Ich denke, es macht durchaus einen Unterschied, ob man jemanden in einer Trennungssituation berät oder in einer Kennenlernsituation. Denn wenn man eine Beziehung hat, kennt man sich doch wesentlich besser, als wenn man lediglich für jemanden schwärmt, der davon noch nicht mal was weiß. Auch ein Kontakt, der sich nicht vorwärts in Richtung Romanze oder Beziehung bewegt, ist nicht dasselbe wie Probleme in einer Beziehung oder eine Trennung, denn hier wurde ja bisher noch keine Beziehung bewußt eingegangen.

Bei einer Trennung gab es immerhin für beide einst Gründe, sich auf den anderen einzulassen, und das muss berücksichtigt werden. Natürlich können das auch ungünstige Gründe gewesen sein (z.B. ein ungünstiges Beuteschema), aber da muss man dann genau hinschauen. Ebenso kann eine Beziehung im Laufe der Zeit ins Ungleichgewicht geraten oder sonstwie aus dem Ruder laufen.

Es ist jedenfalls normalerweise leichter, sich aus einem Kontakt zu lösen, der noch gar nicht zu einer Beziehung geführt hat, als wenn man bereits eine längere gemeinsame und vor allem verbindliche Geschichte hinter sich hat. Denn diese Verbindlichkeit schafft ja auch Sicherheit und Geborgenheit, wo man sich fallen läßt. Frauen, die sich natürlich in jede noch unverbindliche Kennenlerngeschichte gleich reinsteigern, als ob sie ohne diesen Mann nicht mehr leben könnten, machen es sich hier natürlich besonders schwer.