Liebe BCom,
ich habe vor einiger Zeit einen Mann kennengelernt, der mir ziemliches Kopfzerbrechen bereitet.
Wir hatten von vornherein einige "Konfliktpunkte": Z.B. unser unterschiedliches Bedürfnis nach Nähe: Er kann nicht genur davon bekommen, simste und telefonierte anfangs ziemlcih viel. Weil ich ihn aber mochte, habe ich mich auf ihn eingelassen und ihm aber gesagt, dass er nach meinem Geschmack zu schnell zuviel will. Er hat daraufhin auch sein Tempo gedrosselt und versucht alles etwas ruhiger angehen zu lassen, was ihm z.T. auch gelingt.
Es ist so, dass er einige Baustellen hat (bevorstehende Scheidung von der Ex, der Umgang mit seinen Kindern, Job, Therapie, ja und dann noch die Beziehung mit mir) und es ist natürlich schwer für ihn alles unter einen Hut zu bekommen. Und so kommt es, dass nachdem ich anfangs eher diejenige mit ambilvalenten Gefühlen war, ihm nun Zweifel kommen, ob er das alles schafft.
Einerseits möchte er weiter mit mir zusammensein, andererseits meint er aber, ich würde zu schnell zu viele "Erfolge" erwarten, ihm zuviele und zu schnell Grenzen setzen.
Tatsächlich spreche ich sehr häufig an, was mich stört, wenn er z.B. endlose Monologe hält und ich das Gefühl habe "wo bleibe ich dabei?" oder wenn er bei Telefonaten kein Ende findet oder bei Treffen den Abschied endlos hinauszögert sodass ich hinterher meine SAchen unter Zeitdruck erledigen muss.
Durch seine vielen Baustellen hat er auch oft das Bedürfnis, davon zu erzählen, was ich aber nur in Maßen o.k. finde. Ich fühle mich dann schnell als seine Therapeutin, die ich ganz bestimmt nicht sein will!!! Und das bringe ich dann auch rüber, wenn es mir zu bunt wird.
Generell findet er mich oft in meinen Äußerungen zu radikal, zu absolut.
Er arbeitet sehr hart an sich und ich weiß das auch zu würdigen, ich sehe auch Erfolge, aber manchmal komme ich eben überhaupt nicht mit seinem Verhalten zurecht. Und er fasst es dann so auf, dass er sich so anstrengt und es doch nie genug ist - für ihn auch eine blöde Situation.
Angesichts seiner Bemühungen, auf meine Wünsche nach etwas mehr Distanz und einer ausgewogeneren Kommunikation einzugehen (s.o) versteht er nicht, warum ich mich andererseits so schwer tue, ihm in einigen für ihn wichtige Punkten entgegenzukommen:
Z.B. meinte er, ich könnte mehr aus mir machen, wenn ich mich schminkte und er mag erotische Wäsche. Ich sehe da rot, da sträubt sich alles in mir. Ich finde solche Dinge total oberflächlich und unwichtig, würde auch nicht an seinen Klamotten rummeckern.;-)
Er meint aber, wenn ich Wert darauf legen würde, würde er mir zuliebe auch das ein oder andere bei sich ändern, was ich ihm auch glaube!! So zieht er bei unseren Treffen jetzt häufig ein bestimmtes Outfit an, von dem er weiß, dass es mir gefällt.
Ihc finde das nett von ihm, ich auch erwarte es aber nicht!!
Er hat wohl schnell das Gefühl, bzw. ist ihm auch schon häufiger passiert, dass er anderen zuliebe zuviel gemacht und sich dann ausgenutzt gefühlt hat. Dewegen möchte er jetzt wohl von vornherein bestimmte Bereiche "abzirken" bzw. klarstellen.
Und so wie er das Gefühl hat, "es" trotz aller Bemühungen seinerseits bei mir nicht zu schaffen, überkommt mich jedesmal, wenn er das Thema Schminken anspricht (und das passiert immer wieder) so ein mulmiges Gefühl.
Sollte man sich in einer Partnerschaft mehr entgegenkommen, wenn es um Aussehen und Mode geht?
Ich bin auch schon Kompromisse eingegangen bei Dingen, die mich neugierig gemacht haben und die ich gerne ausprobiert habe, in anderen Bereichen kann ich mir aber keine Kompromisse vorstellen, weil die zu sehr an meinem Bild, das ich von mir selbst und meiner Art habe rütteln. Inzwischen ist es leider so, dass fast jedes Treffen unter Spannung steht, weil einer von uns Dinge "reklamiert", die er gerne anders hätte.
Vom Kopf her weiß er, dass er oft ziemlich "daneben" liegt, er reflektiert viel und sucht sich auch häufiger Rat bei Freunden. Und das Schöne ist: Er ist ehrlich genug, mir zu sagen, wenn die mir "recht gegeben" haben. Das finde ich dann sehr schön von ihm!!
Er versichert mir, und das glaube ich ihm auch 100%, dass er mich sehr mag, was mir genauso geht. Er hat sich zu Valentin echt Gedanken gemacht, womit er mir eine Freude machen kann und mir schließlich ein Buch geschenkt, das ich schon hatte, aber was für mich zählt: es hat gepasst!!
Aber es ist halt immer so, wenn es gerade besonders schön war und ich lehne mich zurück (und er vielleicht auch), dann kommt garantiert wieder die Krise.
Ich finde das alles sehr anstrengend, aufwühlend und es macht mich z.T. auch traurig. Und wenn es dann wirklich zu kippen droht, ein Treffen vorzeitig zuende gehen könnte, dann können wir ganz toll miteinander reden! Er ist ziemlich harmoniebedürftig und erträgt ein Treffen oder ein Telefonat mit "offenem Ende" nur schwer.
Was ich noch erwähnen möchte: erotisch ist es unheimlich schön mit ihm, da haben wir seltsamerweise überhaupt keine Kommunikationsprobleme! Es tut gut, soviele Komplimente zu hören -das hatte ich lange und in der Form überhaupt noch nicht! Ich fühle mich von ihm als Frau echt begehrt. Auch intellektuell von denke ich, passen wir gut zueinander und ich habe das Gefühl, dass er auch seelisch sehr "differenziert" und sensibel ist (was allerdings leider nicht voll zum Tragen kommt, da er sehr mit sich selbst beschäftigt ist.
Wie sind eure Erfahrungen? Kann noch etwas daraus werden, wenn es am Anfang schon so schwierig ist?
Wir haben schon über Trennung nachgedacht (nach 6 Wochen).
Ich konnte mich dazu aber bisher nicht durchringen (er auch nicht!) und so haben wir vereinbart, es nochmal zu probieren. Wir möchten, beide versuchen, uns etwas zurückzuhalten, wenn es darum geht, "zu reklamieren", was uns am anderen alles nicht so gut gefällt, zu langsam geht, e.t.c.
Wir sind beide traurig mit der Situation; wir tun beide unser Bestes, aber haben das Gefühl, dass es nicht reichen könnte!
Er meinte, es würde ihm sehr leidtun, wenn es mit uns nicht klappt, selbst wenn er derjenige sein würde, der Schluss macht. Mir würde es genauso gehen.
Was soll ich (wir) nur tun?
Habt ihr Erfahrungen mit Beziehungspausen?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 55
Thema: Gefühlschaos schon am Anfang
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20.02.2009, 18:07
Gefühlschaos schon am Anfang
Geändert von sumakia62 (26.02.2009 um 08:36 Uhr)
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20.02.2009, 18:16Inaktiver User
AW: Gefühlschaos schon am Anfang
wenn jemand nach 6 wochen schon soviel zu mäkeln an mir fände, und ich an ihm---------------------------
lasse es! das wird nur noch krampfiger und "besser"
du schreibst selbst- du bist nicht seine therapeutin. du machst dich aber dazu.
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20.02.2009, 18:31Inaktiver User
AW: Gefühlschaos schon am Anfang
Ich möchte nicht auf Klischees herumreiten, von wegen - frisch verliebt sollte der Himmel voller Geigen hängen und die Brille noch rosarot sein, aber ich finde es doch ein klein wenig verfrüht für derartige "Verbesserungs- und Optimierungsvorschläge".
Schminken mag man oberflächlich finden oder auch nicht (ich zähle mich zu letzterem), aber ich finde den Hinweis darauf sehr oberflächlich!
Ist das die Retourkutsche dafür, dass Du ihn in seinen Ausführungen zu langatmig findest? Auch - hallo, Klischee, aber trotzdem - ein wenig früh...
Seid Ihr wirklich verliebt?
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20.02.2009, 19:03Inaktiver User
AW: Gefühlschaos schon am Anfang
Generell finde ich, dass Zeiten massiver Belastung nicht der richtige Zeitpunkt sind, eine neue Beziehung zu beginnen - zumindest dann nicht, wenn man ein sehr hohes Bedürfnis mitbringt, zusammen mit dem neuen Partner seine Probleme detailliert und regelmäßig zeitintensiv zu besprechen.
Selbst langjährige, stabile Beziehungen geraten oftmals ins Wanken, wenn ein Partner in massive Schwierigkeiten gerät.
Aber wie soll das eine ganz junge Beziehung verkraften?
Hier kommt doch viel zusammen: Job, Scheidung, Kinder, Therapie....Ich kann sehr gut verstehen, dass der Mann einen hohen Redebedarf hat. Aber wenn dadurch schon zu Beginn die Partnerin überfordert (oder gar genervt!) wird und sie sich an den Rand gedrängt fühlt, dann halte ich dies für riskant.
Ich kannte auch mal einen Mann, der diese Monologe hielt. Ich war fälschlicherweise geschmeichelt, weil er mir so viel von sich anvertraute. Ich brauchte zu lange, um zu merken, dass ich gar nicht mehr dazu kam, etwas zu sagen. Der Mann war randvoll mit Problemen.
Hier kommt schon ganz zu Beginn die Kritik an Äußerlichkeiten auf. Wie kann sich eine Frau noch wohl fühlen, wenn sie weiß, er wünscht sich Schminke und sexy Wäsche, wenn sie das gar nicht mag? Das KANN doch nicht klappen....
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20.02.2009, 20:46Inaktiver User
AW: Gefühlschaos schon am Anfang

auch wenn ich jetzt im kennenlernforum gesperrt werden sollte....
was würdest du antworten, wenn dir jemand anderes deinen eigenen text vorlegen würde???

ps: wenn er therapie macht - was nicht schlimm ist sondern eher gut.
mach doch auch eine...
denn ein problem hast du ja durchaus. und das ist jetzt ohne gespöttel gemeint (ich muss das ja leider immer ausdrücklich betonen...)Geändert von Inaktiver User (20.02.2009 um 20:49 Uhr)
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20.02.2009, 21:55
AW: Gefühlschaos schon am Anfang
"weil einer von uns Dinge "reklamiert", die er gerne anders hätte."
Zitat aus Deinem Text

Wieso hat man das Recht an einem anderen Menschen "Dinge zu raklamieren, die man gerne anders hätte" ?
Finde ich eher schräg.
bist du verliebt in diesen Mann?
Wenn ihr nach 6 Wochen über Trennung nachdenkt, steht das glaub ich unter keinem guten Stern.
Grüssle,
Sumpfhuhn
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20.02.2009, 21:59Inaktiver User
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21.02.2009, 10:21
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21.02.2009, 11:07
AW: Gefühlschaos schon am Anfang
Ich würde sagen: höre in dich rein und überlege, ob das negative oder das positive für dich überwiegt. Die "Schmerzgrenze" liegt bei jedem wo anders. Es gibt Frauen, die können damit umgehen, den Part einer Therapeutin einzunehmen - ja gehen sogar darin auf. Nix für mich.
Für mich ist es ein absolutes no-go wenn ein Mann in der Anfangsphase beginnt, mich ändern zu wollen. Ich reagiere dann mit einem spontanen "ich bin dann mal weg". Das wird nicht besser mit der Zeit, wenn das so beginnt...nein, nein...und ich will nicht sein, wie ein Mann sich seine Partnerin vorstellt, sondern ich will ich sein.
Das kann er auch nicht aufwiegen, wenn er sonst ein netter Kerl ist. Ich bin ich - er ist er und beide haben das verdammt noch mal zu akzeptieren.viele Grüße
Mohnblume
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21.02.2009, 11:20
AW: Gefühlschaos schon am Anfang
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum du dir das antust. Also ich hätte keine Lust mit einem Mann nur Probleme zu wälzen. Und das Bett ist nicht alles. Klar ist es erstmal toll von einem Mann sexuell begehrt zu werden und wenn er dann im Bett noch eine Kanone ist, dann macht das vieles wieder wett.
Aber dir gehts ja offensichtlich nicht gut mit ihm. Du musst entscheiden ob du dir so einen Mann antun willst oder nicht.


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