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  1. Registriert seit
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    Für die Familie auf Karriere verzichtet - und jetzt?

    Hallo ihr Lieben, ich hatte heute ein interessantes Gespräch mit meinem Mann. Wir haben uns vor ein paar Wochen getrennt. Hier kurz die Fakten:

    Wir haben 2 Kinder, 19 und 16 Jahre
    Ich bin gelernte Rechtsanwaltsgehilfin und zuletzt, vor der Geburt der Kinder war ich Projektleiterin in einer Eventagentur.
    Ich habe damals in einer 2 1/2 Zimmer Wohnung gewohnt und 5000 DM brutto verdient.
    Ich stand, meiner Meinung nach am Anfang einer lustigen beruflichen Laufbahn, mit einiger Luft nach oben.

    Mein Mann:
    Damals Fahrlehrer bei der Bundeswehr (Zeitsoldat), wohnte damals schon in einem Haus, das er von seiner Oma geerbt hatte.

    Nun zu unserer weiteren Beruflichen Laufbahn als die Kinder kamen (alles in Absprache und beidseitigem Einverständnis):

    Ich:
    Erziehungsurlaub (6 Jahre), zwischendurch mal auf 450 € gejobbt.
    im 6ten Jahr, als beide Kinder im Kindergarten waren, habe ich mich mit einem Onlineshop für antike Stoffe selbständig gemacht.
    Vor 10 Jahren habe ich dann, parallel zu meinem Onlinehandel der immer mehr abgeflaut ist, einen relativ schlecht bezahlten 15 Stunden Job angenommen in einem 2 Mann-Betrieb (also ich und mein Chef). Ohne Aufstiegsmöglichkeiten oder Möglichkeiten der Fortbildung etc.. Dort habe ich 8 Jahre gearbeitet, weil es gut mit der Familie vereinbar war (viel Homeoffice), dort bin ich dann 8 Jahre "hängen" geblieben.

    Vor 2 Jahren, Wechsel in einen 30 Stunden Job in einer Agentur, auch hier leider ohne Aufstiegschancen und ohne besonderen Fokus auf Weiterbildung der Angestellten. Dort wurde ich dann betriebsbedingt gekündigt und bin seit Mai dieses Jahres arbeitslos. Im Januar beginne ich im öffentlichen Dienst, Bezahlung hier vermutlich ca. 1.800 € netto bei einer 40,2 Stunden Woche.

    Mein Mann:
    Fahrlehrer bei der Bundeswehr, nebenher auf der Abendschule das Abitur nachgemacht, dann Studium (Soziale Arbeit). Seit dem Beamten-Karriere im öffentlichen Dienst.

    So und nun der heutige Stand:

    Ich wohne allein in meinem (zum Glück) eigenen 30 qm Apartment und werde ab Januar dann eben einen 40 Stunden Job haben und hoffentlich noch 1.800 € nach Hause bringen.

    Mein Mann wohnt (in seinem eigenen) Haus mit den Kindern (Tochter 16, schulpflichtig, Sohn 19, Lehrling) und verdient als Beamter im gehobenen Dienst ca. 3.600 € netto + Kindergeld.

    Nun zum eigentlichen Problem:

    Da wir beide in der glücklichen Lage sind, Immobilien zu besitzen bzw. im Erbfall zu solchen zu kommen haben wir vor ein paar Jahren einen Ehevertrag geschlossen und den Zugewinn und den gegenseitigen Unterhalt ausgeschlossen.

    Das macht in unserem Fall auch Sinn und ist für mich grundsätzlich ok, sonst hätte ich es nicht gemacht. Nun steht die Trennung ins Haus und ich habe festgestellt, dass ich irgendwie mit dem Ofenrohr ins Gebirge schaue. Mein Mann sitzt in einem großen Haus, hat ein feines Gehalt und sitzt nebenher auch noch auf einem schönen Berg Bargeld. Ok, er hat vermutlich auch mehr Ausgaben und auch die Kinder die mit ihm im Haus wohnen, aber am Ende des Tages bleibt ihm schon ein Batzen Geld übrig.

    Ich habe außer meinem Gehalt keine Rücklagen und nur das "Betongeld", meine kleine Wohnung und ein Haus, das ich mir mit meinen 3 Geschwistern eigentumsmäßig teile mit lebenslangem Wohnrecht meiner Eltern. Geerbt habe ich (zum Glück) noch nicht.

    Insgesamt eine blöde Situation für mich, ich könnte mich aber damit zufrieden geben.

    Jetzt habe ich heute meinem Mann erklärt, dass ich es doof finde, dass ich, nur weil ich auf meine Karriere verzichtet habe, heute so dastehe wie ich es tue. Ich habe auch dazu gesagt, dass ich keinen finanziellen Ausgleich möchte (ist ja gesetzlich eh nicht vorgesehen) aber ich hätte gerne einfach nur die Anerkennung dafür von ihm bekommen.

    Stattdessen stellte er in Frage ob ich überhaupt Karriere gemacht hätte und dass er sich auch um die Kinder gekümmert hätte und "nebenher" studiert. Ich hätte also auch weiter voll arbeiten können und dürfe ihm das jetzt nicht vorwerfen.

    Auf meine Frage, ob er sich vorstellen könnte mir ein zinsloses Darlehen als eine Art Ausgleich zu geben bis ich auch geerbt habe, meinte er, das wäre blöd, weil von einem Zinslosen Darlehen hätte er ja nichts.

    Nun frage ich mich, ob es vielleicht noch andere gibt, die mit dem Verzicht auf ihre Karriere zugunsten der Familie im Nachhinein den Kürzeren gezogen haben. Ich brauche etwas Zuspruch und evtl. den ein oder anderen guten Rat wie ich mit dieser Situation umgehen soll.

    Mein Mann und ich sind uns in allen anderen Punkten der Trennung und was damit einher geht einig. Nur in diesem Punkt halt irgendwie anscheinend nicht.

  2. Moderation Avatar von Utetiki
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    AW: Für die Familie auf Karriere verzichtet - und jetzt?

    Warst Du da eventuell zu sorglos damals?

    Ich verstehe nicht, wozu Du das zinslose Darlehen möchtest?

    Und Du musst doch auch noch Unterhalt für die Kinder zahlen. Ist der in Deiner Zahl von 1.600€ schon berücksichtigt?
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  3. Registriert seit
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    AW: Für die Familie auf Karriere verzichtet - und jetzt?

    Ja, ich war zu sorglos, nein, Unterhalt möchte er nicht (wäre nur für die Tochter) und das Darlehen möchte ich einfach um einen finanziellen Puffer zu haben (Urlaub und was da noch so kommt).


  4. Registriert seit
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    AW: Für die Familie auf Karriere verzichtet - und jetzt?

    Ist es das Haus, welches er damals schon bewohnt hat?


  5. Registriert seit
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    AW: Für die Familie auf Karriere verzichtet - und jetzt?

    ja, er hat damals schon alleine da gewohnt, ich bin dann, als meine Tochter kam mit beiden Kindern zu ihm gezogen und wir haben geheiratet.


  6. Registriert seit
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    AW: Für die Familie auf Karriere verzichtet - und jetzt?

    Du bist erst als das zweite Kind kam mit ihm zusammengezogen?

    Ich finde Ihr habt beide irgendwo Recht. Einerseits stehst Du tatsächlich schlechter da, als Du es ohne Kinder vermutlich tätest finanziell.

    Andererseits: Irgendwo selbst schuld. Du weißt dass er mehr hat als Du (deutlich), und zwar sowohl an Verdienst als auch an Kapital, und dann lässt Du Dich auf so einen Ehevertrag ein.


  7. Registriert seit
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    AW: Für die Familie auf Karriere verzichtet - und jetzt?

    Hallo SusiSorglos2,

    soll das ein Witz sein?
    Falls nicht, warum hast du dem Ehevertrag zugestimmt??? Ansonsten ständen dir aus der Ehe die Hälfte von
    dem in der Ehe erarbeitetem Vermögen zu.
    Ich nehme an, du bist ca. um die 50 Jahre. Eigentlich war zu dem Zeitpunkt schon bekannt, dass man sich
    schlechter steht, wenn man als Frau komplett auf Berufstätigkeit verzichtet und sich ganz der Erziehung
    der Kinder widmet.
    Verstehe aber auch nicht, warum man ein Darlehen haben möchte um in den Urlaub zu fahren. Du hast
    zwei Kinder, die eine Ausbildung / Studium machen wollen. Normalerweise wird heutzutage Frau dafür
    herangezogen und der Vater der Kinder (Anteilmäßig zum Einkommen).


  8. Registriert seit
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    AW: Für die Familie auf Karriere verzichtet - und jetzt?

    Ja, die ersten 3 Jahre war ich sozusagen alleinerziehend. Wegen der finanziellen Verteilung muss ich sagen, wenn wir beide fertig geerbt haben ist es ziemlich gleich verteilt.

    Allerdings möchte ich das mit dem Erbe gar nicht berücksichtigen. Mir geht es alleine um eine verbale Anerkennung, dass ich ihm seine Karriere sozusagen mit ermöglicht und selbst dafür auf meine verzichtet habe. Ich bin mir sicher, dass ich da nicht ganz alleine bin. Ist das nicht ein allgemeines Problem, das viele Mütter betrifft?

  9. Avatar von Paraplumeau
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    AW: Für die Familie auf Karriere verzichtet - und jetzt?

    Zitat Zitat von SusiSorglos2 Beitrag anzeigen

    Insgesamt eine blöde Situation für mich, ich könnte mich aber damit zufrieden geben.

    Jetzt habe ich heute meinem Mann erklärt, dass ich es doof finde, dass ich, nur weil ich auf meine Karriere verzichtet habe, heute so dastehe wie ich es tue. Ich habe auch dazu gesagt, dass ich keinen finanziellen Ausgleich möchte (ist ja gesetzlich eh nicht vorgesehen) aber ich hätte gerne einfach nur die Anerkennung dafür von ihm bekommen.
    Deine Kinder sind 16 und 19, du hättest nicht auf deine Karriere verzichten müssen.
    Ich finde dein Ansinnen unangemessen.

    Dein Mann verzichtet sogar noch auf den Kindesunterhalt, diese Summe hast du im Grunde übrig.
    Wenn ich anderer Leute Innerstes sehen wollte, wäre ich Gerichtsmedizinerin geworden.


  10. Registriert seit
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    AW: Für die Familie auf Karriere verzichtet - und jetzt?

    Nochmal, ich möchte keinen finanziellen Ausgleich, ich möchte nur, dass er anerkennt was ich in diesem Fall "verpasst" habe., nämlich eine Karriere zugunsten der Familie. Und ja, es war natürlich unsere gemeinsame Entscheidung. Aber warum muss ich mir das jetzt vorwerfen lassen?

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