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  1. Registriert seit
    09.03.2019
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    Ich brauche Trost...

    Hallo liebes Forum,
    ich weiß gerade einfach nicht mehr wohin mit mir.
    Vor einem Jahr hat mich die Liebe meines Lebens für eine andere Frau verlassen. Es lag an mir, die Probleme, die ich mitgebracht hatte, waren erdrückend. Ich bin gerade so traurig, dass ich die geschichte nicht ganz erzählen kann, aber es ist wirklich so: ich mache mir keine unsinnigen Vorwürfe oder so - es lag wirklich an mir. Erklären kann ich das zum Teil mit einer psychischen Erkrankung, die wiederum auf traumatische Erfahrungen zurückgeht (damit will ich nicht die Verantwortung abgeben. Es erklärt nur manche Verhaltensweisen, die ich selbst eigentlich aberwitzig finde). Schön und gut, das hilft mir nicht. ich habe es nicht geschafft. Er ist inzwischen, nach langem Hin und her, ob es nicht doch weitergeht mit uns, sehr glücklich mit der anderen Frau. Das gönne ich ihm, er hatte sehr unter mir zu leiden. So habe ich mich mehrmals von ihm getrennt, weil ich mir nicht zu helfen wusste. Ich habe mich wirklich wie eine Irre benommen (die ich auch fast war, zu dem Zeitpunkt hatte ich aber die Diagnose noch nicht, keine Medikamente und habe vieles falsch eingeschätzt).
    Er hat jahre um uns gekämpft, irgendwann war es eben zu spät

    ich kann den Kontakt nicht abbrechen, weil wir ein gemeinsames Kind haben.
    ich komme nicht darüber hinweg. Nach einem jahr will ich es immer noch nicht wahrhaben (intellektuell schon, aber gefühlsmäßig bewegt sich nichts. Es wird eher schlimmer.)

    Kurz nach meinem 40. Geburtstag war es aus. Die Neue ist ein paar Jahre jünger als ich und dem Hörensagen nach im Gegensatz zu mir eine klare, gut sortierte Person, die in vieler Hinsicht viel mehr zu bieten hat als ich.
    ich fühle mich mit einem Schlag alt und hässlich und dumm, mein ganzer Lebensmut hat mich verlassen. Ich bin eigentlich lebenshungrig, hab mich schon durch vieles durchgekämpft, jetzt fühle ich mich wie abgestorben.
    Ich weiß, das Selbstmitleid Mist ist. Aber ich sitze hier und die Tränen laufen.


    Danke fürs lesen!
    Hanne


  2. Registriert seit
    02.04.2017
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    3.199

    AW: Ich brauche Trost...

    Willkommen Hanne,

    deine Zeilen lesen sich fast, als wären sie von meiner Ex geschrieben.

    Nur mit dem Unterschied, dass du dir Hilfe geholt hast, was sie nicht macht.

    Was kann ich dir sagen?

    Ich denke, du bist auf einem guten Weg. Geh ihn weiter und es werden wieder bessere Zeiten kommen.


  3. Registriert seit
    13.09.2016
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    79

    AW: Ich brauche Trost...

    Zitat Zitat von Schneehanne Beitrag anzeigen
    Er hat Jahre um uns gekämpft, irgendwann war es eben zu spät
    Hallo Hanne,

    anscheinend hast Du es ja gewaltig verrissen, kannst es aber inzwischen reflektieren. Kommt halt vor, das Leben geht trotzdem weiter. Jetzt kommt es darauf an, dass Du die vergangene Lebensphase durchaus nach einer Zeit der Trauer, die Du zulassen solltest, verarbeitest und als abgeschlossen akzeptierst.

    Mache doch sobald es geht, eine ehrliche Bestandsaufnahme so nach dem Motto "Glas halb voll" und nicht "halb leer" und starte neu durch. Die abgeschlossene Lebensphase kannst Du ja wie einen Schatz mit in die neue tragen und deinem Ex-Mann dankbar sein für seine Kraft und Zuwendung. Darüber könntest Du mal mit ihm reden und er könnte Dein bester Freund werden, was ja auch für Euer Kind das Beste wäre. Hoffentlich unterstützt er Dich bei dem Neustart.

    Versuche stabil zu werden und Deinem Kind eine gute Mutter, Selbstkritik ja, Selbstzweifel nein. Sportliche Aktivität oder zumindest Bewegung an der frischen Luft sind flankierend bestimmt auch eine gute Sache und unter die Leute gehen, alte Freunde wiedersehen, nicht eingraben.


  4. Registriert seit
    06.11.2018
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    505

    AW: Ich brauche Trost...

    Zitat Zitat von whatson Beitrag anzeigen

    Versuche stabil zu werden und Deinem Kind eine gute Mutter, Selbstkritik ja, Selbstzweifel nein. Sportliche Aktivität oder zumindest Bewegung an der frischen Luft sind flankierend bestimmt auch eine gute Sache und unter die Leute gehen, alte Freunde wiedersehen, nicht eingraben.
    ...alles hat seine Zeit.....

    es hat nicht gepasst.....

    lebe h e u t e !



  5. Registriert seit
    27.12.2015
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    786

    AW: Ich brauche Trost...

    Zitat Zitat von coconut07 Beitrag anzeigen
    ...alles hat seine Zeit.....

    es hat nicht gepasst.....

    lebe h e u t e !

    Coconut, so etwas Ähnliches wollte ich auch schreiben. Bei mir wäre es ein Roman geworden.

    Hanne, zum "lebe heute" gehört auch, sich nicht kleiner zu machen, indem man andere größer macht.

    Und: der Schmerz gehört jetzt für eine Zeit zu dir. Er ist irgendwie "normal". Du kommst da durch.



  6. Registriert seit
    16.12.2016
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    606

    AW: Ich brauche Trost...

    Schneehanne, zum Scheitern einer Beziehung gehören immer 2!
    Versuche, dich um dich selbst gut zu kümmern, nimm den Focus von deinem Ex weg.
    Da du eine Diagnose hast, hast du hoffentlich auch eine Therapie.
    Darauf würde ich mich jetzt konzentrieren.
    Lebt euer Kind bei dir? Das sollte deine weitere Priorität sein, dass es dem Kind gut geht.
    Der Kontakt mit dem Ex wird immer weniger je älter euer Kind wird.


  7. Registriert seit
    09.03.2019
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    7

    AW: Ich brauche Trost...

    Guten Abend!
    Danke für eure Antworten! sie trösten mich tatsächlich. Erstaunlich, wie so ein paar klare, wohlwollende Worte von Außenstehenden guttun können.

    @Wolfgang11: es muss auch schlimm sein, auf der "anderen Seite" zu stehen. Ich weiß nicht, was bei euch vorgefallen ist. ich wünsche dir auch alles Gute. Ist es schon länger her? oder sind eure Schwierigkeiten aktuell?


  8. Registriert seit
    09.03.2019
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    7

    AW: Ich brauche Trost...

    Zitat Zitat von whatson Beitrag anzeigen
    Hallo Hanne,

    anscheinend hast Du es ja gewaltig verrissen, kannst es aber inzwischen reflektieren. Kommt halt vor, das Leben geht trotzdem weiter. Jetzt kommt es darauf an, dass Du die vergangene Lebensphase durchaus nach einer Zeit der Trauer, die Du zulassen solltest, verarbeitest und als abgeschlossen akzeptierst.

    Mache doch sobald es geht, eine ehrliche Bestandsaufnahme so nach dem Motto "Glas halb voll" und nicht "halb leer" und starte neu durch. Die abgeschlossene Lebensphase kannst Du ja wie einen Schatz mit in die neue tragen und deinem Ex-Mann dankbar sein für seine Kraft und Zuwendung. Darüber könntest Du mal mit ihm reden und er könnte Dein bester Freund werden, was ja auch für Euer Kind das Beste wäre. Hoffentlich unterstützt er Dich bei dem Neustart.
    so, klappt das jetzt mit dem Zitieren? Ich versuch's mal.
    Ja, whatson, das strebe ich auch an. Ich möchte auf lange Sicht etwas Gutes daraus machen. Mein Ex sieht das auch so. unsere Beziehung war intensiv und hatte auch viele sehr schöne Momente (sonst hätte er es wohl nicht so lange mitgemacht). Es wäre schön, wenn das nicht alles verloren geht. Momentan bin ich halt noch so traurig, mal sehen, wie ich es schaffe, das allmählich zu wandeln. Es war halt auch wirklich schwer, mit der Verarbeitung der Trennung voranzukommen in diesem Jahr, weil er sich - das gibt er selbst zu - bis vor wenigen Wochen auf subtile Weise immer noch ein ganz kleines Türchen offen gehalten hat. Um so mehr haut es mich jetzt noch mal um. Obwohl mein Kopf schon die ganze Zeit gesagt hat, dass es aus ist.
    Ja, ich hab's verissen - und ja, ich reflektiere das und hoffe, dass es so irgendwann zu einer annehmbaren Erfahrung wird.
    Geändert von skirbifax (17.06.2019 um 21:48 Uhr) Grund: Zitat repariert


  9. Registriert seit
    23.05.2019
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    8

    AW: Ich brauche Trost...

    Wenn du magst, schreib mir gern mal.
    Ich kann dich gut verstehen.


  10. Registriert seit
    09.03.2019
    Beiträge
    7

    AW: Ich brauche Trost...

    hm, Zitieren fehlgeschlagen. Na gut, dann so:

    Danke euch auch, Emullia, coconut und renèe. Und es stimmt: auch bei uns gehörten zwei dazu. Mein Ex war sehr hartnäckig - geduldig war er nicht. es gab manche Eskalation, die auch von ihm ausging. das stimmt schon.
    ich hoffe so sehr, dass ich irgendwann vielleicht sogar dahin komme zu denken, dass es ganz in Ordnung ist so, so lange wir als Eltern gut und freundlich zusammenarbeiten. Dass es dafür gut aussieht, ist ja schon mal viel wert und nicht selbstverständlich nach so einer dramatischen Sache. Da bin ich schon sehr dankbar.

    Aber, uff. wie gesagt. erst muss ich noch zu Ende trauern. Vielleicht geht das jetzt ein bißchen schneller, nachdem er wirklich endgültig die Sache klargestellt hat!
    "Du kommst da durch", "lebe heute" - genau so was meinte ich, als ich um Trost gebeten habe - Danke! ich kann es mir gerade nicht selber sagen, es zu lesen hilft ungemein.

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