Hallo Ihr Lieben,
ich möchte gerne mal folgende Frage zur Diskussion stellen:
Ist ein Leben als Single ein „zweitklassiges“ Leben? Ist und bleibt es eine Notlösung – egal wie wohl man sich damit fühlt?
Auf diese Frage komme ich, weil ich selbst im Grunde mein ganzes Leben Single bin. Ein insgesamt durchaus glücklicher Single, wie ich meine.
Aber ich erlebe immer wieder, dass mir von meiner Umgebung kommuniziert wird, ich hätte einfach„den Richtigen“ noch nicht gefunden oder ich hätte mich nur arrangiert, weil meine Beziehungen nicht geklappt haben. In solchen Fällen widerspreche ich energisch, denn ich fühle mich wohl so wie es ist und ich kann mir inzwischen selbst in meinen Träumen keinen Mann mehr zusammenbasteln, mit dem ich gerne zusammenleben oder auch nur dauerhaft meine Lebensgestaltung abstimmen würde. Wenn ich mir die angeblich so glücklichen Paare in meiner Umgebung ansehe, dann sehe ich bei genauerer Betrachtung keine einzige Frau mit der ich gerne tauschen würde.
Neulich meinte eine gute Bekannte zu mir, ich solle aufpassen, „dass ich mein Leben nicht verpasse“, weil ich ja eigentlich nur aus Bequemlichkeit allein wäre und es mir einfach zu mühsam sei, Kompromisse zu machen und mich auf einen Partner einzustellen. Zumindest letzterem muss ich zustimmen. In der Tat, ich habe im Zweifelsfall meine Energie immer lieber für mich genützt als für einen Partner. Schlimm? Verwerflich?
Meine Mutter macht sich zunehmend Sorgen, sie kann nicht glauben, dass ich wirklich glücklich bin. Mein Vater meint mir bei meinen Besuchen immer stirnrunzelnd mit auf den Weg geben zu müssen, dass ich endlich lernen müsse „mich unterzuordnen bevor es zu spät ist“. Klar gebe ich da schon entsprechend Contra.
Inzwischen spüre ich aber schon manchmal insgeheim einen nagenden Zweifel, weil ich einfach niemanden im meinem Freundes- und Bekanntenkreis kenne, der das ähnlich sieht. Alle Singles, die ich persönlich kenne, warten irgendwie auf „den Richtigen“ und führen nur so lange ihr - wenn auch tolles, schönes, angenehmes - Singleleben, bis ER denn endlich auftauchen möge.![]()
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Ergebnis 1 bis 10 von 190
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19.03.2009, 06:48Inaktiver User
Singleleben: immer nur "Notlösung" oder doch für manche der Hauptgewinn?
Geändert von Inaktiver User (19.03.2009 um 07:45 Uhr) Grund: vertippt..
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19.03.2009, 07:42Inaktiver User
AW: Singleleben: immer nur "Notlösung" oder doch für manche der Hauptgewinn?
Also meistens müssen sich nur Frauen ab einem bestimmten Alter wegen Singledasein rechtfertigen, was natürlich auch Quatsch ist. Und die die angeblich auf DEN Richtigen warten...irgendein Paarforscher hat mal gesagt, wer in der heutigen Zeit länger wie paar Monate Single ist, will im Grunde keine Partnerschaft, weil aufgrund der Möglichkeiten und der Masse an anderen Singles ist eine Beziehung im Grunde an jeder Ecke in 2 Tagen zu haben. Das Eingrenzen auf DEN Richtigen ist im Grunde nur eine Abwehrhaltung, die Hoffnung, dass der garnicht kommt. Die Ansprüche werden so hoch geschraubt, damit man zwangsläufig Single bleibt und der Umgebung einen Grund liefern kann (ich hab ja so dolle Ansprüche und keiner kann mir das Wasser reichen). Das klingt besser wie "ich fühl mich als Single eigentlich ganz wohl" und man wird nicht geächtet.
Genieß es einfach und lass Dir nicht schlechtes Gewissen einreden. Die schönsten und wahrscheinlich beständigsten Beziehungen entstehen sowieso meist aus Zufall und den kann man nicht steuern.
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19.03.2009, 07:50Inaktiver User
AW: Singleleben: immer nur "Notlösung" oder doch für manche der Hauptgewinn?
..wenn ich das meinen Singlefreundinnen sage, kreuzigen sie mich
Ich habe da auch meine Zweifel..Sex ist wahrscheinlich schon an jeder Ecke zu haben, aber eine "echte Beziehung"?? Aber egal, das ist ja ein Thema, das in diesem Forum schon ausgiebig andernorts diskutiert wird.
Lieben Dank für Deine Antwort, MIB70
Eine Frage noch: meinst Du, dass ich etwas verpasse? Werde ich mich in ein paar Jahren/Jahrzehnten wirklich ärgern, dass ich diese "Erfahrung Beziehung" nicht gemacht habe? Klar, keiner kann hellsehen und das ist ganz individuell. Aber wie wärs mit einer kleinen Progonose ins Blaue aufgrund persönlicher Lebenserfahrung?
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19.03.2009, 08:31Inaktiver User
AW: Singleleben: immer nur "Notlösung" oder doch für manche der Hauptgewinn?
Lieber ein Mann als gar keine Probleme?
Ich bin auch gerne Single.
Stimmt: ein BAN* ist an jeder Ecke zu finden.
*Besser als Nichts
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19.03.2009, 08:44
AW: Singleleben: immer nur "Notlösung" oder doch für manche der Hauptgewinn?
Das Wichtigste ist doch wohl, dass man selbst sich in der gewählten Lebensform wohlfült.
Egal was andere davon halten, oder darüber denken.
Es erschließt sich mir nicht wirklich, warum soviele Menschen eine Beziehung anstreben, vermutlich um schon nach kurzer Zeit in das typische Gejammer und die Kritik am/ über den Partner zu verfallen.
Aus Interesse habe ich mir mal die Mühe gemacht und "glückliche" Paare unterschiedlicher Altersgruppen und Beziehungdauer zum Thema bestehende Partnerschaft befragt.
Bei älteren Herrschaften fehlte fast immer der Mut zur Trennung, zum Neuanfang in reiferen Jahren.
Jüngere argumentieren, dass schließlich jeder irgendwelche Macken hat. Die man eben in Kauf nehmen muss, solange bis es nicht mehr geht.
Fast niemand hat bestätigte, dass er wirklich total glücklich ist und diese Beziehung wieder eingehen würde!!!
Solche Äußerungen geben mir dann immer zu denken.
Vermutlich ist es dann wohl so, dass sich langfristig alles auseinander entwickelt. Man sich ständig verbiegen muss, um auch weiterhin sagen zu können...mein Mann/Partner.
Auch was die Gemeinsamkeiten betrifft, beobachte ich gern.
Im Lauf der Jahre schleicht sich da ein ausgeprägtes Eigenleben ein.
Aus Erfahrung weiß ich, dass Gespräche und Kompromisse das Problem nicht lösten.
Irgendwie gibt es für mich nichts schlimmeres, als in einer Beziehung einsam zu sein.Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren. (Berthold Brecht)
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19.03.2009, 08:46Inaktiver User
AW: Singleleben: immer nur "Notlösung" oder doch für manche der Hauptgewinn?
im Grund geht es doch darum, welche Bedürfnisse dir eine Beziehung erfüllen kann:
* Sex
* (nicht-sexueller) Körperkontakt
* nicht-Alleinsein
* was für jemanden tun können, Liebe zeigen können
*...
Wenn du alles das woanders bekommst (also f*-buddy, Kuschel-Freunde und -Freundinnen, Möglichkeit zu vielen tollen Unternehmungen auch allein, Job mit Menschenbezug oder anderes Engagement, wo du dich für andere einsetzt), kannst du sicher einen Großteil der Bedürfnisse anderweitig abdecken.
Ich war auch nie so der Beziehungs-Fan, vor allem nicht beieinander (Fernbeziehung jederzeit gerne). Tja, und auf einmal schmiss sich mir ein
vor die Füße, wollte tägliche Ansprache und jedes Wochenende, jetzt sogar zusammenziehen: ist nie das, was ich wollte, aber es ist auch ok, weil's mir wichtig geworden ist, "für jemanden etwas tun zu können" bzw. ihm Liebe zeigen zu können, unabhängig von meinen Präferenzen.
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19.03.2009, 08:51
AW: Singleleben: immer nur "Notlösung" oder doch für manche der Hauptgewinn?
Eine Frage noch: meinst Du, dass ich etwas verpasse?
Verpassen? Nö, das denke ich nicht. Du hast eine andere Ebene auf der du doch ebenfalls viel Positives erlebst. Das was du als Single tun und lassen kannst unterscheidet sich deutlich von den Möglichkeiten als Paar.
Und wenn du mit deinem Leben als Single zufrieden bist, sollte das genauso respektiert werden.
Eine Frage hätte ich da....Nimm den Fall, dir läuft Einer über den Weg, von dem du das Gefühl hast, du möchtest dein Leben mit ihm teilen. Würdest du dann immer noch das Single Leben vorziehen?
LG
forever. Ich mag dich nicht weil du bist wer du bist, sondern dafür wer ich bin,
wenn ich mit dir zusammen bin.
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19.03.2009, 08:52Inaktiver User
AW: Singleleben: immer nur "Notlösung" oder doch für manche der Hauptgewinn?
Da ich bisher auch fast überwiegend Single war und bin und nicht mehr der Allerjüngste
, kann ich sagen, dass mir beziehungstechnisch nicht wirklich was fehlt. Aber das ist rein subjektiv. Das "zu Hause erwartet werden" habe ich auch mit meinen Katzen, die sich freuen wenn ich nach Hause komme
. Natürlich ist das kein Frauenersatz. Menschen hab ich durch meinen Job und ehrenamtliches Engagement genug um mich rum.
Ansonsten geh ich auch allein ins Kino, Museum und mal ein Wochenende an die Ostsee. Da ich sowieso eher die Ruhe lieber, kommt mir das entgegen, dass da nicht noch jemand bei ist, der rumstreßt und ich mir meinen Tag nach meinen Vorstellungen einrichten kann. Klingt etwas egoistisch und beziehungsuntauglich, aber es geht auch anders. Nur hab ich dafür derzeit keinen Bedarf und auch keine Plan, dass ich bis Tag X verheiratet sein und Kinder haben muss. Als Mann redet sich das in Hinsicht Kinder natürlich aus biologischer Sicht etwas einfacher
. Ich bin auch nicht auf der Suche, wenn sich durch Zufall was ergibt bin ich dafür offen, aber ich geh absolut nicht abends in Bett mit der Panik, ob ich morgen denn endlich ne Partnerin finde.
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19.03.2009, 09:02Inaktiver User
AW: Singleleben: immer nur "Notlösung" oder doch für manche der Hauptgewinn?
Das weiß ich nicht, weil mir noch nie jemand begegnet ist, bei dem ich mir auch nur ansatzweise hätte vorstellen können, mit ihm die nahe Zukunft oder gar den Rest meines Lebens zu teilen. Die meisten haben mich schon beim gemeinsamen Frühstück danach genervt


Ich kann mir aber gut vorstellen, mein Leben mit guten Freunden zu teilen. Im Alter sehe ich mich in einer etwas schrulligen aber sehr lebendigen Alten-WG mit meinen Freundinnen (sofern deren Ehemänner dem nicht entgegenstehen..
)
Aber es ist nicht so, dass ich Männer generell ablehnen würde, sicher nicht.
Es geht einfach darum, wie dann der gemeinsame Alltag aussehen würde, wenn man zusammen bleibt. Mein Eindruck ist, dass selbst bei den heute jungen, wirklich mit sehr emanzipierten Müttern aufgewachsenen Männern immer noch irgendwie der Anspruch vorhanden ist, dass die Frau in der Partnerschaft dann im Zweifelsfall bitte mal schön die Kompromisse machen soll und evtl. auch gerne die Rolle der Hausfrau übernehmen soll. Und auf beides, einseitige Kompromisse und Hausfrauenrolle, habe ich einfach keinen Bock..Außerdem konnte ich schon immer auch sehr gut meine Zeit alleine genießen, ich bin gern allein ohne mich einsam zu fühlen und habe ein gutes soziales Netzwerk. Ich weiß, ich bin in den Augen vieler Männer ein egoistisches kleines Monster
Aber ich schwöre, ich bin wirklich meinen guten Freunden eine zuverlässige Freundin und ein guter Partner und ein Einsiedlerkrebs bin ich auch nicht.
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19.03.2009, 09:10Inaktiver User
AW: Singleleben: immer nur "Notlösung" oder doch für manche der Hauptgewinn?
Hallo zusammen,
was mir dazu spontan eingefallen ist, ist ein - wie ich finde - wunderbarer Songtext, nämlich dieser:
Liebe Wird Oft Überbewertet
Liebe wird oft überbewertet
Liebe ist nicht so wichtig wie man denkt
Liebe ist nur ein Teilaspekt des Lebens
und die anderen Teile sind auch nicht schlecht
Überflüssige Liebeslieder falsch und schlecht und laut
Tun so als wär das Leben auf der Sehnsuchtsbasis aufgebaut
und das stimmt nicht das ist ganz falsch denn:
Liebe wird oft überbewertet
Liebe ist nicht so wichtig wie man denkt
Liebe ist nur ein Teilaspekt des Lebens
und die anderen Teile sind auch nicht schlecht
Überflüssige Liebesfilme
Handlung unwahrscheinlich familiengerecht
Jugendliche werden so darauf konditioniert
dass das Leben nur als Paarbindung funktioniert,
Überflüssige Werbefilme
Körpergebirgsergriffenheitssex
Partnervermittlung wird immer obszöner und fragt:
Wäre Fernsehen zu zweit nicht viel schöner?
Nein, Pfui Teufel
Liebe wird oft überbewertet
Liebe ist nicht so wichtig wie man denkt
Liebe ist nur ein Teilaspekt des Lebens
und die anderen Teile sind auch nicht schlecht
Liebe... Ist nicht wichtig
Liebe... Ist Baldrian fürs Volk
Liebe... ist eine Korkwand
aus Flokati
ist tautologisch
nämlich Liebe
Was soll das?
Lassie Singers. Klar, man kann das alles auch anders sehen - aber ich finde es schön, dass die Mädels den ganzen Beziehungswahn mal auf den Punkt gebracht haben. Und ich glaube, da ist auch was dran - "Die Gesellschaft" erwartet halt, dass man das "alte" Familien-, bzw. Partnermodell leben WILL. Und wer das nicht möchte, ist sofort unter Rechtfertigungsdruck.
Meine Meinung: Chacun à son goût, jeder soll so glücklich werden, wie er möchte.


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