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  1. Avatar von Kitty_Snicket
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    AW: Was war bei euch der "Aha"-Moment für eine Trennung nach langjähriger Beziehung?

    Sein Geburtstag stand an. Ich dachte, es wär der Samstag. Hab für diesen Tag eine Party vorbereitet - seine Freunde eingeladen, Essen geplant und eingekauft plus am Tag dann gekocht, Geschenke besorgt. Ich geb zu: ich hab den Tag verpeilt (hatte ihn von Anfang an falsch 'eingespeichert',; die Jahre davor hatte ich's noch halbwegs hingekriegt. Dieses Mal nicht - Fehlleistung, weil die Beziehung schon ziemlich schlecht lief?)

    Für Freitagabend waren wir verabredet, ich hatte ihm gesagt, ich lad ihn in ein nettes Lokal ein. Abmachung: wir treffen uns im Stadtzentrum, ich komme von der Arbeit direkt hin.
    Ich bin ein paar Minuten später als sonst losgestartet, zu Fuß gegangen (wahrscheinlich dachte er, ich nehm den Bus). Mein Handy hat sich in der Zwischenzeit in der Tasche ausgeschaltet.

    Jedenfalls kreuze ich dort auf, er mit dem finstersten Gesicht, erste Ansage: wieso bist du so spät, und warum ist dein Telefon aus?
    Ich so - oh, wusste ich nicht. Aber wieso spät, wir haben keine Zeit vereinbart, nur, dass ich von der Arbeit hierherkomme. Er hatte offenbar zehn Minuten warten müssen, der Arme. (Das von dem Mann, wegen dem wir regelmäßig Züge verpasst haben, weil er seinen Hintern nicht aus der Tür bekam.)
    Gut, war geklärt, wir marschieren los - angedacht war, dass wir flanieren, bis uns, bzw. ihn - war ja sein Geburtstag - ein Lokal 'anspringt'. Er trottete lustlos und maulfaul neben mir, wollte kaum reden. Nach ein paar Minuten frage ich ihn, ob alles okay ist - er: kurzangebundene Antwort nach dem Motto 'It's fine' - was es so offensichtlich nicht war.

    Okay, wieder Konversationen probiert, er doch eher schweigsam. Wieder ein paar Minuten später sag ich - so kann und mag ich das nicht, ich hab kein Problem, wenn er nicht Essen gehen will bzw. ihm nicht wirklich nach irgendwas zumute ist, aber in einer so angespannten Atmosphäre neben ihm zu sitzen und zu tun, als ob's ein nettes Dinner wäre, geht nicht.
    Hat ihm natürlich nicht gefallen. Daraufhin haben wir einigermaßen angespannt diskutiert, bis er damit herausgerückt ist - es ist doch sein Geburtstag, und er hätte es gerne, wenn Leute mehr Gewese darum machen. Er hatte nur von seiner besten Freundin und von seiner Mutter eine Gratulations-SMS bekommen.

    Okay, kann ich noch nachvollziehen und wär auch kein Problem. Sollte halt vorher auskommuniziert werden, aber hey. Ich hab ihm dann erklärt, dass doch wie jedes Jahr morgen das volle Programm ansteht, und das Essengehen nur ein kleiner Bonus nebenher war etc. Erleichtert aufseufzend umarmt er mich, der Rest vom Abend und nächste Tag verliefen wie geplant.

    Irgendwie blieb ein schaler Nachgeschmack. Und ich hab dann, was bisher nie vorkam, dieses Internum mit einer Kollegin besprochen. Ich hab es ihr genauso geschildert wie hier, aber auch klargemacht, dass ich ziemlichen Ärger empfand - darüber, dass er Verhalten an den Tag legt, das er bei mir umgekehrt kritisiert. (Und das mit Regelmäßigkeit. Ich oft A4-seitenweise Vorträge - ja, auch schriftlich - darüber bekam, was ich alles falsch machte - zugegebenermaßen bisweilen mit gutem Grund Aber: von jemandem, der auf dem Selbstloswerdungstripp war, also auf Zenbuddhismus, wo es kein Ego geben darf, aber gleichzeitig sein eigenes sehr liebevoll hegte und pflegte... Drei Jahre lang ...)

    Sie hat mich nur ungläubig gefragt: Wir reden hier aber schon von einem erwachsenen Mann, oder? Und dann die Killerfrage: Liebst du ihn? Warum bist du mit ihm zusammen? In dem Moment verschlug es mir zwar die Sprache, aber irgendwo hinten in meinem Köpfchen fiel dann endlich der Groschen

    Tja, noch ein paar Wochen weiterverschleppt ... natürlich nicht diskussionsfrei - hat jedesmal ein bisschen mehr aufs Frustkonto eingezahlt. Z.B. sprach ich ein paar Tage später an, dass es mir leid tut, dass ich ihm nur drei Geschenke besorgt habe, weil ich eigentlich noch was anderes geplant hatte, Tontaubenschießen - aber den Gutschein nicht gekauft hätte, weil ich unsere Beziehung auf recht wackeligen Beinen sehe, was ich eigentlich als Aufhänger für ein klärendes Gespräch beabsichtigte, wurde er wieder grantig, wie kleinlich das nicht wäre ... zu dem Zeitpunkt konnte ich eh nix mehr richtig machen ;-)

    Das Ende kam in einem Schreiduell bei ihm, ich zog nach Hause ab, danach Funkstille für ein paar Wochen, danach haben wir uns getroffen und das Ganze formell und durchaus freundschaftlich beendet, wobei ich immer noch ziemlich angespeist war, auch einigermaßen traurig (als Freundschaft, aber ohne Beziehungsversuch davor, hätte das alles durchaus funktionieren können), großteils aber erleichtert und nach dem ersten Schock sogar ziemlich happy, wieder frei zu sein.
    Whatever happened until now only served to deliver this moment.

  2. Avatar von Avocado_Diaboli
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    AW: Was war bei euch der "Aha"-Moment für eine Trennung nach langjähriger Beziehung?

    Zitat Zitat von overknee Beitrag anzeigen
    Eine lange Kette, aber das war der berühmte Tropfen, der mich bewogen hat, nach 33 Jahren zu gehen.
    Nach 33 Jahren! Hut ab Das hätte sich nicht jede/r getraut.
    Bevor du bei dir selbst Depressionen oder ein geringes Selbstwertgefühl diagnostizierst, stelle erstmal sicher, dass du nicht komplett von Arschlöchern umgeben bist.
    - Sigmund Freud

  3. Avatar von luftistraus
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    AW: Was war bei euch der "Aha"-Moment für eine Trennung nach langjähriger Beziehung?

    Nix spektakuläres wie das Essen oder tanzen....

    Wir saßen beim Abendessen und ich hab ihn beobachtet...... Plötzlich fand ich es abstoßend wie sich seine Schläfen und Ohren beim kauen bewegt haben....

    Das war für mich dann der Punkt zu erkennen. Ich muss gehen

    Natürlich kann ich jetzt nach vielen Jahren sagen. Die Beziehung war tot und langweilig..... wir hatten uns seit wochen nichts mehr zu sagen. Kein Streit oder so.... wir haben uns einfach entliebt
    Before you argue with someone, ask yourself, is that person even mentally mature enough to grasp the concept of different perspectives. Because if not, there's absolutely no point.

  4. Avatar von FunkenMariechen
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    AW: Was war bei euch der "Aha"-Moment für eine Trennung nach langjähriger Beziehung?

    Ging ziemlich schnell, wir waren 3 Monate zusammen, als ich mit ihm (Mitte 50 Jahre) in der Küche saß und Diskussionen über echten Kinderkram führen musste und dachte "Fünkchen, solche Gespräche wollte ich noch nie und möchte ich nie wieder in meinem Leben führen müssen!" Das kam in der kurzen Zeit ein paar mal vor und ich hab mich regelrecht geschämt, mir sowas anhören zu müssen. Zack, Drops gelutscht!
    Liebe ist der Entschluss, das Ganze eines Menschen zu bejahen ... die Einzelheiten mögen sein wie sie wollen.
    O. Flake

  5. Avatar von --martha--
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    AW: Was war bei euch der "Aha"-Moment für eine Trennung nach langjähriger Beziehung?

    Er hat nicht angerufen.



    Nach acht Jahren zusammen leben und noch zu Zeiten des Telefons mit einer Schnur dran und vor dem Mobiltelfonzeiten hatte er beruflich zu reisen und hat es einfach nicht für nötig erachtet, sich zu melden, obwohl er nicht nur kurz unterwegs war. Dass ich eine dramatische Nachricht bekommen habe, konnte er nicht wissen. Mir wurde aber mit einem Schlag klar, dass er für mich nicht zu erreichen ist und dieses Verhalten Programm ist und da war so etwas von entliebt.

  6. Avatar von FunkenMariechen
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    AW: Was war bei euch der "Aha"-Moment für eine Trennung nach langjähriger Beziehung?

    Ah, sorry - nach 5jähriger Beziehung war es der Moment, als er mich nachts um 3 Uhr, nachdem er nicht "fertig wurde" aus dem Bett warf, ein Taxi rief, mir nen Fuffi auf den Tisch legte und mich mit den Worten "du bist noch nicht mal den Fuffi wert" vor die Tür setzte ... Oder war es der Moment, als ich nach der Arbeit Heim kam, und meine Bude hinter meinem Rücken ausgeräumt worden war Hach, ich habs verdrängt
    Liebe ist der Entschluss, das Ganze eines Menschen zu bejahen ... die Einzelheiten mögen sein wie sie wollen.
    O. Flake


  7. Registriert seit
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    AW: Was war bei euch der "Aha"-Moment für eine Trennung nach langjähriger Beziehung?

    Zitat Zitat von Meagan Beitrag anzeigen
    Ich glaube, so einen Strang gab es schon. Es gibt Millionen Gründe, jeder hat einen anderen. Warum willst du das wissen? Stehst du kurz davor?

    Er sagte ... WEG DAMIT!

    Sie sagte........................WEG DAMIT!

    Damit habe ich den Strang abonniert

  8. Avatar von Sintonia
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    AW: Was war bei euch der "Aha"-Moment für eine Trennung nach langjähriger Beziehung?

    Zitat Zitat von Avocado_Diaboli Beitrag anzeigen
    Wenn man eine ehrliche Antwort auf die Frage gibt, warum man sich getrennt hat, müsste man eigentlich sagen: "Er fand, in die Soße gehört kein Koriander."
    Nicht ganz. Die ehrliche Antwort ist: weil er der Meinung war, dass ich nichts richtig machen kann.
    Ich habe mich ja nicht wegen der "Soße" getrennt. Das war nur der letzte Tropfen. Ich habe mich wegen des gesamten Fassinhaltes getrennt.

    Zitat Zitat von 3komma14159 Beitrag anzeigen
    Werde ich auch nachlesen.
    Die Problemzone ist bei den meisten Menschen nicht der Bauch, die Beine oder der Po...
    sondern viel mehr der Kopf

  9. Avatar von twix25
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    AW: Was war bei euch der "Aha"-Moment für eine Trennung nach langjähriger Beziehung?

    Zitat Zitat von Meagan Beitrag anzeigen
    Ich glaube, so einen Strang gab es schon. Es gibt Millionen Gründe, jeder hat einen anderen. ?
    Für mich ist er neu und ich finds ein interessantes Thema
    Klar ist es bei jedem anders, aber das ist bei allen Themen doch so
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    Ich so : "Och bitte" - Mein Leben so : "Nö!"

    Ich wieder: "Och bitte"

    Mein Leben so : "Naaaa guut"

  10. Avatar von twix25
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    AW: Was war bei euch der "Aha"-Moment für eine Trennung nach langjähriger Beziehung?

    Zitat Zitat von FunkenMariechen Beitrag anzeigen
    Diskussionen über echten Kinderkram führen musste und dachte "Fünkchen, solche Gespräche wollte ich noch nie und möchte ich nie wieder in meinem Leben führen müssen!" Das kam in der kurzen Zeit ein paar mal vor und ich hab mich regelrecht geschämt, mir sowas anhören zu müssen.

    Uaah, kenn ich
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    Ich so : "Och bitte" - Mein Leben so : "Nö!"

    Ich wieder: "Och bitte"

    Mein Leben so : "Naaaa guut"

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