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    Angst vor klärendem (Trennungs-)Gespräch

    Liebes Forum,

    ich bin mir etwas unsicher, ob mein Beitrag hier her gehört, oder ob er besser unter „Persönlichkeit“ fällt…vermutlich irgendwie beides.

    Seit 2010 bin ich (41) mit meinem Mann zusammen, seit 2012 verheiratet, wir haben zwei Kinder im Grundschulalter.
    Seit 4-5 Jahren fühle ich mich zunehmend unwohl in der Beziehung, von Jahr zu Jahr nehmen meine Gedanken an eine Trennung zu. Stand heute ist, dass ich mich wirklich trennen möchte – auch mit dem Wissen, dass es nicht einfach wird, ein Auszug (Haus gehört meinem Mann) anstünde und die Kinder leiden werden.

    Jetzt das große ABER: ich habe regelrecht Angst, meinem Mann zu sagen, dass ich mich trennen möchte.

    In meinem Leben als Freundin, Lehrerin, Kollegin bin ich nicht auf den Mund gefallen, humorvoll, lustig, empathisch. Schwierige Gespräche in all diesen Bereichen zu führen, ist meist wirklich kein Problem für mich.

    Mein Mann ist in seiner Kommunikation sehr einseitig, spricht viel (Tendenz zu Monolog halten), möchte gerne immer Recht haben und meint dies auch grundsätzlich zu haben. Ein Verwandter, Psychologe, meint, mein Mann beherrsche die „schwarze Rhetorik“ gut. Er kann sich also mit unfairen Mitteln ganz gut behaupten. Ein Beispiel: Wir beginnen über unsere Beziehung zu sprechen, weil mich das alles sehr mitnimmt habe ich Tränen in den Augen. Reaktion meines Mannes: „Wenn jetzt schon wieder geheult wird, wegen so einem bisschen, musst du dich erstmal beruhigen, bevor wir hier sprechen. Heulen ist das Druckmittel der Frauen“. So was trifft mich leider sehr, ich bin verletzt und ziehe mich zurück. Schweige, schlucke runter, bespreche nur noch das Nötigste mit ihm.

    Diese Art der Kommunikation ist u.a. ein Grund, weshalb ich mich nicht mehr wohl fühle. Mir fehlt es an Augenhöhe, Respekt, Achtung vor dem anderen.
    Weitere Gründe, die für mich zur Trennung führen, kann ich noch aufzählen…. Nun geht es mir jedoch hauptsächlich darum, es zu schaffen, dieses Gespräch über meine Trennungsgedanken zu beginnen.

    Ich habe Sorge, dass er mich wieder abwürgt, alles nicht als so schlimm empfindet, durch seine Kommunikationsart es schafft, dass ich mich wieder klein und schuldig fühle…
    Dieses Gespräch, das ich im Grunde führen will, muss von meiner Seite aus gut vorbereitet sein. Ich kann es mir quasi nicht erlauben, schwach zu werden. Ich verbiete mir, zu weinen, um das Gespräch führen zu können, weiß aber, dass ich das bei aller Bemühung nicht schaffen werde…
    Ich möchte gerne mein starkes Rückgrat wie in anderen Gesprächen haben, ich möchte mich durch meine Emotionalität nicht schwach machen lassen. Versteht ihr, was ich meine?
    Habt ihr einen Rat, wie ich ein solches Gespräch beginnen kann?
    Vielleicht sollte ich ihm lieber einen Brief schreiben? Aber das vertagt das Problem nur, zu einem Gespräch wird es so oder so kommen….


    Warum ich mich unwohl fühle und so nicht weiterleben möchte?
    - Wir lachen kaum noch zusammen.
    - Wir berühren uns schon lange nicht mehr.
    - Wir schlafen seit 1,5 Jahren nicht mehr zusammen.
    - Er hat an vielem, ständig etwas rumzunörgeln = schlechte Alltagsstimmung
    - Wir kommunizieren nur noch über Organisatorisches
    - Wir teilen unsere Gedanken nicht mehr; die emotionale Verbindung ist weg
    - Wir engagieren uns beide nicht viel für unsere Beziehung
    - Ich fühle mich alleine oft besser, als mit ihm zusammen.
    - Ich habe kein Verlangen mehr, ihn zu berühren
    - seine Musik nervt mich, meine ihn.
    - etc.

    Ich vermute, dass es ihm ähnlich geht, weiß es aber aufgrund mangelnder Gespräche nicht ganz genau.

    Als Eltern sind wir in den meisten Fällen einer Meinung. Die Kinder lieben ihren Papa. Wenn er sich Zeit nimmt, dann für sie.

    Mögt/könnt ihr mir einen Rat geben?

    Liebe Grüße,
    Wings

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    AW: Angst vor klärendem (Trennungs-)Gespräch

    Hallo,

    Wenn die kommunikationskultur bei euch schlecht ist.... Warum willst du dann unbedingt ein solches Gespräch führen?

    Um. Dich zu rechtfertigen?

    Das brauchst du nicht. Du willst diese Ehe nicht mehr. Da reicht es dann auch einfach zu sagen:

    Ich will die Scheidung
    Betrunken flirten ist wie hungrig Einkaufen gehen.

    Man geht mit Sachen nach Hause, die man eigentlich gar nicht will
    .

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    AW: Angst vor klärendem (Trennungs-)Gespräch

    Was spricht gegen den Brief?

    Ansonsten sehe ich es wie Lufti. Wenn du dir sicher bist, dass du dich trennen willst, sag das genau so: „Ich will die Scheidung.“

    Und vorher legst du dir einen Plan zurecht, WIE du dir das mit den Kids, dem Haus und dem ganzen drumunddran so vorstellst. Über Organisatorisches scheint ihr ja reden zu können. Nutze das.

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    AW: Angst vor klärendem (Trennungs-)Gespräch

    Vielleicht ist er sogar erleichtert wenn Du den Mut hast zu sagen, ich will die Scheidung - denn er ist ja auch nicht glücklich.

    Du bist Frau, Du bist stark -Du kannst das.
    I make no excuses for being me...

    Mckenzie

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    AW: Angst vor klärendem (Trennungs-)Gespräch

    Zitat Zitat von wings1979 Beitrag anzeigen
    Ich vermute, dass es ihm ähnlich geht, weiß es aber aufgrund mangelnder Gespräche nicht ganz genau.
    Glaubst Du, Dein Ansinnen wird ihn total überraschen?

    Hast Du das Thema *Trennung* bisher noch nie anklingen lassen?

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    AW: Angst vor klärendem (Trennungs-)Gespräch

    Wäre eine Paarberatung etwas für euch? Mit dem Ziel der Trennungsbegleitung natürlich.
    Da hättest du Unterstützung.
    Das Ziel musst du ihm ja vorher nicht mitteilen. Das ist zwar nicht ganz ehrlich, aber seine Art mit dir umzugehen und dass du dich dem nicht gewachsen fühlst, rechtfertigt das meiner Meinung nach.

    Alles Gute!

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    AW: Angst vor klärendem (Trennungs-)Gespräch

    Zitat Zitat von wings1979 Beitrag anzeigen

    Warum ich mich unwohl fühle und so nicht weiterleben möchte?
    - Wir lachen kaum noch zusammen.
    - Wir berühren uns schon lange nicht mehr.
    - Wir schlafen seit 1,5 Jahren nicht mehr zusammen.
    - Er hat an vielem, ständig etwas rumzunörgeln = schlechte Alltagsstimmung
    - Wir kommunizieren nur noch über Organisatorisches
    - Wir teilen unsere Gedanken nicht mehr; die emotionale Verbindung ist weg
    - Wir engagieren uns beide nicht viel für unsere Beziehung
    - Ich fühle mich alleine oft besser, als mit ihm zusammen.
    - Ich habe kein Verlangen mehr, ihn zu berühren
    - seine Musik nervt mich, meine ihn.
    - etc.


    Ich vermute, dass es ihm ähnlich geht,

    Die Kinder lieben ihren Papa. Wenn er sich Zeit nimmt, dann für sie.
    Hervorhebung von jaws

    Ich bin mir sicher, dass es ihm ähnlich geht und er nur wegen der Kinder noch nicht von Trennung gesprochen hat.

    Die Frage ist halt, ob ihr tatsächlich die Trennung durchziehen wollt oder ob ihr mit fachkundiger Hilfe erstmal zu konstruktiven Gesprächen findet, um eurer Ehe noch eine Chance zu geben. Nachdem zwei Kinder betroffen sind, sehe ich da schon eine gewisse Verpflichtung sich um Hilfe zu bemühen um zu einer tragfähigen Entscheidung zu gelangen.

    lg jaws
    Geändert von skirbifax (04.06.2021 um 09:30 Uhr) Grund: Zitatveränderung gekennzeichnet - Änderungen am Originalzitat bitte selbst angeben
    Es gibt keinen Weg zum Glück -

    glücklich sein ist der Weg.

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    AW: Angst vor klärendem (Trennungs-)Gespräch

    Liebe Wings, das klingt wirklich erstmal traurig und schwierig, das tut mir sehr leid für dich und ich wünsche dir, dass das Gespräch und die folgende Trennung "friedlich" ablaufen.
    Du hast in deiner Überschrift von "klärendem Trennungsgespräch" geschrieben, vielleicht wäre es für dich einfacher, das "klärend" geistig/gefühlt wegzulassen, denn offenbar klappt "Klärung" ja gerade mit deinem Mann so schlecht.
    Wenn du stattdessen eher "ich teile ihm meine Trennungsabsicht mit" denkst, wirst du vielleicht in deiner Haltung stabiler? Schlussendlich betrifft Klärung ja im Fall einer Trennung kaum mehr das Aufdröseln des warumwiesoweshalbundhättiwariwäri, zumal du schon so lange dran herumdenkst.
    Zu klären ist dann alles, was nach dem Aussprechen der Trennung folgt, also das Organisatorische. Und das muss nicht zum selben Zeitpunkt geschehen.
    Ich würde es vielleicht so angehen:
    Günstiger Zeitpunkt (Kinder in der Schule oä) - Hans-Dieter-Gebhard, ich werde mich von dir trennen und die Scheidung einreichen. Erstmal komme ich bei Friederike-Anastasia unter und wenn wir beide mal drüber geschlafen haben, würde ich mich gern mit dir wieder zusammensetzen und besrpechen, wie wir fürs erste mit den Kindern/Umgang tun und später mit der Scheidung.
    Und sobald er dich niederzuquatschen versucht: Mantra bzw. Schallplatte. Hängengeblieben: Ja, möglicherweise, genau, nur wie gesagt, cih würde dann jetzt zu F.-A. und wir sprechen später weiter.

    Alles Gute dir!!!

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    AW: Angst vor klärendem (Trennungs-)Gespräch

    Ich finde einen Brief nicht schlecht. Dann kann er Dich wenigstens nicht klein reden.

    Und wenn Du weisst, dass Du Dich scheiden lassen willst, dann schreibe ganz genau das.

    Und schreibe dazu, dass die Kinder Euch beiden wichtig sind und dass ihr eventuell Hilfe braucht, das gut hin zu bekommen.

    An der Stelle kannst Du sagen, dass er Dich oft an die Wand redet. Und dass Du nicht weisst, wie Du die Kinder mit ihm besprechen sollst.

    Ihr könntet deswegen zu einem Therapeuten gehen. Nicht um Euch wieder zusammen zu bringen, sondern um darüber zu reden, wie Ihr es den Kindern sagt und wie man das Sorgerecht aufteilen soll. Mit einem guten Therapeuten kann er nicht wieder zu quasseln anfangen.

    Glückwunsch zu Deiner Entscheidung!

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    AW: Angst vor klärendem (Trennungs-)Gespräch

    Zitat Zitat von Hin_und_weg Beitrag anzeigen
    Wäre eine Paarberatung etwas für euch? Mit dem Ziel der Trennungsbegleitung natürlich.
    Da hättest du Unterstützung.
    Diesen Vorschlag finde ich gut. Ein Brief fungiert gut, wenn man Gefühle oder Sachverhalte klar darlegen möchte, aber darum geht es bei euch doch nicht mehr. Zudem würde er wahrscheinlich den Brief verbal zerpflücken oder ihn ignorieren oder belächeln (gemäß dem, wie du sein Kommunikationsverhalten beschreibst).

    Teilst du ihm einfach so mit, dass du dich trennen möchtest, hast du wahrscheinlich die A...karte und er wird das gegen dich verwenden, auch dann, wenn er sich mit den gleichen Gedanken trägt.

    Ich kenne solches Kommunikationsverhalten und man kann sich schlecht dagegen durchsetzen. Wenn du hingegen einfach sagst, dass du nicht mehr glücklich bist und eine Paarberatung vorschlägst, ist der Ball in seinem Feld. Er stimmt zu oder nicht, er versucht dich davon abzubringen, er erklärt dich für verrückt, etc. Beharre darauf, eine Paarberatung zu machen und geh' auf anderes einfach nicht ein.

    Ich bin sonst auch für Kommunikation auf Augenhöhe, aber mit manchen Menschen ist das einfach nicht möglich. In diesem Fall (wenn du Trennung ansprichst) müsste man in Betracht ziehen, dass du für alles verantwortlich gemacht wirst.

    Deshalb würde ich vorschlagen, ihm in dem Moment nichts negatives zu sagen, denn egal was du sagst, er wird sich etwas herauspicken und darüber sprechen, anstatt über die vorgeschlagene Paarberatung.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft!

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