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  1. Registriert seit
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    Erfahrungen im Wechselmodell – positiver Austausch gesucht

    Hallo liebes Forum,

    ich habe über die Suchfunktion leider nichts gefunden, möchte mich aber wie der Titel beschrieben mit Menschen austauschen, die wie ich im Wechselmodell leben. Aus meiner Sicht gibt es wenig Literatur oder Ratgeber, die sich mit dem Thema auseinandersetzen und wirklich unterstützen. In meinem direkten Umfeld gibt es niemanden, mit dem ich mich dazu austauschen kann.

    Zu mir und meiner Situation; wir sind seit 3 Jahren getrennt und haben 2 Kinder (7 und 4 Jahre) und haben uns nach der Trennung dazu entschiedene, dass nicht wir die Entscheidung treffen, zu wem die Kinder das engste Verhältnis und Beziehung eingehen dürfen, sondern dass wir ihnen die Möglichkeit geben wollen, zu beiden Elternteilen gleichermaßen eine Bindung aufzubauen.

    Wir haben uns für feste Wochentage entschieden, so sind die Kinder an 2 Tagen bei meinem Ex-Mann und 2 Tage bei mir, die Wochenenden wechseln wir dann ab. Die Übergabe erfolgt ausschließlich über die Betreuungsorte, d.h. wir haben alles doppelt und schleppen nur sehr gelegentlich Spielsachen oder Klamotten durch die Gegend. Einmal die Woche essen wir zu viert Abendessen und tauschen uns aus über die Dinge, die anstehen und passiert sind.

    Im Großen und Ganzen hat sich alles sehr gut eingespielt, dennoch ist es natürlich nicht nur einfach und ich habe sehr viel ausprobiert, bis es für alle Beteiligten so passt.

    Mir schwebt ein Austausch vor, wie man bestimmte (wiederkehrende) nervige Themen noch einmal anders angeht, wie man sich selbst dazu bekommt, immer wieder Elternebene und nicht die Ex-Paarebene einzunehmen. Wie man lernt, an einem Strang zu ziehen und das Modell erfolgreich zu leben.

    Ich freue mich über einen regen Austausch

  2. Avatar von Malaita
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    AW: Erfahrungen im Wechselmodell – positiver Austausch gesucht

    Hallo Feuerwasser,

    Ich finde es sehr anstrengend für die Kinder, wenn sie alle 2 Tage woanders sind. Kann ja sein, dass sie es gut wegstecken, aber so von meinem Grundgefühl her würde ich die Abstände etwas größer wählen.

    Ich denke, dass ihr ganz pragmatisch und entschieden die Ex-Paar-Ebene vor den Kindern ruhen lassen solltet. Das ist zwar sicher manchmal sehr anstrengend, aber hier geht es um die KINDER und nicht um euch. In eurer Begegnung sollte ganz klar die Elternschaft im Vordergrund stehen und nicht irgendwelche Streitgeschichten von früher oder zynische Bemerkungen dahingehend oder ähnliches.
    Kinder nehmen so vieles auf und am Ende fühlen sie sich sogar noch schuldig, wenn die Eltern sich nicht vertragen....


  3. Registriert seit
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    AW: Erfahrungen im Wechselmodell – positiver Austausch gesucht

    Hallo Malaita,

    vielen Dank für deinen Beitrag.

    Anscheinend habe ich mich etwas missverständlich ausgedrückt: Die Kinder wechseln nicht alle 2 Tage den Wohnort, sondern wir haben feste Tage, an denen die WE mit dranhängen. Das liegt an den Hobbys der Kinder und den Arbeitszeiten von uns Eltern.

    Wir bekommen es normalerweise sehr gut hin mit der Trennung der Ex-Paarebene und der Elternebene, andernfalls würde das Modell nicht funktionieren, denke ich. Ich meinte gelegentliche Abschweifungen.

    Wie lebst du denn im Wechselmodell?

    Viele Grüße!

  4. Moderation Avatar von Margali62
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    AW: Erfahrungen im Wechselmodell – positiver Austausch gesucht

    Ich verschiebe mal in das passende Unterforum "Trennung".

    Gruß

    Margali
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  5. Registriert seit
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    AW: Erfahrungen im Wechselmodell – positiver Austausch gesucht

    Wir leben ein Wechselmodell seit fast 5 Jahren und es klappt ganz gut. Es gibt immer wieder Höhen und Tiefen, wie in einer richtigen Beziehung eben auch, und es kostet Kraft das zu managen. Aber es gelingt ganz gut und unser Kind kommt gut damit zurrecht.
    Wir wohnen sehr nah beeinander, und die Großeltern auch, sodass immer feste Bezugspunkte gegeben sind. Neue Partner haben wir jeweils aber keine. Dann wüsste ich auch nicht so wie es genau wäre.
    Wir wechseln wöchentlich- flexibel, das heißt, wir sprechen jede Woche einzeln ab (arbeiten teilweise im Schichtdienst und Wochenende). Das klappt aber nur, weil wir viel an uns gearbeitet haben, mit Paartherapie und Mediator, es war ein langer Weg und er ist auch nicht zuende gegangen, aber mittlerweile kann ich für uns sagen, dass es passt.

    Im Freundeskreis sieht es da teilweise anders aus. Kommt immer auch drauf an, wie sehr man sich zurückstellen kann bzw gesprächsbereit ist, und die Kinder es verkraften.

    Wie gehts dir mit der Entscheidung? Ist es auch für dich vom Bauchgefühl her ok?


  6. Registriert seit
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    AW: Erfahrungen im Wechselmodell – positiver Austausch gesucht

    Zitat Zitat von Upcycling Beitrag anzeigen
    Wir wechseln wöchentlich- flexibel, das heißt, wir sprechen jede Woche einzeln ab (arbeiten teilweise im Schichtdienst und Wochenende). Das klappt aber nur, weil wir viel an uns gearbeitet haben, mit Paartherapie und Mediator, es war ein langer Weg und er ist auch nicht zuende gegangen, aber mittlerweile kann ich für uns sagen, dass es passt.

    Im Freundeskreis sieht es da teilweise anders aus. Kommt immer auch drauf an, wie sehr man sich zurückstellen kann bzw gesprächsbereit ist, und die Kinder es verkraften.

    Wie gehts dir mit der Entscheidung? Ist es auch für dich vom Bauchgefühl her ok?
    Huhu
    Vielen Dank für deine Antwort. Den ersten Abschnitt finde ich wirklich sehr bemerkenswert, wöchentlich flexibel nach Absprache ist ja sehr fortgeschritten! Wie seid ihr auf den Mediator gekommen?

    Ich kenne aus dem Freundeskreis leider auch nur Kämpfe, die in der Regel auf Kosten der Kinder sind. Da fehlt dann die Trennung in Paar- und Elternebene. Kannst du sagen, wie ihr das geschafft habt? Ich für mich frage mich in Konfliktsituationen häufig, ob ich mich jetzt als Mutter angesprochen fühle oder als Frau. Und alles, was Richtung "Frau" geht, lasse ich umkommentiert, geht ihn nichts mehr an und ist meine Sache. Das hat mir sehr geholfen :simple:

    Mir gefällt unsere Lösung für unsere Kinder sehr gut. Für sie ist das komplett normal und bisher gab es auch noch keine konkreten Anfragen, dass sie das ändern möchten. Wie alt ist euer Kind? Meinst du, es wird sich noch mal umentscheiden bzw. ab welchem Alter ist das ein Thema, das ihr ernst nehmen würdet?

    Einen neuen Partner gibt es seit einiger Zeit in meinem Leben, bei meinem Ex nicht. Das war für alle eine neue Situation, aber auch das hat sich sehr eingespielt und ein Treffen zu fünft ist für alle Beteiligten okay Meinst du, es wäre für dich ein Problem oder eher für deinen Ex?


  7. Registriert seit
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    AW: Erfahrungen im Wechselmodell – positiver Austausch gesucht

    Zitat Zitat von Feuerwasser Beitrag anzeigen
    Huhu
    Vielen Dank für deine Antwort. Den ersten Abschnitt finde ich wirklich sehr bemerkenswert, wöchentlich flexibel nach Absprache ist ja sehr fortgeschritten! Wie seid ihr auf den Mediator gekommen?

    Ich kenne aus dem Freundeskreis leider auch nur Kämpfe, die in der Regel auf Kosten der Kinder sind. Da fehlt dann die Trennung in Paar- und Elternebene. Kannst du sagen, wie ihr das geschafft habt? Ich für mich frage mich in Konfliktsituationen häufig, ob ich mich jetzt als Mutter angesprochen fühle oder als Frau. Und alles, was Richtung "Frau" geht, lasse ich umkommentiert, geht ihn nichts mehr an und ist meine Sache. Das hat mir sehr geholfen :simple:

    Mir gefällt unsere Lösung für unsere Kinder sehr gut. Für sie ist das komplett normal und bisher gab es auch noch keine konkreten Anfragen, dass sie das ändern möchten. Wie alt ist euer Kind? Meinst du, es wird sich noch mal umentscheiden bzw. ab welchem Alter ist das ein Thema, das ihr ernst nehmen würdet?

    Einen neuen Partner gibt es seit einiger Zeit in meinem Leben, bei meinem Ex nicht. Das war für alle eine neue Situation, aber auch das hat sich sehr eingespielt und ein Treffen zu fünft ist für alle Beteiligten okay Meinst du, es wäre für dich ein Problem oder eher für deinen Ex?
    sorry, zitieren hat nicht geklappt.

    Ja, wir sind schon sehr "fortgeschritten", und wir haben wirklich viel an uns gearbeitet. Paartherapie/ Familientherapie, Mediator und viel Geduld und Rücksicht.
    Das geht allerdings nur, wenn beide es wollen, und jeder sich und seine Eitelkeiten zurücknimmt. Wir wollten beide auf keinen Fall, dass unser Kind leidet, der ist jetzt 9. Er kommt ganz gut damit klar, also, eigentlich habe ich gar nicht den Eindruck dass es ihn irgendwie stört. In der Klasse ist er deswegen kein Außenseiter und auch sonst entwickelt er sich völlig normal.
    Wir haben ein paar Regeln: keinen Streit vor dem Kind, keine Absprachen in seiner Gegenwart, die irgendwie problematisch sind und: als geschlossene Elternfront auftreten, an einem Strang ziehen, sogut das geht.
    Manchmal entscheidet mein Ex halt was, was ich nicht so gemacht hätte, aber dann akzeptiere ich es erstmal und dann bespreche ich das mit ihm dann zu nächster Gelegenheit.
    Es war auch ein langer Weg und keineswegs einfach, und ich denke, wir müssen auch immer wieder schauen, dass es auch weiterhin gut klappt. Dafür gibt es keine Garantie, und wir würden dann auch immer wieder zur Familienberatungsstelle gehen, die bieten solche Beratungen und Therapien für Eltern ja kostenfrei an. Das kann ich also nur empfehlen.
    Und es empfiehlt sich, die Beziehung und die Verletzungen absolut aufzuarbeiten. Dann kann man Frieden finden.

    Ich weiß nicht ob für meinen Ex ein neuer Mann ein Problem wäre, also ich denke nicht, aber ich hab es für mich ausgeschlossen, weil ich meinem Kind erstmal alle Ruhe bieten mag. Es mangelt mir aber auch an passendem Gegenstück, wenn das gut läuft und einige Zeit, würde ich den vllt meinem Kind vorstellen, aber das steht grad gar nicht auf dem Plan. Wie läuft es bei euch? Sind die Kinder deines neuen Mannes auch dabei?
    Geändert von skirbifax (20.08.2019 um 22:38 Uhr) Grund: Zitat repariert


  8. Registriert seit
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    AW: Erfahrungen im Wechselmodell – positiver Austausch gesucht

    Ich dachte das "Wechselmodell" heisst, dass die Kinder immer in der gleichen Wohnung wohnen und die Eltern abwechselnd in der Wohnung sie betreuen.

    Oder ist das das "Nestmodell"?

  9. Moderation Avatar von skirbifax
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    AW: Erfahrungen im Wechselmodell – positiver Austausch gesucht

    Zitat Zitat von annakathrin Beitrag anzeigen
    Ich dachte das "Wechselmodell" heisst, dass die Kinder immer in der gleichen Wohnung wohnen und die Eltern abwechselnd in der Wohnung sie betreuen.

    Oder ist das das "Nestmodell"?
    Das ist das Nestmodell.
    Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
    Christian Morgenstern


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  10. Registriert seit
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    AW: Erfahrungen im Wechselmodell – positiver Austausch gesucht

    Zitat Zitat von Upcycling Beitrag anzeigen
    ... Er kommt ganz gut damit klar, also, eigentlich habe ich gar nicht den Eindruck dass es ihn irgendwie stört. In der Klasse ist er deswegen kein Außenseiter und auch sonst entwickelt er sich völlig normal.
    Wir haben ein paar Regeln: keinen Streit vor dem Kind, keine Absprachen in seiner Gegenwart, die irgendwie problematisch sind und: als geschlossene Elternfront auftreten, an einem Strang ziehen, sogut das geht.
    Manchmal entscheidet mein Ex halt was, was ich nicht so gemacht hätte, aber dann akzeptiere ich es erstmal und dann bespreche ich das mit ihm dann zu nächster Gelegenheit.
    Es war auch ein langer Weg und keineswegs einfach, und ich denke, wir müssen auch immer wieder schauen, dass es auch weiterhin gut klappt. Dafür gibt es keine Garantie, und wir würden dann auch immer wieder zur Familienberatungsstelle gehen, die bieten solche Beratungen und Therapien für Eltern ja kostenfrei an. Das kann ich also nur empfehlen.
    Und es empfiehlt sich, die Beziehung und die Verletzungen absolut aufzuarbeiten. Dann kann man Frieden finden.

    Ich weiß nicht ob für meinen Ex ein neuer Mann ein Problem wäre, also ich denke nicht, aber ich hab es für mich ausgeschlossen, weil ich meinem Kind erstmal alle Ruhe bieten mag. Es mangelt mir aber auch an passendem Gegenstück, wenn das gut läuft und einige Zeit, würde ich den vllt meinem Kind vorstellen, aber das steht grad gar nicht auf dem Plan. Wie läuft es bei euch? Sind die Kinder deines neuen Mannes auch dabei?
    Den ersten Teil finde ich wirklich toll! War das bei eurem Kind auch so, dass es das ganze Modell viel selbstverständlicher angesehen hat als ihr? Oder hat er je den Wunsch geäußert, dass ihr wieder zusammen leben sollt?
    Gab es jemals Fragen oder den Wunsch, an dem Konzept etwas zu ändern? Hier spricht das kleine Kind gerne mal davon, dass es lieber zu mir als zum Papa will, allerdings bevorzugt dann, wenn ich etwas nicht erlaube
    Mein Ex erzieht total anders als und bei uns gibt es bei gemeinsamen Treffen die Regel, dass diejenigen Regeln gelten, bei dem man gerade ist. Das führte anfangs eigentlich immer zu Streit, seit wir diese Regel für uns aufgestellt haben, ist das nicht mehr so.
    Mein neuer Partner hat keine eigenen Kinder, findet meine aber ganz prima ich denke, es wird auch so bleiben. Umgekehrt finden meine Kinder ihn auch toll, darüber bin ich sehr froh. Wir haben beim Kennenlernen aber auch sehr darauf geachtet, die Kinder nicht zu überfordern und immer genau ihr Feedback im Auge zu haben.

    Zitat Zitat von annakathrin Beitrag anzeigen
    Ich dachte das "Wechselmodell" heisst, dass die Kinder immer in der gleichen Wohnung wohnen und die Eltern abwechselnd in der Wohnung sie betreuen.

    Oder ist das das "Nestmodell"?
    Genau, das ist das Nestmodell. Wechselmodell bedeutet, dass die gemeinsamen Kinder annähernd gleich häufig betreut werden und somit 2 Wohnsitze haben.

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