Hallo zusammen,
ich habe in einem anderen Strang schon mal meine Geschichte erzählt aber jetzt hat sich einiges ereignet und sie passt eher hier rein. Sie ist sehr traurig und ich weiß nicht weiter.
Also im September letzten Jahres ist mein Mann gestorben. 3 Monate später kondoliert mir ein Mann, der vor sehr langer Zeit mal in mich verliebt war und sich aber aufgrund des Altersunterschiedes nicht getraut hat mich darauf anzusprechen. Jedenfalls mag er mich immer noch sehr gern und sagt mir das. Er sagt mir aber auch, dass er verheiratet ist. Daraufhin antworte ich ihm, dass ein verheirateter Mann für mich nicht in Frage kommt. Leider lasse ich mich aber aufs Flirten ein und wir verlieben uns auf heftigste ineinander. Wir treffen uns, wenn seine Frau nicht da ist haben aber keinen Sex miteinander. Das ganze ging 3 Monate (Küssen und Händchenhalten, tiefe Blicke und die Worte, dass wir uns lieben). Am Donnerstag dann teilt er mir mit, dass er sich von seiner Frau nicht trennen kann, da er sich dann als Mörder fühlen würde. Seine Frau ist sehr depressiv. Er sagt mir aber auch, dass er mich liebt und so ein Gefühl wie zu mir noch nie gehabt hat. Gestern haben wir uns auf meinen Wunsch noch mal getroffen und es war wunderschön. Zum Abschied haben wir beide geheult und ich hab ihn getröstet. Er sagte zu mir, dass er ein Idiot ist und dass er nicht weiß, ob er es ohne mich aushält aber sein Gefühl ein Mörder zu sein, würde ihn hindern sich zu trennen.
Ich bin nicht wütend auf ihn, nur sehr traurig. Meine Gefühle zu ihm sind immer noch sehr stark (und seine zu mir auch, das hab ich in seinen Augen gesehen) aber ich hab gesagt, dass ich jeglichen Kontakt zu ihm abbreche es sei denn, er kann sich doch noch von seiner Frau trennen. Ich weiß nicht, was es ist, ich hab so was auch noch nie erlebt. Er ist nicht hübsch, er hat kaum Geld, aber er hat irgendetwas an sich, was mich anrührt und weswegen ich mich in ihn verliebt habe. Ich hoffe immer noch, dass er sich trennt, aber ich will nicht, dass er sich dann schuldig fühlt. Ich habe seit heute den Kontakt abgebrochen aber es ist so schwer und ich weiß nicht, ob ich es durchhalte.
Außerdem bin ich permanent am Heulen.
Übrigens scheint er absolut ehrlich zu sein, sonst hätte er ja mit mir Sex gehabt oder es einfach weitergeführt. Dass er es nicht tut und es akzeptiert, dass ich mich zurückziehe, ehrt ihn. Trotzdem glaube ich (weil ich es glauben will), dass es keinen Sinn hat, wenn er seine Ehe nur deswegen weiterführt, weil er sich nicht als Mörder fühlen will. Was bringt es seiner Frau und vor allem was bringt es ihm? Ja, ich weiß, das sind alles Schutzbehauptungen und ich bin doch selber Schuld, warum lasse ich mich mit einem verheirateten Mann ein. Aber ich war machtlos, vor allem weil er so lieb zu mir war und nicht auf meine schwachen Stop Rufe gehört hat und irgendwann habe ich Liebe für ihn empfunden.
Habt ihr nicht ein paar Tips, wie ich mich besser fühlen kann? Ich möchte nicht permanent heulen und ihm nachtrauern aber beide Gefühle (von ihm und vin mir) sind so stark, dass ich einfach nicht glauben will, dass es zuende ist.
Vielen Dank fürs Zuhören, traummond.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 77
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24.03.2008, 11:08
traurige Geschichte (achtung lang)
Geändert von traummond (24.03.2008 um 11:11 Uhr)
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24.03.2008, 12:19
AW: traurige Geschichte (achtung lang)
hallo liebe traummond,
ja, deine geschichte klingt sehr traurig. aber es liegt auch eine chance darin - die chance, dich selbst zu finden.
du sagst, dass im september dein mann gestorben ist. sicher hast du in der situation jemanden gebraucht, der dich auffängt, der dir guttut. da ist dein ehemailger bekannter auf dich zugekommen, und er war genau das, was du gebraucht hast.
vielleicht ist jetzt der zeitpunkt gekommen, wo du wieder auf eigenen füssen stehen kannst. wo du schauen kannst, was du wirklich willst, wer du wirklich bist. du hast jetzt die kraft, dein leben anzuschauen und für dich zu entscheiden, wie es weitergehen soll.
sei dankbar für das, was dieser mann dir geben konnte. und sieh die chance die sich dir bietet - dein leben zu gestalten.
alles liebe, laudrey
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24.03.2008, 13:00Inaktiver User
AW: traurige Geschichte (achtung lang)
Liebe traummond,
es tut mir sehr Leid, dass du so leidest und traurig bist.
Ich sehe das genauso wie laudrey - in der damaligen schweren Situation, als dein Mann gestorben ist, ist dieser andere Mann in dein Leben getreten und hat dich vielleicht mehr über Wasser gehalten als du denkst und dir die Schrecken und Trauerzeit erleichtert, sofern man das so sagen kann. Er war da und hat dir seelisch das gegeben, was du damals so dringend gebraucht hast, Halt, Liebe, Verständnis und vor allem hat er dich aus der schrecklichen Situation herausgeholt wie ein kleiner Lichtblick am Horizont. Dadurch bist du nicht völlig ins Dunkle abgerutscht.
Vielleicht ist das seine Funktion gewesen und nicht mehr. Dann kannst du nur dankbar sein und es so nehmen, wie es ist und war, auch wenn daraus nicht mehr wird und werden soll. Du hast durch ihn den Kopf über Wasser halten können, und wenn du jetzt klarer siehst und weiter schauen kannst und deine Gefühle wieder besser sortieren kannst, dann wirst du schnell herausfinden, was gut für dich ist und wie es weiter gehen soll.
Alles Liebe und viel Mut und Kraft,
ananjabe
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24.03.2008, 13:23
AW: traurige Geschichte (achtung lang)
Ich sehe ihn auch als Rettungsanker, und ich finde es nicht schlecht, wenn Du Dich jetzt erst einmal zurückziehst und herausfindest, ob er nur ein Strohhalm war, an den Du Dich geklammert hast, als es Dir schlecht ging, oder ob Du ihn wirklich liebst.
Er ist doch nicht aus der Welt, er hat Dir auch nichts getan, hat Dich nicht weggeschoben oder Dich belogen, Du brauchst also nicht zu verzweifeln.
Vor allem - wenn Du möchtest, dass er an seiner Einstellung zu seiner Frau etwas ändert - wird er es am ehestens tun, wenn er Dich vermissst.
LG
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24.03.2008, 16:12
AW: traurige Geschichte (achtung lang)
Hallo ihr alle,
vielen Dank für eure aufmunternden Worte.
Es ist nur so schwer, nicht zum Telefon zu greifen und ihn anzurufen oder eine SMS oder Mail zu schreiben.
Vorher haben wir das täglich getan und ich weiß, dass er mich vermissen wird. Aber ich vermisse ihn auch so sehr. Ich hoffe, ich bleibe stark.
LG an euch alle
traummond
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25.03.2008, 13:42Inaktiver User
AW: traurige Geschichte (achtung lang)
Liebe Traummond,
verständlich ist es, was Du fühlst ... aber auch in solchen Situationen versuche bitte, nicht ganz den Kopf zu verlieren. Die Aufarbeitung bleibt uns (ich hatte auch schon einige solcher Schicksalsschläge) immer alleine.
Hier kann niemand helfen. Aber, das gute ist - wenn es mal überwunden ist, geht man als neuer Mensch aus der "Sache". Man ist klarsichtiger und näher "bei sich".
Ich wünsche Dir einen Partner, der wirklich zu Dir paßt. Und einer, der seine Ehefrau mit im Gepäck hat, ist meist noch viel "bedürftiger" als Du selbst.
Bleibe bitte bei Dir und gestalte Dein Leben Stückchen für Stückchen - am Ende wird es ein wunderschönes, buntes Mosaik.
Alles Liebe!
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04.04.2008, 10:34
AW: traurige Geschichte (achtung lang)
Hallo alle zusammen,
danke für eure guten Ratschläge.
Leider bin ich "rückfällig" geworden. Mein Bekannter hat sich wieder gemeldet und gefragt, ob wir nicht doch in Kontakt bleiben können und ob ich nicht noch etwas auf ihn warten kann.
Ich habe mich darauf eingelassen, fühle mich aber unwohl dabei. Ich spreche ihn ständig darauf an, dass er sich trennen soll oder wir uns nicht mehr sprechen und sehen dürfen und er sagt, ich gehöre zu ihm aber er kann sich noch nicht trennen, da er immer noch das Gefühl hätte, ein Mörder zu sein, wenn er das tut. Er würde aber nur mich lieben und eine Trennung von seiner Frau nicht ausschließen nur jetzt noch nicht.
Das Problem ist, ich glaube ihm und ich liebe ihn auch, aber es belastet mich, dass er gebunden ist und den Sprung einfach nicht schafft. Wir haben sowieso nur die Möglichkeit uns am Wochenende zu sehen, d.h. es ist eigentlich genug Abstand da, sich zu vermissen (und er hat mich sehr schnell vermisst). Es ist so schön, seine Stimme zu hören und die Worte, die er sagt, sind auch schön, aber ich sehe, dass es mich sehr belastet. Ich muss ihm klarmachen, dass es so nicht geht, aber damit "bestrafe" ich mich selbst auch, denn ihn nicht mehr zu hören oder zu schreiben, ist schrecklich. Ach das ist so ein verdammter Teufelskreislauf und ich bin zu schwach. Ich fühle mich nicht ausgenutzt und genieße die Augenblicke mit ihm (am Telefon, per Mail) aber es ist definitiv zu wenig und ich müsste vom Verstand her zu ihm sagen "Entweder sie oder ich". Ich dachte, als ich hier postete, ich könnte das, aber anscheinend bin ich noch nicht reif dafür.
Tut mir leid, dass ich so uneinsichtig bin und immer wieder hier poste. Vielleicht gelingt es mir doch noch, wenn ich nur oft genug alles Runterschreibe.
Was eben so traurig ist, wir beide fühlen die gegenseitige Liebe und sind beide nicht glücklich mit der Situation, wie sie jetzt ist.
Ich würde am liebsten seiner Frau alles erzählen, damit es zum großen Knall kommt, aber so verliere ich ihn garantiert. @fenetra: Du hast Recht, er ist bestimmt viel bedürftiger als ich, aber das würde ich alles in Kauf nehmen.
Mag sein, dass ich alles zu romantisch sehe, aber diese Gefühle, die ich zu ihm habe und seine Reflektion darauf, habe ich noch nie erlebt und es fühlt sich so gut an. Am liebsten würde ich einen Mann für seine Frau herbeizaubern, der sie liebt, so dass eine Trennung kein Problem mehr für ihn darstellt. Aber das gehört ins Reich der Träume, jedenfalls muss ich irgendwann auf klaren Verhältnissen bestehen, sonst macht mich das kaputt.
Traurige Grüße
TraummondGeändert von traummond (05.04.2008 um 09:04 Uhr)
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05.04.2008, 13:23
AW: traurige Geschichte (achtung lang)
Traummond,
wenn Du von ihm nicht lassen kannst, dann versuch Dich doch mit der Situation abzufinden wie sie ist.
Du triffst Dich an den WE mit ihm und bist glücklich und unter der Woche telefonierst Du mit ihm.
Warum willst Du alles aufgeben, wenn ihr euch doch beide liebt.
Warum musst Du ihn täglich bei Dir haben.
Oder ist es die Tatsache, dass er auch mit ihr das Bett noch teilt, die Dich umtreibt?
Auf jeden Fall musst Du herausfinden, was das kleinere Übel für Dich ist und diesen Weg musst Du gehen.
LG und viel Glück.
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07.04.2008, 10:16
AW: traurige Geschichte (achtung lang)
Liebe Mausezahn,
ich muss ihn nicht täglich um mich haben, das ist nicht das Problem.
Mein Problem ist, dass er mich liebt aber dass er an Tagen, die wir zusammen verbracht haben, abends wieder zu seiner Frau geht, dass er bei ihr wohnt und mit ihr den Alltag verbringt. Ich weiß nicht, wie innig das Verhältnis zu seiner Frau noch ist, aber sie schlafen wohl nicht miteinander und er verbringt einen Großteil der Zeit virtuell mit mir (per SMS oder im Internet oder per Telefon) oder schläft oder arbeitet.
Aber allein die Tatsache, dass sie noch sein Leben bestimmt, dass wir uns nur treffen, wenn sie am Wochenende arbeitet oder er nur ein wenn sie nicht arbeitet, er nur ein paar Stunden für mich abzweigt, belastet mich. Er sagt, er kann nur mit mir glücklich werden, könnte sich momentan aber nicht trennen, da er sich dann wie ein Mörder fühlen würde.
Ich fühle mich momentan einfach ratlos und traurig aber ich weiß, dass ich ihn nach wie vor liebe und ihn nicht verlieren möchte, denn der liebevolle Blick, den ich von ihm immer bekomme, ist so schön und ich glaube, er findet es auch schön.Geändert von traummond (07.04.2008 um 21:42 Uhr)
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06.05.2008, 08:09
AW: traurige Geschichte (achtung lang)
Hallo zusammen,
nun hat es seine Frau herausgefunden. Leider hat er es ihr nicht gesagt, sondern er hatte sein Handy angelassen und sie hat meine SMS gelesen. Anstatt sich zu trennen, hat sie ihm gesagt, dass sie um ihn kämpfen will. Mein Bekannter meinte zwar zu ihr, dass es jetzt eine andere in seinem Herzen gibt, aber davon will sie nichts wissen. Leider schafft er es aber auch nicht, sich von ihr zu trennen, aber er sagte mir, dass er trotzdem total unglücklich ist und eigentlich lieber mit mir zusammen sein will, er es aber momentan nicht könnte. Er fühlt sich total schlecht und unglücklich und er hat geweint und gesagt, dass er ein Scheisskerl ist. Ich hab ihm daraufhin geschrieben, dass er kein Scheisskerl ist und dass ich ihn liebe und gerne trösten möchte. Er soll auf sein Herz hören und das tun, was er für richtig hält. Jedenfalls werde ich den Kontakt abbrechen (ich hoffe, dass ich es dieses Mal durchhalte), bis er sich von seiner Frau trennen kann. Ich habe ihm aber auch geschrieben, dass ich ihm viel Glück wünsche und wenn er wirklich mit seiner Frau wieder glücklich werden kann, dass ich mich dann für ihn freue. Aber ich habe auch geschrieben, dass ich mir vorstellen kann, dass er eines Tages vielleicht doch zu mir kommt, weil er mit mir glücklich werden kann. Aber ich möchte ihn nur wieder haben, wenn er sich von ihr trennen kann, vorher nicht. Es liegt jetzt an ihm.
Es ist so schwer, ich möchte glücklich sein, aber ich möchte auch, dass er glücklich ist und wenn ich ihn dafür loslassen muss, dann werde ich das tun. Aber es ist alles so traurig, vor allem da ich spüre, dass er noch starke Gefühle für mich hat und ich für ihn.
Ich glaube, auch wenn er bei seiner Frau bleibt, bin nicht ich die Verliererin sondern sie, denn ich kann ihn loslassen und trotzdem lieben, aber er liebt mich und nicht sie, bleibt aber wegen der starken Gefühle, die er immer noch für sie hat bei ihr auch um ihr nicht wehzutun. Aber glücklich ist er damit nicht, das hat er mir gesagt und warum sollte er das tun, wenn es nicht stimmt.
Das schlimmste ist, dass ich während der Woche so einsam bin, ich arbeite in einer Stadt, die 300km von meiner Familie und meinen wenigen Freunden entfernt ist und da wo ich arbeite, kenne ich keinen. Deswegen fällt es mir doppelt schwer, keinen Kontakt zu ihm aufzunehmen. Was kann ich tun, damit ich mich selber besser fühle und nicht ständig grübel?


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