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    AW: Dauersingle-weitersuchen oder Frieden mit dem Alleinsein schließen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Auch wenn ich hier in das Horn einiger, in meinen Augen zu dogmatischer und weltfremder Pädagogen tute-
    ich denke eine große Geißel unserer Zeit ist das Fernsehen.

    Ich habe diesem Medium schon in meiner Jugend abgeschworen (genauso wie den Süßigkeiten- dadurch dass meine Eltern mir unbegrenzt Zugang gewährten- allerdings auch zu Alternativen hatte es wohl kuam einen Reiz auf mich*gg*)

    Dadurch war ich- mainstreamig geshen- nie up to date,
    was mir so einiges erspart und gebracht hat.

    Wenn ich mich in meinem näheren Umfeld so umschaue, wie sehr die Menschen durch die dort vermittelten "Werte" geprägt sind kann ich nur mit dem Kopf schütteln- und es erklärt wiedrum so einiges.
    Nicht nur das dort gezeichnete romantische Ideal, ebenso das hinterherhecheln hinter diversen Konsumgütern (die sich wiederrum nur durch entsprechende berufliche Leistungen oder Verschuldung) anschaffen lassen.

    Und auch hier greift eins ins andere.

    Um den eigenen Liebesmarktwert mutmaßlich zu erhöhen wird den unrealistischen Modellmaßen nachgeeifert, werden monatlich wechselnde Modetrends kopiert, inklusive Frisur, Nagelkosmetik etc.
    Nicht dass ich nicht auf mein äußeres achten würde- nur pflege ich seit etwa 15 Jahren meinen eigenen Stil-
    und der ändert sich gottlob nicht im Minutentakt.
    Was man da alles spart
    Und für Bücher, Reisen, umfangreiche Heim-und Hoftierprojekte ausgeben kann...

    Alternativ wird der Rest des sauer verdienten geldes in Zeittodschlags-sprich unterhaltungselektronik investiert, auf dass man ja keine Muße mehr hat, sich noch nen eigenen Kopp zu machen, sondern als Zeichen seiner Individualität einen nervenzersägenden, hochaktuellen Klingelton nebst Abbo sein eigen nennt.

    Ich glaube die Gefahr des Fernsehkonsums wird nach wie vor stark unterschätzt, weil wir uns doch stets mit dieser (künstlich erzeugten) Umwelt ver- und abgleichen, die bei vielen menschen wirklich einen nicht unbeträchtlichen Prozentsatz ihrer Freizeit auf sie einflimmert.

    Und da werden eben Bilder vermittelt, die sich tatsächlich in unserem Denken und Streben verankern und irgendwann als "Normalität" betrachtet und kaum noch hinterfragt werden.
    Die einzige Frage, die sich viele stellen ist- warum ist das bei mir nicht so und wie kann ich das abstellen?
    Nicht das TV-
    sondern den mangel, der bei mir offenbar herrscht.

    Nur mal so als eine der möglichen "Fehlerquellen", die einem eine eigene Unzulänglichkeit oder wertlosigkeit glauben machen können...
    Auch hier Zustimmung.
    Telefonier ja heute noch mit meinem 6110-Knochen und werde dafür ausgelacht, genau wie für mein Öko-Auto Prius oder meinen 30jährigen TV.

    Gerade das TV hat da aber viele Komponenten. Einmal füllt es ein Vacuum das entstanden ist, weil viele Menschen sich nicht mehr mit sich selbst beschäftigen können (und deshalb einen Parner brauchen ;-) ). Und dann sind es auch noch diese Inhalte.
    Ein Format wie "Bauer sucht Frau" wird doch nur deshalb zum Renner, weil es eine Art "Freak-Show" ist. Dabei geht es doch sehr vielen Zuschauern ganz genauso wie diesen Freaks. Über "Wahre Liebe" (oder wie heißt der Müll den Kai die Pflaume moderiert) lacht komischerweise keiner, obwohl man mindestens genauso freakig sein muss.
    Was ist der (große) Unterschied?
    Die einen gelten als "normal", die anderen als "hinterwäldlerisch", nur weil sie andere Vorstellungen und Erwartungen im und vom Leben haben. Wer aber mehr "mit beiden Beinen im Leben steht", was ja so oft gefordert wird??? Das halte ich für fraglich!

    Gruß

    Matthias

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    AW: Dauersingle-weitersuchen oder Frieden mit dem Alleinsein schließen?

    Zitat Zitat von Matze133
    Beziehung ist das Sahnehäubchen. Ein Leben allein die Normalität.
    ... für freiwillige oder unfreiwillige Dauersingles, aber keineswegs für den durchschnittlichen Deutschen.

    Dabei gibt es gar nicht so viele Ungepaarte. Von einer drohenden Versingelung der Gesellschaft, die der Soziologe Ulrich Beck in den 80er Jahren voraussagte, kann keine Rede sein. Etwa 16 Prozent der Bevölkerung sind laut Stefan Hradil ohne Partner. Der Mainzer Soziologe und Autor der Studie "Die Single-Gesellschaft" geht davon aus, dass man den Wert halbieren muss, weil er auch sehr alte oder sehr junge Menschen berücksichtigt. Dann fallen noch die weg, die nur sehr kurz solo sind. Bleiben also höchstens vier Prozent, die uns leid tun müssen, weil sie keinen abkriegen. Ungefähr. Wie viele Singles in Deutschland tatsächlich leben, weiß nämlich keiner. Statistisch erfasst werden nur "Alleinlebende", und unter diesen 13,5 Millionen können auch Partner in Fernbeziehungen sein oder Paare, die nicht zusammenziehen wollen.

    Quelle: freundin Nr. 15, 2002

    Es geht nicht, einerseits in modernen freiheitsliebenden Strukturen leben zu wollen, gleichzeitig aber die durchaus auch angenehmen Nebenprodukte einer wirtschaftlich erforderlichen Lebensgemeinschaft haben zu wollen. Natürlich nicht deren Zwänge...
    Dass eine Partnerschaft mit "Zwängen" verbunden ist, habe ich nie so empfunden - nicht einmal in der schwierigen Endphase meiner Beziehung.

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    AW: Dauersingle-weitersuchen oder Frieden mit dem Alleinsein schließen?

    Zitat Zitat von Mitternacht
    ... für freiwillige oder unfreiwillige Dauersingles, aber keineswegs für den durchschnittlichen Deutschen.

    Dabei gibt es gar nicht so viele Ungepaarte. Von einer drohenden Versingelung der Gesellschaft, die der Soziologe Ulrich Beck in den 80er Jahren voraussagte, kann keine Rede sein. Etwa 16 Prozent der Bevölkerung sind laut Stefan Hradil ohne Partner. Der Mainzer Soziologe und Autor der Studie "Die Single-Gesellschaft" geht davon aus, dass man den Wert halbieren muss, weil er auch sehr alte oder sehr junge Menschen berücksichtigt. Dann fallen noch die weg, die nur sehr kurz solo sind. Bleiben also höchstens vier Prozent, die uns leid tun müssen, weil sie keinen abkriegen. Ungefähr. Wie viele Singles in Deutschland tatsächlich leben, weiß nämlich keiner. Statistisch erfasst werden nur "Alleinlebende", und unter diesen 13,5 Millionen können auch Partner in Fernbeziehungen sein oder Paare, die nicht zusammenziehen wollen.

    Quelle: freundin Nr. 15, 2002
    Sagt die Quellangabe nicht alles aus?

    Schon die Formulierung "die uns leid tun müssen" finde ich total arrogant und überheblich, einfach anmaßend. Wer genau definiert, dass die einem "leid tun müssen"?

    Mit keiner Silbe habe ich erwähnt, dass das der anzustrebende Zustand ist. Es sollte nur eben als Basis betrachtet werden, nach dem Motto "Ich bin als Mensch ein vollwertiges Wesen, nicht die übrige gebliebene Hälfte eines siamesischen Zwilling."
    Genau solche Berichte wie du sie zitiert hast schüren doch das Unvollkommenheitsgefühl, wenn man "allein" ist.


    Dass eine Partnerschaft mit "Zwängen" verbunden ist, habe ich nie so empfunden - nicht einmal in der schwierigen Endphase meiner Beziehung.
    Der Satz mit dem Zwang bezog sich auf die wirtschaftlich abhängige Lebensgemeinschaft.
    Aber schon für dich; für mich war meine einzige recht kurze Beziehung fast von Anfang bis Ende ein Zwang, auch wenn da keine wirtschaftliche Abhängigkeit bestanden hat.
    Edit: Ich empfand sie so!


    Gruß

    Matthias
    Geändert von Matze133 (25.11.2008 um 18:39 Uhr)

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    AW: Dauersingle-weitersuchen oder Frieden mit dem Alleinsein schließen?

    ich denke eine große Geißel unserer Zeit ist das Fernsehen.
    meiner meinung nach ist das fernsehn keine ursache sondern lediglich ein symtom( das fernsehprogram wird von unserer gesellschaft gemacht- nicht umgekehrt).

    und extremismus finde ich in jeder form bedenklich

    sparkling

  5. Inaktiver User

    AW: Dauersingle-weitersuchen oder Frieden mit dem Alleinsein schließen?

    Zitat Zitat von Matze133
    Aber schon für dich; für mich war meine einzige recht kurze Beziehung fast von Anfang bis Ende ein Zwang, auch wenn da keine wirtschaftliche Abhängigkeit bestanden hat.
    Edit: Ich empfand sie so!
    Dann versuch es mit einer zweiten. Du machst aus einer einzigen Enttäuschung eine Lebensphilosophie.

  6. Inaktiver User

    AW: Dauersingle-weitersuchen oder Frieden mit dem Alleinsein schließen?

    Zitat Zitat von Mitternacht
    ... Statistisch erfasst werden nur "Alleinlebende", und unter diesen 13,5 Millionen können auch Partner in Fernbeziehungen sein oder Paare, die nicht zusammenziehen wollen.
    Genau.
    Und unter Alleinlebend werden auch die NICHT erfasst, die zwar ohne Partner aber dafür mit einem oder mehreren Kindern leben.

    Hab nochmal dies hier beiszusteuern:
    Das Statistische Bundesamt hat 2001 in seinem Mikrozensus nur ermittelt, dass 17 % der Menschen in Ein-Personen-Haushalten lebten. Da in dieser Zahl auch Wohngemeinschaften, die im Mikrozensus als mehrere Ein-Personen-Haushalte erfasst werden, enthalten sind, ist jedoch auch diese Zahl nicht eindeutig. Nach dem Mikrozensus 2005 des Statistischen Bundesamtes leben 26 Prozent aller deutschen Frauen ohne Partner (im Vergleich zu 18 Prozent der Männer): 8,651 Millionen alleinstehende und 2,236 Millionen alleinerziehende Frauen.[1]

    Die Online-Partneragentur Parship hat mit der repräsentativen Parship Single-Studie 2005 erstmals die Zahl der Alleinstehenden in Deutschland erhoben (2005: 11,2 Millionen Personen, also rund 20 Prozent der Gesamtbevölkerung). Die Studie stellt die Frage „Besteht eine Partnerschaft oder nicht?“ in den Vordergrund und definiert Singles als „Personen ohne feste Partnerschaft“.
    Geändert von Inaktiver User (25.11.2008 um 19:26 Uhr)

  7. User Info Menu

    AW: Dauersingle-weitersuchen oder Frieden mit dem Alleinsein schließen?

    Die Tendenz zum "Machbarkeitswahn" ist aber nicht zu leugnen. Als Folge der Individualisierung determiniert nicht mehr die Herkunft im Großen und Ganzen den Lebenslauf sondern der individuelle Gestaltungswille. Aus "Schichtzugehörigkeit" wird "Bastelbiographie", aus Fatalismus wird Rechtfertigungszwang. In der Multioptionsgesellschaft ist jede Entscheidung einer Begründung unterworfen und Lebensumstände spiegeln Erfolg oder Versagen. Jeder hat die Verantwortung für sein Leben individuell zu tragen.

    Das setzt uns alle unter unheimlichen Druck (oder genauer, wir setzen uns unter Druck). Und so kann leicht das Gefühl entstehen, mit mir stimme etwas nicht, wenn ich selbstgesteckte Ziele nicht erreiche. Und persönliches Glück haben wir sicher alle auf unserer Ziele-Liste.

    Daher halte ich das Gefühl des Versagens für eine fast zwangsläufige Folge unserer modernen Lebens. Ein Preis der Freiheit (neben der Einsamkeit).
    mein vollste zustimmung

    möchte aber noch anfügen, dass unser leben dennoch durch das soziale umfeld und physische gegebenheiten determiniert ist. allerding meine ich, dass die gesellschaft heute dazu neigt dies zu leugnen oder zu ignorieren.

    sparkling

  8. Inaktiver User

    AW: Dauersingle-weitersuchen oder Frieden mit dem Alleinsein schließen?

    Zitat Zitat von nonsparkling
    das fernsehprogram wird von unserer gesellschaft gemacht- nicht umgekehrt
    Meiner Meinung nach wird das Fernsehen nicht von unserer Gesellschaft gemacht und spiegelt sie,
    sondern es spiegelt im wesentlichen die wirtschaftlichen Interessen irgendwelcher Multikonzerne und deren künstliche erzeugte Bedürfnisse, denen wir wie Phantomen hinterherjagen!

    Vorher schürt es noch (gemeinsam mit nicht näher zu bezeichnenden Printmedien) gepflegt Ängste, deren Heil dann auch gleich wieder mitverkauft wird.

    Erst reinschubsen-
    dann retten

    Ich finde mich nicht extrem (obwohl mir das des öfteren unterstellt wird), sondern ich weigere mich nur diesen Zirkus mitzumachen.
    Brauch keine x-Box oder wii (was immer das sein mag, echt jetzt, wenn ich mir ne DVD ausleihe steh ich immer staunend vor den regalen, die mittlerweile mindestens die Hälfte der ladenfläche besiedelt haben) sondern spiel Schach mit meinem Vater.
    Und weiß auch nicht, wer die letzten neunhundertzwölf Staffeln Popstars gewonnen hat und gewinn somit im Quiztaxi keinen Blumentopf, was mir persönlich aber wenig Kopfzerbrechen bereitet.

  9. Inaktiver User

    AW: Dauersingle-weitersuchen oder Frieden mit dem Alleinsein schließen?

    Zitat Zitat von nonsparkling
    allerding meine ich, dass die gesellschaft heute dazu neigt dies zu leugnen oder zu ignorieren.

    Ich denke, dass es den Menschen (im allgemeinen) zu keiner Zeit bewusst war, welche Gegebenheiten und Umstände, aber auch welche Hintergründe sie zu ihrem erleben und handeln motivieren oder sie beeinflussen.

    Damals, weil es einfach noch keine soziologische und psychologische Grundlagenforschung und somit Aufklärung diesbezgl. gab
    (obwohl sich beispielsweise die Kirche schon immer virtuos der zugrunde liegenden Mechanismen bedient hat, auch ohne sie vielleicht im einzelnen eruiert zu haben).

    Heute, weil die Menschen einfach viel zu bequem und zu berieselt sind, um sich damit auseinanderzusetzen-
    und sich lieber ablenken, BEVOR etwas in ihr Bewusstsein dringt und tiefere Sinnfragen aufwirft.

    Leugnen oder ignorieren trifft es da nicht ganz.

    Auf verdrängen würde ich mich einlassen...

  10. User Info Menu

    AW: Dauersingle-weitersuchen oder Frieden mit dem Alleinsein schließen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Dann versuch es mit einer zweiten. Du machst aus einer einzigen Enttäuschung eine Lebensphilosophie.
    Och, wie oft soll ich es denn noch erklären??
    Die Einschränkung die man durch eine Beziehung hat - wer die leugnet ist m.E. unrealistisch - wiegen für mich schwerer, als der "Gewinn" (jetzt natürlich nicht materialistisch betrachtet).
    Nenn mich egoistisch, unromantisch, verantwortungslos oder sonst was, aber warum soll ich an jemanden binden, wenn es mir dabei schlecht geht? Ich mag das einfach nicht, wenn ich über meine Freizeit nicht selbst entscheiden kann, und da ständig Absprachen treffen muss. Nur als Beispiel.
    Und das ist unabhängig von der Frau. Es ist das Merkmal einer Beziehung, dass man Dinge zusammen macht, zusammen lebt. Und das will ich nicht.
    Ist das so schwer zu verstehen?

    fragt sich

    Matthias

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