Ja, so geht es mir auch.
Seit mein Exfreund mich vor nun schon fast vier Jahren betrogen hat und keine Einsicht zeigte (weshalb ich mich dann konsequent von ihm getrennt habe), habe ich Angst, wieder betrogen zu werden. Früher habe ich auch gedacht, wenn ich mal einen Partner hätte, würde ich mich so um die Beziehung bemühen, dass mir das nicht passieren könnte. Ich hätte auch nicht gedacht, dass jemand sich mit Mitte, Ende 30 noch immer nicht reif genug für eine feste Bindung oder Ehe fühlt und immer noch nach der noch besser passenden Frau sucht.
Und was schwere Erkrankungen und den Tod lieber Angehöriger betrifft - da habe ich schon ziemlich viel erlebt (allein meine Mutter ist schon zigmal als Notfall wegen lebensbedrohlicher schwerer Unter- oder Überzuckerungen oder einmal auch wegen akuten Herzversagens plötzlich ins Krankenhaus eingeliefert woren) und schaffe es einfach nicht mehr, mir keine Sorgen um sie zu machen. Ich mache mir schon Sorgen, wenn ich von der Arbeit komme und der Anrufbeantworter blinkt oder wenn ich meine Mutter anrufe und sie nicht ans Telefon geht (vielleicht nur, weil sie gerade im Nebenzimmer oder im Keller ist und das Klingeln nicht hört, was ich in dem Moment aber nicht wissen kann).
Wie ich diese Ängstlichkeit überwinden soll, weiß ich wirklich nicht. Und letztlich werde ich damit ja auch nicht verhindern, dass sie eines Tages stirbt. Selbst sagt sie mir immer, sie mache sich über so etwas gar keine Gedanken mehr, weil man damit sowieso nichts abwenden könne.
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20.12.2008, 18:50Inaktiver User
AW: Dauersingle-weitersuchen oder Frieden mit dem Alleinsein schließen?
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20.12.2008, 18:55Inaktiver User
AW: Dauersingle-weitersuchen oder Frieden mit dem Alleinsein schließen?
Ich verstehe Dich sehr gut, Sunday!
Gerade in diesem Tagen muss ich wieder - zu früh - Abschied nehmen und es zerreißt mir das Herz. Man versucht alles, spricht mit Spezialisten in ganz Deutschland und jeder sagt das Gleiche. Man will es nicht akzeptieren.
Sch....Spiel.
Ich habe gerade ein Buch gelesen, da ging es u.a. um eine Frau, die nach einem traumatischen Erlebnis die Fähigkeit verloren hatten, sich vom Leid der Welt abzugrenzen. Jede schlimme Nachricht traf sie persönlich und bereitete ihr unerträgliche Qualen. Am Ende legte sich sich in einen Fluß mit einem schweren Stein auf der Brust und ertrank. Sie konnte das Leid der Welt nicht länger (er)tragen.
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20.12.2008, 18:55
AW: Dauersingle-weitersuchen oder Frieden mit dem Alleinsein schließen?
Naja, wenn du außer den Stiefeln nichts an hast...

Die scheinen wohl einschlägige Erfahrung zu haben. Scheint in beruflich gehobenen Kreisen (in denen du dich wohl bewegst) ja irgendwie verbreitet zu sein, wenn man dem Klischee mal glaubt.
Ist z.B. Unternehmensberaterin nicht sowas wie "Domina light"? Die sagt den Kerlen doch auch, wo es lang geht! Nur das Kostüm sieht etwas anders aus und statt der Peitsche ists ein Laserpointer.... ;-)
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20.12.2008, 19:02Inaktiver User
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20.12.2008, 19:10Inaktiver User
AW: Dauersingle-weitersuchen oder Frieden mit dem Alleinsein schließen?
Ja, Sch...Spiel kann man dazu wirklich nur sagen. Es tut mir sehr Leid für dich, dass du von diesem Menschen viel zu früh Abschied nehmen musst, auch wenn ich weder dich noch ihn persönlich kenne.
Wie heißt das Buch? Da sieht man offenbar (wenn auch vielleicht in einer Art Parabel?), wohin es führen kann, wenn man seine Sensibilität auf die Spitze treibt. So weit möchte ich es dann doch nicht kommen lassen.
Auf jeden Fall muss man sich bemühen, sich bis zu einem gewissen Grad vom Leid der Welt im Allgemeinen und dem vertrauter Menschen im Besonderen abzugrenzen. Das hat mir auch mal ein Therapeut bei einer Familienberatungsstelle gesagt, den ich wegen der Probleme mit meiner Schwester aufgesucht hatte. Mitleiden ist nicht dasselbe wie mitfühlen, und man hilft den anderen damit auch nicht, sich selbst schon gar nicht. Von Verstand her ist das auch leicht einzusehen, aber ich finde es sehr schwierig, es auch gefühlsmäßig und praktisch umzusetzen.Geändert von Inaktiver User (20.12.2008 um 19:15 Uhr)
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20.12.2008, 19:15Inaktiver User
AW: Dauersingle-weitersuchen oder Frieden mit dem Alleinsein schließen?
Das Buch heißt "Die Bienenhüterin".
Würde Dir sicher gefallen!
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20.12.2008, 19:17Inaktiver User
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20.12.2008, 19:17
AW: Dauersingle-weitersuchen oder Frieden mit dem Alleinsein schließen?
Mit Eltern kann ich sehr gut verstehen, aber Geschwister müssen sich um sich selbst kümmern.
Ich habe 4 Geschwister, die z. T. auch eigene Familien haben. Mitfühlen ja, aber ansonsten m u s s da jeder auch für sich selbst sorgen, sonst ginge man auch selber dabei kaputt.
Eltern ist da noch was anderes, da kann man seine Sorgen auch nicht abstellen.
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20.12.2008, 19:22
AW: Dauersingle-weitersuchen oder Frieden mit dem Alleinsein schließen?
Vielleicht machte ihn aber gerade das zu sicher?
Was die Erfahrung angeht, scheinen wir je einen ähnlichen Hintergrund zu haben, nur dass ich eben nicht wirklich "betrogen" wurde. (Meine hatte keine Hemmungen im Suff mit anderen vor mir rumzuknutschen. Habe das nie thematisiert, weil es zu dem Zeitpunkt für mich innerlich eh schon vorbei war)
Hier unterscheiden wir uns wohl sehr. Ich fühlte mich - eben wegen der mangelnden Erfahrung - nie "reif" für eine feste Bindung, weil ich eben gar nicht wusste, was mich eigentlich erwartet.Ich hätte auch nicht gedacht, dass jemand sich mit Mitte, Ende 30 noch immer nicht reif genug für eine feste Bindung oder Ehe fühlt und immer noch nach der noch besser passenden Frau sucht.
Glauben tat ich aber schon, dass ich eigentlich ein guter Partner wäre, habe ich mich theoretisch doch so sehr mit Beziehungsdingen auseinandergesetzt wie kaum ein anderer. Habe mich auch viel mit den Freundinnen meiner Kumpels unterhalten, wenn es bei denen mal kieselte und sie jemand zum Zuhören brauchten, daher hatte ich schon recht viele und teilweise tiefe Einblicke. In solche "Fallen" würde ich nie tappen, war ich überzeugt.
Als ich dann selbst eine Beziehung hatte, war dieses vermeintliche Wissen dann plötzlich so wertlos und weltfremd, und ich bin immer zielstrebig in die Fettnäpfe getappt die zwischen denen standen die ich kannte.
Bis vor einigen Monaten war ich da auch völlig unbedarft. Meine Mutter hatte zwar vor 15 Jahren einen Schlaganfall und war von da an ein "Pflegefall", aber als sie dann "wirklich" krank wurde und man täglich mit dem Tod rechnen musste, war das dann doch nochmal anders. Als das Unvermeidliche dann eingetreten ist und mein Vater allein war, baute der sehr stark ab und verlor vollends jeglichen Lebenswillen. Als sonntagmittags mein Telefon klingelte war mir die Nachricht schon klar, bevor ich abgehoben hatte.Und was schwere Erkrankungen und den Tod lieber Angehöriger betrifft - da habe ich schon ziemlich viel erlebt (allein meine Mutter ist schon zigmal als Notfall wegen lebensbedrohlicher schwerer Unter- oder Überzuckerungen oder einmal auch wegen akuten Herzversagens plötzlich ins Krankenhaus eingeliefert woren) und schaffe es einfach nicht mehr, mir keine Sorgen um sie zu machen. Ich mache mir schon Sorgen, wenn ich von der Arbeit komme und der Anrufbeantworter blinkt oder wenn ich meine Mutter anrufe und sie nicht ans Telefon geht (vielleicht nur, weil sie gerade im Nebenzimmer oder im Keller ist und das Klingeln nicht hört, was ich in dem Moment aber nicht wissen kann).
Wie ich diese Ängstlichkeit überwinden soll, weiß ich wirklich nicht. Und letztlich werde ich damit ja auch nicht verhindern, dass sie eines Tages stirbt. Selbst sagt sie mir immer, sie mache sich über so etwas gar keine Gedanken mehr, weil man damit sowieso nichts abwenden könne.
So blöd es sich anhören mag, aber ich war in beiden Fällen froh, denn es war eine Erlösung für beide. Und beide starben zu Hause, wie sie es sich "gewünscht" hatten.
Sorgen habe ich mir nie gemacht. Gedanken wie es wohl werden wird ohne sie, ja, aber nicht Sorgen, oder gar Angst.
Gruß
Matthias
PS: gelogen: doch, ich habe mir Sorgen gemacht. Nämlich, dass sie jahrelang vor sich hinvegetieren könnten, irgendwo zwischen Leben und Tod.
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20.12.2008, 19:22Inaktiver User
AW: Dauersingle-weitersuchen oder Frieden mit dem Alleinsein schließen?
Die Frau, die das Leid der Welt trägt, ist nur ein kleiner Teil des Buches.
Im Großen und Ganzen geht es um das Wiederfinden von Vertrauen, Liebe und Geborgenheit. Und Menschlichkeit. Freundschaft. Auch um den Rassenkonflikt in den USA zu Zeiten von M. L. King - und darum, wie unbedeutend die Hautfarbe ist.
Auf jeden Fall ein Frauenbuch. Glaube kaum, dass viele Männer Zugang zu dem Buch finden würden.



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. Ich bin dann jedes Mal ganz baff, da ich einen hochseriösen Job ausübe und mich dann frage, was Männer geritten hat, dass die mir das einfach so sagen.
