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    Trennung nach über 20 Jahren - unglaublicher Schmerz

    Ich war eigentlich schon ganz lang hier nicht mehr aktiv und jetzt gleich ein so trauriger Anlass: mein Mann und ich haben uns nach 20 Jahren Ehe getrennt. Die Initiative ging von ihm aus, grundsätzlich aber muss ich zugeben, dass unsere Beziehung nicht mehr die beste war. Wir haben gut funktioniert, das wars aber auch schon. Gestritten wurde nur am Ende. Auch das sicher ein Fehler, dass viele Dinge zu lange unter den Teppich gekehrt wurden. Von seiner Seite aus war auch mindestens eine Affäre im Spiel... Als Trennungsgrund hat er aber angegeben, er könne hier keinen klaren Gedanken mehr fassen. Aus diesem Grund habe ich dann auch dem auseinandergehen zugestimmt.
    Und jetzt leide ich, ehrlich gesagt, wie ein Hund. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass es so schlimm sein könnte. Ich wollte mit diesem Mann alt werden. Wir haben gemeinsam ein Haus gekauft (auch noch nicht abbezahlt), auch da ging der Wunsch von ihm aus. Jetzt ist auf einmal, aus seiner Sicht, alles doof. Das Haus, der Garten, alles macht Arbeit und nervt ihn. Das Landleben - das er wollte - nervt. Die Haustiere sind lästig. Die Frau sowieso.
    Ich weiß selbst, dass ich kein einfacher Mensch bin. Zudem introvertiert und nicht besonders "sozial" (obwohl oder weil im sozialen Bereich tätig).
    Ich habe das Gefühl, er ist gegangen und ich darf die Scherben aufkehren. Dieser Gedanke kommt mir gerade beim Schreiben. Ist das die Midlife Krise? Ist ja nicht so, dass ich die nicht auch schon hatte, diese Phasen, wo man alle Brücken hinter sich abbrechen und einfach nur weg möchte. Ich habe das immer mit mir ausgemacht. Nie wäre ich auf die Idee gekommen, dafür unser Leben zu ruinieren. Nie.
    Sorry, ich habe gerade das Gefühl, das klingt alles völlig wirr. Vielleicht möchte trotzdem jemand seine Eindrücke dazu schreiben? Ein Blick von außen? Danke.

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    AW: Trennung nach über 20 Jahren - unglaublicher Schmerz

    Aus meiner Sicht: manchmal ist der, der nicht geht, durchaus auch im Vorteil, wenn der andere unbedingt weg will. Lass Dir durchaus die Zeit, Dinge zu überdenken. Jetzt ist die Chance auf einen Neustart auch für Dich gegeben. Ohne einen Partner, der nicht mehr so richtig einer ist und der Dich betrogen/belogen hat, kann es - sag ich aus eigener Erfahrung - auch ganz schnell eine Erleichterung werden.

    Wenn Du das Haus (be)halten willst - ich habe das damals getan - dann kannst Du es fortan so gestalten, wie Du möchtest.

    Und gib Dir die Zeit zum Trauern, zum Wütendsein, das dauert eine Weile. Es ist ein einschneidendes Erlebnis, das braucht ein bisschen.

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    AW: Trennung nach über 20 Jahren - unglaublicher Schmerz

    Liebe Alisa,
    wenn Du seit 20 Jahren mit Deinem Mann zusammen warst, wirst Du gegen 40 sein. Du hast also die Hälfte Deines Lebens mit diesem Menschen verbracht, in (sehr) guten, in na-ja Zeiten und zum Schluss war es einfach Sch...

    Natürlich bist Du am Boden. Die Hälfte Deines Lebens mit einem Menschen verbracht, der den Weg nun nicht mehr mit Dir weiter gehen möchte. Wenn das nicht traurig ist - was denn dann?

    Ich habe mich auch in den 40ern getrennt. Und obwohl ich diejenige war, die die Trennung wollte, war auch ich unfassbar traurig. Es war etwas von Versagen, von Schuld (weil ich ging) und großer Traurigkeit, dass mein Lebensentwurf nicht aufgegangen ist, in mir.
    Wir haben uns sehr jung (mit 17) kennen gelernt, sind Eltern geworden, haben funktioniert, waren aber kein Paar, schon gar kein Liebespaar mehr. Unsere Interessen waren so unterschiedlich. Wir sind einfach im Laufe der Jahre verschiedene Wege gegangen.

    Natürlich war auch mein Exmann wütend, traurig... Heute weiß er, dass es einfach ich war, die unsere Lage erkannt hat und den Mut hatte, die nicht mehr vorhandene Gemeinschaft zu beenden. Er ist nach ca. 1 1/2 Jahren in seinem neuen Leben angekommen und sehr glücklich damit. Wir hatten übrigens auch ein Haus gebaut, dass noch nicht abbezahlt war.

    Was ich Dir sagen will: um die 40 schauen viele Menschen zurück und eben auch danach, was noch kommen kann. Und stellen sich die Frage, ob sie weitere 40 Jahre noch so weiter leben wollen. Und wenn diese Frage verneint wird, ist es ehrlicher, zu gehen und neu zu starten.

    Ich wünsche Dir viel Kraft. Ja, Du solltest trauern, wüten, weinen um das Vergangene. Aber dann kommt mit der Zeit die Heilung, Du siehst wieder Land und Leben vor Dir. Du wirst die Kraft haben, Dein Leben neu anzugehen.
    Ganz bestimmt.

    Liebevolle Grüße
    Das Böse, das wir tun, wird uns Gott vielleicht verzeihen,
    aber unverziehen bleibt das Gute, das wir nicht getan haben.
    Karl Heinrich Waggerl

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    AW: Trennung nach über 20 Jahren - unglaublicher Schmerz

    Mein Mitgefühl für dich. Das ist ja großer Mist. Eine sehr schwere Zeit.
    Ich kenne das auch.

    Wir müssen es ertragen, dass wir uns hilflos und super traurig fühlen. Da muss man durch. Diverse Gefühle brechen sich Bahn, viele viele Gedanken...was hätte man...hat er nicht damals...hätte ich...
    Eine Begleitung durch psychologisch geschulte Leute wäre jetzt sicher gut, oder? Ich meine, man muss doch nicht durch alles alleine durch im Leben?
    Ich hatte einige Stunden in einer Lebensberatung von einer Gemeinde. Offizielle Therpeuten haben viel zu lange Wartezeit gehabt für mich - ich wollte JETZT Hilfe. War eine gute Maßnahme.
    Allein dass man schon weiß da ist jemand, mit dem ich reden kann. Das tut so gut. Und das ist auch nicht zu vergleichen mit Gespräch mit Freundin o.ä. Weil es viel qualifizierter ist.

    Überstürze nichts. Du hast alle Zeit der Welt. Gedanken und Ideen verändern sich auch mit den Wochen und Monaten...man muss überhaupt nichts sofort entscheiden. haus behalten oder verkaufen...erstmal einfach weiter leben. Abwarten. Die Erkenntnis wird kommen, aber ganz sicher nicht hopplahopp. In so großen Krisen soll man wirklich keine schnellen Entscheidungen treffen.

    Hol dir jede Art von Unterstützung, die du kriegen kannst! Lass dich auch dann bald vom Anwalt beraten - eventuell beeinflussen die Informationen deine Entscheidungen.

    Bitter, dass plötzlich "alles" nicht mehr gut sein soll. Was er doch selbst mit ausgewählt hat. Aber Menschen verändern sich und ihre Einstellungen auch, ich habe das auch in meiner Ehe leidvoll erlebt. So starke Veränderungen, dass ein "weiter so" schlicht nicht möglich war. Auch wenn man sich nicht "hasst", zum zusammen LEBEN gehört doch eine Menge an Gleichklang!

    Sei lieb gedrückt.
    Herzlich Karla
    The original Karla
    est. 2006


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    AW: Trennung nach über 20 Jahren - unglaublicher Schmerz

    Zitat Zitat von Alisea Beitrag anzeigen
    Ich habe das Gefühl, er ist gegangen und ich darf die Scherben aufkehren.
    ... das tut mir sehr leid für Dich.

    Ist er denn im Wortsinn gegangen - und Dir bleibt das vertraute Haus erhalten?

    Dein Mann scheint zu wissen, was er nicht (mehr) will.
    Weißt Du, was er statt dessen möchte?

    Es klingt ein wenig danach, als hättet Ihr einander nicht plötzlich, sondern leise-schleichend verloren.
    Du hattest in der Vergangenheit ja wohl ähnliche Gedanken wie er, nur hast Du keine Konsequenzen daraus gezogen.

    Vielleicht schließt es sich leichter und friedvoller ab, wenn man zum Schluss eine klärende, gemeinsame Bestandsaufnahme machen kann. Siehst Du da eine Möglichkeit?


    Zitat Zitat von Mathildchen Beitrag anzeigen
    wenn Du seit 20 Jahren mit Deinem Mann zusammen warst, wirst Du gegen 40 sein.
    Nicht jeder heiratet mit 20.

    Die TE ist ca. 52 Jahre alt. (Info anderer Strang)

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    AW: Trennung nach über 20 Jahren - unglaublicher Schmerz

    Hallo und danke für eure liebe Anteilnahme!
    Ja, wir sind beide Anfang 50, kannten uns schon vor der Heirat eine ganze Zeit lang.
    @ Schafwolle: ja, er ist gegangen. Ich bleibe im haus, da gibt es auch keinen Streit drum. Zum einen ist das für mich schön, es hängt (m)ein Garten dran, den ich in den letzten Jahren liebevoll und mit viel Geld und Arbeit gestaltet habe, zum anderen konfrontiert mich das aber jeden Tag mit (ungewollten) Erinnerungen...
    Mein Mann weiß gerade nur, was er nicht möchte... Mein Eindruck. Kann natürlich auch falsch sein.
    Ja, wir haben eigentlich vereinbart, eine Paartherapie zu machen - Problem: er will das explizit bereits als "Trennungsberatung" - ich mindestens mit open end bzw. wäre absolut bereit an der Beziehung zu arbeiten
    Das "schleichend sich verlieren" stimmt hundert pro. Zu viel Arbeit, Stress, zu wenig Ausgleich. habe eigentlich das Gefühl, die letzten 5 - 7 Jahre in einem stetigen Hamsterrad zugebracht zu haben. Nicht gut, ich weiß. Aber geht es nicht vielen so in den Jahren zwischen 40 und 50? Jetzt wäre Zeit zum Runterkommen - und jetzt ist ihm "langweilig"...
    Corona und das erzwungene Zuhause sein hat sicher ein Übriges dazu beigetragen.
    Ich sehe gerade wenig Land ...

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    AW: Trennung nach über 20 Jahren - unglaublicher Schmerz

    Zitat Zitat von Alisea Beitrag anzeigen
    Ich bleibe im haus, da gibt es auch keinen Streit drum. Zum einen ist das für mich schön, es hängt (m)ein Garten dran, den ich in den letzten Jahren liebevoll und mit viel Geld und Arbeit gestaltet habe, zum anderen konfrontiert mich das aber jeden Tag mit (ungewollten) Erinnerungen...
    Liebe Alisea,

    vielleicht kannst Du es im Moment noch nicht sehen - aber dass Du im Haus bleiben kannst, ist, trotz Deiner Befürchtungen, wirklich goldwert! So bleibt der räumliche *Anker* für die Familie bestehen und sorgt auch für Beständigkeit, was sich bestimmt als sehr wertvoll erweisen wird.

    Erinnerungen wird man, nach so langer Zeit, sowieso in der einen oder anderen Form nachhängen, ganz ortsunabhängig.


    Ja, wir haben eigentlich vereinbart, eine Paartherapie zu machen - Problem: er will das explizit bereits als "Trennungsberatung" - ich mindestens mit open end bzw. wäre absolut bereit an der Beziehung zu arbeiten
    Aus seiner Therapie-Bereitschaft schließe ich, dass es ihm auch nicht leicht fällt, zu gehen, sonst würde er sich gar nicht darauf einlassen.

    Vielleicht ist es ja bei ihm das *soll-das-schon-alles-gewesen-sein?*-Syndrom.

    Ich halte es durchaus für möglich, dass die Paartherapie, ungeachtet der Intention Deines Mannes, ihn noch einmal alles überdenken lässt. Und vielleicht lässt sie auch Dich erkennen, warum Du nie etwas gesagt hast, trotz negativer Empfindungen.

    Ich möchte Dir keine unbegründeten Hoffnungen machen, aber auf mich wirkt es durchaus so, dass Euch nach wie vor an einander gelegen ist.

    Ich nehme an, Du gehst davon aus, dass keine andere Frau im Spiel ist, oder?

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    AW: Trennung nach über 20 Jahren - unglaublicher Schmerz

    Trennungsberatung - das ist doch schonmal gut, er ist bereit zu REDEN !!

    Du glaubst ja gar nicht, wie oft es hin und her gehen kann, wenn man sich dann erstmal wieder NÄHER gekommen ist. Denn dazu führt reden zwangsläufig! Das war ja gerade das, was zu kurz kam!

    Ich sehe durchaus noch Chancen für euch, vielleicht nicht sofort, es kann dauern, aber gib ihn nicht ganz und für immer auf. Auch, wenn eine andere Frau im Spiel sein sollte - das heißt nicht, dass das etwas ernstes festes ist, das kann sich ganz schnell auch wieder ändern.

    Mein Credo ist ja: Tut alles damit ihr zusammen bleiben könnt. Wer das schafft, hat gewonnen im Leben. Ich meine - neuer Partner, gleiches Spiel - was soll der ganze Quatsch. Solange nicht einer Drogensüchtiger ist oder sonstwas. Ihr wisst, was ihr - trotz allem was nicht optimal war - aneinander habt. Menschen SIND nicht optimal. Das ändert man nicht mit einem neuen Partner.

    Schön, dass du im Haus bleiben kannst, das gibt viel Stabilität in schwerer Zeit.

    Versuche, dir viel Positives angedeihen zu lassen. Bleib positiv, wenn es irgendwie geht. Das Leben besteht nicht aus deinem Mann. Es ist viel, viel mehr. Du wirst das alles managen, schaffen und gut überstehen, auch wenn das gerade für dich vielleicht noch nicht so aussieht.
    Mich hat meine Krise (Scheidung) stärker werden lassen. Viel stärker. Ich weiß, dass ich ohne ihn zufrieden lebe! Ich genieße MEIN Leben!

    Herzlich, Karla
    The original Karla
    est. 2006


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    AW: Trennung nach über 20 Jahren - unglaublicher Schmerz

    ein blick von aussen?

    gerne.

    ein lieber freund von mir, langjährig verheiratet. kinder, hof und garten, idyll.
    sie wollte weg- sie hat es auch durchgesetzt. sie ist gegangen. friedlich. es war für ihn die hölle. auch wenn er in ehrlichen momenten mir sagte: wir haben uns nichts mehr zu sagen. zugeben, dass man/frau gescheitert sei- geht gar nicht. da steht das ego davor.


    heute: 15 jahre später: er hat die "frau seines lebens" gefunden. er geht jetzt in rente und lebt ein gutes, glückliches leben mit einem menschen der nicht nur sich selbst sieht und lebt- nein, eben weil beide schon einmal gescheitert sind- gehen sie mit dieser zweiten chance sehr viel vorsichtiger, liebevoller, sorgsamer um.


    der menschliche körper ist schon ein wunderwerk. schmerz, so intensiv bis krass er sein mag- er verebbt. weil wir einen dauerschmerz in dieser intensität nicht ertragen würden.

    und wenn dein noch-ehemann sogar bereit ist dass ganz moderiert zuzulassen- hey, das ist wie ein sechser im lotto.

    mein eindruck- meine erfahrungen.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

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    AW: Trennung nach über 20 Jahren - unglaublicher Schmerz

    Zitat Zitat von Alisea Beitrag anzeigen
    I

    Ich weiß selbst, dass ich kein einfacher Mensch bin. Zudem introvertiert und nicht besonders "sozial" (obwohl oder weil im sozialen Bereich tätig).

    Glaubst Du wirklich, dass dies der Hauptgrund für seinen Trennungswunsch ist?

    Oder sind das vielleicht ganz andere Parameter, die da rein spielen und dir noch gar nicht bewusst sind?
    Es gibt keinen Weg zum Glück -

    glücklich sein ist der Weg.

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