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    Umfrage Ehevertrag - zugunsten Selbstständiger?

    Hallo ihr Lieben,

    ich schreibe diemal - wirklich - nicht für mich, sondern für eine gute Freundin.

    Sie erzählte mir ganz beiläufig, dass ihr Freund von ihr, sollten sie mal heiraten, einen Ehevertrag verlangt.
    Beide sind seit etwa mehr als einem Jahr zusammen gezogen, Kinder sind geplant. Zusammen sind sie schon länger.

    Hintergrund - er ist selbstständig tätig. Vertrag soll wohl so grob aussehen, dass sie pro Ehejahr bei Scheidung eine feste Summe bekommt.
    Angeblich wäre das ja auch so bei einem Kumpel von ihm.
    Zitat: "Er will nicht sein ganzes Vermögen verlieren."

    Ich mache mir schon seit längerem Gedanken, zugegeben, weil ich ihn immer als hm, sparsam empfunden habe. Ok, bis jetzt nur sparsam. Aber nun? Geiz? Bei jeder Anschaffung muss sie sich rechtfertigen, auch bei der Wohnung.
    In den Urlaub fahren beide nicht, bzw. sie alleine, weil "zu Hause ist es doch so schön". Dabei fährt sie sehr gern weg, bzw. macht das mehrmals im Jahr.

    Sie verdient weniger als er, beide leben das 5050 Modell. Da nicht in den Urlaub gefahren wird, fallen auch keine Extras an.

    Ich habe ihr ganz klar geraten, NICHTS zu unterschreiben, was sie schlechter stellt als das, was ihr von der Rechtslage her zustehen würde (wäre alles andere nicht eh sittenwidrig?).

    Ich mache mir etwas Sorgen - wie sehr ihr das?

    Ich halte Eheverträge in bestimmen Fällen für sinnvoll - bei grösseren komplexen Familienunternehmen beispielsweise.

    Aber gerade, wenn Kinder geplant sind - halte ich nicht viel davon, dass eine Mutter auf etwas verzichtet, was ihr (und indirekt den Kindern) zusteht.

    Nur damit jemand sein Geld auf dem Konto behält (er ist halt ein grosser Sparer), halte ich es nicht für sinnvoll.

    Oder spinn i?

    Oder würdet ihr etwas unterschreiben, was euch benachteiligt? Wenn ja, warum?

    Danke für eure Einnschätzung,
    Sugar

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    AW: Ehevertrag - zugunsten Selbstständiger?

    Ist er als Selbstständiger in einem verkammertem Beruf tätig? Zahlt er freiwillig in die DRV? Sie sollte in dem Fall von Kindern unbedingt festschreiben, dass ihr der Einkommensverlust bei der Rente ausgeglichen wird, auch solange sie noch verheiratet sind. Dann nachehelichen Unterhalt im Falle von Kindern. Und sinnvoll wäre es sicher, so sie diesen Mann heiraten und mit ihm Kinder haben will, dass sie sehr darauf achtet, beruflich deswegen nicht ins Hintertreffen zu geraten. Er soll einen Vertragsentwurf machen und sie diesen einer eigenen Anwältin zeigen.

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    AW: Ehevertrag - zugunsten Selbstständiger?

    Na ja, bei einem Ehevertag muss man/frau ja nicht gleich an Nachteile denken, sondern es geht um faire(!) Regelungen. Die trifft man am besten solange die Liebe noch groß ist.

    Grade bei Selbständigen kann ein Ehevertrag auch ein Schutz sein für den/die Ehepartner/in: wenn das Geschäft den Bach runter geht, ist der/die andere dann nämlich auch nicht im Boot. Ansonsten können Vereinbarungen getroffen werden, z.B. wenn eine/r schwerpunktmäßig Kinder und Haushalt betreut etc. und dadurch z.B. Nachteile bei der Altersversorgung entstehen.

    Mein Ehevertag hat mir nach der Scheidung ein gutes Leben ermöglicht, mir viele nervige und teure Streitereien erspart und nein, von uns war keine/r selbständig, sondern wir sind beide ganz normale "abhängig Beschäftigte", kein "komplexes großes Familienunternehmen" .

    Bereits mit der Unterschrift am Standesamt unterschreiben beide einen "Ehevertrag", was vielen garnicht klar ist. Der beinhaltet die Standardregelungen, die der Gesetzgeber festgelegt hat. Ob die auf einen selbst passen, muss jede/r selbst rausfinden und eventuell Abweichungen vereinbaren. Was ist daran schlimm ?

    Klar, gegen einen Ehevertrag sind immer diejenigen, die von der Standard-Ehe laut Gesetz profitieren werden. Höchstwahrscheinlich . Aber das mit dem "Profit" kann schnell ein Trugschluss sein, wenn es Spitze auf Knopf steht. Erlebt grade eine Tochter meines Partners in Corona-Zeiten, ohne Ehevertrag.

    Nebenbei: auf Kindsunterhalt und eine Mindest(!)absicherung kann man auch per Ehevertrag nicht verzichten, das ist sittenwidrig. So einen Vertrag wird in Deutschland kein Notar beurkunden würde ich mal sagen.

    Unterschreiben muss keine/r etwas, klar. Es geht um faire Regelungen, nicht mehr und nicht weniger. Was fair ist, darüber kann verhandelt werden, auch klar. Aber wer sich dem grundsätzlich verweigert, mit so einer Person halte ich eine Ehe für mehr als fragwürdig. Und ich würde die Frage stellen: "bist du an meinem Vermögen interessiert oder an meiner Person?". Solange eine Beziehung gut läuft wird ja eh nicht nach "mein und dein" gefragt finde ich: beide verbraten, was da ist und machen sich ein mehr oder weniger gutes Leben.

    In deinem geschilderten Fall scheint mir das Problem aber nicht der Ehevertrag zu sein, sondern möglicherweise der grundsätzlich unterschiedliche Umgang mit Geld .

    Gruß Elli
    Geändert von elli07 (22.02.2021 um 05:09 Uhr)
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt. Mit zwei kleinen lässt sich keine Schlucht überwinden (David Lloyd George)

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    AW: Ehevertrag - zugunsten Selbstständiger?

    Zitat Zitat von Sugarnova Beitrag anzeigen
    Bei jeder Anschaffung muss sie sich rechtfertigen, auch bei der Wohnung.

    In den Urlaub fahren beide nicht, bzw. sie alleine ...
    Dann wird Deine Freundin ja mittlerweile auch wissen, wie der Mann, den sie eventuell heiraten und mit dem sie Kinder will, tickt.

    Und sie ist hoffentlich so clever, einen Ehevertrag im Vorfeld einem eigenen Anwalt vorzulegen. Hat @taggecko ja bereits erwähnt.

    Vertrag soll wohl so grob aussehen, dass sie pro Ehejahr bei Scheidung eine feste Summe bekommt.
    Das ist sicher nur einer der Bestandteile eines Ehevertrages.

    Deine hehre Absicht in allen Ehren, @Sugarnova - aber ich halte es nicht für zielführend, hier aufgrund der spärlichen Informationen und Annahmen konkrete Ratschläge zu geben.

    Es wäre bestimmt sinnvoller, wenn Deine Freundin hier selbst schreibt, sobald das Thema akut für sie ist und sich entsprechende Fragen und Zweifel auftun.

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    AW: Ehevertrag - zugunsten Selbstständiger?

    Zitat Zitat von taggecko Beitrag anzeigen
    Ist er als Selbstständiger in einem verkammertem Beruf tätig? Zahlt er freiwillig in die DRV? Sie sollte in dem Fall von Kindern unbedingt festschreiben, dass ihr der Einkommensverlust bei der Rente ausgeglichen wird, auch solange sie noch verheiratet sind. Dann nachehelichen Unterhalt im Falle von Kindern. Und sinnvoll wäre es sicher, so sie diesen Mann heiraten und mit ihm Kinder haben will, dass sie sehr darauf achtet, beruflich deswegen nicht ins Hintertreffen zu geraten. Er soll einen Vertragsentwurf machen und sie diesen einer eigenen Anwältin zeigen.
    Danke dir, liebe taggecko.

    Dass mit der eigenen Anwältin war ihr gar nicht klar (Anwälte beraten ja nur eine Partei).

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    AW: Ehevertrag - zugunsten Selbstständiger?

    Zitat Zitat von elli07 Beitrag anzeigen
    Na ja, bei einem Ehevertag muss man/frau ja nicht gleich an Nachteile denken, sondern es geht um faire(!) Regelungen. Die trifft man am besten solange die Liebe noch groß ist.

    Grade bei Selbständigen kann ein Ehevertrag auch ein Schutz sein für den/die Ehepartner/in: wenn das Geschäft den Bach runter geht, ist der/die andere dann nämlich auch nicht im Boot. Ansonsten können Vereinbarungen getroffen werden, z.B. wenn eine/r schwerpunktmäßig Kinder und Haushalt betreut etc. und dadurch z.B. Nachteile bei der Altersversorgung entstehen.

    Unterschreiben muss keine/r etwas, klar. Es geht um faire Regelungen, nicht mehr und nicht weniger. Was fair ist, darüber kann verhandelt werden, auch klar. Aber wer sich dem grundsätzlich verweigert, mit so einer Person halte ich eine Ehe für mehr als fragwürdig. Und ich würde die Frage stellen: "bist du an meinem Vermögen interessiert oder an meiner Person?". Solange eine Beziehung gut läuft wird ja eh nicht nach "mein und dein" gefragt finde ich: beide verbraten, was da ist und machen sich ein mehr oder weniger gutes Leben.

    In deinem geschilderten Fall scheint mir das Problem aber nicht der Ehevertrag zu sein, sondern möglicherweise der grundsätzlich unterschiedliche Umgang mit Geld .

    Gruß Elli
    Danke dir - aber warum sollte sie einen Vertrag unterschreiben, der sie schlechter stellt als das Gesetz?

    Zum "im Boot" - es ist seine Firma, für Schulden haftet sie doch erst, wenn sie einne Bürgschaft unterschreibt (er arbeitet allerdings in einer krisensicheren Branche)?

    Ich weiss, dass sein Verhalten in finanziellen Angelegenheiten ab und an in ihrer Familie kommentiert wird.

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    AW: Ehevertrag - zugunsten Selbstständiger?

    Zitat Zitat von Sugarnova Beitrag anzeigen
    Danke dir - aber warum sollte sie einen Vertrag unterschreiben, der sie schlechter stellt als das Gesetz?

    Zum "im Boot" - es ist seine Firma, für Schulden haftet sie doch erst, wenn sie einne Bürgschaft unterschreibt (er arbeitet allerdings in einer krisensicheren Branche)?.....
    Warum sollte er etwas unterschreiben, das ihn möglicherweise benachteiligt ? Also die Ehe nach der Standard-Regelung des Gesetzgebers ? Ich sagte es in meinem Beitrag vorher schon: unterschreiben muss keine/r etwas. Er aber auch nicht, dann geht's halt nicht aufs Standesamt und gut is.

    In der Standardehe gilt die Zugewinngemeinschaft, sprich im Fall einer Scheidung wird nicht nur der Zugewinn sondern auch ein Zuverlust geteilt. Krisenfeste Branche ? Haha, das dachte die Tochter meines Partners auch mal. Bis Corona kam, dumm gelaufen. Abgesehen davon gibt es Wechselfälle des Lebens wie Krankheiten etc.

    Wie denkt sich das deine Freundin: Schulden bzw. wenn der Laden nicht läuft ist es seine Sache, vom Profit, also wenn der Laden läuft will sie profitieren ? Sag ich mal nix zu...... Bei einer Ehe geht es um faire(!) Regelungen für beide(!), darüber darf durchaus verhandelt werden.

    Eine Beratung ist unabdingbar. Eine Beratung, die nur die eigenen Interessen im Blick hat.

    Gruß Elli
    Geändert von elli07 (22.02.2021 um 06:29 Uhr) Grund: Ergänzung
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt. Mit zwei kleinen lässt sich keine Schlucht überwinden (David Lloyd George)

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    AW: Ehevertrag - zugunsten Selbstständiger?

    Zitat Zitat von Sugarnova Beitrag anzeigen
    Danke dir - aber warum sollte sie einen Vertrag unterschreiben, der sie schlechter stellt als das Gesetz?

    Zum "im Boot" - es ist seine Firma, für Schulden haftet sie doch erst, wenn sie einne Bürgschaft unterschreibt (er arbeitet allerdings in einer krisensicheren Branche)?

    Ich weiss, dass sein Verhalten in finanziellen Angelegenheiten ab und an in ihrer Familie kommentiert wird.
    Warum sollte sie überhaupt einen Vertrag unterschreiben?
    Die Eheschliessung als solches ist ja kein Vertrag. Weil eben verschiedene Elemente fehlen. Wie etwas zu liefern und fordern zu können, und zwar nicht erst bei Beendigung der Ehe.

    Mir würde das Verhalten des Mannes nicht gefallen.
    Gerade wenn zwei Menschen über Geld so anders denken.

    Ich glaube wirklich immer noch: die beste Basis ist Vertrauen und mit einem Menschen zusammen zu sein der einen guten Charakter hat.

    Gerade bei Selbständigen.
    Was nützt der schönste Vertrag wenn eine Partei lügt und betrügt?
    Das gilt ja selbst im Geschäftsleben. Da zählt nämlich auch Vertrauen - und Rechtssicherheit.

    Der Mann wird schon noch ein paar tolle Eigenschaften haben.
    Auf lange Sicht wäre mir das zu wenig.

    Es gibt bestimmt noch Männer bei denen das kein Thema ist.

    Misstrauen als Ausgangsbasis ist nicht nur unromantisch sondern untauglich.
    Was ein Mensch an Geld und Werten vor der Ehe einbringt bleibt doch später sowieso unangetastet.

    Und einen Mann der - wenn er kann - die Mutter seiner späteren Kindern nicht großzügig unterstützen will.
    Den würde ich in die Wüste schicken.
    Wenn man von der Sonne spricht,
    so scheint sie auch.

    aus Norwegen

  9. Inaktiver User

    AW: Ehevertrag - zugunsten Selbstständiger?

    Er scheint wesentlich mehr Geld in die Ehe zu bringen.

    Deswegen halte ich einen Ehevertrag für absolut angebracht und vernünftig.

    Deine @sugar Sichtweise finde ich dagegen seltsam.

    Klingt "raffgierig" und nicht fair. Denn du siehst nur das Gesetz im Falle einer Scheidung.

    Aber das Startkapital (von ihm) geht unter.

  10. User Info Menu

    AW: Ehevertrag - zugunsten Selbstständiger?

    Zitat Zitat von Daliah- Beitrag anzeigen
    Die Eheschliessung als solches ist ja kein Vertrag. Weil eben verschiedene Elemente fehlen. Wie etwas zu liefern und fordern zu können, und zwar nicht erst bei Beendigung der Ehe.
    Doch die Eheschließung ist ein Vertrag. Die typischen Merkmale oder wie Du es nennst Elemente vertraglicher Schuldverhältnisse sind: Zwei übereinstimmende Willenserklärungen, Angebot und Annahme.

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