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  1. Registriert seit
    10.10.2018
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    Das war´s jetzt

    Hallo! Ich schon wieder, doch diesmal in einem neuen Forum.

    Ich wollte nur berichten wie es mir ergangen ist und was in den letzten Monaten so passiert ist - und warum ich jetzt die Trennung als einzigen Ausweg sehe.
    Kurz zum Hintergrund: Mein Mann trinkt gerne und oft zu viel, mit und ohne Anlass, am liebsten alleine daheim. Aber nicht nur. Nach vielen Jahren des Streit darüber, habe ich ihm Anfang 2017 ein Ultimatum gesetzt - entweder Therapie oder er muss gehen. Er machte dann die Therapie, aber leider nicht sehr erfolgreich. Wir haben uns zu der Zeit (und schon davor) sehr entfremdet, sodass er schließlich mit einer Ex-Kollegin eine virtuelle Affäre (nur schreiben) einging. Die habe ich aufgedeckt und mit viel Paartherapie und auch einigen Rückfällen seinerseits (die Frau wieder angeschrieben, etc.) haben wir die Kurve gekriegt - vorerst.
    Doch alles was in der Zeit und bis heute so plötzlich aufpoppte, hat mich meinen Mann mit anderen Augen sehen lassen: Er lügt, betrügt, verheimlicht und ist sich prinzipiell immer selbst am nächsten - ohne Rücksicht auf Konsequenzen.
    Seit Jahresanfang kämpfe ich nun mit einer Erschöpfungsdespression, es geht mir - mit Rückschlägen - schon besser. Aber: Wie auch schon bei anderen Erkrankungen davor, gibt es nicht wirklich Unterstützung oder auch nur Verständnis von seiner Seite. Im Gegenteil er wird dann ungut, zornig und lässt mich links liegen. Wenn ich mich dann wieder gefangen habe, darf ich dann auf ihn zugehen und das Gespräch suchen. Letzte Aussage als es mir Ende Sommer wieder schlecht ging (der nahende Schulanfang hat mich fertig gemacht): "Dir geht es schlecht? Was glaubst du wie es mir geht?" Keine Nachfrage, wieso, etc. Ich hab mich dann für seine Probleme interessiert, er schaffte es nicht umgekehrt.
    Außerdem ist der Alk immer noch Thema - seit ca. Mitte des Sommers verbringt er seine Abende und Nächte wieder tw. bis 2 Uhr früh im Arbeitszimmer. Mit zu viel Alkohol und mind. 2 Abstürzen. Am nächsten Tag macht er mit dem Trinken einfach weiter, kein Schuldbewusstsein/Ärger über sich selber wie früher. Abgesehen davon habe ich das Gefühl, dass er sich auch von mir zurückzieht. Und: Eine nicht mal Bekannte hat mir gesagt er habe bei einem Fußballmatch der Kinder eine andere Mutter fotografiert. Sie wolle es mir nur sagen. Daraufhin sehe ich im PC nach - tatsächlich Frau von hinten mit Fokus auf den Hintern und ein heimliches Foto von einer Kollegin und ihren hübschen Beinen. Was soll ich mir da noch denken?? Da ist doch schon das Kind in den Brunnen gefallen - entweder plant er seinen Absprung, will aber dass ich es ausspreche oder er hat heimlich wieder irgendwas laufen.
    Was ich tun muss/werde, weiß ich. Wie hängt auch von ihm ab. Leicht wird es nicht mit den Kindern und nach 20 Jahren.
    Sorry, lang geworden.


  2. Registriert seit
    09.02.2016
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    56

    AW: Das war´s jetzt

    Liebe Miba,

    du hattest ja schon vor einigen Monaten die Situation ähnlich beschrieben.

    Was du alles berichtest sind leider typische Merkmale und Verhaltensweisen eines Alkoholikers. Dein Mann kann nicht anders, er ist suchtkrank. Ändern kannst du deine Mann nicht, da hilft auch kein reden, bitten, betteln, sich aufregen, jammern.... Durch den Alkohol tickt das Gehirn deines Mannes anders. Und er trinkt, weil er trinken muss, er hat es nicht mehr im Griff.

    Wieso magst du dir das weiterhin antun, diese „Alkohol-Wolke“? Auch für deine Kinder ist es belastend.
    Du kannst etwas für dich tun! Wieso gestaltest du dir dein Leben nicht schön für dich und deine Kinder? Schau‘ doch einfach mal auf dich. Es gibt Selbsthilfe-Gruppen für Angehörige, du kannst zur Suchtberatung gehen (unterstützen auch Angehörige). Das wäre zum Beispiel ein erster Schritt, tue etwas für dich, damit wieder Entspannung, Frieden, Kraft, gute Gefühle bei dir kommen können...
    Der Weg ist nicht leicht, aber machbar. Aber du musst bei dir ansetzen, nicht bei deinem suchtkranken Mann.

    Hol‘ dir Hilfe, lass‘ dich unterstützen.

    Alles Gute, Norka

  3. Avatar von Klecksfisch
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    7.449

    AW: Das war´s jetzt

    Du kannst einen Alkoholiker nicht vom Trinken wegbekommen, wenn er das nicht will. Wenn du noch Therapie machst, mache weiter, trenn dich und lebe dein Leben. Laß deinen Mann machen was er möchte. Du wirst ihn nicht ändern. Er kann alle Ärsche auf der Welt fotografieren, wenn es ihn glücklich macht, dann ist es doch gut.

    Wer lange Zeit mit einem Alkoholiker verbringt, der ist co-abhängig. Ist so, Google mal, da wirst du einige Informationen finden. Das ganze Leben dreht sich nur um die alkoholkranke Person. Ich kann dir nur wärmstens an Herz legen, trenn dich und laß deinen Mann sein wie er möchte und kümmere dich nicht daruzm, ob du von ihm etwas bekommst oder nicht. Du rennst einer Maus hinterher und du wirst sie nicht fangen. Lebe dein Leben.

    Reflektieren und ehrlich mit sich sein, aus welchen Motivationen heraus man bestimmte Handlungen ausführt.
    Sei wie die stolze Rose: selbstbewusst, glücklich und frei, und nicht wie das Veilchen im Moose, so dämlich, bescheuert und scheu.
    „Die Sache mit dem streiten ist die, wenn man etwas zurückhält, arbeitet es auf lange Sicht gegen euch“ (Dalai Lama)



  4. Registriert seit
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    AW: Das war´s jetzt

    Miba,
    schlimm ist das !
    Aber es hängt nichts von ihm ab. Besser ein Ende mit Schrecken, wie ein Schrecken ohne Ende.
    Zieh es durch. Hilft alles hirnen nix. Vom AbwArten wird nix besser.
    Den Wind können wir nicht ändern, aber wir können ihm eine andere Richtung geben (Aristoteles)
    Weisst du warum dein Kopf rund ist ? Damit deine Gedanken eine andere Richtung nehmen können


  5. Registriert seit
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    AW: Das war´s jetzt

    Hier stellt sich doch nur die Frage, warum du immer noch da bist und nicht schon lange das Weite gesucht hast.
    Es gibt keinen Weg zum Glück -

    glücklich sein ist der Weg.

  6. Moderation Avatar von ganda55
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    AW: Das war´s jetzt

    Zitat Zitat von jaws Beitrag anzeigen
    Hier stellt sich doch nur die Frage, warum du immer noch da bist und nicht schon lange das Weite gesucht hast.
    Das kann ich mir schon erklären, jaws. Die Änderungsschwürde, der Versuch einer Therapie; eine Frau, die ihren Mann liebt und Kinder mit ihm hat, schaut sich da schon Einiges an. Der Punkt ist halt erst jetzt erreicht, aber dafür endgültig.

    Miba, für 20 Jahre auf und ab ist dein Text nicht lang geworden. Deinen anderen Strang kenn ich nicht, aber es tut mir so leid, dass sich nix gebessert hat und du jetzt diesen Schritt gehen musst. Er wird aber befreiend sein.

    Außerdem laufen da zwei Dinge ungut bei deinem Mann, die getrennt gehören: Die Alkoholsucht auf der einen Seite und die Unehrlichkeit, was andere Frauen betrifft, auf der anderen. Schon mit einem davon lässt es sich als Partner schlecht leben.

    Ich glaube, du solltest dir die Trennung visualisieren und real vorstellen. Und dann die nötigen Schritte tun: Anwaltliche Beratung ist erst Mal das Wichtigste. Scheu dich nicht davor. Deswegen bist du noch lang nicht geschieden.
    Keine Bange, es steckt mehr Kraft in dir als du dir momentan vorstellst.
    Alles Gute dir und deinen Kindern!
    Der Adler fängt keine Mücken.


    Deutsche Tugenden: „Pünktlich wie die Deutsche Bahn, ehrlich wie die Deutsche Bank und sauber wie VW.“
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  7. Avatar von Mailin
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    AW: Das war´s jetzt

    Ich kann nur beipflichten, was schon geschrieben wurde. Das alles ist das typische Verhalten eines Alkoholikers. Daran wirst du nichts ändern. Ohne den eigenen Willen, den Alkohol zu verbannen, besteht keine Aussicht das es besser wiid . Auch wenn er eine Therapie macht und danach eine Selbsthilfegruppe regelmäßig besucht (z.B. Anonyme Alkoholiker), die Rückfallquote ist sehr hoch. Deshalb denke an dich und deine Kinder.
    In der Mitte der Nacht beginnt ein neuer Tag!!

  8. Avatar von Unendlichkeit
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    AW: Das war´s jetzt

    Der Mann denkt weder an dich, noch an die Kinder. Er denkt nur an sich selbst.

    Du hast nichts zu verlieren. Im Gegenteil, wenn du den Mann los bist, bist du auch den Ärger los und kannst mit deinen Kindern ein friedliches Leben führen.
    "...es gibt höchstens hoffnungslose Menschen, aber nie hoffnungslose Situationen..."
    Sprichwort auf Oxtorne


  9. Registriert seit
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    2.025

    AW: Das war´s jetzt

    Miba, so lange sich für ihn nichts gravierendes ändert, hat er gar keine Veranlassung, sich selbst zu ändern.

    Was verliert er, wenn du weiterhin bleibst? Nichts. Du wirst weiter reden und hoffen und er wird sich dein „Genörgel“ anhören, aber es bleibt alles wie bisher. Also schaltet er auf Durchzug und gut ist. ER muss nichts ändern, denn DU änderst nichts.

    Erst wenn er die Familie verliert, wird er möglicherweise munter. Sehr wahrscheinlich ist das aber nicht.

    Wie Farfalle schreibt, es hängt nicht von ihm ab, ob es für dich besser wird.

    Das liegt allein in deiner Hand.
    Trenn dich. Gib Gas!
    Such dir Unterstützung bei einer Beratungsstelle, such euch eine Wohnung und geh endlich!!!!
    Geändert von na_ich (13.09.2019 um 18:18 Uhr) Grund: Korrektur


  10. Registriert seit
    07.12.2018
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    AW: Das war´s jetzt

    Ich schließe mich mal meinen Vorschreibern an : es ist wirklich besser Du trennst Dich von Deinem Mann und lebst in Zukunft ohne diese enorme Belastung ein freies selbstbestimmtes Leben .
    Dein Mann ist krank und braucht Hilfe die Du ihm aber nicht geben kannst .
    Wer weiß vielleicht schafft er ja den Entzug wenn Du ihn wirklich verlässt und er keinen mehr an seiner Seite hat?
    Manche müssen erst alles verlieren um zu begreifen dass sie so nicht mehr weiter machen können

    Natürlich könnte es sein dass er total abstürzt und nur noch säuft aber das sollte dann nicht mehr Dein Problem sein denn er ist selbst für sein Leben verantwortlich .
    Das klingt wirklich hart und ist es auch aber anders verändert sich nichts

    Tue nun etwas für Dich und mache Dich frei von ihm ohne schlechtes Gewissen und Pflichtgefühl .
    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Stärke um alles anzupacken
    Viel Glück 🐞

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