urvertrauen in mich und ins Leben + einem gesunden Selbstbewusstsein in die Welt geschickt haben. Auf die Schnauze bin ich auch schon gefallen, aber dann bin ich halt wieder aufgestanden. Nur weil ein Mann (oder auch mehrere), dem ich begegnet bin, scheiße war, ist es ja nicht die ganze Welt. Und ohne offen für andere zu sein und Vertrauensvorschüsse zu geben funktioniert das Leben mMn nicht.
    "Ich habe eine ganz einfache Philosophie: Fülle, was leer ist. Leere, was voll ist. Kratz dich, wo es juckt."
    Alice Roosevelt Longworth (1884-1980), amerikanische Gastwirtin

  8. Inaktiver User

    AW: Neustart?! (oder: Das große BriCom-Diplom)

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Eine ältere Dame, sehr lebenserfahren, sagte mal zu mir: "Perlensucht, wärst Du schon, wie ich, daheim von Deinem Vater misshandelt worden, wärst Du nicht so naiv in die Männerwelt hinaus getreten und nicht so sehr verletzt worden. Du wärst vorbereitet gewesen.."
    Ich finde, es ist schon was dran an dem, was die Frau gesagt hat, insofern als dass wir anscheinend umso unzufriedener werden, je besser es uns geht und je mehr wir erwarten. Viele hier im Forum erwarten Sachen die es nicht gibt. Das Problem ist, dass mein Leben wahrscheinlich nicht glücklicher wird als jetzt, jedenfalls nicht auf lange Sicht, wenn ich plötzlich eine Partnerschaft habe oder was auch immer es sei, was ich mir wünsche.
    Ich glaube der Kern des Problems ist: Wir erreichen ein zu hohes Lebensalter in relativ immer besserem Gesundheitszustand, wir müssen uns nicht mit Kriegen, Hunger und Gewalt(normalerweise nicht!) auseinander setzen, wir haben oft Luxusprobleme. Wenn uns Liebeskummer an den Rand des Selbstmords treiben kann (übertrieben) und Leute wahnsinnig werden, wenn ER sich nicht mehr meldet, wenn es ein Weltuntergang ist, eine Affaire zu entdecken, dann nur, weil uns echte Probleme "fehlen".

    Man braucht die bitteren Erfahrungen, die sehr viele Menschen in der Welt täglich machen, nicht selber machen, aber vielleicht ist es schon unsere Pflicht dankbarer zu sein für das was wir schon haben.

    Klar es ist blöd, die moralische Keule rauszuholen, ist nicht meine Absicht, nur viedlleicht mal um zum Nachdenken anzuregen: Vielleicht werden manche von uns niemals den Mann / die Frau finden von der sie träumen. vielleicht bleiben manche immer Single oder geraten weiter an einen Deppen nach dem anderen. Man kann das nicht alles beeinflussen. Es ist aber alles kein Grund, den Kopf hängen zu lassen und nicht trotzdem Freude am Leben zu haben.

    lg

  9. Inaktiver User

    AW: Neustart?! (oder: Das große BriCom-Diplom)

    Zitat Zitat von meikeline Beitrag anzeigen
    Mich macht das, was du da oben geschrieben hast, ein bisschen fassungslos. Ich bin unglaublich froh, dass meine Eltern mich liebevoll und mit einem festen Urvertrauen in mich und ins Leben + einem gesunden Selbstbewusstsein in die Welt geschickt haben. Auf die Schnauze bin ich auch schon gefallen, aber dann bin ich halt wieder aufgestanden. Nur weil ein Mann (oder auch mehrere), dem ich begegnet bin, scheiße war, ist es ja nicht die ganze Welt. Und ohne offen für andere zu sein und Vertrauensvorschüsse zu geben funktioniert das Leben mMn nicht.
    Hallo meikeline,

    ich bin ebenso dankbar für all das, wie Du auch! Aber dies schließt es nicht aus, dass dies dazu führte, dass man nichts Böses ahnend in die Welt hinaus ging. Die Verletzungen trafen mich völlig überraschend, ich kannte die Gefahr überhaupt nicht und konnte mich nicht drauf einstellen. Ich kann mich nicht vor etwas schützen, was in meinen Gedanken nicht vorkommt.

    Nun weiß eben eben viel mehr als früher, muss aber lernen, wie ich mit diesem Wissen umgehe und wie es mir gelingen kann, trotzdem eine Beziehung zu wagen. Die Alternative wäre für immer aufzugeben.
    Geändert von Inaktiver User (04.07.2009 um 21:43 Uhr)

  10. Inaktiver User

    AW: Neustart?! (oder: Das große BriCom-Diplom)

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    I wir haben oft Luxusprobleme. Wenn uns Liebeskummer an den Rand des Selbstmords treiben kann (übertrieben) und Leute wahnsinnig werden, wenn ER sich nicht mehr meldet, wenn es ein Weltuntergang ist, eine Affaire zu entdecken, dann nur, weil uns echte Probleme "fehlen".
    Der Verlust des Arbeitsplatzes, Liebeskummer und Krankheit sind die häufigsten Ursachen für Depressionen.

    Man hat herausgefunden, dass in Gebieten, in denen Kriege oder Epidemien ausbrechen oder sich Naturkatastrophen ereignen, die Depressionsrate schlagartig um rd. 50 % sinkt.

    Fazit: Depressionen muss man sich "leisten" können, sprich sie sind dort am meisten verbreitet, wo die Grundbedürfnisse gesichert sind.

    Den Wunsch nach Partnerschaft empfinde ich übrigens nicht als Luxusproblem. Sondern für mich ist der Wunsch nach einer Paarbeziehung das wichtigste Bedürfnis des Menschen nach den Grundbedürfnissen Essen, Schlafen, sich bewegen, Sex und sich entleeren.
    Geändert von Inaktiver User (04.07.2009 um 16:39 Uhr)

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