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  1. Registriert seit
    11.01.2020
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    Wegen der Kinder bleiben?

    Liebes Forum,

    nun habe ich mich endlich dazu durchgerungen, einen eigenen Strang zu eröffnen.
    Ich würde mich sehr über eure Erfahrungen -sei es als Kind oder Mutter/Vater- freuen.
    Ich bin verheiratet, Anfang 40 und habe 2 Kinder.
    Mein Mann und ich gehen liebevoll miteinander um, meine Gefühle für ihn sind jedoch irgendwo erloschen. Das geht schon einige Jahre so, aber letztlich war für mich trotzdem alles ok. Wir hatten ein schönes Leben und Trennung kam für mich nie in frage. Zu groß war die Angst, dass die Kinder (kiga Bzw Grundschule) Schaden davon tragen. Und auch wenn ich vielleicht emotional meinem Mann gegenüber nicht mehr so bei der Sache war, verstanden wir uns ja gut und die Kinder hatten ein schönes Familienleben.

    Jetzt habe ich jedoch vor einiger Zeit (mittlerweile 2,5 Jahre, wobei die Affäre noch nicht so lange läuft) einen Mann kennen- und lieben gelernt. Hätten wir beide keine kinder, hätten wir schon längst unsere Partner verlassen.
    Wir haben aber halt eben Kinder. Die in jeweils soweit „heilen“ Familien aufwachsen. Würde nur noch dicke Luft herrschen, würde ich mich natürlich sofort trennen. So ist es aber ja nicht.
    Mit welchem Recht darf ich also unseren Kindern ihre „heile Familie“ nehmen. Welchen Schaden werden Sie davon tragen?
    Soll ich die Zähne zusammenbeißen und bei meinem Mann bleiben, bis die Kinder erwachsen sind?
    Ich weiß, dass ich die Beziehung zu meinem Freund nicht hätte eingehen dürfen. Und ich weiß, dass da bereits der Hund begraben liegt.
    Dass das moralisch unseren Partnern gegenüber unterste Schublade ist, wissen wir auch.
    Wie oft stand ich schon kurz davor, meinem Mann reinen Wein einzuschenken. Und habe es nicht getan. Weil ich feige bin.
    Und wenn ich meine kinder, die so glücklich und sorglos wirken, ansehe, bricht mir das Herz.
    Ja, werdet ihr sagen, dann beende halt die Affäre.
    Und ja, Ihr habt recht: vielleicht muss ich genau das tun und eben mit meinem Mann zusammen bleiben, bis die Kinder groß sind. Dass das ihm gegenüber unfair ist, versteht sich von selbst.
    Deswegen meine Frage: gibt es glückliche Scheidungskinder? Und wenn ja: wie kriegt man das hin???
    Und wo geht man hin, um das hinzukriegen? Zu einer Beratungsstelle? Zum Kinderpsychologen? An wen wendet man sich? Außer an dieses Forum?

    Eine verzweifelte Julija

  2. Avatar von bifi
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    AW: Wegen der Kinder bleiben?

    Nein! Beende beides!

    Ehe, weil zu lange betrogen. Jetzt "nur" zu beichten und "absegnen lassen" ist keine erwachsene Reaktion.
    Affäre, da AF Familie hat, er sollte losgelöst von Dir seine Entscheidung treffen.
    Für die Kinder ist es das beste, wenn Du nicht mehr in der Lüge lebst.

    Abgesehen davon halte ich die Dramatik "was tue ich meinen Kindern an, wenn ich mich trenne" für vollkommen unangebracht. Hat Dich auch nicht interessiert, als Du die Affäre eingegangen bist.

    Du hast Angst, Zweifel, was auch immer, wegen Dir selbst. Sei ehrlich zu Dir.

    Only my cent.

    bifi
    "Schau lange und genau auf die Dinge, die dich erfreuen - zumindest länger als auf die Dinge, die dich ärgern."
    Sinonie - Gabriele Colette


    Denken und Sein werden vom Widerspruch bestimmt
    Aristoteles - Griechischer Philosoph

  3. Avatar von Sneek
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    AW: Wegen der Kinder bleiben?

    Zitat Zitat von Julija2 Beitrag anzeigen
    Ja, werdet ihr sagen, dann beende halt die Affäre.
    Und ja, Ihr habt recht: vielleicht muss ich genau das tun und eben mit meinem Mann zusammen bleiben, bis die Kinder groß sind. Dass das ihm gegenüber unfair ist, versteht sich von selbst.
    Woher willst Du wissen, was wir sagen werden? Du besch**ßt Deinen Mann seit über zwei Jahren, es sei denn, Ihr habt offene Ehe vereinbart. Das finde ich unfair.


  4. Registriert seit
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    12

    AW: Wegen der Kinder bleiben?

    Ich sehe hier keine "heile" Welt, ich sehe Betrug, Lügen, Heimlichkeiten und Menschen, die in ihren Beziehungen unzufrieden und unglücklich sind.

    Daher fände ich eine Trennung wesentlich sinnvoller, als Kinder ein solch kaputtes Beziehungsmodell vorzuleben, denn Kinder haben durchaus feine Antennen und spüren es, wenn so viel im Argen liegt.

  5. Avatar von starsandstripes
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    AW: Wegen der Kinder bleiben?

    Ich melde mich mal zu Wort als Scheidungskind. Meine Eltern haben sich getrennt als ich ca 5 Jahre alt war (dass da schon vorher lange Zeit etwas nicht in Ordnung war, habe ich irgendwann im Teenager-Alter begriffen - die beiden hatten irgendwann getrennte Schlafzimmer, wir haben wenig als Familie unternommen, ect.).

    Heute bin ich 28 und kann nicht sagen, dass ich unglücklicher oder glücklicher als andere Kinder gewesen wäre. Wichtig war für mich im Nachhinein betrachtet, dass meine Eltern ihr Eheleben und ihre Gefühle für- oder gegeneinander klar von meiner Erziehung und dem Umgang mit mir getrennt haben. Es gab nie irgendwelche Streitigkeiten um das Umgangsrecht, beide hatten einen respektvollen Umgang miteinander, konnten sich gut absprechen und ich hatte immer das Gefühl, dass Mama und Papa beide für mich da sind. DAS ist für mich das Entscheidende.

    Keine Mutter und kein Vater sollten an einer unglücklichen Ehe festhalten, nur um den Kindern eine schöne Kindheit zu ermöglichen (wie viel davon wäre überhaupt echtes Glück?). Wichtig ist, dass ihr gemeinsam einen Weg findet, beide für eure Kinder da zu sein, auch wenn ihr zwei getrennt seid und lebt.

    Alles Gute.


  6. Registriert seit
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    AW: Wegen der Kinder bleiben?

    Julija,

    warum kannst du nicht mit deinem Mann sprechen statt zu versuchen, eine einsame Entscheidung zu treffen?

    Liebt er dich denn noch oder fehlt auch ihm etwas in eurer Beziehung?

    Es geht um euere Beziehung, um euere Kinder; ihr seid beide involviert.
    Solltet ihr da nicht zusammen nach Lösungen suchen?

    Kann es eine Familienwohnung sein, in der die Kinder leben, abwechselnd von euch betreut?

    Kann es ein Haus sein mit zwei getrennten Bereichen, so dass die Kinder euch beide haben?

    So viele Jahre...so wenig Vertrauen.

    Warum ihr vor Beginn dieser Affäre nicht miteinander reden konntet, spielt vielleicht auch noch eine Rolle.


  7. Registriert seit
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    AW: Wegen der Kinder bleiben?

    Zitat Zitat von starsandstripes Beitrag anzeigen
    Heute bin ich 28 und kann nicht sagen, dass ich unglücklicher oder glücklicher als andere Kinder gewesen wäre. Wichtig war für mich im Nachhinein betrachtet, dass meine Eltern ihr Eheleben und ihre Gefühle für- oder gegeneinander klar von meiner Erziehung und dem Umgang mit mir getrennt haben. Es gab nie irgendwelche Streitigkeiten um das Umgangsrecht, beide hatten einen respektvollen Umgang miteinander, konnten sich gut absprechen und ich hatte immer das Gefühl, dass Mama und Papa beide für mich da sind. DAS ist für mich das Entscheidende.
    Was für ein schöner, guter und wichtiger Beitrag @starsandstripes . Ich denke, meine Kinder knapp ü20ig würden ihn unterschreiben, denn so haben wir das als Eltern gelöst und lösen es bis heute.

    Als Familie sind wir bis heute ein ganz wichtiges Konstrukt, mit einem sehr guten Verhältnis untereinander. Der Vater unserer Kinder und ich sind wohl das, was man "ziemlich beste Freunde" nennen könnte. Zu unseren Kindern haben wir ein gutes, offenes Verhältnis und ich bin sehr sicher, dass sie keine beziehungsgeschädigten Erwachsenen sind, wie sich schon jetzt zeigt.

    Nur Mut @die TE und v.a.D. zur Ehrlichkeit.
    Und ja. Das spüren selbst junge Kinder schon, ich habe darauf immer verzichtet, auch wenn es manchmal "tough" schien/sicher auch hier und da war (was bin ich dafür angefeindet worden, auch in meiner eigenen Familie).

    Für mich war es dennoch der eindeutig bessere Weg in jeglicher Kommunikation bzw. auch das, was wir unsern Kindern dadurch mitgaben, -geben. Der Kindsvater sagte mir mal vor ein paar Jahren, obwohl er sehr gelitten hatte, genau das hätte die Freundschaft "danach" überhaupt erst möglicht für ihn gemacht.
    ...

    Es mag menschlich sein und Trennung ist nie einfach. Aber Lügenkonstrukte fliegen einem oftmals irgendwann um die eigenen Ohren, sich hinter den Kindern zu "verstecken", das lese ich etwas dabei raus, ist im Grunde ein Indiz, dass man eine Menge Angst hat. Auch das ist menschlich, hält einen aber gefangen.

    In einer solchen (Lebens)Lüge zu leben und meinen, das sei die bessere Option für die eigenen Kinder, den Mann, den man mal geliebt hat und schätzt (?)?
    Persönlich hätte ich das nicht gekonnt, gewollt.

    Meine Einschätzungen, alles Gute @die TE.
    Maxïmo Park: "The reason I am here".

  8. Avatar von Vienna__
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    AW: Wegen der Kinder bleiben?

    Ich bin auch froh, dass meine Mutter nicht bei meinem Vater blieb, wegen uns Kindern. Sie ist seit über 30 Jahren glücklich verheiratet mit meinem Stiefvater und wir mögen ihn sehr.

    Aber was bringt Dir diese Antwort?

    Schlussendlich ist es doch so, dass Du verzweifelt bist. Du liebst einen anderen Mann, der sich aber auch nicht trennen mag. Wie würde es denn aussehen, wenn er sich längst getrennt hätte? Würdest Du dann auch noch so zweifeln? Was ist, wenn Du Dich trennst und er nicht?

    Wie sieht denn Euer harmonisches Familienleben aus im Alltag? Ich kann mir das gar nicht vorstellen. Deine Gefühle sind für Deinen Mann erloschen. Merkt der nichts? Oder geht es ihm ggf. genauso und er hat auch jemand anderen nebenbei? Schlussendlich spielst Du Deinen Kindern was vor. Bist unehrlich zu ihnen. Du und Dein Mann seid auch unehrlich, was Euch angeht. Ich würde so etwas nie wollen, das ständige, tagtägliche Lügen und heile Welt vorspielen. Weder als Kind, noch als Partner, noch als Mutter.

    Schade finde ich, dass Du Deine Ehe vollkommen auf die Elternebene schiebst. Das sind zwei Paar Schuhe und haben gar nichts miteinander zu tun. Man kann immer tolle Eltern sein, egal, ob man auch ein Liebes-/Ehepaar ist oder nicht. Was sind denn die wirklichen Gründe, warum Du das tust?

    Und Hilfe und Unterstützung kannst Du in allen Bereichen finden. Was das Rechtliche angeht beim Anwalt, was das Persönliche angeht z.B. bei der Caritas oder auch bei einem Therapeuten etc. Alleine wirst Du nicht sein. Es gibt genügend Hilfsangebote.

  9. Moderation
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    AW: Wegen der Kinder bleiben?

    Ich seh das ein bisschen anders. Aus zwei Gründen: Erstens kenne ich einige erwachsene "Scheidungskinder", die durchaus ein paar Blessuren davon getragen haben. Gerade kleine Kinder leiden sehr, wenn sich die Eltern trennen - hatten wir kürzlich auch im Bekanntenkreis. Wie alt sind eure denn?

    Der zweite Grund: In dem anderen Mann findest du genau die Dinge, die du in deiner jetzigen Beziehung vermisst. Die Dinge, die an der jetzigen Beziehung gut findest (auch wenn sie dir im Moment gar nicht so bewusst sind), werden dir vermutlich an der neuen Beziehung fehlen. Zumindest ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Affärenmann "nur" eine Lücke füllt - mehr aber auch nicht.

    Man kann die Liebe zurückholen. Wenn man das will.
    Always be a little kinder than necessary. – James M. Barrie

    Moderation in den Foren "Rund um den Job", "Rund ums Eigenheim", "Fehlgeburt" und "Wissenschaft und Umweltschutz"

  10. Avatar von Vienna__
    Registriert seit
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    AW: Wegen der Kinder bleiben?

    Zitat Zitat von Cariad Beitrag anzeigen

    Man kann die Liebe zurückholen. Wenn man das will.
    Dann wollen aber die meisten wohl nicht. Oder wie erklärst Du Dir die Scheidungsrate?

    Ich glaube nicht daran, dass man "Liebe zurückholen" kann. Ausnahmen wird es geben klar.

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