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  1. Registriert seit
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    Trennung nach Streit

    Ich stehe vor folgender besch** Situation

    Mitte November ist mein Mann ausgezogen.

    Wir waren seit 18 Jahren zusammen, 40/44 Jahre alt, unsere Kinder sind 12 und 14. Wir waren glücklich verheiratet. Schwierigere Zeiten gab es auch , aber auch sehr glückliche, nahe. Wir waren unsere Vertrauten, haben immer gerne Zeit zusammen verbracht, hatten „immer noch“ gerne und guten Sex. Auch er sagt das so.

    In den letzten 3 Jahren hatten wir wieder kehrend einen Konflikt. Oberflächlich ging es darum, dass ich noch mehr in der Familienphase war, er mehr die großen Kinder genießen wollte.
    Unter der Oberfläche war es aber eher eine latente Unzufriedenheit bei mir, die ich gar nicht wirklich an irgendwas fest machen kann. Teilweise war es sehr belastend, dann ging es wieder eine Weile besser. Dann war er glücklich und erleichtert und hat Nähe gewollt. In den Höhepunkten hat er sich eher zurück gezogen. Wir haben drüber gesprochen, es versucht auszusitzen. Irgendwie dachte ich, wenn er mir richtig zuhört und versteht, ginge es weg.

    Im Oktober haben wir dann beschlossen, das anzugehen, auch mit externer Hilfe.
    Der Druck war hoch, er hat sich zurück gezogen, war viel unterwegs, und ich bin wahnsinnig eifersüchtig geworden. Bislang hatte ich das noch nie. Er hat sich weiter zurück gezogen, ich hatte so Angst dass er geht. Es gab einige Szenen und zuletzt schlimme Streits, in denen ich ziemlich ausgerastet bin, sehr verletzende Sachen gesagt hab. Auch das kenne ich nicht von mir.
    Als er dann ging, zunächst ins Hotel, bin ich natürlich erst recht ausgerastet, hab gebrüllt und geheult.

    Inzwischen hat er eine Wohnung für 6 Monate zur Zwischenmiete.

    Zuerst sagte er, dass das so verletzend war, er muss raus um runter zu kommen. Ob das eine Pause auf Zeit ist, konnte er nicht sagen. Später meinte er dann, das Vertrauen ist kaputt, er kann nicht einfach zurück.
    Gemeinsamen Freunden gegenüber hat er gesagt, er braucht Zeit, einen klaren Kopf zu kriegen, danach einen Weg aus dem Teufelskreis zu finden.
    Den Kindern hat er gesagt er weiß noch nicht wann er zurück kommt. Er trifft sie regelmäßig.

    Ich war am Tag nach dem Ausraster in einer psychotherapeutischen Sprechstunde. Ich verstehe selbst nicht, was da passiert. Dass das nicht geht, ist mir klar.

    Ich wollte ihm nicht weh tun. Ich hab versucht, mich zu entschuldigen, eine Aussprache, ihm gesagt dass ich mich darum kümmern muss, wie das so eskalieren konnte, aber keine Trennung will.
    Ihn setzt das unter Druck. Er kann nicht mehr, er muss raus, Auszeit.
    Letzte Woche hat er mir das ausrichten lassen, nicht mal persönlich. Ich hab ihn angerufen, es kam nochmal zum Streit, und immer mehr Richtung Trennung.
    Ich weiß, dass ich ihn erstmal in Ruhe lassen sollte.

    Ich kann das alles gar nicht fassen. In einer Woche von „wir suchen uns Hilfe“ zur Trennung.
    Ich hab ihm die Auszeit zugesagt, jetzt schreibt er mir wenigstens normal Nachrichten.
    Ich hab auch Angst, so die Beherrschung verloren zu haben. Und dass er geht.

    Nächsten Monat wollen wir uns treffen, aber ich hab wenig Hoffnung dass er seine Meinung ändert.

    Kann das wieder heilen, und wie?

    Inzwischen kommt es mir albern vor, dass er nur verstehen soll, auch hier hab ich Termine gemacht.

    Ich wünsche mir sehr, dass wir nicht die 18 Jahre und unsere Familie darüber zerbrechen lassen, aber es sieht alles hoffnungslos aus.. ich würde gerne was tun, er sagt, sein schlimmster Albtraum ist wahr geworden. Aber alles scheint es nur schlimmer zu machen.

    Kati

  2. Avatar von cocoberry
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    AW: Trennung nach Streit

    Zitat Zitat von KKolumna Beitrag anzeigen
    Oberflächlich ging es darum, dass ich noch mehr in der Familienphase war, er mehr die großen Kinder genießen wollte.
    Was muss man sich darunter vorstellen?
    Kann man kleine Kinder nicht auch genießen?
    Ist mit Teenagern die Familienphase beendet, da ist man dann nicht mehr Familie?
    Oder ist damit -etwas verschnörkelt- gemeint, dass ihr euch in Erziehungsfragen, sowie in der jeweiligen Wichtigkeit vom Familienleben nicht einig wart?

    Zitat Zitat von KKolumna Beitrag anzeigen
    Unter der Oberfläche war es aber eher eine latente Unzufriedenheit bei mir,....
    Dann solltest du zu allererst mit professioneller Hilfe dieser latenten Unzufriedenheit auf den Grund gehen. Erst wenn du mit dir im Reinen bist, kann auch die Beziehung wieder ins Reine kommen.
    Allerdings nur dann, wenn beide es so wollen, einer allein ist da machtlos!

  3. Moderation Avatar von maryquitecontrary
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    AW: Trennung nach Streit

    Was hat denn die psychotherapeutische Sprechstunde ergeben?
    that was the river - this is the sea


    Moderation im Forum "Persönlichkeit"

  4. Moderation Avatar von maryquitecontrary
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    AW: Trennung nach Streit

    Ps: die Situation scheint eine ungeheure eigene Dynamik gehabt zu haben. Verlassen werden hat viel ausgelöst und vermutlich ganz alte, geradezu archaische Ängste angestoßen. So dass du dich vielleicht selbst nicht wiedererkannt hast.

    Das finde ich nicht soo ungewöhnlich, aber sicherlich war das eine sehr große Belastung für deinen Partner. Und auch für dich ein erschreckender Kontrollverlust.

  5. Avatar von --martha--
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    AW: Trennung nach Streit

    Spontan: Was willst Du zurück, die gewohnte Situation, weil sie bequem war?

    Womit warst Du latent so unzufrieden? Vor welchem Verlust hast Du derartige Angst, dass Du so aus dem Anzug springst? Wo sind Eure Differenzen?

    Heilen kannst Du das nicht. Du musst - wenn Du willst - schon was mit diesen Scherben anfangen; unter den Teppich gehören die nicht. M. E. solltest Du dafür aber wissen, was Du überhaupt willst, Was Dir fehlt, Was Dich unzufrieden macht und was an Eurer Beziehung bewahrenswert (für Dich) ist.


  6. Registriert seit
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    AW: Trennung nach Streit

    Er will Zeit, er weiß nicht mehr wie er leben will und ob mit Dir...

    Diese Zeit musst Du ihm geben und Du kannst die Zeit nutzen um an Dir zu arbeiten... Du hast/hattest eine Sinnkrise in Deinem Leben, d.h. auch ihr seid nicht mehr auf Augenhöhe gewesen und fandet auch keinen Weg wieder auf gemeinsame Ball Höhe zu kommen.

    Es ist eskaliert, es spielt keine Rolle warum, wieso, er kann so nicht mehr weiter machen, er braucht eine Pause, ob temporär oder für immer Trennung weiß er noch nicht.

    Diese gilt es einfach zu respektieren so weh es tut, wie schwer es auch ist....

    Du hast signalisiert, ich will keine Trennung, er weiß es.

    Vielleicht solltest Du diese Zeit einfach auch für Dich nutzen, Dich ausprobieren...

    Eine Reha machen auf Psychosomatik, nur für DICH!
    Das Leben macht was es will und ich auch!


  7. Registriert seit
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    AW: Trennung nach Streit

    Zitat Zitat von cocoberry Beitrag anzeigen
    Was muss man sich darunter vorstellen?
    Kann man kleine Kinder nicht auch genießen?
    Ist mit Teenagern die Familienphase beendet, da ist man dann nicht mehr Familie?
    Oder ist damit -etwas verschnörkelt- gemeint, dass ihr euch in Erziehungsfragen, sowie in der jeweiligen Wichtigkeit vom Familienleben nicht einig wart?



    Dann solltest du zu allererst mit professioneller Hilfe dieser latenten Unzufriedenheit auf den Grund gehen. Erst wenn du mit dir im Reinen bist, kann auch die Beziehung wieder ins Reine kommen.
    Allerdings nur dann, wenn beide es so wollen, einer allein ist da machtlos!
    Ich rätsel an genau denselben Punkten.

    Wolltest du noch ein zusätzliches Kind, und er nicht mehr ?
    Deine latente Unzufriedenheit.....gehst du arbeiten ? Hast da Stress ?
    Wie ist es mit Hobbys ? Dann frag ich nach genau wie Mary, was hat die Beratung ergeben ?
    Lizzy 27.11.2019

    Den Wind können wir nicht ändern, aber wir können ihm eine andere Richtung geben (Aristoteles)
    Weisst du warum dein Kopf rund ist ? Damit deine Gedanken eine andere Richtung nehmen können


  8. Registriert seit
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    AW: Trennung nach Streit

    Zitat Zitat von KKolumna Beitrag anzeigen
    Als er dann ging, zunächst ins Hotel, bin ich natürlich erst recht ausgerastet, hab gebrüllt und geheult.
    Ach Kati

    Ehrlich, ich finde "brüllen und heulen" wenn man gerade verlassen wird im Rahmen üblichen menschlichen Verhaltens.

    Was wäre denn die Alternative? So tun als ob nix wäre, Zähne zusammen beißen und lächelnd ciao, melde dich sagen?

    Oder war das mit Tätlichkeiten verbunden? (ich habe meinem Ex mal eine Fernbedienung nachgeschmissen und getroffen. Hat mich total entsetzt. Und ich habe diesen Ausraster auch bearbeitet, wie man so schön sagt. Er fands nicht so tragisch)

    Irgendwie kapiere ich euer Problem noch nicht so?

    Du hattest das Gefühl, es müsse sich was ändern? Was?
    Er zieht sich auf deinen Wunsch, was zu ändern zurück? noch mehr zurück?
    Das wiederum packst du gar nicht und du "ziehst" wieder mehr an ihm (Eifersucht, Ausrasten)
    Daraufhin weicht er dir noch mehr aus (das ist leider in geradezu klass. Prinzip. Fast schon Physik...)
    Du wiederum drehst jetzt total am Rad, dass er zurück kommt?
    Und er weigert sich immer mehr.

    so in etwa?


  9. Registriert seit
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    AW: Trennung nach Streit

    Das Ausrasten finde ich auch normal.
    Die Frage ist wo der Knackpunkt liegt. Was ist das Streitthema ? Kann man daran arbeiten ?
    Lizzy 27.11.2019

    Den Wind können wir nicht ändern, aber wir können ihm eine andere Richtung geben (Aristoteles)
    Weisst du warum dein Kopf rund ist ? Damit deine Gedanken eine andere Richtung nehmen können

  10. Avatar von --martha--
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    AW: Trennung nach Streit

    Zitat Zitat von KKolumna Beitrag anzeigen
    Es gab einige Szenen und zuletzt schlimme Streits, in denen ich ziemlich ausgerastet bin, sehr verletzende Sachen gesagt hab. Auch das kenne ich nicht von mir.]
    Echt jetzt? Das findet Ihr alle "normal"? Die Sachen scheinen ihn ja so verletzt zu haben, dass er die Vertrauensbasis nach 18 Jahren in Frage stellt.
    Geändert von skirbifax (09.12.2019 um 12:33 Uhr) Grund: Zitat repariert und zugeordnet

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