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    AW: Ehe vor dem Aus?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen

    Herr Ovis tut was, wovon sie noch nicht mal was merken würde, was sie nicht belastet (finanziell, sozial...), was ihr keine Nachteile bringt, keine sexuellen oder andern Krankheiten anschleppt... ausser das, was sie im eigenen Kopf zuerchtbastelt zum Thema.
    Mit dieser Argumentation könnte man auch eine waschechte, handfeste Affäre rechtfertigen und der ein oder andere Fremdgeher tut das ja auch: "Es schadet meiner Frau ja nicht, nimmt ihr nichts weg, im Gegenteil, sie bekommt einen ausgeglichenen, gut gelaunten Ehemann." Wenn die TE davon schreibt, dass ihr Mann sich seiner Gefühle für sie nicht mehr sicher ist, parallel Gefühle für eine andere entwickelt, ist es egal, ob das nur virtuell geschieht oder real ausgelebt wird - da ist ein echtes Problem.

    Und das gehört besprochen. Ich sehe hier allerdings ein Konglomerat von Problemen, die sich ineinander verdröseln und aufeinander Einfluss nehmen. Eine Kinderwunschbehandlung geht an so gut wie keinem Paar spurlos vorbei, auch nicht die daraus resultierende Schwangerschaft und jetzt die Umstellung auf ein Neugeborenes, das viel Aufmerksamkeit braucht. Die neuen Rollen, Eltern sein und sich in diese Rolle finden, gleichzeitig ein Paar sein und als Partner in einer neuen Situation zueinander finden. Dann die Probleme von außen: Der Ehemann wird arbeitslos, entwickelt eine Depression. Beides hat riesige Auswirkungen auf das Selbsterleben, auf das Selbstwertgefühl (nicht umsonst sollte man in einer akuten Depression keine weitreichenden Entscheidungen treffen). Und während der Ehemann arbeitslos wird, macht die Ehefrau Karriere. Hier wird ihm noch deutlicher sein vermeintliches Versagen vor Augen geführt. Und parallel richtet sich die Aufmerksamkeit stark auf die (Planung der) Schwangerschaft, Geburt, Elternwerden.

    Liebe Ovis, im Moment seid ihr beide massiv belastet. Es ist dennoch notwendig, die Paarebene nicht aus den Augen zu verlieren, damit das Fragezeichen im Threadtitel nicht zum Punkt wird. Ich weiß nicht, ob die Komplexität des Themas euch zu sehr überfordert in der aktuellen Situation. Wenn du bei dir vermutest, dass Eifersucht in einem Übermaß eine Rolle spielt (über das Maß hinaus, dass frau in der speziellen Situation der frischgebackenen Mutter ja noch verletztlicher ist, wenn man verlassen werden sollte), dann ist auch das etwas, was du dir genauer anschauen solltest. Ich frage mich nur, wie weit im Moment bei euch die Kraft reicht oder ob ihr möglicherweise Unterstützung von außen benötigt, Eheberatung, vielleicht auch eine Familienberatungsstelle, die nicht nur eure Paarproblematik, sondern auch eure Situation als frischgebackene Familie mehr im Blick hat. Ich an deiner Stelle würde deinem Mann aber auf jeden Fall deutlich machen, dass du eure Ehe als existenziell bedroht siehst, dass es jetzt enorm wichtig ist, nicht mehr auszuweichen, sondern in die Kommunikation zu gehen.

    Alles Gute für euch!

  2. Inaktiver User

    AW: Ehe vor dem Aus?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Leute verlieben sich, das kann's geben. Speziell wenn's sonst Schwierigkeiten und Umbrüche gibt, wie eben zB Depressionen.

    Wichtiger ist, was sie TUN.

    Kommt er nach Hause? Leistet er seinen Teil der Arbeit in Haus und Erwerb? Ist er freundlich, zugewandt, zuverlässig?

    mir scheint, auf der praktischen Ebene sei er so ziemlich tadellos und auch ein guter Vater! - solche Männer sind selten genug, dass man sie nicht leichtfertig zum Teufel jagen soll.
    Das klingt nach einer Vernunftsehe. Er schlägt sie nicht, okay, er taugt gerade nicht als Versorger, aber er ist ein guter Vater (vielleicht), und er poppt auch nicht fremd. Gefühle werden überbewertet.

    Ernsthaft???


    Zumindest, falls man ein Interesse an einer stabilen Familie und einer guten Umgebung für das gemeinsame Kind hat. Was einem wichtiger sein sollte, meiner Auffassung nach, als Befindlichkeiten. ja, auch wenn diese Befindlichkeiten qualvoll und schmerzhaft sind.
    Die Gefühle eines Säuglings sind garantiert nicht wichtiger als die seiner Eltern. Und m. E. sind BEIDE Eltern unglücklich in dieser Ehe. Kinder brauchen glückliche, liebende, stabile Eltern, nicht unbedingt welche, die zusammenwohnen und sich selbst verleugnen. Davon ab wäre ich dann doch lieber gleich für ne Trennung, als dem Kind noch auf lange Sicht das Glück seiner Eltern und den Zusammenhalt der Ehe aufzubürden. Und entweder trennen die beiden sich ein paar Jahre später, oder sie sind noch viele Jahre unglücklich miteinander. Das haben weder die Eltern noch das Kind verdient.

    Sie schluckt ihre Gefühle runter, während ihre Eifersucht sie berechtigt oder unberechtigt auffrißt, und er holt sich heimlich, was ihm fehlt.

    Ich halte ihre Eifersucht nicht für unberechtigt. Aber letztlich spielt es keine Rolle, warum beide (!) unzufrieden und unerfüllt in dieser Beziehung sind. Fazit: siehe oben.

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    AW: Ehe vor dem Aus?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Nur weil ein Empfinden da ist, bedeutet es nicht, dass es eine gute Idee sei, es unzensiert und unkontrolliert auszuagieren!

    Zumindest, falls man ein Interesse an einer stabilen Familie und einer guten Umgebung für das gemeinsame Kind hat. Was einem wichtiger sein sollte, meiner Auffassung nach, als Befindlichkeiten. ja, auch wenn diese Befindlichkeiten qualvoll und schmerzhaft sind.
    manchmal fehlen mir hier echt die Worte...😳

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    AW: Ehe vor dem Aus?

    ...mir auch. Die Empfehlung sich klar über die eigenen Befindlichkeiten und Schmerzen hinwegzusetzen - one way natürlich - macht mich echt sprachlos. Genau wir der Tenor "er nimmt ihr doch nichts weg". Doch! Das Urvertrauen das zu einer intakten Ehe gehört! Ich empfinde den Mann als zutiefst illoyal. Und in meiner Beziehung bin ICH diejenige die deutlich mehr Freiraum braucht.

  5. gesperrt

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    AW: Ehe vor dem Aus?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Die Gefühle eines Säuglings sind garantiert nicht wichtiger als die seiner Eltern.
    Es geht nicht um das, was ein Säugling fühlen könnte, sondern um die gut 20 Jahre oder mehr, die ein Kind von seinen Eltern braucht.

    und da es ja ein Kind aus einer Behandlung ist, ist es ein Wunschkind und ich gehe davon aus, dass im Voraus auch gut überlegt wurde, dass sie es wollen, und warum.

    Das sollte sich von Hormonen und Befindlichkeiten (auf allen Seiten) nicht so leicht umwerfen lassen.

    gruss, barbara

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    AW: Ehe vor dem Aus?

    Redet da eine Blinde von der Farbe?
    life is all about
    finding people who
    are your kind of
    CRAZY

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    AW: Ehe vor dem Aus?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Wenn ich damit rechnen müsste, dass mein Partner mir eifersüchtigerweise alles um die Ohren schlägt, oder mich gleich sofort rausschmeisst, wenn es um meine Bedürfnisse geht, würde ich auch verstummen.

    und andere Leute finden, um darüber zu reden, wenns zuhause nicht geht.

    gruss, barbara
    In welcher Ausprägung sich ihre Eifersucht zeigt wissen wir nicht.
    Auf mich wirkt die TE, eher ein Stück weit diplomatisch, möchte sich aber auch nicht zum Narren machen lassen.

    Seine Probleme kann sie nicht lösen, er ihre auch nicht. Die Dritte kann seine Probleme aber auch nicht lösen, sie ist aber der Auslöser ihrer Probleme. Schwierig.
    Eine Ehe ist eine Verbindung zwischen zwei Menschen. Nur zwischen diesen beiden Personen ist eine gemeinsame Unterstützung der Problemlösung sinnvoll und hilfreich, sofern man an der Ehe festhalten möchte. Hilfreich wäre ein Paartherapeut hier.
    Natürlich kann man Freunde oder Bekannte nach ihrer Meinung fragen, dennoch sind diese, je nach Interesse dieser, nie neutral.

  8. gesperrt

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    AW: Ehe vor dem Aus?

    Zitat Zitat von Ullalla Beitrag anzeigen
    Redet da eine Blinde von der Farbe?
    mich hat diese riesige Verantwortung so sehr erschreckt, dass ich keine Kinder habe und Verhütung immer sehr ernst nahm.

    weil ich mir selbst eben nicht zutraute, meinen eigenen Standards zu entsprechen, was Minimalanforderungen fürs Elternsein betrifft.

    Andererseits: dass Selbstbeherrschung, Selbstkontrolle und das sich-nicht-Befindlichkeiten-überlassen positive Ergebnisse bringt, erlebe ich täglich. Dash heisst ja nicht unterdrücken oder leugnen der Befindlichkeit - es heisst bloss, sie nicht unreflektiert über alle andern auszugiessen, ohne Rücksicht auf Konsequenzen für mich (geht ja noch) und andere (geht nicht!)

    gruss, barbara

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    AW: Ehe vor dem Aus?

    Selbstkontrolle bestimmt. Selbstverleugnung sicherlich nicht.

  10. Inaktiver User

    AW: Ehe vor dem Aus?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Es geht nicht um das, was ein Säugling fühlen könnte, sondern um die gut 20 Jahre oder mehr, die ein Kind von seinen Eltern braucht.
    Elternschaft - ja. Die braucht das Kind.

    Partnerschaft der Eltern - nein.

    Ich kenne genug glückliche und unglückliche Kinder sowohl aus guten wie aus schlechten wie aus getrennten Elternbeziehungen, dito von alleinerziehenden wie auch bei ihren Großeltern aufgewachsenen. Was die Kinder definitiv belastet, ist die Trennungssituation. Aber Streit und unglückliche Eltern belasten Kinder nicht weniger. Ein Kind, was die Trennung gar nicht aktiv miterlebt oder gar nie in einem Papa-Mama-Kind-Idyll aufwächst, das vermißt das erst recht nicht.

    Es gibt andere Kulturen, da zieht ein ganzes Dorf ein Kind auf. Es gibt Kinder mit zwei anwesenden Eltern, die gehen lieber ins Heim.

    Eltern haben genau eine Verantwortung: Ihrem Kind bedingungslose Liebe und Unterstützung zu geben. Und selbst diese Bedingungslosigkeit hält sich irgendwann in Grenzen.

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