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  1. Registriert seit
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    Was ist aus uns geworden?

    Hallo

    ... und warum? Die Frage stelle ich mir schon die ganze Zeit... Die letzten Jahr war ich in einer wundervollen und harmonischen Beziehung. Habe mit meinem Partner viele Höhen und Tiefen erlebt und wir waren beide sehr glücklich zusammen. Er hat Kinder aus einer früheren Ehe, ich habe keine und für ihn war das Thema Kinder abgeschlossen. Da er diesen Entschluss schon vor unserer Zeit gefasst hatte, war das indiskutabel und ich hatte mich damit abgefunden (ich wollte ihn als meinen Partner und nicht als Samenspender). Seine Kinder hatte ich wirklich sehr gerne und wir hatten immer viel zusammen unternommen.

    Irgendwann in den letzten 6 Monaten unserer Beziehung wurde es nicht mehr harmonisch. Äussere Umstände (Stress mit der Exfrau, Kinder und kranke Familienangehörige beiderseits) hatten dazu geführt, dass wir uns gegenseitig verletzten oder uns stritten.

    Nur aus Vernunftgründen habe ich mich von ihm getrennt - das Herz wollte das nicht. Ich konnte es nicht mehr mit ansehen, wie das eine Kind sich vernachlässigt fühlte, das andere sich kaum noch meldete, wir uns stritten, er sich unter der Woche komplett mit Trainingseinheiten (verschiedene Sportarten) zu terminierte, sein Nikotinkonsum stieg und sogar Suchtverhalten zeigte, mehr von zuhause aus arbeitete als im Büro ... usw. Er meinte, er hätte die Midlife-Crisis. Ich wollte ihm den Raum geben, wieder zu sich und wieder zu uns zu finden.

    Trotz der Trennung blieben wir Freunde und hatten viel Kontakt zueinander. Auch als er wieder krank wurde stand ich ihm zur Seite. Kurz darauf hatten wir einige sehr schöne Dates und ich glaubte wirklich an ein Revival. Vor Weihnachten wollte er sogar den einen Weihnachtsfeiertag mit mir zusammen verbringen. Wir machten etwas aus - aber im gleichen Telefonat sagte er mir, er sei jetzt seit kurzem in einer Beziehung mit einer anderen Frau.... Er wolle aber gerne mit mir eine Freundschaft für`s Leben haben, weil wir zusammen soviel durchgestanden haben.

    Meine Welt ist zusammen gebrochen... Wir haben uns am geplanten Tag (Weihnachten!!!) ausgesprochen, aber er war und ist nach wie vor überzeugt davon, dass er jetzt in der richtigen Beziehung ist. Wenige Tage nach dem Kennenlernen war er sogar mit ihren Kindern zusammen (ohne seine eigenen!) im Skiwochenende. Für 3 Skitage wirft er all die Jahre einfach weg, ich hätte ihn zu sehr bemuttert... Ja, stimmt das war wirklich so.

    Warum? Er war zuvor fast 3 Monate im Krankenhaus und durch einen anderen furchtbaren Vorfall war ich traumatisiert und habe danach nur noch funktioniert. Damit seine Kinder (Teenager) nicht vernachlässigt werden... Dabei habe ich mein eigenes Leben aus den Augen verloren, was ich dann selber merkte und auch für mich regeln wollte.

    Ich hatte immer auf alles Rücksicht genommen und hatte immer versucht, alles unter einen Hut zu bekommen. Es hatte nicht gereicht, die Leichtigkeit, Unbeschwertheit waren weg. Einen ONS oder eine Affäre hätte ich ihm verzeihen können. Aber jetzt kommt eine fremde Frau und er kümmert sich um ihre Kinder anstatt um die eigenen? Ich verstehe die Welt nicht und es bricht mir das Herz. Seit Weihnachten versuche ich mich so gut es geht abzulenken (war schon einige Male beim Arzt). Aber dieser grausame Schmerz hört einfach nicht auf...

  2. Avatar von silberklar
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    AW: Was ist aus uns geworden?

    Liebeskummer ist schmerzhaft, für jeden Menschen.

    Wenn der Ex-Partner eine neue Beziehung hat wird die Trennung noch mal fester zementiert. Dann ist es eindeutig aus.

    Mach dir deine Gründe bewußt, warum du dich getrennt hast. Du wirst es sicher gut abgewogen haben und diesen Entschluß aus der Sicherheit das nur dieser Weg für dich richtig ist, gefaßt haben.
    Durchsage:

    "Achtung, es wurde eine herrenlose Damenhandtasche gefunden ..."


  3. Registriert seit
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    AW: Was ist aus uns geworden?

    Ich war damals der festen Überzeugung, dass eine Trennung die einzige Möglichkeit ist. Nur merke ich, dass ich auch Fehler gemacht und ihn mit dem ein oder anderen Thema unter Druck gesetzt habe. All das tut mir so unendlich leid und im Eifer des Gefechts habe ich das damals gar nicht realisiert.

  4. Avatar von luftistraus
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    AW: Was ist aus uns geworden?

    Hallo Grande-Soya-Chai

    kann es sein, das du so enttäuscht bist, weil du das Gefühl hast

    1. einfach ersetzt wurdest
    2. Er für sie mehr gibt als für dich
    3. Du die Trennung bereust

    ??????

    Wenn ich so nachrechne, wart ihr gerade mal 3 Jahre zusammen. Davon ein halbes Jahr schon in der Krise.....


    Nach 2 Jahren ist die Verliebtheit verflogen und der Alltag stellt sich ein. Er schätzt dich und möchte dich weiter in seinem Leben haben, aber halt nur noch freundschaftlich.

    Lies dir doch mal deinen eigenen alten Strang zu diesem Mann durch. Das er beruflich/privat sehr eingespannt ist, hast du schon zu Beginn geschrieben.

    Da war er auch noch ein vorbildlicher Vater, der sich um seine Kinder sehr kümmerte......

    Menschen verändern sich und die Lebensumstände auch........

    Und leider stellt man irgendwann fest, das es nicht mehr passt oder auch nie wirklich gepasst hat
    Before you argue with someone, ask yourself, is that person even mentally mature enough to grasp the concept of different perspectives. Because if not, there's absolutely no point.


  5. Registriert seit
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    AW: Was ist aus uns geworden?

    Zitat Zitat von luftistraus Beitrag anzeigen

    Nach 2 Jahren ist die Verliebtheit verflogen und der Alltag stellt sich ein. Er schätzt dich und möchte dich weiter in seinem Leben haben, aber halt nur noch freundschaftlich.

    Da war er auch noch ein vorbildlicher Vater, der sich um seine Kinder sehr kümmerte......
    Ja, das stimmt so! Es geht um diesen Mann und deine Punkte 1 bis 3 sind treffend. Ich hatte nie das Gefühl gehabt, dass es zwischen uns grundsätzlich nicht passen würde. Plötzlich ist nicht nur der Partner weg, sondern auch seine Familie die mich so herzlich aufgenommen hatte. Niemand hatte mit einer Trennung gerechnet.

    Wenn ich genauer darüber nachdenke, fühlte ich mich in den letzten 1-2 Monaten nicht mehr gut in der Beziehung. Ich wollte Dinge, die er mir aufgrund seiner Baustellen einfach nicht geben konnte. Von Anfang an hatte ich ein Hobby mit dem er nichts anfangen konnte und dann mein krankes Haustier wegen dem ich einfach nicht mehr spontan verreisen konnte. Das war ein grosses Problem für ihn.

    Hatten nichts, das wir zusammen hätten für unsere Zukunft aufbauen können, ein Zusammenziehen mit meinen beiden Haustieren wollte er nicht. Als kinderlose fühlte ich mich von Sachen ausgeschlossen (das die Ex in der Hand hatte, er sich aber nicht gewehrt hatte). Von seinen Kindern wurde ich zwar akzeptiert aber nicht wirklich geliebt. Seine Kinder und ihn kenne ich schon seit sehr vielen Jahren und definitiv war nicht ich der Auslöser für die Scheidung. Dass die Kinder damit ein Problem hatten, kann ich also sicher ausschliessen.

    Ich hatte Angst, dass ich etwas verpasse und im Alter vereinsame. So wie der Umgang zu seiner Mutter und Stiefvater ist (sehr distanziert), hatte in mir Unwohlsein, Beklemmung ausgelöst. So wollte ich später von seinen Kindern nicht behandelt werden. Ich wollte wohl zuviel, liess mich von meiner Angst leiten, hatte wenig Lebensfreude und das bereue ich zutiefst. Heute würde ich sehr vieles anders machen.
    Geändert von Grande-Soya-Chai (18.01.2020 um 07:00 Uhr)

  6. Avatar von schafwolle
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    AW: Was ist aus uns geworden?

    Zitat Zitat von Grande-Soya-Chai Beitrag anzeigen
    Einen ONS oder eine Affäre hätte ich ihm verzeihen können.
    Wie kommst Du denn nur darauf, dass Du sogar eine Affäre hättest verzeihen können??
    Das schreibt sich nur mal so locker, aber ich bin sicher, die Realität hätte im Falle eines
    derartigen Vertrauensbruchs ganz anders ausgesehen.


    Zitat Zitat von Grande-Soya-Chai Beitrag anzeigen
    Von seinen Kindern wurde ich zwar akzeptiert aber nicht wirklich geliebt.
    Auch diese Aussage macht mich stutzig.
    Es klingt so, als sei es Deine geheime Erwartung gewesen, von seinen Kindern geliebt
    zu werden.

    Es ist viel wert, dass Du es jetzt richtig erkennst, dass es eigentlich keine Basis gab, die
    eine gemeinsame Zukunft wahrscheinlich gemacht hätte.

    Was hatte er denn gegen Deine Haustiere?

  7. Inaktiver User

    AW: Was ist aus uns geworden?

    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    Wie kommst Du denn nur darauf, dass Du sogar eine Affäre hättest verzeihen können??
    Das schreibt sich nur mal so locker, aber ich bin sicher, die Realität hätte im Falle eines
    derartigen Vertrauensbruchs ganz anders ausgesehen.
    wieso vertrauensbruch? sie sind und waren doch getrennt.


  8. Registriert seit
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    AW: Was ist aus uns geworden?

    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    Wie kommst Du denn nur darauf, dass Du sogar eine Affäre hättest verzeihen können??
    Das schreibt sich nur mal so locker, aber ich bin sicher, die Realität hätte im Falle eines
    derartigen Vertrauensbruchs ganz anders ausgesehen.

    Auch diese Aussage macht mich stutzig.
    Es klingt so, als sei es Deine geheime Erwartung gewesen, von seinen Kindern geliebt
    zu werden.

    Was hatte er denn gegen Deine Haustiere?

    Stimmt, ich hätte es etwas anders formulieren müssen: in der Beziehung wäre das für mich inakzeptabel gewesen. Aber wir waren ja getrennt und da hätte ich ihm die Affäre verziehen.

    Ja, wenn ich es mir ehrlich eingestehe, hatte ich den sehnlichsten Wunsch auch von den Kindern geliebt zu werden. Ich hatte sehr viel dafür getan, dass alles klappt und dass die Kinder nicht unter dem Verlust ihres Vaters leiden müssen.

    Meine Haustiere: ich lebe in einer Singlewohnung und da sind aufgrund der Wohnungsgrösse die Haustiere sehr präsent. In seinem alten Leben gab es aber die gleichen Haustiere und er kann nicht viel mit ihnen anfangen. Meine mittlerweile Senioren, brauchen viel Aufmerksamkeit/Medikamente und nach einer Krankheitsgeschichte (wo meine Katze nicht mehr sauber war und ich immer am Putzen war), ist mein Ex gar nicht mehr zu mir nach Hause gekommen. Ich bin dann immer zu ihm gegangen.

    Ja, die fehlende Basis war der Grund einer Trennung - nur sehe ich das nicht mehr so klar wie damals... Dieser Thread hätte auch heissen können: Wo ist meine Wut geblieben? Ich war damals so klar und heute leide ich so sehr darunter.

  9. Inaktiver User

    AW: Was ist aus uns geworden?

    Zitat Zitat von Grande-Soya-Chai Beitrag anzeigen
    Ich hatte Angst, dass ich etwas verpasse und im Alter vereinsame. So wie der Umgang zu seiner Mutter und Stiefvater ist (sehr distanziert), hatte in mir Unwohlsein, Beklemmung ausgelöst. So wollte ich später von seinen Kindern nicht behandelt werden. Ich wollte wohl zuviel, liess mich von meiner Angst leiten, hatte wenig Lebensfreude und das bereue ich zutiefst. Heute würde ich sehr vieles anders machen.
    das sind gute erkenntnisse, du hast richtig was gelernt. gib dir jetzt etwas zeit.

  10. Avatar von luftistraus
    Registriert seit
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    AW: Was ist aus uns geworden?

    Zitat Zitat von Grande-Soya-Chai Beitrag anzeigen

    Ja, die fehlende Basis war der Grund einer Trennung - nur sehe ich das nicht mehr so klar wie damals... Dieser Thread hätte auch heissen können: Wo ist meine Wut geblieben? Ich war damals so klar und heute leide ich so sehr darunter.
    Ich denke, das du völlig normal denkst.

    Es war ja nicht alles schlecht, sondern man hatte ja auch schöne Dinge.....

    Aber zwischen euch hat es einfach nicht 100% gepasst. Sondern gerade mal lauwarme 50%

    Und nun bist du alleine und da sind 50 Besser als nichts..... also bereust du und wünscht dir die Zeit zurück zu drehen.

    Nein, es wäre nur auf das gleiche Ergebnis raus gekommen. Die unerfüllten Wünsche, keine wirkliche Basis usw.


    Trauere das es leider nicht gepasst hat. Aber verschönige nichts.


    Ganz ehrlich - meine hat da die große Vermutung, das du dir sehnlichst eigene Kinder/Familie wünscht und das hast du auf diesen Mann mit seinen Kindern übertragen. Nun bist du (gefühlt) ganz allein und das willst du überhaupt nicht
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