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    Partner verlässt mich nach 18 Jahren

    Hallo Zusammen,

    mein Name ist Betty, ich bin 43 Jahre alt und lebe in Hamburg.
    Ich hoffe, hier ein bisschen Trost, Tipps und vielleicht auch Ratschläge zu erhalten.

    Mein Ex-Partner hat mich am 29.12.2020, für mich, aus heiterem Himmel verlassen. Sagte mir am Nachmittag er bräuchte mal kurz meine Aufmerksamkeit und dann kam der Schock. Ganz emotionslos und kalt sagte er: "Ich verlasse dich und ziehe auch gleich aus. Hast du noch Fragen?" Er sagte dann noch, dass er keine Gefühle mehr für mich hätte und schon seit Monaten darüber grübelt. Ich brach in Tränen aus und er fragte mich immer wieder, ob er mich in den Arm nehmen soll und ob ich noch Fragen hätte. Bestimmt 10 Mal. Ich dachte immer nur: in den Arm nehmen, der hat sie doch nicht mehr alle... Das war gefühlt meine längste und auch kürzeste halbe Stunde in meinem Leben.
    Ich habe dann unsere gemeinsame Wohnung verlassen. Als ich nach 1 Stunde wieder kam, war er mit seinen Sachen weg. Zumindest sagte er noch, dass er nichts aus der Wohnung haben will und ist dann zu einem Freund.

    Viele Fragen sich wahrscheinlich: War das nicht abzusehen? Natürlich. Im Nachhinein irgendwie schon. Aber in so einer Beziehung gibt es gute und auch schlechte Zeiten. Ich habe gedacht, dass es im Sommer wieder besser wird. Nach Corona und nach all dem, was wir im letzten Jahr erleben mussten.

    Eigentlich fing es schon vor 2 Jahren an. Unser 9-jähriger Kater ist ganz plötzlich gestorben. Danach folgte eine Zeit der Trauer und eine Tortur von Katzenzusammenführung mit unserer (bitte verzeiht den Ausdruck) leicht rassistischen Bengalkatze mit wochenlanger Trennung unserer kleinen Wohnung durch Gittertüren und letztendlich der Abgabe einer liebgewonnen Katze, die unsere Bengalin nicht wollte. Das war in 2019. In 2020 kam aber alles noch viel schlimmer. Mein Vater starb Ende Mai, seitdem war viel Unterstützung meiner Mutter erforderlich. Bei meinem Ex gab´s kurz darauf eine Krebsdiagnose beim Stiefvater, ein Wachkoma eines guten Arbeitskollegen und letztendlich der Freitod seines besten Freundes. Der Abschluss des Jahres war für mich der Tod meiner Tante kurz vor Weihnachten und dann noch die Trennung. Ein echt beschissenes Jahr! Nochmals Tschuldigung für den Ausdruck.

    Der Tod des guten Freundes meines Ex empfand ich als Auslöser für seine Sinneswandlung. Keine Ahnung, ob er nun über den Sinn des Lebens nachgedacht hat oder in eine Midlife-Krise reingerutscht ist. Dieser Punkt gab die Wandlung.

    Die ersten Tage nach derTrennung konnte ich nichts runterbekommen. Das kennt bestimmt auch jeder von euch.
    Für mich war die Art der Trennung so schmerzhaft! Ich habe in den Wochen davor immer wieder versucht das Gespräch zu suchen. Ich wurde aber immer abgelehnt und er sagte, dass es nicht an mir läge, sondern an ihm.
    Ich bin so enttäuscht, dass er nicht schon vorher den Mut hatte, mit mir darüber zu reden. Er weiß, dass ich mit abrupten Abschieden sehr große Probleme habe. Ich bin wütend, weil er nicht das Gespräch mit mir gesucht, mich eingebunden hat. Dass man an einer Partnerschaft arbeiten muss, sollte jedem klar sein. Aber da kam gar nix von seiner Seite. Er hat es mit seinen 2 Freunden besprochen, die mich und unsere Beziehung so gut wie gar nicht kennen und auch keine Erfahrung mit langjährigen Beziehungen haben. Hier kommt dann das Gefühl der Enttäuschung durch.

    Ich hab mich am 30.12.2020 mit einer Freundin getroffen, die sehr gezielte Fragen gestellt hat. Nach diesem Besuch bin ich auch zu der Erkenntnis gekommen, dass es wahrscheinlich so besser ist. Warum konnte mein Ex nur nicht mit mir ehrlich über seine Gefühle sprechen? Es bleibt der Schmerz der Trennung, denn diese empfand ich als harten Schlag für mich und unser bisheriges Zusammenleben.

    Mir geht es eigentlich soweit gut. Ich achte auf mich, hab wieder angefangen zu malen und zu lesen, ich mache regelmäßig Sport und gehe an die frische Luft. Jedoch wird einem gerade sooo viel genommen. Man ist durch Corona so eingeschränkt, kann sich nicht viel mit Freunden treffen, sich was Gutes gönnen. Das "allein sein" fällt mir noch schwer. Ich weiß, das wird besser. Und irgendwann kommt auch eine neue Liebe. Die Situation verlangt mir so viel ab. Ich bin ein total rationaler Mensch, aber diese schmerzhaften Gefühle sind da und überrumpeln mich immer wieder.

    Bis auf ein paar Sachen, die unbedingt nach der Trennung geregelt werden mussten, vermeide ich den Kontakt zu meinem Ex. Dazu bin ich noch nicht bereit. Und er hat mir sehr oft geschrieben, dass er auch um unsere guten Zeiten trauert und ständig am Weinen ist. Das kann ich wiederum überhaupt nicht verstehen. Als ich mich damals, nach immerhin 9 Jahren, von meinem Ex getrennt habe, habe ich überhaupt nicht der Zeit hinterher getrauert. Und ich habe meinen jetzigen Ex gegenüber nie gejammert - lediglich, dass ich das alles nicht verstehe, habe ich ihm mitgeteilt.

    Ich denke, irgendwann werden wir wieder einen normalen freundschaftlichen Kontakt führen können. Aber da brauche ich noch ein bisschen Zeit...


    Viele Grüße
    Betty

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    AW: Partner verlässt mich nach 18 Jahren

    Zitat Zitat von Betty1104 Beitrag anzeigen
    Und er hat mir sehr oft geschrieben, dass er auch um unsere guten Zeiten trauert und ständig am Weinen ist.
    Betty, willkommen hier!

    Üble Geschichte … sehr unfair, dass er dich nicht in den zweifelnden Monaten hat wissen lassen, wie es um ihn steht.

    Zur Heilung empfehle ich, den Kontakt für eine zeitlang abzubrechen und dir nicht seine unempathische Heulerei auch noch anzutun …

    ************************************************** ******************

    „Nimm Dein Leben ein bisschen in die Hand. Wenn Du es gut behandelst, dann beisst es auch nicht! “
    [Geschenkt von Gustave]

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    AW: Partner verlässt mich nach 18 Jahren

    Hallo,

    und Danke für deine Antwort.
    Diese unfaire Behandlung ist auch das, was mir so sehr weh tut.
    Darüber hinaus hat er auch noch Freunden am Tag der Trennung Nachrichten geschickt, dass WIR (!) uns getrennt haben und unsere gemeinsamen Freunde sich um mich kümmern sollen...
    Ich habe ihm geschrieben, dass er das unterlassen soll und nicht so ein Blödsinn in die Welt setzen soll. Er mal schön bei der Wahrheit bleiben soll.
    Wie gesagt, hätte er mit mir rechtzeitig das Gespräch gesucht, wäre ich vielleicht nach dem reflektieren ebenfalls zu dem Ergebnis gekommen...

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    AW: Partner verlässt mich nach 18 Jahren

    du bezweifelst also bzw. stellst in abrede dass er mental in der lage war mit dir darüber zu reden?

    wie war er in der beziehung als mensch? introvertierter als du? war er in der beziehung der grosse redner oder eher der grosse schweiger, die meistens sehr viel mit sich selbst ausmachen?


    du fühlst dich unfair behandelt.

    wie hätte eine trennung überhaupt ablaufen können damit du dich fair behandelt fühlst?
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

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    AW: Partner verlässt mich nach 18 Jahren

    Ja, ich denke, er war mental nicht in der Lage mit mir darüber zu sprechen.
    Eigentlich war er immer der große Redner. Allerdings nicht in Dingen, die ihn emotional berühren. Dazu war er meist nur leicht angetrunken in der Lage. Ihr wisst schon, Kinder und Betrunkene sagen immer die Wahrheit.

    Er hat oft Ideen gehabt, die er aber nicht umgesetzt hat. In seinem Job ist er schon seit Jahren unglücklich. Ich habe ihn immer wieder bestärkt, etwas Neues zu suchen/machen. Was auch immer, ob Selbständigkeit oder auch was ganz anderes. So war es bei vielen Dingen. Ich will jetzt Gitarre lernen... Taten folgten aber nicht. Auch deshalb finde ich es so verletzend, da es Dinge, wie z.B. der unbefriedigende Job, in seinem Leben gab, die ihn schon sehr lange störten/belasteten, er aber das Thema nicht angefasst hat. Und jetzt fängt er als erstes an, mich "auszusortieren". Obwohl ich denke, dass nicht ich sein Problem war.

    Meine optimale Trennung? Naja, einen richtigen Zeitpunkt gibt es nie - das weiß ich. Aber ich hätte mir schon gewünscht, dass er mal mit mir das Gespräch gesucht hätte. Beim Gläschen Wein oder so? Dass er dann gesagt hätte, dass er sich bei seinen Gefühlen für mich nicht mehr sicher ist und wie ich das Ganze sehe. Natürlich hätte mich das auch getroffen. Dann hätte ich aber auch schon mal reflektieren können und wäre ggf. zum selben Ergebnis gekommen. Oder ich hätte daran arbeiten wollen. Das hätte man dann besprechen können.

    Ich kenne ja nun noch nicht alle Gründe, warum er sofort "flüchten" musste. Die Zeiten sind halt gerade wegen Corona besonders angespannt. Und wir hatten ja keinen Stress und Streit in der Partnerschaft. Warum konnte er nicht noch ein paar Wochen damit warten? Bis sich die Situation etwas entspannt. Dass man auch mal wieder vor die Tür gehen kann um sich abzulenken? Auch für ihn.

    Ich habe wirklich viele gute Freundinnen, die allesamt sich rührend um mich kümmern, für mich da sind. Mein Ex hat aber nur 2 Freunde und 1 Bruder. Und er ist weg von seinem Umfeld, seinen Freunden gezogen. Ob das gut für ihn ist? Natürlich ist es nicht mehr mein Problem. Dennoch bin ich ja kein Unmensch und die Gefühle für ihn haben auch keinen Schalter

  6. Inaktiver User

    AW: Partner verlässt mich nach 18 Jahren

    Das war bestimmt alles sehr viel.....

    Ich muss aber leider auch schreiben das manchmal solche Erlebnisse (Tod eines Freundes) einen dann schon nachdenken lassen.....

    Das Leben ist kurz. Es kann morgen schon vorbei sein.....

    Bin ich glücklich? War es das jetzt? Will ich so wie bisher weiter leben?

    Diese ersten Fragen muss man mit sich selbst aus machen. An diesem Punkt kann man den Partner noch nicht mit einbeziehen...


    Wenn man dann antworten für sich hat, wäre der Punkt für ein Gespräch mit dem Partner. Und das hat er gemacht. Leider aber mit dem Fakt, daß er keine Lösung bzw. Veränderung mit dir finden wollte.

    Wenn jemand so handelt, hat er meiner Erfahrung nach, schon sehr sehr lange wenn überhaupt, niemals wirklich im Kontakt mit dem Partner gestanden.

    Du hast geschrieben, daß er das emotionale sowieso nur im "angetrunkenen" Zustand mit dir teilte......

    Für dich war die Beziehung ok... Bzw. Grad in einer schwierigen Phase.

    Für ihn anscheinend ein totes Pferd.

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    AW: Partner verlässt mich nach 18 Jahren

    Ja, du bringst es auf den Punkt.

    Irgendwann werde ich bereit sein, mit ihm darüber zu sprechen. Ich habe ihm auch schon gesagt, dass ich noch Zeit brauche und ich dann auf ihn zugehen werde.
    Es gab vor 2 Wochen nämlich ein unbeabsichtigtes aufeinander Treffen. Er sollte noch ein paar Sachen hier abholen und mir 10-15 Minuten bevor er eintrifft schreiben, damit ich hier das Feld räumen kann. Scheinbar hat er eine Nachricht geschickt, die aber aufgrund von fehlendem Empfang nicht an mich durchgegangen ist. Nun ja, plötzlich stand er in der Wohnung und ich war noch da. Und anstatt ne Runde um den Block zu gehen und ein wenig später wieder zu kommen, blieb er. Er grinste mich dann auch noch doof an. Ich schrieb ihm am Fokgetag, dass ich das nicht gut fand. Und er meinte nur, dass er auch überfordert war, aber sich auch irgendwie gefreut hat, mich zu sehen. Sowas verwirrt mich total. Einige Tage vorher hat er mir ein Messer in den Rücken gestochen... Also bildlich gesprochen

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    AW: Partner verlässt mich nach 18 Jahren

    ausmustern, messer in den rücken stechen-

    ich frage mich ob du bereit sein wirst seine erklärungen in ruhe anzuhören, es auch zulassen kannst dass die trennung keine ablehnung von dir als person zu tun hat.

    sondern dass er sein leben verändern will, muss etc. weil sich in ihm drinnen etwas verändert hat.

    du fühlst dich völlig abgewertet und "ausrangiert".






    aus eigener geschichte kann ich dir sagen: mein mann hat mich todtraurig gefragt: warum hast du mir nicht gesagt wie schlecht es dir geht? meine antwort damals war: weil ich nichts mehr gespürt habe und es mir nicht klar war wie schlecht es mir geht.



    von dem was du schreibst- habe ich den eindruck: er ist zum momentanen zeitpunkt völlig mit sich in einem universum. mit allem andern ist er überfordert bzw. hat es überhaupt nicht auf dem schirm.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

  9. User Info Menu

    AW: Partner verlässt mich nach 18 Jahren

    Danke, dass ihr da seid. Es tut echt gut, mal andere Sichtweisen zu hören. Als Außenstehende hat man da natürlich einen anderen Blick drauf als Freunde oder Familie. Das hilft mir.

    Natürlich fühle ich mich irgendwie ausrangiert und abgelehnt.
    Aber es gibt auch noch eine andere Seite, die ich als Befreiung wahr nehme. Denn er hat mich oft auch für Dinge vorgeschoben, die er nicht entscheiden konnte oder wollte. Ein kleines Beispiel.

    Wir wohnen ja in Hamburg. Ich habe meinen Ex ermutigt, sich bei Tesla zu bewerben. Und das mehrmals im letzten Jahr. Nun erfahre ich von einer Freundin, dass er beim letzten Besuch (Anfang Nov. 2020) ihrem Mann erzählt hat, dass er sich ja so gern bei Tesla bewerben möchte, ich aber nicht aus Hamburg wegziehen möchte... Das entspricht überhaupt nicht der Wahrheit.

    Auch hatte er Geheimnisse vor mir. Mochte mir Sachen nicht erzählen. Deshalb empfinde ich die Trennung auch als befreiend. Denn das hat mich auch sehr belastet.

  10. User Info Menu

    AW: Partner verlässt mich nach 18 Jahren

    Hallo Betty,

    bevor ich jetzt mehr (und vielleicht irgendeinen Blödsinn) schreibe: Wie ich es herauslese ist das, was dich im Moment so fertig macht nicht in erster Linie der Verlust von ihm als Mensch, sondern vor allem die unterirdische Art der Trennung (wen würde das nicht erstmal umhauen ...) und die ungewohnte Situation, das Alleinesein. Stimmt das ungefähr so?

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