Das hat aber auch ein wenig von "was der Bauer nicht kennt...", oder?
In meinem näheren Umfeld gibt es ca. 20 Fernbeziehungen, die meisten über Ländergrenzen hinweg. Einige sogar auf die Distanz D-USA. Da ringt es mir eher Bewunderung ab, wenn Leute es schaffen, so eine Beziehung mit wenigen Treffen pro Jahr noch am Leben zu halten.
Ich habe zB meinen englischen Partner in Deutschland kennengelernt und ironischerweise bin ich die, die nun im Ausland gelandet ist. Wenn ich wieder zurückkomme, läuft sein Vertrag irgendwann aus. Das ist ein Lebenstil, den man sich nicht aussucht, und der unglaublich viel Kraft kostet. Aber mir ist es das immer noch wert, weil mir mein Partner zu wichtig ist, um ihn zu verlieren.
Übrigens ist der Gute zutiefst naturverbunden, intelligent, gutgebildet, tierlieb und Vegetarier, die gibt's tatsächlich auch in männlicher Form. Aber genau für dieses Prachtstück nehme ich dann das Pendeln in Kauf. Die finden sich nämlich tatsächlich nicht an jeder Strassenecke.![]()
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07.05.2009, 16:52
AW: ökologisch bedenkliche Beziehungen?
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07.05.2009, 18:51
AW: ökologisch bedenkliche Beziehungen?
Generell bin ich auch ein Mensch, dem die Umwelt am Herzen liegt und der auf ein gewisses umweltverträgliches Verhalten achtet.
Aber mich für eine ökologisch unbedenkliche Beziehung stark zu machen, dass käme mir nun wirklich nicht in den Sinn.
Der Flieger fliegt auch, wenn ich nicht drinsitze. Somit wird mein Flugverhalten als "Normalbürger", der nicht beruflich täglich um die Welt chattet in einem unweltverträglichen Rahmen bleiben. Außerdem ist das Ganze eher eine Kostenfrage, ob ich jedes Wochenende zu meinem Liebsten jetten könnte. Eher wohl nicht.
Abgesehen davon, gehe z.B. mal nach Indien oder China, wo ja bekanntlich die meisten Menschen leben und da am besten noch in eine Großstadt. Da wird dir schlagartig klar, dass wir Deutschen alle Meister im Umweltschutz sind und wir uns über die Ökologie unserer Beziehung keine Gedanken zu machen brauchen.
Bald muss ich mir noch überlegen, ob wohl die nette Spitzenunterwäsche die ich für meinen Liebsten trage, nicht vielleicht von zarten indischen Kinderhänden gehäkelt wird (das war jetzt natürlich nur rein spaßig bzw. ironisch gemeint...zum Thema der Frage).viele Grüße
Mohnblume
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07.05.2009, 19:01
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07.05.2009, 19:12Inaktiver User
AW: ökologisch bedenkliche Beziehungen?
und genau da sitzt der denkfehler. hat auch schon jemand anders hier geschrieben. diese denke ist, so sehr sie ja verbreitet ist, meiner ansicht ein bisschen verantwortungslos. so nach dem motto, "die welt retten, gerne, aber not in my backyard".
anders gesagt: glaubt ihr auch, die thunfischfangquoten bleiben so hoch, wenn wir keinen thunfisch mehr kaufen? klar: wenn EINER das macht, hat das zunächst keinen spürbaren effekt. aber was meint ihr, was passiert, wenn's auf einmal hip würde, thunfisch pfuibäh zu finden...?
und war nicht eigentlich herr kant derjenige, der den kategorischen imperativ erfunden hat? ganz platt übertragen: wenn die ganze menschheit jetzt fernbeziehungen von, sagen wir, mindestens 1000km führen würde, dann hätten wir bald kein klimaproblem mehr, weil wir schlicht kein lebbares klima mehr hätten. sprich: das funktioniert nur, solange die große mehrheit so lebt, wie von dir, perlensucht, beschrieben. also beziehungen in großer nähe lebt etc.
dennoch möchte ich keinem vorschreiben, wie er seine beziehungen, geschweige denn sein leben zu leben hat... nur finde ich, dass der öko-gedanke, gerade weil sich viele leute überhaupt keine gedanken drüber machen, seine berechtigung hat.
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07.05.2009, 19:13Inaktiver User
AW: ökologisch bedenkliche Beziehungen?
@ perlensucht:
es könnte sich durchaus lohnen, die jäger genauer anzuschauen.
manche von ihnen verstehen sich tatsächlich als "heger und pfleger", die es toll finden, ne nacht auf dem hochsitz zu verbringen, auch ohne "ne strecke" zu machen. ich hab solche kennengelernt...
das ist auch der schwerpunkt der jägerausbildung. frag einfach mal nach...
und dann ist es auch so, dass, wer käse isst, in kauf nimmt, dass männliche kälber geschlachtet werden.
oder: wer eier isst, dass männliche küken dran glauben müssen...
weil es die mehrnutzungsrassen kaum noch gibt. und natürlich auch kein bauer noch mit dem ochsen pflügen möchte...
das ist schon verzwickt...
grüßle
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07.05.2009, 19:14
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07.05.2009, 19:21
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07.05.2009, 19:32
AW: ökologisch bedenkliche Beziehungen?
Ok, ich lasse mich von der Sache mit dem co-2-Ausstoß - wenn ich mit im Flieger sitze - überzeugen!
Trotzdem, ich fliege wenn mir danach ist, ich esse so manches Tier, Eier - und sogar Thunfisch, fahre Auto - manchmal auch nur einfach weil es mir Spaß macht und würde mich trotzdem nicht als Umweltbanause sehen. Ich deinen Augen bin ich da vielleicht verantwortungslos, aber da muss jeder für sich selbst entscheiden, wo er seine Verantwortung bzw. seinen Beitrag sieht. Man könnte ja so weit gehen, wieder in eine Höhle zu ziehen und sich einen Lendenschurz umzubinden.
Gerade ist mir klar geworden: ich bevorzuge doch die moderne Welt und gehöre nicht zu denen, die die Welt retten wollen.
Danke für die Erkenntnisviele Grüße
Mohnblume
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07.05.2009, 19:38
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07.05.2009, 19:40Inaktiver User
AW: ökologisch bedenkliche Beziehungen?
sorry, ich meinte dich gar nicht persönlich - aber der satz bot sich als aufhänger einfach an. ich flieg ja auch gelegentlich durch die gegend, und thunfisch finde ich auch ganz lecker... geht ja vor allem darum, ein bewusstsein von den konsequenzen des eigenen handelns zu entwickeln - und zwar ganz generell.
und - die vorlage ist jetzt zu gut - ich finde ja, "moderne welt" und "welt retten" schließen einander nicht aus! photovoltaik gabs ja nun auch nicht, im mittelalter - und das zeitalter hätte ich nicht so gerne zurück... schon unter emanzipatorischen gesichtspunkten nicht. aber das wasser war bestimmt sauberer...



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