Auch hier Zustimmung.Zitat von Inaktiver User
Telefonier ja heute noch mit meinem 6110-Knochen und werde dafür ausgelacht, genau wie für mein Öko-Auto Prius oder meinen 30jährigen TV.
Gerade das TV hat da aber viele Komponenten. Einmal füllt es ein Vacuum das entstanden ist, weil viele Menschen sich nicht mehr mit sich selbst beschäftigen können (und deshalb einen Parner brauchen ;-) ). Und dann sind es auch noch diese Inhalte.
Ein Format wie "Bauer sucht Frau" wird doch nur deshalb zum Renner, weil es eine Art "Freak-Show" ist. Dabei geht es doch sehr vielen Zuschauern ganz genauso wie diesen Freaks. Über "Wahre Liebe" (oder wie heißt der Müll den Kai die Pflaume moderiert) lacht komischerweise keiner, obwohl man mindestens genauso freakig sein muss.
Was ist der (große) Unterschied?
Die einen gelten als "normal", die anderen als "hinterwäldlerisch", nur weil sie andere Vorstellungen und Erwartungen im und vom Leben haben. Wer aber mehr "mit beiden Beinen im Leben steht", was ja so oft gefordert wird??? Das halte ich für fraglich!
Gruß
Matthias
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25.11.2008, 17:26
AW: Dauersingle-weitersuchen oder Frieden mit dem Alleinsein schließen?
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25.11.2008, 18:12
AW: Dauersingle-weitersuchen oder Frieden mit dem Alleinsein schließen?
... für freiwillige oder unfreiwillige Dauersingles, aber keineswegs für den durchschnittlichen Deutschen.
Zitat von Matze133
Dabei gibt es gar nicht so viele Ungepaarte. Von einer drohenden Versingelung der Gesellschaft, die der Soziologe Ulrich Beck in den 80er Jahren voraussagte, kann keine Rede sein. Etwa 16 Prozent der Bevölkerung sind laut Stefan Hradil ohne Partner. Der Mainzer Soziologe und Autor der Studie "Die Single-Gesellschaft" geht davon aus, dass man den Wert halbieren muss, weil er auch sehr alte oder sehr junge Menschen berücksichtigt. Dann fallen noch die weg, die nur sehr kurz solo sind. Bleiben also höchstens vier Prozent, die uns leid tun müssen, weil sie keinen abkriegen. Ungefähr. Wie viele Singles in Deutschland tatsächlich leben, weiß nämlich keiner. Statistisch erfasst werden nur "Alleinlebende", und unter diesen 13,5 Millionen können auch Partner in Fernbeziehungen sein oder Paare, die nicht zusammenziehen wollen.
Quelle: freundin Nr. 15, 2002
Dass eine Partnerschaft mit "Zwängen" verbunden ist, habe ich nie so empfunden - nicht einmal in der schwierigen Endphase meiner Beziehung.Es geht nicht, einerseits in modernen freiheitsliebenden Strukturen leben zu wollen, gleichzeitig aber die durchaus auch angenehmen Nebenprodukte einer wirtschaftlich erforderlichen Lebensgemeinschaft haben zu wollen. Natürlich nicht deren Zwänge...
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25.11.2008, 18:34
AW: Dauersingle-weitersuchen oder Frieden mit dem Alleinsein schließen?
Sagt die Quellangabe nicht alles aus?
Zitat von Mitternacht
Schon die Formulierung "die uns leid tun müssen" finde ich total arrogant und überheblich, einfach anmaßend. Wer genau definiert, dass die einem "leid tun müssen"?
Mit keiner Silbe habe ich erwähnt, dass das der anzustrebende Zustand ist. Es sollte nur eben als Basis betrachtet werden, nach dem Motto "Ich bin als Mensch ein vollwertiges Wesen, nicht die übrige gebliebene Hälfte eines siamesischen Zwilling."
Genau solche Berichte wie du sie zitiert hast schüren doch das Unvollkommenheitsgefühl, wenn man "allein" ist.
Der Satz mit dem Zwang bezog sich auf die wirtschaftlich abhängige Lebensgemeinschaft.Dass eine Partnerschaft mit "Zwängen" verbunden ist, habe ich nie so empfunden - nicht einmal in der schwierigen Endphase meiner Beziehung.
Aber schon für dich; für mich war meine einzige recht kurze Beziehung fast von Anfang bis Ende ein Zwang, auch wenn da keine wirtschaftliche Abhängigkeit bestanden hat.
Edit: Ich empfand sie so!
Gruß
MatthiasGeändert von Matze133 (25.11.2008 um 18:39 Uhr)
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25.11.2008, 19:01
AW: Dauersingle-weitersuchen oder Frieden mit dem Alleinsein schließen?
meiner meinung nach ist das fernsehn keine ursache sondern lediglich ein symtom( das fernsehprogram wird von unserer gesellschaft gemacht- nicht umgekehrt).ich denke eine große Geißel unserer Zeit ist das Fernsehen.
und extremismus finde ich in jeder form bedenklich
sparkling
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25.11.2008, 19:02Inaktiver User
AW: Dauersingle-weitersuchen oder Frieden mit dem Alleinsein schließen?
Dann versuch es mit einer zweiten. Du machst aus einer einzigen Enttäuschung eine Lebensphilosophie.
Zitat von Matze133
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25.11.2008, 19:04Inaktiver User
AW: Dauersingle-weitersuchen oder Frieden mit dem Alleinsein schließen?
Genau.
Zitat von Mitternacht
Und unter Alleinlebend werden auch die NICHT erfasst, die zwar ohne Partner aber dafür mit einem oder mehreren Kindern leben.
Hab nochmal dies hier beiszusteuern:
Das Statistische Bundesamt hat 2001 in seinem Mikrozensus nur ermittelt, dass 17 % der Menschen in Ein-Personen-Haushalten lebten. Da in dieser Zahl auch Wohngemeinschaften, die im Mikrozensus als mehrere Ein-Personen-Haushalte erfasst werden, enthalten sind, ist jedoch auch diese Zahl nicht eindeutig. Nach dem Mikrozensus 2005 des Statistischen Bundesamtes leben 26 Prozent aller deutschen Frauen ohne Partner (im Vergleich zu 18 Prozent der Männer): 8,651 Millionen alleinstehende und 2,236 Millionen alleinerziehende Frauen.[1]
Die Online-Partneragentur Parship hat mit der repräsentativen Parship Single-Studie 2005 erstmals die Zahl der Alleinstehenden in Deutschland erhoben (2005: 11,2 Millionen Personen, also rund 20 Prozent der Gesamtbevölkerung). Die Studie stellt die Frage „Besteht eine Partnerschaft oder nicht?“ in den Vordergrund und definiert Singles als „Personen ohne feste Partnerschaft“.Geändert von Inaktiver User (25.11.2008 um 19:26 Uhr)
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25.11.2008, 19:08
AW: Dauersingle-weitersuchen oder Frieden mit dem Alleinsein schließen?
mein vollste zustimmungDie Tendenz zum "Machbarkeitswahn" ist aber nicht zu leugnen. Als Folge der Individualisierung determiniert nicht mehr die Herkunft im Großen und Ganzen den Lebenslauf sondern der individuelle Gestaltungswille. Aus "Schichtzugehörigkeit" wird "Bastelbiographie", aus Fatalismus wird Rechtfertigungszwang. In der Multioptionsgesellschaft ist jede Entscheidung einer Begründung unterworfen und Lebensumstände spiegeln Erfolg oder Versagen. Jeder hat die Verantwortung für sein Leben individuell zu tragen.
Das setzt uns alle unter unheimlichen Druck (oder genauer, wir setzen uns unter Druck). Und so kann leicht das Gefühl entstehen, mit mir stimme etwas nicht, wenn ich selbstgesteckte Ziele nicht erreiche. Und persönliches Glück haben wir sicher alle auf unserer Ziele-Liste.
Daher halte ich das Gefühl des Versagens für eine fast zwangsläufige Folge unserer modernen Lebens. Ein Preis der Freiheit (neben der Einsamkeit).
möchte aber noch anfügen, dass unser leben dennoch durch das soziale umfeld und physische gegebenheiten determiniert ist. allerding meine ich, dass die gesellschaft heute dazu neigt dies zu leugnen oder zu ignorieren.
sparkling
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25.11.2008, 19:12Inaktiver User
AW: Dauersingle-weitersuchen oder Frieden mit dem Alleinsein schließen?
Meiner Meinung nach wird das Fernsehen nicht von unserer Gesellschaft gemacht und spiegelt sie,
Zitat von nonsparkling
sondern es spiegelt im wesentlichen die wirtschaftlichen Interessen irgendwelcher Multikonzerne und deren künstliche erzeugte Bedürfnisse, denen wir wie Phantomen hinterherjagen!
Vorher schürt es noch (gemeinsam mit nicht näher zu bezeichnenden Printmedien) gepflegt Ängste, deren Heil dann auch gleich wieder mitverkauft wird.
Erst reinschubsen-
dann retten
Ich finde mich nicht extrem (obwohl mir das des öfteren unterstellt wird), sondern ich weigere mich nur diesen Zirkus mitzumachen.
Brauch keine x-Box oder wii (was immer das sein mag, echt jetzt, wenn ich mir ne DVD ausleihe steh ich immer staunend vor den regalen, die mittlerweile mindestens die Hälfte der ladenfläche besiedelt haben) sondern spiel Schach mit meinem Vater.
Und weiß auch nicht, wer die letzten neunhundertzwölf Staffeln Popstars gewonnen hat und gewinn somit im Quiztaxi keinen Blumentopf, was mir persönlich aber wenig Kopfzerbrechen bereitet.
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25.11.2008, 19:23Inaktiver User
AW: Dauersingle-weitersuchen oder Frieden mit dem Alleinsein schließen?
Zitat von nonsparkling
Ich denke, dass es den Menschen (im allgemeinen) zu keiner Zeit bewusst war, welche Gegebenheiten und Umstände, aber auch welche Hintergründe sie zu ihrem erleben und handeln motivieren oder sie beeinflussen.
Damals, weil es einfach noch keine soziologische und psychologische Grundlagenforschung und somit Aufklärung diesbezgl. gab
(obwohl sich beispielsweise die Kirche schon immer virtuos der zugrunde liegenden Mechanismen bedient hat, auch ohne sie vielleicht im einzelnen eruiert zu haben).
Heute, weil die Menschen einfach viel zu bequem und zu berieselt sind, um sich damit auseinanderzusetzen-
und sich lieber ablenken, BEVOR etwas in ihr Bewusstsein dringt und tiefere Sinnfragen aufwirft.
Leugnen oder ignorieren trifft es da nicht ganz.
Auf verdrängen würde ich mich einlassen...
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25.11.2008, 19:31
AW: Dauersingle-weitersuchen oder Frieden mit dem Alleinsein schließen?
Och, wie oft soll ich es denn noch erklären??
Zitat von Inaktiver User
Die Einschränkung die man durch eine Beziehung hat - wer die leugnet ist m.E. unrealistisch - wiegen für mich schwerer, als der "Gewinn" (jetzt natürlich nicht materialistisch betrachtet).
Nenn mich egoistisch, unromantisch, verantwortungslos oder sonst was, aber warum soll ich an jemanden binden, wenn es mir dabei schlecht geht? Ich mag das einfach nicht, wenn ich über meine Freizeit nicht selbst entscheiden kann, und da ständig Absprachen treffen muss. Nur als Beispiel.
Und das ist unabhängig von der Frau. Es ist das Merkmal einer Beziehung, dass man Dinge zusammen macht, zusammen lebt. Und das will ich nicht.
Ist das so schwer zu verstehen?
fragt sich
Matthias


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