Hallo liebe Foren-Gemeinschaft,
nach nunmehr 2 Jahren habe ich das Bedürfnis meine Geschichte aufzuschreiben, da ich endlich auch meinen Kopf frei bekommen möchte und das erste Mal seit meiner Trennung von vor 2 Jahren über meine Geschichte rede bzw. schreibe.
Vor 7 Jahren habe ich meinen Ex-Freund kennen gelernt, kurze Zeit später waren wir ein Paar. Alles weitere ging ziemlich schnell; 2002 Kauf eines eigenen Hauses; 2003 Insolvenz mit seinem Geschäft (dank seiner Ex-Frau) und Verfall an den Alkohol; 2004 habe ich (s)ein Geschäft auf meinen Namen angemeldet und mich um alles gekümmert; 2005 dann die Trennung, weil ich es nicht mehr aushalten konnte. Die Beziehung war völlig am Ende. Ich musste mich um alles kümmern, um seine Krankheiten, um das Geschäft, um meinen Hauptberuf, um die Finanzierung des Hauses, um den Haushalt, um unsere 2 Hunde und alles, was halt noch dazu gehört.
Ich habe 2004 herausgefunden, dass er eine SMS-Beziehung mit der Frau seines besten Freundes hatte. Die SMS, die die beiden sich geschrieben haben, taten so richtig weh und es war hart diese zu lesen. Er sagte mal zu mir, das es eine "Ersatzbefriedigung sei, da er bei mir nicht mehr das bekommen würde, was er sich wünschte. Wie soll Sex auch funktionieren, wenn es nur ein Rein und Raus ist und man so viele Probleme hat. Wie soll der Sex funktionieren, wenn man schon beim Hereinkommen im Schlafzimmer die Bierfahne riecht? Wie soll der Sex funktionieren, wenn man sich gehen lässt und von Sauberkeit nicht mehr viel hält? Aber all das verstand er nie wirklich.
Er hat im Internet eine Frau kennen gelernt, zu der er auch Kaffee trinken gefahren ist, aber angeblich wäre da nie etwas passiert. Ständig saß er von morgens bis abends vor dem PC und hatte seinen Spaß. Teilweise saß er noch davor, wenn ich morgens zur Arbeit fahren musste. Wenn ich ihn auf unsere Beziehung angesprochen habe, dann wich er immer aus und hat das Thema gewechselt. Meine Sorgen und Probleme musste ich mit mir selbst ausmachen, da er mit seinem PC beschäftigt war. Sehen, dass unsere Beziehung schon lange kaputt war, wollte er nie und ich eigentlich auch nicht.
Silvester 2004/2005 kam dann der Bruch. Am späten Nachmittag ist er weggegangen, kam gegen 23.00 Uhr wieder, hat laut rumgebrüllt und ist dann ins Schlafzimmer entschwunden. Das neue Jahr konnte ich allein mit meiner Schwester begrüßen. Trotzdem hat es dann noch 2 weitere Monate gedauert, bis ich mich getrennt habe. Und dann ging es erst richtig los. Nachdem ich ihm gesagt habe, dass ich keinen Sinn mehr in der Beziehung sehe und mich trennen möchte, habe ich sein wahres Gesicht kennen gelernt. Ich ging ins Schlafzimmer, um meine Tasche zu packen, weil ich nicht länger bei ihm sein konnte und wollte. Ich hörte nur, wie er sich "einen Cocktail" anrührte (so nannte er das). Er wollte sich das Leben nehmen. Er ging dann ins Gästezimmer und schloss sich ein (angeblich hatte er den "Drink" getrunken). Als er auf mein Klopfen an der Tür nicht reagierte, habe ich meine Familie angerufen, weil ich nicht wusste, was ich machen sollte. Ich fühlte mich von ihm unter Druck gesetzt und war so geschockt über die Situation. Mein Dad sagte, ich muss die Feuerwehr und die Polizei anrufen. Das habe ich dann auch gemacht. Mit großen Tatü-Tata kam der Krankenwagen und die Polizei. Nachdem mein Ex das mitgekriegt hat, ist er aus dem Fenster vom Gästezimmer geklettert (war ebenerdig). Als der Notarzt ins Haus kam, habe ich denen die Situation geschildert, da war mein lieber Ex aber schon in einem Gebüsch verschwunden. Die Polizei holte sich "Verstärkung", damit sie ihn suchen konnten. Irgendwann haben sie ihn dann auch gefunden und lange mit ihm gesprochen. Der Notarzt und die Polizei sind dann wieder gefahren und mein Ex kam ins Haus zurück und das erste was er sagte war: "Hast Du sie noch alle auf dem Kasten? Wie kannst Du denen so eine Scheiße erzählen? Hast Du mal an mich gedacht? Wie stehe ich denn jetzt da?" Ich fing an zu weinen und bin ohne ein Wort gegangen. Von da an bekam ich immer wieder SMS, Anrufe und Emails. Er wollte sich das Leben nehmen, es hätte ohne mich eh keinen Sinn. Ich bin dann immer wieder zu ihm ins Haus gefahren, weil ich Angst hatte und nicht verstanden habe, warum er sich etwas antun wollte. Diese Selbstmordversuche hat er dann noch 3 x wiederholt. Immer wieder mit Ankündigung. Immer wieder hat er auf Handy angerufen und gefragt, ob ich mal mithören wollte, wie er vor die Wand fährt. Einmal war ich zu Hause, er rief wieder an und sagte:" Wenn es gleich knallt, dann bin ich vor Eure Hauswand (in meiner neuen Wohnung) gefahren. Und wenn ich dabei noch ein Kind oder einen Menschen umfahre, bist Du Schuld daran." Ich habe daraufhin meine sieben Sachen gepackt und bin zu meinem neuen Freund gefahren. Gott sei Dank wusste niemand, wo er wohnt, somit hatte ich dann mal für 2-3 Stunden meine Ruhe vor allem. Das letzte Mal, als er sich das Leben nehmen wollte, stand er auf einer großen Brücke und lief immer wieder hin und her. Irgendjemand muss die Polizei angerufen haben. Sie wollten meinen Ex dann in die Psychiatrie einliefern lassen, weil er nach seinem vierten Selbstmordversuch nicht mehr zurechnungsfähig sei. Unsere Hunde wurden ins Tierheim gebracht und mein Ex in die Psychiatrie. Die Polizei stand dann morgens um 4.00 Uhr vor der Wohnungstür von meinem neuen Freund und wollte wissen, ob mir etwas passiert sei. Mein Ex hätte so ein Theater gemacht und sie hatten die Befürchtung, er hätte mir etwas angetan. Einen Tag vorher bin ich auf dem Parkplatz bei meiner Arbeitsstelle gestolpert und habe mir meine Knie sowie beide Hände aufgeschlagen und dementsprechend war ich bandagiert. Als die Polizei das sah, wollten sie wissen, was passiert wäre. Ich habe ihnen dann darauf hin gesagt, dass ich gestolpert wäre. Sie haben mir das nicht geglaubt. Erst als ich die Bandagen abgenommen habe und sie sehen konnten, dass es „Schürfwunden“ waren, waren sie beruhigt und sind gegangen. Nach diesem Vorfall hatte ich dann mal für 3 Tage Ruhe und dann ging es wieder von vorne los. Immer wieder Emails, immer wieder Anrufe und SMS. Immer wieder Vorwürfe, immer wieder Vorhaltungen. Von Selbstmord war zu diesem Zeitpunkt Gott sei Dank keine Rede mehr. Bis dato hatte ich meine Handy-Nummer noch nicht geändert, weil ich tierische Angst hatte, wenn ich das tue, er bei mir vor der Tür steht und mich „umklatscht“.
Leider wusste mein Ex, wo ich wohne und somit hat er immer wieder irgendwelche Geschenke (Blumen etc.) in den Hausflur gelegt. Und immer wieder die Angst, dass er mir etwas antut. Das artete schon teilweise im Verfolgungswahn aus.
Das schlimme an der ganzen Sache war, dass er mal nett und dann wieder total aggressiv war. Ich konnte damit nicht umgehen. Und wenn er dann wieder einmal einen "Anfall" hatte, wurde ich die Angst nicht los, dass er mir etwas antut. Leider gab es zu diesem Zeitpunkt (Mitte 2005) noch kein Gesetz dagegen und als ich bei der Polizei war, um zu fragen, wie ich mich schützen kann die Aussage "Leider können wir nichts machen. Es muss erst "etwas passieren", damit wir reagieren können." Toll, somit fühlte ich mich noch mehr den Anfällen und Aggressivitäten von meinem Ex ausgesetzt.
Im Juni 2005 dann die beste "Aktion". Er hat mir einen von den 2 Hunden vor der Haustür angebunden mit dem Satz: "Ich solle mich gefälligst um den Hund kümmern."
Immer wieder habe ich versucht, mit ihm zu reden, um auch mit unserem Haus endlich eine Lösung zu finden. Ich wollte es verkaufen, er nicht. Er sagte, dass er vom Staat nichts bekommt, weil er mal selbstständig war und somit irgendwann auf der Straße sitzen würde und das wäre dann meine Schuld. Ich bin dann zu 3 Anwälten gerannt, um meine rechtliche Lage auszuloten. Aber leider habe ich in unserem deutschen Rechtsstaat keine Handhabe gegen ihn. Somit lebt er bis heute in dem Haus, welches ich finanziere. Mein Gehalt ist von der Bank, die das Haus finanziert hat, gepfändet. Die Grundbesitzabgaben muss ich tragen, die Versicherung und alles, wo sie auf mich zugreifen können, da ich zu 1/2 im Grundbuch mit eingetragen bin (bei ihm ist nichts zu holen, da er die Insolvenz hatte, die EV abgegeben hat etc., somit treten die natürlich alle an mich heran, da ich Geld verdiene). Die einzige Möglichkeit, die ich habe ist eine so genannte Teilungsvollstreckung. Der ganze Spaß würde mich aber mind. 15.000 EUR kosten und welche Bank gibt mir mit diesem Schufa-Eintrag mal eben so dieses Geld? Ich kann noch nicht einmal Insolvenz beantragen, da der Insolvenzverwalter kein Interesse an dem Haus hat, da es zu 100% finanziert ist und wenn er es verkaufen würde, würde für die Insolenzmasse nichts herausspringen. Tja, somit finanziere ich meinem Ex das Dach über den Kopf und ich weiß ganz genau, dass er auch selbst Geld verdient; denn er hat sich wieder ein Geschäft auf seinen Namen aufgebaut. Eigentlich darf er das gar nicht, denn er hat eine Verfügung von der Stadt bekommen, die ihm untersagt, sich jemals wieder selbstständig zu machen (ich nehme an, weil er dem Finanzamt eine ganze Menge Geld schuldet(e) und die auch das Insolvenzverfahren 2003 aufgrund dessen gegen ihn eingeleitet haben). Nichts desto trotz macht er weiter. Und er kauft sich auch immer wieder neue Sachen (sehe ich bei eBay, da ich sein Passwort noch habe) und natürlich höre ich auch einiges (wohne in einer kleinen Stadt, wo jeder jeden kennt).
Vor 1 1/2 Jahren habe ich ein langes Gespräch mit der Schwester von meinem Ex geführt. Sie war die Einzigste, die mich verstanden hat und auch gesagt hat, dass es genau der richtige Schritt war, mich von ihm zu trennen. Die Familie von meinem Ex wollte ihn unterstützen, wo es geht, aber er wollte und will die Hilfe nicht. Er will mich bluten lassen, für das was ich ihm "angetan" habe. Die Selbstmordversuche waren immer so ausgelegt, dass er gefunden wird, denn er hat sich immer im Flur auf den Boden gelegt, wo er durch die Scheibe gesehen werden konnte (Aussage von seiner Schwester). Er hat sich nie das Leben nehmen wollen; sonst hätte er das ohne Ankündigung getan und wäre in ein Zimmer gegangen, wo man ihn hätte nicht sehen können. Ich habe so einige Sachen nach unserer Trennung erfahren (auch von ihm selbst), wo ich mir heute denke: "Mein Gott, warum hast Du das nicht früher gesehen?"
Mittlerweile ist es so, dass ich, dadurch, dass ich das Geschäft damals auf meinen Namen angemeldet habe, immer wieder Steuernachforderungen vom Finanzamt bekomme. Mal eben 3.000 EUR dort und mal eben 1.000 EUR hier. Ich hoffe, dass das bald mal ein Ende nimmt, denn langsam weiß ich nicht mehr, was ich noch alles verkaufen soll, um ein paar Euro in der Tasche zu haben und am Leben zu bleiben, denn von Luft und Liebe lebt es sich nicht allein :-)
Schlussfolgerung:
Mann kann einen Menschen nur vor dem Kopf schauen. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass mein Ex sich so verhält und mir bis heute immer wieder Steine in den Weg legt. Ich hätte nie gedacht, dass ein Mensch mir soviel Angst, Tränen und psychischen Druck bereiten kann. Ich hätte so vieles nicht gedacht, aber ich bin schlauer geworden und so etwas passiert mir nicht mehr. Auch wenn ich Monat für Monat am Existenzminimum lebe und auch immer wieder noch Rechnungen bezahlen muss, versuche ich immer optimistisch durchs Leben zu gehen; denn eigentlich habe ich den Optimismus gepachtet :-), denn selbst in schlechten Sachen sehe ich immer etwas positives, auch wenn es etwas länger dauert, bis ich es sehe.
Große Hilfe in meiner ganzen Situation waren meine Eltern, mein Freund und meine beste Freundin. Ohne diese Menschen, hätte ich diesen schweren Weg nicht gehen können und ich gehe ihn noch, aber heute ist es nicht mehr so schlimm, da der psychische Druck weg ist.
Und das allerwichtigste, was ich gelernt habe ist, dass ich nie wieder irgend etwas unterschreiben werden, was Eigentum angeht. Wenn der Mann es machen will, dann soll er auch alleine unterschreiben, denn wie man sieht hängt man dann voll mit drin und hat keine Handhabe. Ich habe gedacht, ich kann mit meinem Ex alles regeln, wie Erwachsene. Leider wurde ich eines besseren belehrt und dass passiert mir kein zweites Mal. Denn letztendlich ist er derjenige, der sich ins Fäutschen lacht. Ich hoffe, der liebe Gott hat bald ein Einsehen und das Haus wird zwangsversteigert, aber ich denke, dass nicht so schnell passieren wird. Zwar ist die Zwangsversteigerung im Grundbuch schon eingetragen, aber die Bank rührt sich nicht, so lange sie Geld von mir bekommt. Die sagen sich doch auch besser ein bißchen, als gar kein Geld.
Vielen Dank für Eure offenen Ohren. Sorry, dass der Text so lang geworden ist, aber wenn die Finger erst mal über die Tastatur fliegen, gibt es kein Zurück für mich *g* (Tippse halt) Jetzt geht’s mir ein bisschen besser, meine Geschichte ist geschrieben, auch wenn es alles ein wenig durcheinander ist.
Antworten
Ergebnis 1 bis 6 von 6
Thema: Meine Geschichte! (!lang!)
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26.03.2007, 14:51
Meine Geschichte! (!lang!)
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26.03.2007, 15:31
AW: Meine Geschichte! (!lang!)
Liebe Ansata,
das ist heftig.
Es tut mir sehr leid für dich.
Bleib stark!
Kaffeesahne
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26.03.2007, 15:58Inaktiver User
AW: Meine Geschichte! (!lang!)
Ansata,
ist auch eine deftige Geschichte. Bist wohl eine Kämpferin, dann sowas durchzustehen ist schon ein starkes Stück. Hut ab!
Grüße
dulcinea
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26.03.2007, 16:00
AW: Meine Geschichte! (!lang!)
Liebe Ansata,
auch mir tut es sehr leid für dich.
Wie schlimm, dass was dir angetan wurde.
Hoffentlich wird er daraus nicht so ohne weiteres rauskommen, hoffentlich wird er dafür büßen.
Ich wünsche es dir. Und ich wünder dir weiterhin viel Kraft. Und hoffentlich hat es bald ein Ende für dich.
Eine virtuelle Umarmung von mir. Bleib weiterhin stark.
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27.03.2007, 07:00
AW: Meine Geschichte! (!lang!)
Vielen Dank für Eure lieben Worte. Es ist immer wieder aufbauend, wenn man so etwas nettes hört
Die Kraft das alles durchzustehen geben mir mein LG, meine Eltern und meine beste Freundin. Wengistens habe ich die, sonst wäre ich schon längst untergegangen. Aber es gibt auch Tage, wo ich nicht mehr möchte, wo ich einfach nur "springen" möchte. Aber dann schaue ich in die Augen derer, die mir soviel geholfen haben und ich glaube, nichts wäre feiger, als so zu gehen.
Ich hoffe auch, dass das bald ein Ende hat für mich, damit ich alles weitere in die Wege leiten kann, aber wie gesagt, so lange, wie die Bank ihr Geld kriegt (auch wenn es nur ein Teil ist), geht von denen aus gar nichts. Also bleibt mir nur der Gang zum Standesbeamten (mit der schlechteren Lohnklasse und damit weniger Pfändung) oder der Gang in die Arbeitslosigkeit (dann gibts dar nichts mehr). Traurig, dass der Staat mir keine anderen Rechtsmittel in die Hand gibt.
Vielleicht sollte ich der Bank mal einen Tipp geben, dass er mittlerweile auch Geld verdient, nur dann dauert alles wahrscheinlich noch länger, denn, wenn sie sein Konto pfänden würden, würden sie ja noch mehr Geld bekommen und noch weniger reagieren (Zwangsversteigerung). Ich weiß es einfach nicht. Ich bin kein Racheengel und werde es wohl auch nie sein; so traurig sich das anhört.
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27.03.2007, 09:02
AW: Meine Geschichte! (!lang!)
Ich hoffe für dich trotzdem, dass es bald eine Lösung gibt.
Halte durch...


) Jetzt geht’s mir ein bisschen besser, meine Geschichte ist geschrieben, auch wenn es alles ein wenig durcheinander ist.
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