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    AW: 30 Jahre zusammen: Trennung ?! Eine Versuch der Ursachenforschung

    Zitat Zitat von Sternenfliegerin Beitrag anzeigen

    Katzi-Mi hat damals wegen dieser unbegründeten und vor allem maßlos überzogenen Eifersucht um des lieben Friedens Willen zurückgesteckt und sich selbst damit viel Lebensfreude und wertvoller Kontakte beraubt.
    Genau das ist ihr Anteil. Sie hat sein "Fehlverhalten" bestätigt, verstärkt.
    "Schau lange und genau auf die Dinge, die dich erfreuen - zumindest länger als auf die Dinge, die dich ärgern."
    Sinonie - Gabriele Colette


    Denken und Sein werden vom Widerspruch bestimmt
    Aristoteles - Griechischer Philosoph

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    AW: 30 Jahre zusammen: Trennung ?! Eine Versuch der Ursachenforschung

    Zitat Zitat von Sternenfliegerin Beitrag anzeigen
    Jetzt mal ganz konkret auf den beschriebenen Fakt angewandt, daß Herr Katzi-Mi ihr freundschaftlichen Umgang mit Männer nicht "erlaubt" hat, was hat da bitte der zweite Partner für einen Anteil dran?
    ganz wertneutral betrachtet: ihr Anteil liegt darin, dass sie sich gefügt hat.

    Damit will ich absolut nicht "selbst schuld" sagen, aber im Grunde geht es um Dynamiken und um die Frage: was trage ich selbst zu einer gewissen Dynamik bei (wozu auch Passivität und/oder ein Ertragen gehören kann), was ist mein Gewinn daraus (z.B. wirtschaftliche Sicherheit, Bestätigung, Sinnhaftigkeit in der Rolle, die ich erfülle usw), und wenn das Leiden größer ist als der Gewinn: mit welchem Verhalten könnte ich die Dynamik verändern (z.B. räumliche Trennung wie hier)

    Insofern hat natürlich jede/r seinen Anteil an dem Geschehen.
    Meist gibt es am Anfang einer Beziehung neben den gesprochenen, auch unausgesprochene Übereinstimmungen. Hier war es vielleicht so, dass zwar beide anfangs mit 16 noch auf Augenhöhe waren, aber aufgrund von Sozialisation oder sonst was schon die latente Bereitschaft, in das spätere familiäre Rollenverhalten zu gehen, schon vorhanden war. Irgendwie "riecht" man das halt, ob man ähnlich tickt oder nicht, wenn es um bestimmte Werte und Lebensvorstellungen geht. Ich bin überzeugt davon, dass das zu der gegenseitigen anfänglichen Anziehung nicht unbeträchtlich beiträgt.

    Ich habe z.B. schon immer eher traditionell gestrickte Männer abgestoßen bzw. sie mich. Das sind kleine Gesten und bestimmte Formen der Sprache und Aussagen, die uns alle "entlarven", wie wir ticken. Und entsprechend springen wir aufeinander an oder nicht.

    Darüber jetzt aber zu reflektieren im Sinne von: warum hast du... finde ich aber wenig hilfreich. V.a. Weil die TE ohnehin anscheinend dazu neigt, bei Konflikten als erstes sich selbst in Frage zu stellen (was vermutlich seeehr viele Frauen hier kennen... ). Ich finde es hilfreicher. genau davon Abstand zu nehmen und erstmal die kraftgebenden Dinge zu stärken, um wieder bei sich anzukommen.

    Es hat viel mit damit zu tun, sich selbst die Erlaubnis geben zu können, dass es einem selbst gut gehen darf, und damit sich selbst aus der Verantwortung für einen anderen Menschen entlassen zu können, aus der Verantwortung, die zu dem Menschen gehört, die er selbst tragen muss, und die man viel zu lange kompensiert hat und darüber sich selbst verloren hat. Denn das kann tatsächlich auf Dauer sehr krank machen. Weil das eben kein gesundes System ist.
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.

  3. Moderation

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    AW: 30 Jahre zusammen: Trennung ?! Eine Versuch der Ursachenforschung

    Zitat Zitat von bifi Beitrag anzeigen
    Genau das ist ihr Anteil. Sie hat sein "Fehlverhalten" bestätigt, verstärkt.
    Das ist mir schon klar.

    Ich halte es aber für wahrscheinlich, daß die Entwicklung von heute sonst damals schon stattgefunden hätte, also auch die Trennung. Vor fast 10 Jahren wären die Kinder noch viel kleiner gewesen und so wie ich das herauslese, war Katzi-Mi damals einfach noch nicht soweit, als Frau Mitte 30, die nur zusammen mit ihrem Mann erwachsen geworden war.
    Es war zu diesem Zeitpunkt also als junge Mutter wahrscheinlich zuviel, aufzubegehren und auf freie Entfaltung jenseits der Familie zu bestehen, wenn genau das die Familie akut gefährdet hätte, was ich so wahrnehme.

    Denn ein liebender Mann, dem seine Frau wichtiger ist als seine Ängste und seine Eifersucht, der hätte die - geschenkte- Zeit sinnvoll genutzt, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und an dieser irrationaler Eifersucht zu arbeiten.

    Stattdessen hat er seine Frau praktisch eingesperrt - und ja, sie hat es mit sich machen lassen.
    Aber was wäre denn damals die Alternative gewesen, wenn eine Seite so wenig bereit ist, an sich zu arbeiten, damalige Trennung, Famlie, Haus und gemeinsame Zukunft zerstört.
    Das ist eine ungeheure Last, mit der muß man erstmal klarkommen.

    Jetzt würde ich es so interpretieren, daß Du, @ liebe Katzi-Mi, auch gegen alle - ziemlich extremen- Widerstände bereit bist, Dein Leben er-wachsen (seiner absurden Kontrolle entwachsen) weiterzuführen und Dich nicht weiter gängeln zu lassen und beschneiden in Deiner Lebensfreude und Deinem Selbst.


    @ Amelie,
    wir haben praktisch zeitgleich geschrieben.
    I don´t know where I´m going- but I´m on my way... Carl Sagan

    Vielleicht geht es auf dem Weg gar nicht darum, irgendwas zu werden.
    Vielleicht geht es darum, alles abzuwerfen, was wir nicht sind,
    so daß wir das sein können, wofür wir bestimmt sind.
    Paulo Coelho



    Moderatorin in den Foren:
    Beziehung im Alltag, Der "gebrauchte" Mann und im Tierforum
    - ansonsten normale Nutzerin

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    AW: 30 Jahre zusammen: Trennung ?! Eine Versuch der Ursachenforschung

    @Sternenfliegerin

    Kennst du von Hans Jellouschek das Buch, welches das Märchen vom Fischer und seiner Frau aufgreift?

    Irgendwie erkenne ich hier die TE in der Rolle des Fischers wieder.

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    AW: 30 Jahre zusammen: Trennung ?! Eine Versuch der Ursachenforschung

    Herzlichen Dank für die vielen Beiträge.

    Ich bin sehr überrascht und muss sagen, alle eure Beiträge treffen zu. Jeder hat seinen Blickwinkel und eigene Ausdrucksweise und alles was ihr geschrieben habt, passt.

    Mit so vielen Kommentaren habe ich gar nicht gerechnet und muss jetzt erst einmal in Ruhe genau nachlesen. Daher entschuldigt, wenn ich zunächst nicht explizit auf jeden einzelnen eingehe. Ich versuche einfach mal allgemein quer durch alle euren tollen Beiträge zu antworten:

    Natürlich ist mein Mann nicht der seelenlose Herrscher über mein Leben gewesen, der mich unterdrückt oder irgendwie unterjocht hat. Ich bin eigentlich sehr stark. Manchmal vielleicht zu stark? Eine Macherin und ich weis, das ich alleine klarkomme. Trotzdem bin ich jetzt sehr traurig. Und habe irgendwo in mir noch die Hoffnung, dass sich alles zum Guten wendet.

    Ja, es gab viele schöne alltägliche Momente und auch einige unangenehme. Warum die jetzt überwiegen in meinem Rückblick? Vielleicht weil ich versuche Gründe für das Scheitern zu finde. Mehr als Gründe für das Bleiben....?

    Alles in allem entdecke ich viele Probleme, die sich aus unseren Herkunftsfamilien in unser Leben übertragen haben und uns dahin gebracht haben, wo wir jetzt sind. Daran kann man nichts mehr ändern - aber sich dessen bewusst werden und entsprechend handeln. Mein Mann lehnt das ab. Es ist allein mein Verhalten, das für ihn das Problem ist. Stimmt ja auch aus seinem Blickwinkel.

    Zu der Fernbeziehungszeit: Leider habe ich mich oft allein gelassen gefühlt von meinem Partner. Klar, er hat gearbeitet. Uns ein relativ finanziell sorgenfreies Leben ermöglicht. Das rechne ich ihm immer hoch an. Eines unserer Kinder hatte ein gesundheitliches Problem und ich habe immer sehr für es gekämpft/kämpfen müssen. Aber es war auch ein bisschen eine Flucht von meinem Mann in dieser Situation- er war oft nicht da für uns. Ich war viel alleine und hatte zum Glück viel Zuspruch von meinen Kollegen und Freunden. Was ihn damals massiv gestört hat. Und ich habe ihm damals auch mal gesagt: Geld ist nicht alles. Er hat mir auch das jetzt vorgeworfen und er rächt sich jetzt, nimmt mir alles materielle und mein Zuhause weg. Aber soll er ruhig. Zum Glück habe ich meinen Job.

    Trotzdem sehe in der ganzen Sache auch meine Anteile. Er hat ein Problem mit Eifersucht und ich weis auch mittlerweile woher das kommt (Thema aus seiner Herkunftsfamilie). Ich habe einfach zu lange gedacht, ich könnte daran etwas ändern - bzw es wäre nicht so wichtig - weil ich ja nix gemacht habe in diese "Eifersuchts"-Richtung. Also habe ich unbewusst mitgemacht, weil ich mich nicht dagegen gewehrt habe. Das hört sich jetzt dramatischer an als es war. Aber wenn man meinen Mann kennen würde, wüsste man das es nicht einfach gewesen wäre dagegen anzugehen. Und wahrscheinlich wäre ich schon früher an dieser Stelle gewesen, an der ich jetzt bin.

    Ich habe auch nicht immer "gekuscht" - habe trotzdem ich wusste, wie er reagiert, halb-private berufliche Treffen gehabt. Aber da war nie das, was er vermutet. Eine Zeitlang habe ich ihm einfach nicht gesagt, wohin ich gehe - oder mit wem, oder warum. Also er hat auch nicht gefragt. Wenn er dann irgendwie mitbekommen hat, wer bei den Treffen dabei war, hat er Theater gemacht. Daraufhin habe ich es ihm immer vorher gesagt -war auch Scheiße! Alles war nicht recht.

    Ich wusste es nicht besser. Bis jetzt. Hinzu kommt seine Persönlichkeit. Narzissmus ist da leider auch ein Thema. Diese Aussage kam von unserem ehemaligen Paartherapeuten, den ich in der Krise nochmal alleine konsultiert habe. War sehr aufschlussreich für mich. Meinem Mann habe ich bis heute nichts von dieser Aussage des Therapeuten gesagt .

    Was dieses "Persönlichkeitsthema" bei meinem Mann betrifft, habe ich mittlerweile relativ viel gelesen und es war so, als ob jemand ein Licht einschaltet - eine Salbe auf meine Seele aufträgt. Es war eine Erkenntnis für mich. Jemand hat da bei mir das Licht angemacht -oder, mir wurden die Augen geöffnet und jetzt kann ich es auch nicht mehr ignorieren. Es war Trost und Fluch zugleich. Eine Freundin sagte: Du hast vom Baum der Erkenntnis gekostet und das kann man nicht rückgängig machen. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob er wirklich ein Narzisst ist. Persönlichkeitsmerkmale davon hat er auf alle Fälle. Teilweise will ich es einfach immer noch nicht wahr haben.

    Ein Grund wieso ich so lange alles mitgemacht habe, ist bestimmt meine Unerfahrenheit in Beziehungen. Meine Naivität bezüglich Männern. Ich hatte keine andere lange Beziehung vor ihm (wie auch mit 16?!) und wenig Erfahrung mit anderen Männern, obwohl ich immerhin 3 andere (Jugend-)Freunde vor ihm hatte. Ich war nie leichtfertig mit Beziehungen. Früher nicht und auch heute nicht. Trotzdem bin ich offen Menschen gegenüber. Und freue mich über schöne Gespräche und interessante Menschen. Ich glaube das stört ihn.

    Mein Mann hat(te) auch sehr schöne, gute Eigenschaften, deshalb würde ich manchmal sehr gerne wieder mit ihm zusammen sein. Er fehlt mir manchmal unglaublich. Trotz allem. Oder ist es nur die Gewohnheit einer Beziehung. Eine Erinnerung? Dann treffe ich ihn wieder, mitten in der Realität, z.B. weil wir wegen der Kids etwas besprechen wollen, und danach bin ich sowas von ernüchtert. Unglaublich. Sachliche Themen kann ich mit ihm besprechen, aber mehr kommt von ihm nie.

    Ich muss immer vorlegen. Und dann sagt er was dazu. Eigeninitiative Fehlanzeige.

    Mein "Hallo-Wach" mit dem Auszug hat bei ihm leider gar nichts bewirkt - ganz im Gegenteil. Ja klar, sagt ihr sicher, er hat auch Schluss gemacht - komm damit klar! Und dann dieses Persönlichkeitsthema. Aber ich hatte eben die Hoffnung ihn damit zum Umdenken zu bringen. Mal darüber nachzudenken, wie es soweit kommen konnte. Das man so niemanden behandelt.

    Auch die Frage, warum er mir immer Untreue unterstellt, habe ich mir überlegt. Vielleicht ist es wirklich sein Wunsch/sein Thema. Frei nach dem Motto: "Was ich selber gerne tu, trau ich auch …." Ich kann, wenn dem so ist oder war, nichts dazu sagen. Wenn er eigene Affären oder Liebeleien hatte, kann ich mich nicht beschweren. Er hat es mich nie spüren lassen. Dennoch kann da durchaus etwas dran sein. Immerhin hat er mir in den letzten kritischen Monaten "gestanden", dass er "auch" schon zweimal während unserer Beziehung in jemand anderen verliebt gewesen war (ohne das da angeblich was war) und jedes mal aus Vernunft-Gründen mit mir zusammengeblieben ist oder diese Liebelei nicht weiter verfolgt hat - und auch weil er mich angeblich mehr liebt. Das fand ich schon irgendwie hart. Es ist durchaus nicht abwegig, dass man jemand anderen attraktiv findet - oder sich verliebt, aber dann sollte man es wenigstens sagen, wenn es für die Beziehung wichtig oder aktuell ist - oder eben den Mund halten. Ich empfand es nur als unnötiges "Nachtreten" - für was auch immer.

    Für ihn ist Schuld ein ganz wichtiges Thema. Ich finde das eigentlich nicht. Jeder hat seine Anteile. Es gibt immer zwei Seiten.

    Manchmal habe ich das Gefühl, er hat mich regelrecht rausgemobbt. Mir solange etwas unterstellt, bis ich gehe. Ich war einfach mürbe. Und jetzt soll ich zurückkommen? Eigentlich will er das Gleiche wie ich. Ich soll meinen Auszug bereuen und zurück kommen. Und ich will, das er seine Äußerungen zurücknimmt und sich mehr um mich bemüht. Eigentlich alles Themen, die miteinander vereinbar wären, wenn da nicht diese Persönlichkeit wäre.

    Mit Abstand betrachtet relativiere ich viel, wenn ich ihn dann sehe - denke ich nur: Nein! Nie wieder tust du mir das an.

    Aber 30 Jahre wirft - und wischt- man nicht einfach so weg.

    An dieser Stelle bleibe ich immer hängen. Es ist glaube ich nur ein kleiner Schritt, den ich tun muss. Aber ich weis nicht, in welche Richtung - und so lange ich keine Klarheit verspüre, kann ich nichts entscheiden.

    Puh, das war jetzt viel mehr als ich schreiben wollte. Lese mir jetzt nochmal eure Beiträge durch. Danke euch sehr.
    Geändert von Katzi-Mi (30.11.2019 um 21:22 Uhr)

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    AW: 30 Jahre zusammen: Trennung ?! Eine Versuch der Ursachenforschung

    Zitat Zitat von Wolfgang11 Beitrag anzeigen
    @Sternenfliegerin

    Kennst du von Hans Jellouschek das Buch, welches das Märchen vom Fischer und seiner Frau aufgreift?

    Irgendwie erkenne ich hier die TE in der Rolle des Fischers wieder.
    Das wurde mir auch schon einmal empfohlen, Ich habe es in der Tat wieder vergessen. Werde es mir besorgen und lesen.

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    AW: 30 Jahre zusammen: Trennung ?! Eine Versuch der Ursachenforschung

    Eure Beiträge sind wirklich alle ganz wunderbar. Danke!

    Ich werde morgen antworten. Bin jetzt sehr müde. Alles sehr aufgewühlt - etwas durcheinander in mir.

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    AW: 30 Jahre zusammen: Trennung ?! Eine Versuch der Ursachenforschung

    Liebe Katzi-Mi,
    ich möchte Dir sagen, dass ich Deine Posts ganz wunderbar finde, sehr durchdacht und reflektiert. Und ganz gehässig und unsachlich denke ich, dass Dein Mann so eine kluge Frau gar nicht verdient.

    Dass Du nicht so einfach loslassen kannst, hat natürlich auch mit der langen Zeit zu tun, die Ihr miteinander verbracht habt.
    Aber ich sehe hier auch etwas, dass meiner Meinung nach ganz natürlich ist: Die Angst vor der Ungewissheit bezüglich Deiner Zukunft. Was vor Dir liegt, ist ein großes, unbekanntes, noch unkonturiertes Etwas. Da erscheint das Bekannte, Gewohnte, Vertraute aus der Vergangenheit plötzlich gar nicht mehr so schlimm, eben weil es bekannt ist. Aber dieses Gefühl schwindet, je mehr Dein "neues Leben" Gestalt annimmt und Du Abstand vom Alten bekommst. Ich wünsche Dir sehr, dass Du nach vorn sehen kannst und Deinem neuen Leben Gestalt gibst!
    Manche Menschen leben so vorsichtig, die sterben wie neu.


    "In Deinem Alter..."
    "Ich bin nicht in meinem Alter!"


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    AW: 30 Jahre zusammen: Trennung ?! Eine Versuch der Ursachenforschung

    Zitat Zitat von Wolfgang11 Beitrag anzeigen
    Was ich in deinen Worten vermisse ist das, was euch 30 Jahre lang verbunden hat, was euch zusammengeführt hat und was euch bewogen hat, ein gemeinsames Leben führen zu wollen.

    Beim Lesen ist in meinem Kopf das Bild eines unsympathischen und trägen Mannes entstanden.

    Entspricht das der Wirklichkeit?

    Hallo Wolfgang!

    Ja ich frage mich auch oft, was hat uns eigentlich die ganze Zeit zusammen gehalten? Das Wissen, das es so ist? Mein großer Wunsch, dass es funktioniert? Es hat einfach gepasst. Trotzdem gab es natürlich Punkte, die ich nicht gut fand. Aber ich konnte damit umgehen. Seine inneren Defizite haben mich gestört. Und es wurde mit zunehmendem Alter immer schlimmer.

    Ein unsympathischer, träger Mann? Manchmal schon. Er konnte ein richtiger A*sch sein, besonders gegenüber anderen, die er nicht mochte. Manchmal rücksichtslos und sehr egoistisch.

    Bei mir war er eigentlich nicht so. Aber ich konnte auch damit umgehen. Ich bin sehr kompromissbereit. Leider. Ein bisschen mehr Grenzen und Kanten in Beziehungsdingen zeigen, muss ich jetzt üben.

    Seit unserer Trennung hat er plötzlich ganz viel unternommen. Vorher war er teilwiese nicht mal zu einem Spaziergang zu bewegen. Geht jetzt in Sport. Fährt in Urlaub. Trifft sich mit Freunden - das hat er früher NIE gemacht. Da bin ich froh und (traurig) erstaunt gleichzeitig.

    Er ist meistens sehr polarisierend. Für gibt es oft nur scharz /weiß. Gespräche in denen es verschiedenen Standpunkte gab, waren nie möglich. Zumindest keine Dialoge. Er hat seine Sicht der Dinge - fertig. Keine Reflektion darüber. Das ist der Hauptgrund, der mich in den letzten Monaten von ihm weggetrieben hat. Es war dadurch keine Kommunikation möglich.

    Grundsätzlich konnte er bei den Leuten, die er mochte, sehr sympathisch sein. Wenn du auf der falschen Seite für ihn gestanden hast oder er sich angegriffen gefühlt hat, hattest Du nix zu lachen.

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    AW: 30 Jahre zusammen: Trennung ?! Eine Versuch der Ursachenforschung

    Zitat Zitat von Lyanna Beitrag anzeigen
    Hallo Katzi-Mi

    Wahrscheinlich bist du so erzogen und hast es im Laufe deines Lebens so gelernt, dass du nach einem angenehmen Gespräch mit einem anderen ein unangenehmes Gefühl haben musst?
    Das machst du ja nun schon seit langem mit, und was hat es dir gebracht?
    Was hat es euch beiden gebracht?
    Ihr habt euch gänzlich auseinander entwickelt, und irgendwann muss es auch mal gut sein!
    Genug ist genug!
    Wieso MUSST DU deinem (gefühlskranken?) Mann die Chance einräumen, dass ihr wieder zusammenkommt?
    Wer sagt das?
    Willst du das?
    Oder denkst du, dass müsste so sein?
    Weil sich das so gehört?

    Nach der Zeit gehört es sich überhaupt nicht mehr.
    Wenn dein Mann wieder mit dir zusammen kommen will, dann könnte er sich doch auch um dich bemühen, oder etwa nicht?
    Und wenn ihr wieder zusammenkommen solltet, meinst du, dass die Vorwürfe und Unterstellungen weniger werden oder aufhören?
    Im Leben nicht, dass scheint bei deinem Mann schon automatisch so abzugehen ...

    Meine Meinung: hab weiter gute Gespräche, triff dich mit Freunden, geniesse dein Leben ...ohne Vorwürfe und Unterstellungen ...einfach nur mal leicht und unbeschwert.

    Dein Mann hat die Beziehung beenden wollen, und nach meiner Ansicht MUSST du jetzt gar nichts mehr in dieserRichtung tun ...ausser dich des Lebens zu freuen.
    Und wegen der Kinder ...es wäre schön, wenn ihr wegen der Kinder normal miteinander umgehen könntet ...
    die Kinder aber gehen in Kürze sowieso eigene Wege ...

    und wenn du dich nicht glücklich machst, wer soll es dann tun?

    Ich verstehe dich.
    Alles Liebe für dich.

    PS.
    das Leben ist zu kurz, um zu versauern oder jemandem hinterherzurennen, der nur an einem rumnörgelt und nichts Positives zum gemeinsamen Leben beizutragen hat.

    Hallo Lyanna!

    Ich bin sowas von bei Dir! Ja er könnte sich bemühen - da kommt nix. Nur Vorwürfe. Klar er ist verletzt. Aber es war nicht überraschend, dass es so gekommen ist und ich ausgezogen bin. Ich habe es ihm mehrere Wochen vorher gesagt, dass ich so nicht mit ihm zusammen leben kann - aber er hört ja nicht wirklich zu. Er tat es als was-auch-immer ab. Hat mich einfach "Überhört"

    Er konnte und kann sich nicht in die Situation versetzten, die mich zu diesem Schritt bewogen hat. Und er war auch nicht bereit etwas dazu beizutragen, das es nicht dazu kommt. Immer nur Vorwürfe - unerträglich.

    Auch heute versucht er nichts - gar nichts.

    Selbst die Kinder sagen, meine Entscheidung ist richtig und längst überfällig gewesen. Traurig und tröstlich gleichermaßen.

    Trotzdem sind noch einige Dinge zwischen uns zu klären. Aber so wie die Sache zur Zeit aussieht, muss ich auch da die Initiative ergreifen müssen.

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