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  1. Registriert seit
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    Ich brauche eure Schwarmunterstützung

    Ich falle mal gleich mit der Tür ins Haus: Ich schreibe euch, weil ich mir einfach mal alles von der Seele schreiben muss. Weil schreiben vielleicht hilft und ihr vielleicht eine ganz neue Perspektive auf die Dinge habt. Weil ich Schwarmunterstützung brauche. Denn meine Gedanken sind grad ganz wirr und ich kann sie nicht mehr selber ordnen.

    Anfang des Jahres hat sich mein Partner von mir getrennt nach sechs Jahren Beziehung, von denen wir zwei zusammen gelebt haben. Es war überraschend und auch nicht. Ich glaube er war selber am meisten überrascht. Er kam eines Abends einfach nach Hause und hat ein paar Sachen gepackt, mir gesagt, dass er nicht mehr mit mir zusammen sein kann, und zu einem Freund gezogen. Dabei blieb es dann die letzten Monate.

    Am Anfang war er sehr kalt. Für mich war die Trennung der absolute Horror. In meinem Kopf und Herzen war er der Mann meines Lebens, den ich irgendwann heiraten und mit dem ich Kinder bekommen würde. Es ging mir extrem schlecht. Ich war in Kurzzeittherapie, bin gar nicht mehr klar gekommen. Wollte ihn zurück. Er war nur extrem unterkühlt in seinem Umgang mit mir. Irgendwann habe ich ihm dann gesagt, dass ich ihn nicht mehr sehen möchte und wir alles Organisatorische auf dem schriftlichen Weg klären können. Da war die Trennung knapp 2 Monate her etwa. Er hat allerdings darauf bestanden, dass wir uns nochmal sehen. Das führte zu weiteren Treffen, alle auf seine Initiative. Er hat vorgeschlagen, sich öfter zu treffen. Er könne mir nicht mehr geben aktuell, aber ich sei immer noch die wichtigste Person in seinem Leben. Ob wir das nicht ergebnisoffen so laufen lassen wollten. Ich wollte ihn unbedingt zurück und habe mich darauf eingelassen. Vor allem auch, weil es mir einfach gut getan hat.

    Er hat mir immer neue Vorschläge gemacht. Ob wir nicht aus der Stadt einen Ausflug auf’s Land machen wollen. Ob wir nicht davor schon ins Museum wollen. Im Anschluss dann noch hier einen Kaffee, dort ein Abendessen. So war jedes unserer Treffen. Immer von ihm initiiert, immer von ihm in die Länge gezogen. Er hat mir wahnsinnig viele Komplimente gemacht. Mir gesagt, dass ich mich so positiv verändert habe. Und wir haben geredet. Über uns, über das was uns beide schon länger beschäftigt hat. Über unsere Probleme. Er sagte zwischendurch: Vielleicht war die Trennung ja für einen Neuanfang notwendig. Haben gelacht. Uns lange umarmt. Aber er konnte mir nichts zusichern. Irgendwann fand ich das anstrengend. Für mich stand von Anfang an fest, dass ich keine Freundschaft möchte, das hatte ich ihm gegenüber auch so kommuniziert. Ich habe ihm dann irgendwann gesagt, dass wir besser keinen Kontakt haben sollten, bis er weiß, was er will. Das war vor sechs Wochen.

    Ab und an gab es dann mal wieder Kontakt, aber immer wieder so vage. Weder total Richtung Trennung, noch Richtung Versöhnung. Ich habe ihn dann vor ein paar Tagen gefragt, was los sei.

    Daraufhin kam nur ganz professionell, dass er jetzt bald wieder eine Wohnung habe. Wann er seine Sachen abholen könne. Wir haben dann noch ein bisschen hin und her geschrieben. Er klang seltsam, wie eine Mischung aus professionell und abgedroschenen Klischees aus einem Liebesroman. Nirgendwo war er.

    Ich kann meine Gedanken und Gefühle derzeit nicht ordnen. Dass ich in der Großstadt keinen Therapieplatz bekomme, hilft dabei auch nicht. Auf der einen Seite habe ich festgestellt, dass ich schon länger in unserer Beziehung unglücklich war, ohne es an etwas festmachen zu können. Inzwischen weiß ich, dass es an mir lag. Ich bin so stark auf die gemeinsame Zukunft mit ihm hingesteuert in den letzten zwei Jahren des Zusammenlebens, dass ich darüber mich ganz vergessen habe. Was ich will, wer ich bin. Zeit mit mir alleine zu verbringen hat mir dabei unglaublich geholfen. Ich glaube inzwischen, dass wir nicht mehr so hätten weitermachen können, weil wir es nicht geschafft hätten, wieder zu uns selber zu finden. Dafür war die Trennung notwendig.

    Aber: Der Mensch, mit dem ich zusammen war und den ich auch jetzt wieder zwischenzeitlich gesehen habe, der ist wunderbar. Und den vermisse ich und mit dem möchte ich gerne mein Leben teilen. Und der Mensch, den ich jetzt gerade sehe, der verhält sich total irrational in seinen Gemütsschwankungen und ich weiß einfach nicht, wie ich damit umgehen soll. Und in mir ist ein ganzer großer Haufen von Gefühlen und nicht zu Ende gedachten Gedanken mit dem ich grad nicht mehr klar komme. Deswegen schreibe ich euch, vielleicht könnt ihr mir ja helfen, ein wenig Licht in die Dunkelheit zu bringen. Ich würde mich unheimlich freuen.


  2. Registriert seit
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    AW: Ich brauche eure Schwarmunterstützung

    Also ehrlich: ich sehe hier nichts was drauf hin deutet, dass Du irgendwas falsch gemacht hast. Du hast zu sehr an eine Zukunft mit ihm gedacht? Als ihr zusammen gewohnt habt? Ist das nicht ziemlich normal?

    Vielleicht machst Du Dir selber Vorwürfe, weil das besser zu "richten" ist als ihm etwas vorwerfen. Du willst ihn ja nicht vertreiben, um alles in der Welt nicht.

    Ich finde, Du sollst mal wieder zu Dir finden aber nicht, aus dem Grund wie Du es siehst. Ich glaube, Du denkst daran, weil Du ihn zurück haben willst. Das ist vielleicht kein so guter Grund.

    Ich habe schon so eine Situation mal gehabt. Allerdings wollte er, dass ich ausziehe (weil es seine Wohnung war). Ich bin also ausgezogen aber wir hatten immer noch so Verabredungen wie Du sie beschreibst. Und ich habe mir wahnsinnig Mühe gegeben und ich tu' mir richtig leid, wenn ich an die Zeit zurück denke.

    Denn er hatte schon längst eine Beziehung zu einer Frau bei seiner Arbeit und dann war sie plötzlich schwanger (wusste ich auch nicht). Er war immer noch am abwägen, mit wem er zusammen sein will.

    So muss es nicht bei Dir sein aber nehme seine Ablehnung mal ernst! Du tust Dir keinen Gefallen, wenn Du seine Trennung und seine neue Wohnung nicht ernst nimmst nur weil ich Euch manchmal seht. Eine Pause wäre jetzt gut. Er weiss sicher, dass Du die Trennung nicht willst. Also soll er auch mal los lassen um zu sehen, was er will.

    Er ist nicht der einzige Mann auf dieser Welt! Wenn Du keinen Therapie Platz bekommst, dann schau' Dich mal nach einer "Trennungs-Gruppe" um. Das hilft oft mehr als eine Einzeltherapie, weil man auch andere kennenlernt die das gleiche durchmachen und man hat (wenn es gut geht) auch gleich ein paar neue Freunde mit denen man so viel über die Trennung reden kann wie man will. Die eigenen Freunde haben da irgendwann mal ihre Grenzen.


  3. Registriert seit
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    AW: Ich brauche eure Schwarmunterstützung

    Tu dir das doch nicht an.

    Er benutzt dich, um sich rauszuschleichen und so tut es ihm weniger weh bzw. er versichert sich, dass er dich wiederhaben könnte, wenn er wollte. So ist er auf der sicheren Seite.

    Und du? Du schöpfst jedes Mal neue Hoffnung und wirst immer kleiner und verunsicherter.

    Lass dich nicht im Nachhinein ausnutzen und kappe den Kontakt.


  4. Registriert seit
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    AW: Ich brauche eure Schwarmunterstützung

    Cara123 hat es wesentlich kürzer und klarer gesagt was ich sagen wollte


  5. Registriert seit
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    AW: Ich brauche eure Schwarmunterstützung

    Erstmal euch beiden vielen Dank für eure Antworten, es hilft einfach schon zu wissen, dass jemand da ist :)

    Zitat Zitat von annakathrin Beitrag anzeigen
    Also ehrlich: ich sehe hier nichts was drauf hin deutet, dass Du irgendwas falsch gemacht hast. Du hast zu sehr an eine Zukunft mit ihm gedacht? Als ihr zusammen gewohnt habt? Ist das nicht ziemlich normal?
    Es gab schon Gründe, keine Angst, ich schiebe mir hier nicht die Schuld in die Schuhe. Darüber haben wir auch ausgiebig geredet jetzt nach der Trennung. Es gab einfach viele Missverständnisse und viel unausgesprochene Dinge zwischen uns - das sehe ich ganz klar bei ihm, dass er vieles einfach nicht angesprochen und stattdessen lieber im stillen Kämmerlein seine eigenen Schlüsse gezogen hat. Was ich bei mir sehe ist, dass ich schon länger mit meinem Leben außerhalb der Beziehung nicht glücklich war, mit der Person, zu der ich geworden bin durch Stress im Job usw. Und diese Unzufriedenheit mit mir selber dann in die Beziehung gebracht habe.

    Ich habe mir überlegt, jetzt erstmal für mich einen Kontaktabbruch von ein paar Monaten einzulegen.

  6. Avatar von schafwolle
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    AW: Ich brauche eure Schwarmunterstützung

    Zitat Zitat von Karlskrona Beitrag anzeigen
    ... mir gesagt, dass er nicht mehr mit mir zusammen sein kann ...

    Das führte zu weiteren Treffen, alle auf seine Initiative.

    Immer von ihm initiiert ...
    Keine Trennung ist schön, und schon gleich gar nicht nach immerhin
    sechs Jahren.

    Aber auch in dieser relativ langen Zeit sind bei Euch anscheinend keinerlei
    commitments einer Art entstanden, die Deine Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft
    gerechtfertigt hätten.

    In Deinem eigenen Interesse wäre es von großem Vorteil, eine klare Haltung
    einzunehmen und den Kontakt abzubrechen. Stehe ihm für seine emotionale
    Experimentierfreudigkeit einfach nicht mehr zur Verfügung.

    Du merkst ja selbst, dass Dir das nicht gut tut.

    Was versprichst Du Dir denn von einer Therapie?


  7. Registriert seit
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    AW: Ich brauche eure Schwarmunterstützung

    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    Aber auch in dieser relativ langen Zeit sind bei Euch anscheinend keinerlei
    commitments einer Art entstanden, die Deine Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft
    gerechtfertigt hätten.
    Das ist übrigens auch so ein Punkt. Meine Einstellung zu Heirat ist, dass man nicht heiraten muss, um eine glückliche Beziehung zu führen. Das habe ich auch öfter im größeren Kreis so erzählt und stehe auch nach wie vor dazu. Unter anderem war dann einer der Punkte, dass er angeblich Angst gehabt hätte, dass ich ihn nie heirate, wenn er mich fragt. Mir gegenüber hat er das aber vorher nie geäußert. Und so ist das irgendwie mit allen Dingen: Eigentlich liegen wir überhaupt nicht weit auseinander, aber er hat sich über längere Zeit so sein Bild gemacht ohne mich mal direkt darauf anzusprechen.

    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    Was versprichst Du Dir denn von einer Therapie?
    Zum einen natürlich aktuell besser mit der Trennung umgehen zu können. Zum anderen habe ich für mich selber einige Päckchen zu tragen (familiärer Hintergrund usw) und das auch schon längere Zeit. Und ich denke einfach, dass es mir helfen würde da mal von außen etwas Licht ins Dunkel zu bringen um mit mir selber mehr im Reinen zu sein.

  8. Inaktiver User

    AW: Ich brauche eure Schwarmunterstützung

    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    In Deinem eigenen Interesse wäre es von großem Vorteil, eine klare Haltung
    einzunehmen und den Kontakt abzubrechen. Stehe ihm für seine emotionale
    Experimentierfreudigkeit einfach nicht mehr zur Verfügung.

    Du merkst ja selbst, dass Dir das nicht gut tut.
    da schließe ich mich an!


  9. Registriert seit
    10.05.2015
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    AW: Ich brauche eure Schwarmunterstützung

    „Daraufhin kam nur ganz professionell, dass er jetzt bald wieder eine Wohnung habe. Wann er seine Sachen abholen könne. Wir haben dann noch ein bisschen hin und her geschrieben. Er klang seltsam, wie eine Mischung aus professionell und abgedroschenen Klischees aus einem Liebesroman. Nirgendwo war er.“

    Hallo Karlskrona,
    ich denke, er war bereits woanders, er brauchte die „saubere“ Trennung von Dir, deshalb der Umzug zu einem „Freund“ zunächst und noch einige Treffen, in denen er dich offenbar aufbauen wollte ... Er wollte vielleicht fair sein und dich nicht mit einer neuen Partnerin konfrontieren, er wollte es euch beiden „leichter“ machen ... So könnte ich es mir vorstellen, so deute ich deinen Bericht.
    Ich wünsche dir alles Gute und dass du die Trennung langsam verarbeiten kannst, mach dir nicht zu viele Vorwürfe, aber denke darüber nach.


  10. Registriert seit
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    AW: Ich brauche eure Schwarmunterstützung

    Meint ihr denn, dass eine Kontaktsperre etwas bringen könnte?

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