Hallo Ihr,
bei mir passiert zur Zeit etwas seltsames. Vor nicht ganz 1 1/2 Jahren haben mein Ex-Freund (nennen wir ihn Johann), mit dem ich über 7 Jahre zusammen war, und ich uns getrennt. Die Gefühle waren gegangen und die Lebenspläne passten (scheinbar?) auch nicht wirklich. Nach der Trennung habe ich mich erstmal unwahrscheinlich erleichtert gefühlt und war beinahe euphorisch.
Es folgte eine unwahrscheinlich glückliche Zeit und dieses Glück wurde auch kaum davon getrübt, dass mich der nächste Freund dann nach 5 Monaten verlassen hat (ich hatte damals schon total Liebeskummer aber die Grundstimmung war trotzdem seltsamerweise eine freie, gute).
Mein Ex (also Johann) hatte damals nach 2 Wochen schon wieder eine Freundin, was mich seltsamerweise nicht gestört hat, ich hab mich für ihn gefreut, dass er offensichtlich jemand gefunden hat, die besser zu ihm passt. Die Freude wurde dann getrübt, weil sie mich ziemlich schnell aus der gemeinsamen Wohnung geträngt hat und jeden Kontakt zwischen Johann und mir und jede Unterstützung, die mir Johann in dieser Zeit noch zugedeihen lies, und jeden Kontakt sehr misstrauisch beäugt hat. Das ging soweit, dass wir uns bei einer Veranstaltung, bei der wir beide waren, voreinander verstecken mussten, nur damit sie mich nicht sehen muss. Aber auch das hat mir eigentlich nichts gemacht, schließlich hatte ich ja eh kein Interesse mehr an ihm
Inzwischen habe ich so gut wie keinen Kontakt mehr zu Johann, und ich dachte ich wäre wirklich drüer weg. Vor kurzem habe ich die beiden dann zufällig getroffen, ich hatte sie vorher nie gesehen. Und plötzlich träume ich wieder von ihm: dass ich in unserer alten Wohnung bin, aber da nicht sein darf, weil sie da wohnt. Dass ich mich wegschleichen oder verstecken muss, weil sie kommt und dass ich mich heimlich mit Johann treffe. Tagsüber muss ich jetzt total oft an ihn denken und bin zum Beispiel immer wieder sehr traurig, dass ich seine Familie jetzt nicht mehr treffen kann, die ich total gemocht habe. Ich fühle mich ausgeschlossen und alleine gelassen und irgendwie auch verraten und das alles, obwohl ich rational weiß, dass es zwischen uns nicht gepasst hat, vieles furchtbar war in der Beziehung und ich eh gerade wieder eine Beziehung habe.
Was meint Ihr, woher kommt das? Und was kann ich dagegen tun? ich möchte nicht, dass es meine jetzige Beziehung belastet.
Bin für jede Idee dankbar.
Liebe Grüße
Artischocke
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15.04.2008, 21:22
Trennungsschmerz zeitversetzt
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15.04.2008, 21:38
AW: Trennungsschmerz zeitversetzt
ich hab irre lange an meiner Scheidung geknabbert

irgendwann hört es auf
Und seine Familie hab ich auch schrecklich vermisst
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15.04.2008, 22:26
AW: Trennungsschmerz zeitversetzt
Danke Boorg!!
dann ist es wohl einfach ganz normal, dass das jetzt wiederkommt und ich muss aushalten und warten, dass es vorbei geht.
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15.04.2008, 22:31
AW: Trennungsschmerz zeitversetzt
hallo Artischocke...
ist schon etwas seltsam wenn da Gefühle wieder hochkochen nach solch einer Zeit. Glaube aber das das immer mal wieder vorkommen kann, denn es war ja auch sicher nicht alles schlecht mit Johann !
Was mich wundert...warum hast Du keinen Kontakt mehr mit seiner Familie, wenn sie so nett (zu Dir) waren. Oder verbietet das auch die neue Freundin ?
alles gute
tom
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15.04.2008, 22:55
AW: Trennungsschmerz zeitversetzt
Hallo Tom,
seltsam finde ich es auch, dass es jetzt nach so langer Zeit kommt. Deswegen mache ich mir ja Gedanken. Und stimmt, es war nicht alles schlecht mit Johann, er war in einigen Dingen schon ein ziemlich toller Mann.
Zur Familie: ein klein wenig Kontakt habe ich schon noch. Zu besonderen Anlässen schreibe ich mal eine Karte oder ein Mail. Aber im Moment geht es mir so, dass ich sie am liebsten besuchen würde, dort auf dem Sofa sitzen und erzählen wollte, gemeinsam spazieren gehen, auf Familienfeste gehen wollte und in dem Zimmer übernachten wollte, in dem ich dort immer geschlafen habe (weiß noch genau, wie das aussieht, sogar an die Topfpflanzen und an die Bücher im Regal erinnere ich mich).
Aber da es sehr weit weg ist, käme es mir irgendwie unpassend vor, einfach so dorthin zu fahren (wenn ich nicht gerade ein Vorstellungsgespräch in der Stadt hätte oder so). Und sie würde es mir sicher übel nehmen (ich könnte mir vorstellen, dass sie eh Sorge hat, dass sie nicht so akzeptiert wird und es erst einmal schwerer haben wird). Das ist mir ersteinmal nicht so wichtig, schließlich fühl ich mich ihr sicher nicht verpflichtet. Aber ich fürchte eben, dass er es mir dann auch übel nehmen würde.
Anrufen mag ich irgendwie auch nicht. Was soll ich da sagen: ich vermisse Euch so? Käme mir auch irgendwie unpassend vor. Einer Schwester schreibe ich jetzt eine Karte. Sie heiratet. ich wäre sooo gerne dabei....
Danke für die guten Wünsche!
Liebe Grüße
Artischocke
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16.04.2008, 18:50
AW: Trennungsschmerz zeitversetzt
Vielleicht hast du diese doch längere Beziehung doch statt verarbeitet erst einmal verdrängt. Und nun kommt eine Trauerphase, die du dir doch gestatten solltest. Dein damaliger Ex hat sich zwar schnell getröstet, aber du hattest ja doch noch Kontakt mit ihm, den er jedoch offensichtlich wegen seiner neuen Freundin dann nicht mehr haben konnte oder auch wollte.
Könntest du dich nicht einfach noch einmal mit ihm aussprechen, ihm deine Gefühle schildern. Danach könntest du vielleicht besser einen Schlussstrich ziehen. Ob es wirklich gut ist, nun aktiv Nostalgie zu betreiben, mit seiner Familie, ich weiss nicht so recht.
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17.04.2008, 23:01
AW: Trennungsschmerz zeitversetzt
Hallo Constanzia,
ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist, ihn jetzt zu treffen. Was soll ich ihm sagen? Dass ich jetzt anfange traurig zu sein und manchmal unserer Zeit hinterhertrauere. Das kann er doch nur als Versuch auffassen, an die alte Geschichte wieder anzuknüpfen. Und dann hätte sie erstrecht Grund misstrauisch zu sein. Mit seinen Eltern: es fällt mir eben schwer, dass ich mit ihm eben auch das ganze drumherum verloren habe und frage mich, ob das wirklich zwingend ist. Mit ihm mag ich nicht mehr zusammensein, aber seine Eltern sind da doch in gewisser Weise unabhängig. Aber stimmt, es wäre blöd, da jetzt hinzufahren und alles erinnert mich dort auch an ihn und seine Abwesenheit.
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18.04.2008, 08:26
AW: Trennungsschmerz zeitversetzt
Liebelein, ich glaube, das hängt sehr stark von den Eltern und ihrer Einstellung ab. Ich habe eine Scheixxverhältnis zu meinem Schwager seit der Trennung und noch immer einen sehr guten Kontakt zu meinen Schwiegereltern.
Zitat von Artischocke
Ich würde an Deiner Stelle, wenn Dir WIRKLICH etwas daran liegt, es für Dich zu tun und nicht GEGEN Deinen Ex, einfach mal anrufen und fragen, ob Du mal vorbeikommen kannst, um sie zu besuchen. Du merkst dann, ob sie eher zögerlich reagieren (dann lass es) oder ob sie sich freuen und vielleicht nur auf Deinen Anruf gewartet haben.
Mein SchwieVa begrüßt mich immer wie die verlorene Tochter, wenn ich ihn besuche, obwohl er mit Ex jeden Tag zusammen arbeitet und auch in einem Haus wohnt, kann er das gut trennen und will mich nicht verlieren. Er sagt auch immer, Du bist die Mutter meines Enkels (obwohl ich nur die Stiefmutter bin) als solche würde ich immer zur Familie gehören, egal ob Exi möchte, dass ich mich in Luft auflöse.
Fazit: Wenn Du nicht fragst, wirst Du es nie wissen, ob sie den Kontakt noch wollen.
Verändere Deine Sicht auf die Dinge, und die Dinge verändern sich für Dich.
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19.04.2008, 10:11
AW: Trennungsschmerz zeitversetzt
Eigentlich hat Kirchenhexe auch recht. Ich habe einen seit langem Ex, dessen Eltern ich sehr mochte, und die mich jederzeit gerne sehen würden, wenn ich das Bedürfnis danach hätte.
Betreffend Ex finde ich allerdings, dass du da nicht Rücksicht auf seine jetzige Freundin nehmen musst. Das ist rein deren Angelegenheit, wie sie damit umgehen würden, wenn du ihn für ein Gespräch treffen möchtest. Wenn er allerdings nicht Mann genug ist, das auch so zu sehen, dann ist das ja schon Klarheit genug.
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19.04.2008, 16:22
AW: Trennungsschmerz zeitversetzt
Danke Constanzia und Kirchenhexe für Euren Rat, ruhig mit den Eltern Kontakt aufzunehmen. Hab allerdings wie schon geschrieben auch ein wenig Angst, dass ich das in der momentanen Situation schlecht aushalten könnte.
Bezüglich der Neuen: ich hatte halt immer gehofft, dass sich ihre Haltung gegenüber mir ein wenig normalisiert, wenn nur genug Zeit vergeht und sie kapiert, dass zwischen uns nichts mehr ist. Jetzt habe ich allerdings das Gefühl, er hat "akzeptiert", dass er keinen Kontakt zur Ex zu haben hat. Und vielleicht hat er die Nostalgiephase schon hinter sich (oder sie kommt zu einem anderen Zeitpunkt). Also ich habe das Gefühl, dass er im Moment gar keinen Kontakt möchte und da möchte ich mich nicht aufdrängen. Möchte nur einfach herausfinden, woran es liegt, dass ich gerade jetzt anfangen den "guten alten Zeiten" hinterherzutrauern.


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