Sehe ich komplett anders.
Ich vertraue mir. Ich kenne meine Grenzen. Mehr braucht es nicht, damit ich mich anvertrauen kann. In erster Linie mir, in zweiter Linie dem Leben.
Mir geht es damit hervorragend - es war ein Lernprozess, aber ich fühle mich damit rundum wohl. Ich erlebe im übrigen seit ich für mich dieses Selbst_Vertrauen entwickeln konnte (und mich seither um eine gute Balance diesbezüglich kümmere, denn natürlich unterliegt das Schwankungen) keinerlei übergriffiges, respektloses oder unangenehmes Verhalten, sondern werde, im Gegenteil, eigentlich in den meisten Situationen äusserst freundlich, respektvoll und zuvorkommend behandelt.
Was soll im übrigen diese Differenzierung zwischen "intimem" und "anderem" Vertrauen - das ist doch kein eindimensionaler Begriff, er ist kontextabhängig, entsprechend ist selbsterklärend, dass er natürliche Abstufungen beinhaltet und mit individuellen Grenzen korrespondiert.
Wer mit meinem Nein nicht umgehen kann, und sich zurück gewiesen fühlt, sieht die Sache ja grundsätzlich richtig - ich weise ihn in diesem Moment, in dieser Angelegenheit zurück. Er wird lernen müssen, damit zurecht zu kommen.
Kontrolle ist ohnehin ein Witz. Es gibt sie schlicht nicht.
Grüssle
Seawasp
edit: Das sind MEINE Gedanken, Schlüsse, die ich aus meinem bisherigen Leben und einigen gewaltigen Vertrauensmissbräuchen zu Zeiten, in denen ich mich kaum wehren konnte, gezogen habe. Ich erwarte nicht, dass sie jemand teilt.
Aber wenn nach Offenheit gefragt wird, dann weiss ich, warum ich sie mir leisten kann. Oben formulierte Zusammenhänge haben eine Menge damit zu tun.
Antworten
Ergebnis 31 bis 37 von 37
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30.05.2009, 17:57Inaktiver User
AW: "offen sein" - wie macht man das?
Geändert von Inaktiver User (30.05.2009 um 18:15 Uhr)
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30.05.2009, 18:09
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31.05.2009, 08:15
AW: "offen sein" - wie macht man das?
@seawasp - danke für deine beiträge, jetzt verstehe ich deine ursprüngliche frage besser. muss ich nochmal drüber nachdenken.
nur ein aspekt: mit der "differenzierung" bei vertrauen kann ich aber nachvollziehen - ich bin zum beispiel in "kriminellen" dingen geradezu sträflich vertrauensselig. ich schließe selten mein hoftor ab, und die haustür steht immer sperrangelweit offen. oft lasse ich den schlüssel im briefkasten, wenn ich nicht da bin, aber jemand was von mir braucht - soll er halt reingehen und es sich holen. ich verleihe meine fahrzeuge, ich mache kein geheimnis aus meiner finanzsituation etc - in dieser hinsicht habe ich auch noch nie schlechte erfahrungen gemacht. ich habe viele freunde und bekannte, die bei mir ein und aus gehen, und mich alle für einen freundlichen, geselligen menschen halten.
persönlich, privat, intim - wie immer man es nennen mag - lebe ich hinter einem schutzwall. da kommt keiner hinter die palisaden.
womit wir bei sumpfhuhns frage nach dem reflex sind - kann ich nicht genau beantworten. es ist nicht so, dass ich nur auf männer reagiere, die in irgendeiner weise meinem ex ähnlich sind ... es sind einfach fast alle.
ich habe hier aber viele hilfreiche dinge herausgelesen und werde mich damit befassen - herzlichen dank dafür an alle, die mitgedacht haben
schönes pfingstwochenende!
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31.05.2009, 12:59
AW: "offen sein" - wie macht man das?
Ja, natürlich ist das so. Für Dich. Und so sollte es auch seinWas soll im übrigen diese Differenzierung zwischen "intimem" und "anderem" Vertrauen - das ist doch kein eindimensionaler Begriff, er ist kontextabhängig, entsprechend ist selbsterklärend, dass er natürliche Abstufungen beinhaltet und mit individuellen Grenzen korrespondiert.
Bei jedem Menschen.
Aber: Mensch muss das erst lernen.
Ob ich der kassiererin im Supermarkt vertraue, dass sie mir das richtige Wechselgeld zurück gebe, oder ob ich einer neuen Bekanntschaft so weit vertraue, dass ich denjenigen Mann angstfrei in meine Wohnung lassen kann - ein himmelweiter Unterschied.
Ich könnte noch mehr Unterschiede aufführen.
Natürlich ist ein "nein" eine Zurückweisung, ich würde eher sagen, ein "Grenzen setzen", ein "bis hier hin und nicht weiter", aber auch das muss Mensch erst lernen. Leider im Geschlechterspiel nicht ganz einfach, Stichwort: Rollenverhalten Mann/Frau. Ein Mann, der baggert, ist normal, verhält sich normal. Ich kann das nicht ertragen, da kommt reflexartig mein nein. Das auch nur als Beispiel., wie es mir sehr oft begegnet.
Natürlich gibt es keine Kontrolle. Mensch kann sich dann dem Unangenehmen nur schleunigst entziehen. Wenn Mensch mal wieder umsonst vertraut hat.
Also "offen sein" ist schön, erstrebenswert, nett, alle finden das klasse, aber noch wichtiger, bzw. die Basis fürs Offensein ist Selbstschutz, Nein-Sagen können. Ohne sich selbst gut zu kennen, und sich jederzeit abgrenzen zu können, ist keine Offenheit möglich.
Ich glaube, es gibt eine Tendenz zum Zwang zu mehr Offenheit, weil das "cool" ist, "in" ist. Wer sagt schon gerne nein, und gilt damit als Spielverderber? Wer ist schon gerne langsam, behutsam, achtsam, auf sich achtend, in sich geerdet, das ist alles gesamtgesellschaftlich out. Heutzutage hat Mensch cool und locker drauf und offen zu sein, es herrscht fast ein Zwang zum oberflächlichen Vergnügen.
LunadelFuego
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31.05.2009, 20:06Inaktiver User
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31.05.2009, 22:24
AW: "offen sein" - wie macht man das?
Respekt und Taktgefühl bzw. die Grenzen, wann dieses überschritten wird, empfindet jeder anders. Bsp: Die allgegenwärtige verbale Gewalt.
LunadelFuego
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31.05.2009, 22:29Inaktiver User
AW: "offen sein" - wie macht man das?
man kann aber daran erinnern, dass es diese Begriffe noch gibt.


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