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    Trennung trotz Liebe und Angst vor der Zukunft

    Liebes Forum,

    seit langem schreibe ich mal wieder hier.
    Ich bin in einer Trennung, noch sehr frisch. Und sehr schwer. Ich weiß nicht wie ich da weiter kommen soll.
    Wir hatten wunderschöne Jahre. Er ist ein wunderbarer Mann, ich komme also über die Wut nicht weiter. Er ist der Mann, mit dem ich gerne alt werden würde.
    Aber es geht nicht. In Kurzfassung: Er ist deutlich jünger und aus einem anderen Kulturkreis, in dem die Meinung der Eltern sehr wichtig ist. Es war nicht geplant, dass wir uns verlieben, überhaupt nicht. Wir haben es trotzdem und wir leben sehr gut miteinander. Über ein Jahr haben wir faktisch zusammen gelebt, er hatte eine eigene Wohnung, war aber immer hier bei mir. Wir lieben und achten uns so sehr, wir haben einen guten, fröhlichen Alltag gelebt und die Tage waren schöner, sobald wir uns gesehen habe.
    Aber er hatte zum einen das Gefühl, abhängig von mir zu sein, da ich ihm in seinem Alltag auch noch viel helfe, er auch hier keine Familie und nur wenige Freunde hat, und mit den Freunden auch nicht über Persönliches redet. Alles in seinem Leben bin ich, hat er es erklärt, und das hat ihm Angst gemacht.
    Ich glaube es würde ihm weniger Angst machen, wenn wir eine Perspektive hätten - aber die gab es nie. Er kann seiner Familie nicht von mir erzählen. Zumindest ein Familienmitglied wird auch bald herkommen, da müsste er dann aktiv lügen und verheimlichen, und auch das kann er nicht. Er wird irgendwann heiraten, Kinder bekommen (wozu ich zu alt bin) und auch wenn man das verteufeln mag, ein Leben leben, wie es seine Familie vorsieht. Ein Teil von mir versteht das auch, ich habe sein Zerrissen-Sein öfter gespürt und jetzt wird das immer stärker, weil es bei uns immer enger und näher wurde.

    Das hat zu einer Loslösung geführt, die ich erst beobachtet und nun angesprochen habe und daraufhin sind wir übereingekommen, dass jetzt der Beste Zeitpunkt ist, das was Liebesbeziehung ist, zu beenden. Wir haben eigentlich vor, mit Abstand dann wieder einen anderen Kontakt zu finden, mal sehen, ob wir das schaffen.

    Noch bin ich allerdings voller Hoffnung, und das kriege ich so schwer weg. Ich weiß, würde ich ihm schreiben, würde er antworten. Würde ich betteln, würde er zurück kommen. Würde ich die richtigen Knöpfe drücken, würde er mich küssen. Da bin ich recht sicher, auch ihm fällt das alles sehr schwer. Aber ich will es nicht, ich will ja nicht, dass er auf Dauer unglücklich ist und ich damit auch.

    Aber wie? Ich bin so unendlich traurig. Ich bin so einsam gerade, wenn er nicht durch die Tür kommen wird, nicht mehr hier übernachten wird, ich habe Angst vor der Zukunft, denn während ihm sein Leben offen steht, wird bei mir wahrscheinlich keine Heirat und sicher keine Kinder mehr warten. Ich bin ja eben schon etwas älter, und ich hatte bisher keinen Mann, mit dem der Alltag so schön war, mit dem ich so nah war. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das nochmal auf mich wartet. Dass ein anderer nochmal eine Chance gegen diese Erinnerung hat.

    All das war gestern, mein Handy liegt neben mir und es kostet mich so viel Kraft nicht zu schreiben. Ich weiß nicht, ob das wirklich besser wird, denn ich kann ja nicht wütend sein, ich kann mich so schwer von ihm lösen.
    Wie weit kann es reichen, dass man aus Liebe gehen lassen will?

    Er fehlt mir so sehr.
    Kann mir jemand helfen?
    Irgendwie?
    Eure Gini

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    AW: Trennung trotz Liebe und Angst vor der Zukunft

    Helfen kann ich dir leider nicht. Aber dir sagen, dass mir dein Kummer sehr leid tut und ich deinen Schmerz nachempfinden kann.

    Wie alt ist dein Freund?

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    AW: Trennung trotz Liebe und Angst vor der Zukunft

    Zitat Zitat von Gini77 Beitrag anzeigen
    Alles in seinem Leben bin ich, hat er es erklärt, und das hat ihm Angst gemacht.
    An Deiner Stelle würde das eher mir selbst Angst machen.


    Aber er hatte zum einen das Gefühl, abhängig von mir zu sein, da ich ihm in seinem Alltag auch noch viel helfe ...
    Warum musst Du ihm denn so viel helfen?

    Betrifft das auch Geldangelegenheiten?


    er hatte eine eigene Wohnung, war aber immer hier bei mir.
    Hast Du diese Wohnung jemals gesehen?


    Er ist der Mann, mit dem ich gerne alt werden würde.
    Liebe Gini,

    diesen Satz kriege ich inhaltlich nicht auf einen Nenner mit Deinem Strang aus 2017, wenn es sich um denselben Mann handelt. Dort war lediglich von Freundschaft Plus die Rede.

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    AW: Trennung trotz Liebe und Angst vor der Zukunft

    @schafwolle:
    Es ist nicht derselbe Mann (2017 ist ja auch lange her...). Ja, ich habe die Wohnung gesehen und war auch bereits dort, die Frage verstehe ich ehrlich gesagt nicht so ganz, warum sollte es die nicht geben?
    Und nein, keine Geldangelegenheiten, ich helfe ihm, weil er aus einem anderen Land kommt, öfter Probleme mit der Sprache hat etwa bei Formularen, und weil er keinen besonders großen Freundeskreis hat.
    Ja, es macht uns beiden sicher Angst, diese Abhängigkeit, deshalb haben wir es ja beendet.
    Aber das hilft mir nicht gut bei der Verarbeitung. Er möchte ja aus der Abhängigkeit heraus. Es ist nur schade, dass wir das nicht anders geschafft haben.

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    AW: Trennung trotz Liebe und Angst vor der Zukunft

    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen




    Liebe Gini,

    diesen Satz kriege ich inhaltlich nicht auf einen Nenner mit Deinem Strang aus 2017, wenn es sich um denselben Mann handelt. Dort war lediglich von Freundschaft Plus die Rede.
    aus Freundschaft + ist eben Liebe geworden ...

    Liebe ist nicht rational, aber wenn diese Liebe von vorne hinein keine echte Chance hat, aus den Gründen, die die TE geschildert hat, sollte die Beziehung beendet werden, bevor es noch schwieriger/schmerzhafter wird ... das schaft man nur, wenn die rosarote Brille, endgültig und unwiderruflich, abgelegt wird .. bis es soweit ist, hadert man und hofft ... umsonst ...
    „Glück ist keine Station,
    bei der man ankommt,
    sondern eine Art zu reisen.“

    Margaret Lee Runbeck

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    AW: Trennung trotz Liebe und Angst vor der Zukunft

    Zitat Zitat von Pandamum Beitrag anzeigen
    Helfen kann ich dir leider nicht. Aber dir sagen, dass mir dein Kummer sehr leid tut und ich deinen Schmerz nachempfinden kann.

    Wie alt ist dein Freund?
    Das ist sehr lieb, vielen Dank. Er ist 26.

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    AW: Trennung trotz Liebe und Angst vor der Zukunft

    Zitat Zitat von Gini77 Beitrag anzeigen
    Das ist sehr lieb, vielen Dank. Er ist 26.
    und du 44 wenn ja, wäre es ein sehr großer Altersunterschied .. was wäre in 10 .. 20 Jahren ...
    „Glück ist keine Station,
    bei der man ankommt,
    sondern eine Art zu reisen.“

    Margaret Lee Runbeck

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    AW: Trennung trotz Liebe und Angst vor der Zukunft

    Zitat Zitat von Gini77 Beitrag anzeigen
    Ja, es macht uns beiden sicher Angst, diese Abhängigkeit, deshalb haben wir es ja beendet.
    es hört sich sehr traurig an für mich, kann ich verstehen!

    doch "Abhängigkeit" ist auf Dauer keine gute Basis für eine Beziehung....

    lass ihn los- um Eurer beider Willen

    schafft er es, unabhängig und selbständig zu werden, kommt er vielleicht zu Dir zurück...

    vorher macht es keinen Sinn leider...

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    AW: Trennung trotz Liebe und Angst vor der Zukunft

    Zitat Zitat von Gini77 Beitrag anzeigen
    Ja, es macht uns beiden sicher Angst, diese Abhängigkeit, deshalb haben wir es ja beendet.
    Aber das hilft mir nicht gut bei der Verarbeitung.
    Das war sehr klug, es zu beenden.

    Ich habe mit Altersunterschieden generell wenig Probleme.

    Bei Euch allerdings war es eine weitere Komponente, die eine Rolle spielte.
    Vielleicht hilft Dir ja der Vernunft-Aspekt bei der Verarbeitung? Was aber dennoch nicht herzlos gemeint ist.

    Warum hast Du Angst vor der Zukunft?
    Dahinter könnte auch stecken, dass Dir das Abhängigkeitsverhältnis schon so vertraut war, dass Du es jetzt als gefühlt tragende Säule vermisst?

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    AW: Trennung trotz Liebe und Angst vor der Zukunft

    Zitat Zitat von Gini77 Beitrag anzeigen

    Er ist deutlich jünger und aus einem anderen Kulturkreis, in dem die Meinung der Eltern sehr wichtig ist.


    Dass ein anderer nochmal eine Chance gegen diese Erinnerung hat.

    Schon bald wirst Du froh sein, dass ihr die Trennung beschlossen habt, ich persönlich würde sogar meinen, dass Du nochmal glücklich davon gekommen bist.

    Und irgendwann wird auch die rosarote Erinnerung verblassen und dann Zeit und Raum für einen neuen Partner bringen.
    Es gibt keinen Weg zum Glück -

    glücklich sein ist der Weg.

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