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  1. Inaktiver User

    Trennungsgrund: Psyche

    http://www.brigitte.de/foren/showthread.html?t=96635

    Jetzt bin ich hier gelandet, um endlich daran zu arbeiten, meine Trauer zu bewältigen. Eine Trennung ohne Worte - ist dennoch eine Trennung, die Gründe dafür vermutlich nebensächlich. Fakt ist Fakt.

    Es gibt immer ein Leben "danach", Erfahrung habe ich auch ausreichend gesammelt - sogar mehr, als mir lieb ist, aber dieses Mal trifft es mich doch extrem. Es ist nie ein böses Wort gefallen, nur ein plötzlicher Abbruch des Kontaktes - wohl auch aufgrund mangelnden Selbstwertgefühls auf der anderen Seite und einer Lebensleere - wie ich zumindest in Erfahrung bringen konnte. Die Trennung hat nichts mit mir zu tun, sondern mit dem Menschen, den ich lieb habe - ein Gefühl, dass ich mir nicht von heute auf morgen aus dem Herzen reißen kann- wie viele hier sicherlich auch nicht.

    Ich werde mich in die Arbeit stürzen, Hobbies - die erinnern mich zu sehr, das ist mein Problem. Ich könnte auch keine Freunde nennen, die mich verstehen und mir wirklich zuhören können, ohne mir die allseits bekannten Phrasen um die Ohren zu hauen: "Sei froh darüber" usw. - Ich habe auch keine Lust dazu, negativ über ihn zu reden, denn mein Gefühl sagt mir: Er ist krank, er kann nicht - gut möglich, dass es ihm schlechter geht als mir.

    Mir geht es aber im Augenblick nicht gut.

    Gibt es noch andere hier, die auch ohne Streit - quasi "nonverbal" eine Trennung hinter sich hatten und auch keine bösen Gedanken auf den anderen hegen?
    Sollte ich böse Gedanken suchen? Würde mir das denn etwas bringen?

    Anima

  2. User Info Menu

    AW: Trennungsgrund: Psyche

    Liebe Anima!

    Ich habe deine Geschichte seit längerem verfolgt. Und ich muss zugeben, dass ich aufgrund deiner Schilderungen “meine” Trennung in einem anderen Licht sehe, als bisher.
    Ich wurde nicht nonverbal verlassen, aber mein Partner hat nach 3 Jahren “glücklicher” Beziehung am Telefon die Sache kurz und knapp beendet mit den Worten: “Ich liebe Dich nicht mehr als dass es für eine Beziehung reicht. Such die Gründe nicht bei dir - ich bin wohl doch ein Einzelgänger. Ich denke wir haben uns auseinandergelebt.”
    Das wars - kein Kontakt mehr - Sachen wurden per Post zurückgegeben und alle Fragen offen.

    Wie Frauen nun mal so sind, hab auch ich mich ins Grübeln und einseitiges Reflektieren gestürzt. Beginnendes BO wäre eine Erklärung, warum mein EX plötzlich nur noch gearbeitet hat, sich für unersetzbar im Job hielt, Freunde ihn zuletzt alle nur noch “enttäuscht” haben, er sich nur noch bevormundet vorkam, Eltern haben nur noch genervt und ich als seine größte Last musste erstmal weg.
    Das sind die Puzzleteilchen … und man hörte es munkeln von anderen …

    Aber wie soll man denn als Partner reagieren, wenn es keinen Weg zu einem Gespräch gibt? Mit Vermutungen und Theorien bleibt man immer allein, wenn der Gegenpart keine Einsicht zeigt.

    Und ehrlich … ich kann ihm nicht böse sein … soll er seine Gründe haben, wie auch immer sie sein mögen. Es ist aber auch einfacher zu sagen, der “Verlasser” kann eben (aufgrund einer Erkrankung) nicht anders. Schwerer wäre es (für mich) natürlich einzusehen, man wird eben einfach (plötzlich) nicht mehr geliebt wird.

    Ich kann dich sehr gut verstehen, wenn du sagst deine Freunde meinten es ist besser so. Für jeden Verlassenen bricht eine Welt zusammen und es braucht eben sehr viel Zeit um mit etwas abzuschließen, an das man bis zum Schluss geglaubt hat.
    Das mit den Hobbies geht mir genauso - ich müsste mich völlig neu definieren um vergangenen Gemeinsamkeiten zu entkommen. (Aber wir haben uns ja auseinandergelebt … so so)
    Aber man kann aus dem tiefen Loch nicht eher raus, bis man gelernt hat, dass man ein eigenes Leben hat und das es auch ohne den Einen geht.
    Ich schwinge jetzt große Reden - bin ich selbst noch mittendrin.

    Ich kann dir nur raten, dich langsam von den Gedanken zu verabschieden, ihm helfen zu wollen/können. BO ist ein über Jahre anschwellender Prozess und er muss nicht immer in der Katastrophe enden. Denke nicht daran, dass er vielleicht genau so leidet wie du. Es ist egal - jetzt sollten Tatsachen zählen - DU bist wichtig. Du kannst keinem Mensch helfen oder um ihn kämpfen, der seinen Weg für den richtigen hält, während du keine Chance zum Handeln hast.

    Ich wünsch dir alle erdenkliche Kraft für die nächste Zeit!

    Liebe Grüße
    Pingu
    Verbrennen musst du dich wollen - in deiner eigenen Flamme! Wie wolltest du neu werden, wenn du nicht zuvor Asche geworden bist!
    ~F. Nietzschke~

  3. Inaktiver User

    AW: Trennungsgrund: Psyche

    Liebe Pingu -

    auch Deine Worte sind genau richtig. Ich weiß, BO ist ein Prozess - und ich weiß, dass ich nicht helfen kann - sondern mir selbst.

    Du bist auch noch mittendrin? Wie lange ist das her? Nach 3 Jahren Beziehung - das trifft noch viel härter zu als bei mir.

    Du schwingst keine großen Reden - Du hast ein gutes Herz - und kennst diese tiefe Traurigkeit, sich einer Wahrheit zu stellen, die so seltsam erscheint.

    Habe lieben Dank für Deine Zeilen.

    Anima

  4. User Info Menu

    AW: Trennungsgrund: Psyche

    Es sind jetzt fast 4 Wochen und es ist alles andere als einfach.

    Ich weiß eigentlich gar nichts. Nur eben dass Schluss ist. Weißt du - ein "ich liebe dich nicht mehr" ist für mich kein Grund, sondern eine logische Konsequenz. Ich habe am Telefon alle möglichen (!!) Gründe, wie es denn dazu kam, versucht aus ihm herauszuquetschen. Er hat alles verneint. Keine andere Frau, wir haben uns nicht zu viel und auch nicht zu wenig gestritten, meine eigene Erkrankung hat nichts damit zu tun, ich hab ihn weder bedrängt noch zu viel Freiheiten gelassen ... die Liste könnte ewig so weitergehen.

    Es ist schwierig. Nach 3 Jahren denkt man man kennt den Partner in seinen Reaktionen, aber ich kann sagen, dass ich das NIE erwartet hätte. Und wir Frauen haben einen Spürsinn dafür, wenn es Probleme gibt. Die gab es erst 1 Woche vor besagtem Telefonat, indem er jeglichen Kontakt ausgewichen ist. Zu müde, war in der Stadt, hatte Besuch, arbeitet heute für jemand ... also alles Ausreden um nicht mit mir telefonieren zu müssen.

    Im Endeffekt hab ich eine Stellungnahme "erzwingen" müssen ... so einen Zustand hält doch keiner aus. Allerdings hab ich mit diesem Ausgang nun nicht gerechnet.

    Wir galten auch immer als DAS Idealpaar ... seine Freunde haben meinen Ex für seine nie-nörgelnde-und-Leine-immer-ganz-lang-lassende Freundin beneidet. Ich geb zu, in Beziehungen bin ich wenig anspruchsvoll. Ich leg keinen an die Ketten, ebenso will ich behandelt werden, Treue muss sein und es muss eben passen. Und wir waren uns sehr ähnlich. Probleme gab es eben nur, wenn ich mal "über Gefühle" reden wollte. Das ging gar nicht. Er konnte stundenlang über seine Arbeit erzählen - pausenlos. Wenns schwierig im Job wurde, hab ich ihm zugehört, quasi als Psychohygiene. Aber wenn ich ein Problem hatte kam nur:"Was soll ich dazu sagen. Da kann ich dir auch nicht helfen!" Und eben, wie bei dir: keinen bis kaum Streit. Wir wollten in den Uralub fahren - hat er aber abgesagt, er geht lieber arbeiten.

    Du siehst - so schnell kann man aus allen Wolken fallen.

    ABER: Es gibt einen Weg! Ich fange jetzt an zu erkennen, dass eine Weiterführung unserer Beziehung keinen Sinn hätte. Dazu ist die Verletzung zu groß. Ich hab nichts mehr von ihm gehört seit der Trennung - und was will er mir denn jetzt noch erzählen? Will er eine Absolution? Nö - die bekommt er nicht.

    Du schaffst das! Wie lang ist das jetzt bei euch her? Gibts noch Kontakt?

    Liebe Grüße & Gute N8
    Pingu
    Geändert von KleinerPinguin (14.09.2008 um 22:53 Uhr)
    Verbrennen musst du dich wollen - in deiner eigenen Flamme! Wie wolltest du neu werden, wenn du nicht zuvor Asche geworden bist!
    ~F. Nietzschke~

  5. Inaktiver User

    AW: Trennungsgrund: Psyche

    Ach liebe Pingu - da bin ich jetzt dran. Erst vier Wochen?

    Bei mir - ja, wie lange ist das her, gute Frage - schon eine Weile, wo es keine Möglichkeit mehr gab, über Gefühle zu sprechen. Immerhin das habe ich gewusst anschließend: Es ging nicht - und ich habe mich auch nicht dafür verantwortlich gefühlt. Doch, geholfen hat er mir immer, er hat sein Bestes gegeben, so weit ihm das möglich war.

    Ich spüre leider immer noch, wenn es ihm schlecht geht, weil meine "Meldeantenne" die man einfach aufbaut - noch funktionstüchtig ist. Das ist, als würdest Du versuchen, Dir die Ohren zuzudrücken und doch ist es sooo laut, dass Du nichts überhören kannst.

    Kontakt? Nein, gibt es nicht mehr - ich hatte es versucht, aber dann aufgegeben.

    Anima

  6. User Info Menu

    AW: Trennungsgrund: Psyche

    Liebe Anima, Liebe Pingu

    Darf ich mich Euch anschliessen? Bin seit ein paar Tagen getrennt, gekriselt hat es schon lange...Hatte das Gefühl, dass er nie richtig glücklich war, nicht gelöst, nicht fröhlich wie ich...Ständig haben wir uns über Kleinigkeiten gestritten..Ich liebe Ihn immer noch, aber ich hab gespürt, dass ich die Kraft nicht habe zwei Menschen ( Ihn und mich) glücklich zu machen...Anfangs dachte ich dass wir das schaffen würden, bis ich bemerkt habe, dass "unsere Hürde" (sein Studium das nicht zu enden scheint) wohl gar nicht die einzige Hürde ist...Hinter seiner Traurigkeit steckt mit grösster Wahrscheinlichkeit eine psychische Krankheit, die er mittlerweile sogar nicht mehr abstreitet, aber auch nicht professionell abklären möchte....Bitte entschuldigt mein Gelaber- aber ich wusste gerade nicht wohin mit meinen Gedanken....
    Eure Cloudy

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    AW: Trennungsgrund: Psyche

    Zitat Anima

    Ich spüre leider immer noch, wenn es ihm schlecht geht, weil meine "Meldeantenne" die man einfach aufbaut - noch funktionstüchtig ist. Das ist, als würdest Du versuchen, Dir die Ohren zuzudrücken und doch ist es sooo laut, dass Du nichts überhören kannst.
    Das ist aber eine sehr starke Energie, die Du da meinst wahrzunehmen.
    Und darin sehe ich die Gefahr. Wenn Du vor der Trennung auch so empathisch warst - vielleicht war es genau das, was ihm zuviel war. Weil seine Antennen damit überfordert waren und er sich zu eingeengt gefühlt hat. Und genau das konnte er vielleicht nicht ertragen.

    Frauen, die zuviel lieben.

    Statt sich selbst zu leben und zu lieben, versuchen sie sich in alles einzufühlen, was dem Partner vermeintlich gefallen könnte. Dabei ist es schlicht und einfach eine Vergewaltigung, die dem anderen letztendlich auf den Keks geht.
    Wer sich dauernd einfühlt - und anpaßt - etwas anderes ist es doch nicht - wird doch uninteressant.

    Da würde ich erst einmal ansetzen. Mich nicht mehr einfühlen. Was soll das bringen?
    Das könnte nämlich noch dazu führen, dass man insgeheim möchte, dass der Mann sich schlecht fühlt -
    mit dem Gedanken im Hinterstübchen: es muß sich nur schlecht genug fühlen, dann wird er sehen, wie gut er es bei mir hatte.

    Und vielleicht entspringt dadurch der unbewußte Gedanke, er könne es sich anders überlegen und zurückkommen...

    ... und genau das hindert einen dann wieder, das eigene Leben zu leben.....

  8. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Trennungsgrund: Psyche

    Hallo,

    Trennungsgrund: Psyche?
    Das ist eine sehr einfache Erklärung. Gemeint ist ja immer die Psyche des Trennungswilligen. Aus der Sicht des Verlassenen ist diese Psyche krank, therapiebedürftig. gut konnte es der Psyche des Trennungswilligten ja nur in der Beziehung zum Verlassenen gehen.

    Und jetzt - nach der Trennung - muss es dem, der sich getrennt hat, natürlich besonders dreckig gehen. Etwas anderes darf und kann ja auch nicht sein.

    Partner, die Diagnosen stellen über die psychische Befindlichkeit des anderen, lieben nur vermeintlich. Sie geben sich einfühlsam, in Wahrheit ist ihre "Liebe" Machtausübung.

    Viele Grüße
    peperonikuss

  9. User Info Menu

    AW: Trennungsgrund: Psyche

    @peperonikuss

    So pauschal kannst du das nicht sagen. Ich habe schon einige Trennungen aufgrund psychischer Probleme gesehen.
    Und ganz aktuell bei mir steht ganz ausser Frage, dass hier ein pathologischer Befund vorliegt.
    Siehe:
    http://www.brigitte.de/foren/showthread.html?t=97667

    Nur Element vieler Erkrankungen der Psyche ist die mangelnde Krankheitseinsicht. Das macht es einfach schwer.

    Grüße

    Cypher

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