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    AW: Scheidung - 8 Jahre Ehe, 4 Kinder

    Hallo Espresso,

    an dem, was du bisher geschrieben hast, sind mir zwei Punkte aufgefallen:

    Du schreibst, dass du mit den Kindern und dem Haushalt von sechs Uhr früh bis 23 Uhr in der Nacht beschäftigt bist. Vermutlich meinst du damit nicht: ununterbrochen. Aber dass vier noch kleine Kinder eine ganze Menge Arbeit machen und auch sehr viel Zuwendung brauchen, das glaube ich dir sofort.

    Nur verstehe ich nicht, wie du es dir dann vorstellst, noch zusätzlich ein Studium zu wuppen und eventuell sogar noch einen Job anzunehmen. Wo genau willst du die Zeit dafür an anderer Stelle einsparen? Und die Einsparung müsste ja schon eine erhebliche sein, damit der Plan aufgeht. Du müsstest mindestens acht Stunden am Tag freischaufeln können, denn es fällt ja auch noch Zeit für Wege an. Dass dein jetziger Ehemann 50% der Kinderbetreuung und der kinderbezogenen Haus- und Carearbeit übernimmt (also das Waschen und Bügeln der Kinderwäsche, die Einkäufe, das Kochen, das Putzen der Kinderzimmer, die Fahrten zur Kinderärztin, zum Turnen, zur Musikstunde, der Kauf neuer Kinderschuhe ...) steht ja wohl nicht ernsthaft zur Debatte.

    Außerdem bekommst du bei einer 50/50-Regelung keinen Kindesunterhalt! Hinzu kommt, dass eine Trennung immer eine große finanzielle Belastung bedeutet, dein Mann also mindestens so viel verdienen müsste wie bisher, um das zu kompensieren, und nicht einfach mal auf einen Halbtagsjob umsteigen könnte, es sei denn, ihr und die Kinder nehmt erhebliche Einschränkungen im Lebensstandard in Kauf. (Für Kinder heißt das dann manchmal: Schluss mit Reiten, schicken Klamotten, coolen Geburtstagsfeiern und Bio-Essen. Umzug in eine kleinere Wohnung, zwei Geschwister in einem Zimmer, etc. pp.. Wie wichtig oder unwichtig das ist, kannst du besser beurteilen als ich.)

    So viel zu deiner Zukunftsplanung. Was mir an deinem Verhältnis zu deinem Mann aufgefallen ist: Du stellst dich als diejenige dar, die alles managt. Dass dein Mann offenbar einen verantwortungsvollen Job hat, der ihn sehr fordert, und damit den Lebensunterhalt von sechs Personen finanziert, scheint dagegen ein wenig nebensächlich. So wie ich es verstehe, fehlt dir selbst die Berufserfahrung. Ich selbst hatte auch lange einen Job mit viel Verantwortung, vielen Auslandsreisen, viel Stress. 50-Stunden-Wochen waren die Regel, und das heißt: 50 eng getacktete Stunden, in denen man immer voll da sein muss. Plus Heimweg, unterwegs einkaufen, ein Mal die Woche Sport. Abends hat es oft nur noch gereicht, ein Spiegelei in die Pfanne zu hauen, eine Flasche Bier aufzumachen und den Fernseher einzuschalten. Aber ich hatte in der Zeit weder einen Partner noch Kinder.

    Da du klagst, dass dein Mann sich nicht ausreichend in eure Beziehung einbringt: Interessierst du dich eigentlich für das, was dein Mann den ganzen Tag macht? Ich habe es schon mehrmals erlebt, dass nicht oder nur sehr eingeschränkt berufstätige Frauen klagen, dass ihre Männer ihre Arbeit viel wichtiger nehmen als die Familie, die Beziehung, das häusliche Miteinander. Ich habe dafür nur begrenzt Verständnis, denn die Karriere ihrer Männer ist doch die materielle Grundlage ihres Lebens. Und mit Dienst nach Vorschrift von neun bis fünf macht man eben keine Karriere, und dann funktioniert das eben nicht mit dem Alleinverdienermodell plus Eigenheim und anderen Annehmlichkeiten.


    Nachtrag: Um nicht missverstanden zu werden: Das Alleinverdiener-Modell ist nicht meins. Aber so ganz ohne Ausbildung funktioniert die partnerschaftliche Aufteilung von Berufs- und Familienarbeit eben auch nicht so richtig. Ihr habt in der Vergangenheit bestimmte Entscheidungen getroffen, die jetzt nicht so leicht zu korrigieren sind.
    Geändert von gecko57 (22.08.2021 um 12:52 Uhr)

  2. 22.08.2021, 12:43

    Grund
    Bezug zu gelöschtem Beitrag

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    AW: Scheidung - 8 Jahre Ehe, 4 Kinder

    Als Ergänzung zu dem oben Gesagten:

    Ich bin auch der Meinung, dass man nicht in jeder Lebenssituation zurück auf Start kann. Du bist Mutter von vier Kindern ohne abgeschlossenes Studium oder Berufsausbildung in einer Alleinverdiener-Ehe. Jetzt möchtest du gern wieder Studentin sein. Würdest du deinem Mann eigentlich das gleiche Recht zubilligen? Wenn er jetzt sagen würde: "Ich bin das alles leid. Ich fühle mich so wahnsinnig eingeengt durch diese Lebenssituation. Ich möchte mich mehr um mich selbst kümmern, und außerdem will ich endlich Ägyptologie studieren." - Wäre das ok für dich? Mit allen Konsequenzen, die das für dich und die Kinder hätte?

  4. Inaktiver User

    AW: Scheidung - 8 Jahre Ehe, 4 Kinder

    Das Studium ist doch zu seinem Vorteil unterhaltsrechtlich.

  5. Inaktiver User

    AW: Scheidung - 8 Jahre Ehe, 4 Kinder

    gecko ich tu mich schwer mit deinem Beitrag. Anno 2021 lautet für mich die Frage nicht: hat die Frau das Recht , ihre Ausbildung zu beenden, sondern: wie machen wir es möglich.

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    AW: Scheidung - 8 Jahre Ehe, 4 Kinder

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    gecko ich tu mich schwer mit deinem Beitrag. Anno 2021 lautet für mich die Frage nicht: hat die Frau das Recht , ihre Ausbildung zu beenden, sondern: wie machen wir es möglich.
    Ich würde eher fragen: Zu welchen Bedingungen ist es möglich? Mir scheinen die Bedingungen in diesem Fall sehr hart zu sein - für alle Beteiligten.

    Und ob ihr Studium für ihn unterhaltsrechtlich von Vorteil wäre, müsste sich noch erweisen. Sicher ja, wenn es darum geht, das erste juristische Staatsexamen abzulegen. Ja, wenn es darum geht, den Bachelor in Maschinenbau, Chemie oder Informatik abzuschließen (was allerdings fast zwingend noch ein anschließendes Masterstudium erfordern würde). Eher nicht, wenn es darum geht, den Bachelor in Literatur- und Medienwissenschaft zu machen.

    Natürlich sollte jeder und jede das Recht haben, seine/ihre Ausbildung abzuschließen. Aber ein Studium macht man nicht mal eben so nebenbei. Bei natur- und ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen ist beispielsweise regelmäßige Arbeit im Labor zwingend notwendig. Das erste juristische Staatsexamen setzt mindestens ein Jahr Dauerbüffelei voraus. Das Medizinstudium findet im zweiten und dritten Teil in der Klinik statt zuzüglich Büffelei für die Examina. Ernsthaftes Studieren ist ein Fulltimejob! Das kann man mit einem Kind oder eventuell auch mit zwei Kindern machen, wenn der Partner mitzieht. Aber mit vier Kindern und einem meist abwesenden Kindsvater?
    Geändert von gecko57 (22.08.2021 um 13:24 Uhr)

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    AW: Scheidung - 8 Jahre Ehe, 4 Kinder

    Zitat Zitat von Sandsturm2 Beitrag anzeigen
    Und studieren mit 4 Kindern wird hart, aber Sie wäre nicht die Erste.
    Du kennst also Frauen, die mit vier kleinen (!) Kindern ein Studium durchgezogen haben? War das ein Fernstudium in Teilzeit? Oder waren die Kinder in einer DDR-Wochenkrippe, wo man sie montags früh abgab und freitags nachmittags wieder abholte? Oder lebten die Kinder beim Vater oder bei der Oma?

    Zitat Zitat von Sandsturm2 Beitrag anzeigen
    Bei meinen Großeltern, vor 70 Jahren, ist übrigens auch meine Oma arbeiten gegangen und mein Opa blieb mit 4 Kindern zu Hause. Und ich kann keinen Schäden bei meiner Mutter oder den Geschwistern feststellen.

    Nicht jedes Kind trägt doch automatisch Schaden davon.
    Von diesem Modell war hier aber nie die Rede.

  8. 22.08.2021, 13:38

    Grund
    Bezug zu gelöschtem Beitrag

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    AW: Scheidung - 8 Jahre Ehe, 4 Kinder

    Magena, ich finde dein Zitat # 115 anmassend!
    Geändert von mckenzie (22.08.2021 um 14:57 Uhr)
    Los lassen ist einer der besten Geschenke die man sich geben kann.

    Mckenzie

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    AW: Scheidung - 8 Jahre Ehe, 4 Kinder

    Keine Frau muss heutzutage in einer Ehe verharren nur weil sie 4 Kinder hat, schon gar nicht wenn sie nicht will, Punkt.
    Los lassen ist einer der besten Geschenke die man sich geben kann.

    Mckenzie

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    AW: Scheidung - 8 Jahre Ehe, 4 Kinder

    Zitat Zitat von mckenzie Beitrag anzeigen
    Magena, ich finde dein Zitat anmassend!
    Welches Zitat? Und was war anmaßend: Das, was das von Magena Zitierte besagt, oder die Tatsache, dass sie irgend etwas zitiert hat? Kannst du das mal präzisieren?

  12. Moderation

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    AW: Scheidung - 8 Jahre Ehe, 4 Kinder

    Zitat Zitat von EspressoConPanna Beitrag anzeigen
    Wir reden heute sooo viel. es hat sich wirklich viel angestaut. Die Trennung würde er mitmachen, wenn es mir wirklich ernst ist damit. Er sieht auch Fehler ein, die er in der Vergangenheit gemacht hat. Ich sehe dennoch viel Schuld bei mir und komme nicht davon los, ihm bis zum Schluss eine gute Frau zu sein mit allem drum und dran. Ich sehe auch meine Fehler. Wir haben es beide vergeigt...
    Und nach so einem konstruktiven Gespräch ohne Vorwürfe und Schuldzuweisungen denke ich wieder anders. So war es bisher auch, deswegen habe ich auch an der Ehe festgehalten und irgendwie haben wir es ja auch geschafft, uns aus dem Sumpf zu ziehen. Ach ich bin so unsicher. Und es wirklich noch Liebe vorhanden. Gerade denke ich doch über eine Beratung zur Stärkung der Ehe... Es ist so ein Gefühlschaos...

    ....
    Aber naja, nach dem letzten Gespräch bin ich wieder total verunsichert, weil mein Mann sich auf ein konstruktives Gespräch eingelassen hat. Ich habe viel geredet, er auch. Wir haben uns zugehört. Wir haben geweint. Wir sind so stark miteinander verbunden und das ist der Grund weswegen es schon seit 6 Jahre so geht.
    Klingt gut, was du schreibst.
    Wir haben in der Krise unserer Ehe eine gute Beratung gehabt (und davor ein für uns schlechte - nicht immer passen Beraterin und zu Beratende zusammen). Diese ging über ein Jahr und war offen. Das Ziel war, wie können wir alle gut leben entweder als getrenntes, aber gutes Elternpaar oder auch als Liebespaar.

    Das Offene hat viel zutage gebracht - für uns war dies gut.

    ***
    Ich habe über zehn Jahre fast so wie du gelebt - Mann war auf Montage und kam zum Wochenende - ist knackig für alle.
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    Moderatorin "Schule, Uni, Studium & Ausbildung" "Gehören Kinder zu einem erfüllten Leben dazu?" Coronavirus & Userin

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