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    Unsortiert. Einfach mal ein bisschen was aufschreiben.

    Hallo, ich bin neu hier - naja, eigentlich nicht, denn ich lese schon seit Jahren in verschiedenen Unterforen mit, hatte bis jetzt aber noch nie das dringende Bedürfnis, selbst zu schreiben. Außerdem mache ich mir etwas Sorgen um die Anonymität, es ist ja doch alles öffentlich zugänglich... aber weil ich zurzeit niemanden zum Reden habe und es doch schön wäre, mal was rauszulassen und auch Input von Außen zu bekommen, wage ich es jetzt doch. Bitte seht mir nach, wenn ich nicht so detailliert schreiben möchte, und auch, wenn ich nicht so viel schreiben kann wie manch anderer, ich habe nicht so viel Freizeit.

    Vor etwa einer Woche habe ich, nach Jahren des Ringens mit den Umständen, mit meinem Mann, mit mir selbst, die Trennung ausgesprochen. Momentan nur inoffiziell zwischen uns, das heißt weder die Kinder noch Verwandte wissen etwas davon. Mein Mann möchte die Trennung nicht. Er würde wohl lieber weiter im Unglück verharren, oder vielleicht befürchtet er auch, dass das bekannte, bequeme Unglück mit einem noch größeren unbekannten ausgetauscht wird. Genau das hat mich ja auch so lange an dieser Ehe festhalten lassen, die Angst, dass alles nur noch schlimmer werden wird. Aber irgendwann kommt halt der Punkt, wo man endlich den Tatsachen ins Auge blickt, wo man realisiert, dass es das Risiko wert sein muss, wenn man noch eine Chance auf ein besseres Danach haben will.

    Ich bin 40 Jahre alt, momentan oder seit etwas über einem Jahr werde ich sehr stark damit konfrontiert, dass das Leben endlich, unsere Zeit wertvoll ist. Ich möchte dieses Leben, das ich mit meinem Mann habe, nicht noch 10 oder 20 oder 30 Jahre weiter führen und dann mit Bedauern zurückblicken. Ich möchte keine Lüge leben. Meine Gesundheit sagt mir ganz deutlich, seit Jahren schon, dass ich mich selbst verleugnet habe, dass ich nicht im Reinen bin mit mir. Und ich weiß auch schon genauso lange, welcher Teil meines Lebens nicht stimmt. Ja, es ist meine Ehe. Ich habe den falschen Partner, oder vielleicht hätte ich auch gar keinen Partner haben sollen. Allerdings haben wir auch drei tolle Kinder, zumindest das ist uns gelungen. Oder besser, es ist größtenteils mir gelungen, denn viel eingebracht hat er sich nicht, nur in den letzten zwei Jahren wurde es zumindest etwas besser.

    Seltsam, man macht sich immer so viele Gedanken bei Trennung um die Kinder, weil sie ein Elternteil "verlieren", also zumindest der Kontakt nicht mehr so selbstverständlich sein wird wie er vorher war. Ich hoffe dagegen sehr darauf, dass die Kinder bei der Trennung tatsächlich gewinnen. Wenn er feste Besuchstage hat, dann wird er sich - hoffe ich - endlich mehr mit ihnen beschäftigen, auch mal Ausflüge mit ihnen machen, reden, sich zusammen beschäftigen. Das findet alles bisher nicht statt. Ich kann die Male, wo er allein mit ihnen oder einem von ihnen unterwegs war, an den Fingern meiner beiden Hände abzählen. Buchstäblich! Und immer ist die Initiative dann von mir ausgegangen, immer musste ich ihn dazu schubsen, dass er mal was macht mit ihnen. Und meist war er dann noch latent angepisst, weil ich mal nicht mitkam. Ich mache dauernd etwas mit einem oder mehreren Kindern, seit wir sie haben (klar, so ist das eben, wenn man Kinder hat). Gehe ins Schwimmbad, ins Museum, in den Tierpark, in die Bücherei, ins Theater, Spazieren, zur Reitstunde, zum Schulfest, und so weiter. Hin und wieder kam er mal mit, wenn es gerade in seinen Tagesplan und seine Befindlichkeit passt. Er selbst macht, von sich aus, wie gesagt nie etwas. Wir haben viele Jahre zeitweise räumlich getrennt gelebt, durch seinen Beruf bedingt. Er hat oft angerufen, wollte stundenlang mit mir reden, gerne auch Intimitäten austauschen, aber nach den Kindern hat er kaum jemals auch nur gefragt. Das hat mich immer sehr traurig gemacht und ich habe es auch angesprochen, mehrmals, oder die Kinder ans Telefon geholt, auch wenn er nicht danach gefragt hat.

    Ich möchte selbst nicht mehr so leben, wie ich gerade lebe (das war ja jetzt nur ein winziger Ausschnitt, ich würde einen ganzen Roman füllen, wenn ich jetzt alles schreiben wollte, was mir in den letzten Jahren nicht gepasst hat an unserer Ehe). Noch mehr finde ich aber, dass ich den Kindern dieses nichtexistente Familienleben schon viel zu lange zugemutet habe. Ich möchte, dass sie mehr von ihrem Vater haben, ihn nicht nur abwesend, auf dem Sprung, schlafend oder am Handy erleben. Vielleicht klappt das ja, wenn er ausgezogen ist. Schlimmer kann es eigentlich nicht mehr werden. Ist schon seltsam, wenn wir den Kindern das mit der Trennung sagen, kann ich ganz klar behaupten, dass sich für sie eigentlich kaum was ändern wird. Sie wundern sich schon lange nicht mehr, wenn der Vater tagelang abwesend ist und auch keiner weiß, wo er ist, das ist schon seit Jahren normal. Ich habe so gekämpft, dass er dieses Verhalten ändert. Er tut es nicht. Absprachen einhalten, zumindest eine Whatsapp schicken, wenn sich etwas ändert, mehr Zeit zu Hause verbringen und da dann auch mal geistig anwesend sein, nicht nur körperlich. Jetzt mag ich nicht mehr. Er würde sich nie ändern.

    Gerade ist er in einer Großstadt (aus Anonymitätsgründen sage ich nicht, welche - wenige Autostunden entfernt), oder auf dem Rückweg. Verwandte abholen, die er spontan zu uns nach Hause eingeladen hat.
    Ich habe ihn gefragt, ob es nicht schöner wäre, wenn er die Kinder mitnimmt und mit ihnen einen Tag mit den Verwandten dort verbringt, auch in Anbetracht der angespannten Situation zu Hause, ich habe eigentlich echt keine Lust, noch die Gastgeberin zu spielen, habe nix zu Essen für Gäste im Haus, am Sonntag findet eine Familienfeier statt, auf die wir eingeladen sind, am Samstag habe ich mich zum Sport verabredet, und er muss Samstagnacht arbeiten. Herumgedruckse, er hat ja drüber nachgedacht, aber er weiß ja nicht... kurz darauf erzählt er den Kindern, er führe nach XXX, wenn er aber die Verwandten nur abhole, nähme er nur einen von ihnen mit, sonst wird es zu eng im Auto. Okay, die Mädels sahen es ein, sie wären aber beide gerne mitgefahren.
    Am Nachmittag fuhr er dann weg, sagte mir, er hole sie doch ab, sie würden am Morgen zurückfahren. Ohne Kind. Der Tochter sagte er noch, er würde sie nur abholen und direkt zurückfahren. Sie hatte Angst, sie würden dann nachts nicht reinkommen, ich musste extra den Schlüssel abziehen gehen. Mir war schon klar, dass er ihr das nur erzählt hatte, damit sie nicht doch mitwolle. Er wird sich einen schönen Abend in XXX gemacht haben, oder er war sogar noch auf der Arbeit gestern und hat mal wieder gelogen. Jetzt ist fast 11 Uhr 30 morgens, die Kinder fragen ständig, wann der Vater mit dem Besuch kommt, sie freuen sich darauf.

    Das war jetzt mal ein kleiner Einblick, ich schätze, ich muss mir noch viel von der Seele schreiben in der nächsten Zeit. Wenn jemand etwas dazu sagen mag, nur zu, ich habe keinen, mit dem ich reden kann über die Ehe, die Trennung, was mir so durch den Kopf geht...

    Eine praktische Frage habe ich noch: Sollte man eine Ehefolgenvereinbarung besser anwaltlich aufsetzen lassen? Ich denke zwar schon, dass ich recht gut formulieren kann, aber ich möchte sicher sein, dass unsere Absprachen auch später noch gelten. Notarielle Beglaubigung ist notwendig, das weiß ich. Genügt es, sich klar auszudrücken und möglichst an alles zu denken, oder würdet ihr dafür einen Anwalt empfehlen? Wie habe ihr, die bereits Getrennten und/oder Geschiedenen das gemacht, falls ihr sowas habt?


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    AW: Unsortiert. Einfach mal ein bisschen was aufschreiben.

    Herzlich willkommen hier.

    Puh, da ist eine ganze Menge im Argen.

    Deine Ehe
    ist wirklich an einem Wendepunkt. Du hast deinen Mann zwar liebt, aber die Umstände mit ihm k** dich an. Verständlich. Denn er zieht sich weiterhin aus dem Familienleben heraus.

    Kannst du die Wohnung alleine von deinem Gehalt halten?
    Dein Mann muss Unterhalt für die Kinder zahlen und für dich, wenn du wegen der Familie auf Teilzeit gegangen bist oder Anlauf brauchst, bis du wieder Vollzeit ins Arbeitsleben einsteigen kannst.

    Eine Scheidungsvereinbarung schließt ihr am besten vor einem Notar. Dann sind die Kosten geringer und der Inhalt ist abgesichert, dass er nicht rechtswidrig ist.

    Für mich klingt es so, als ob dein Mann am zweiten Wohnort eine Frau hat....Bist du dir sicher, dass da keine andere im Spiel ist?
    "beinhalten" wird wie "halten" konjugiert, als "beinhält", und gehört zur Kategorie schlechtes Deutsch. Warum nicht "enthalten", "umfassen" oder "bedeuten"?

    Sorge dich nicht, lebe!




    Bunny Maja Lukas (14.2.)
    Maxi (3.3.2017)
    Bella (27.8.2018)

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    AW: Unsortiert. Einfach mal ein bisschen was aufschreiben.

    Liebe Nebelwald,
    bevor Du irgendetwas absprichst, oder gar aufschreibst und unterschreibst - geh zu einem Anwalt. Um zu wissen was rechtlich funktioniert.
    So eine Erstberatung ist nicht sehr teuer bis kostenlos - und Du brauchst zur Scheidung sowieso einen Anwalt (auf keinen Fall einen „gemeinsamem“, den Dein Mann anschleppt, denn das ist juristisch ausschließlich der Anwalt Deines Mannes, der vertritt DESSEN Interessen, Du darfst nur abnicken).

    Und bis dahin, halt die Füsse still und den Mund geschlossen. Insbesondere wenn jetzt Verwandtschaft von ihm auftaucht - sag nichts zum Thema.

    Aber betreibe Rücklagensicherung:
    Mach Kopien von aktuellen Gehaltsnachweisen Deines Mannes, Steuerklärungen, Rentenbescheiden (insbesondere Privatrente, Betriebsrente), Aktien/Fondepots, Sparkonten, Grundbucheinträgen, Kreditverträgen samt Rückzahlungsstand aktuell) und deponiere sie dort, wo er nicht drankommt - am Besten in einem Bankschließfach bei einer anderen Bank als Eurer Hausbank. Oder Deiner Mutter, Tante, besten Freundin - bei jemand, der nicht plötzlich auf „seiner Seite“ steht.
    Und bring Deine Eigenen Unterlagen in Sicherheit, beende Kontozugriffsberechtigungen von ihm auf Deine Konten.

    So eine „einseitige“ Trennung kann hässlich werden. Und senn er sich jetzt schon nicht in die Karten schauen läßt, dann später auch nicht!
    Geändert von Sacrebleu (20.04.2019 um 12:35 Uhr)


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    AW: Unsortiert. Einfach mal ein bisschen was aufschreiben.

    Hallo ihr beiden,

    vielen Dank für eure Antworten.

    ich bin eigentlich in der sehr viel stärkeren Position momentan. Weil ich schon immer alles alleine gewuppt habe, er hat sich ja immer rausgehalten. Was mit ein Grund für das Scheitern unserer Ehe ist, ist doch auch ein Segen, denn ich habe gar keine Angst, irgend etwas nicht alleine zu schaffen. Außer gelegentliche Terminfahrten für die Kinder, ein paar wenige Aufgaben wie Reifenwechsel, mal eine neue Lampe installieren oder die Regenrinne reinigen, macht er ja wirklich nichts hier. Auch die Finanzen mache ich alleine, ich verwalte das Familienbudget und habe schon vor Jahren mein Konto (von dem alles abgeht) komplett von seinem abgekoppelt. Ein fester Teil seines Einkommens geht automatisch auf mein Konto. Zusätzlich gibt er mir für die Zeit, wo er auch tatsächlich hier lebt, monatlich noch 300. Die gibt es schon immer eher unregelmäßig oder in kleinen Häppchen, weil er mit Geld nicht umgehen kann. Ist aber nicht so schlimm, darum bin ich ja die Budget-Beauftragte. Sein restliches Geld (wir reden hier von über 2500 €) hat er für sich alleine, da will ich gar nicht mehr wissen, was er damit macht.

    Es gab in der Vergangenheit da ein paar sehr unschöne Geschichten, wo er sich auch am Familienbudget bedient hat. Grund vermutlich eine Spielsucht. So ganz habe ich es nie aus ihm rausbekommen, was er mit seinem ganzen Geld gemacht hat, und bis heute weiß ich nicht, was er mit so viel Geld macht. Gibt eigentlich nur ein paar Möglichkeiten, Frauen, Drogen, Spielsucht. Er gibt zu, gespielt zu haben, über das tatsächliche Ausmaß schweigt er. Behauptet, er tut das nicht mehr, aber ich glaube es eigentlich nicht. Wenn es das nicht ist, ist es was anderes. Ich hab ihm schon auf den Kopf zugesagt, dass er von dem Geld, was er zur Verfügung hat und für das er eigentlich NICHTS vorweisen kann, locker eine zweite Familie ernähren kann, was auch die ständige Abwesenheit erklären würde. Er schwört Stein und Bein, dass dem nicht so ist.

    Ich muss dazu sagen, dass ich eigentlich ein total offener Mensch bin, was alternative Lebensmodelle angeht. Ich hätte mir auch vorstellen können, unsere Ehe zu öffnen. Wenn er was nebenbei am Laufen hätte, hätten wir darüber reden können, ich habe selbst gerne viele Freiheiten, mache mein Leben gerne so, wie es mir gefällt, egal was andere sagen. Er hält aber bis heute daran fest, dass nie irgendwas lief, er ist eigentlich ein sehr monogamer Typ, viel mehr als ich, die ich in der Theorie zumindest nichts dabei fände, mehr als eine Person zu lieben... nur in der Theorie, muss ich dazu sagen. Ich habe NIE irgend etwas mit einem anderen Menschen gehabt in unserer Ehe, hätte auch rein zeitlich nicht die Gelegenheit gehabt, weil ich ja seit nunmehr fast 17 Jahren immer für die Kinder verantwortlich war und in der ganzen Zeit vielleicht 10 Abende ohne ihn ausgehen konnte. Meine Freizeit findet stundenweise während des Tages statt, wenn ich meinem Hobby nachgehe. Wo ich nur in seltensten Fällen Männer sehe. Was ihn aber nicht davon abhält, bei mir Untreue zu vermuten, immer mal wieder. Da denke ich mir auch, schließt er von sich auf andere? Ist er wirklich so treu, wie er tut?

    Ich hab ihm erst vor einigen Wochen nochmal ernsthaft darauf angesprochen, habe ihm gesagt, wir können über alles reden, ich kann mit so vielem klar kommen, aber was ich nicht mehr verzeihen werde, ist, wenn ich angelogen und für dumm verkauft werde. Er sollte mir sagen, wenn es jemanden gäbe, damit ich die Chance habe, darauf zu reagieren. Einfach nur Ehrlichkeit. Er hat nichts zugegeben. Er arbeitet nachts, an drei Tagen die Woche, sowie tagsüber an einem Tag. De facto verschwindet er meist gegen 17 Uhr, und kommt oft nicht vor Mittag des nächsten Tages nach Hause, machmal auch um 8, oder um 10... Er sagt, er geht gerne nach der Arbeit noch weg, um runterzukommen, oder er schläft bei einem Kumpel, oder er lässt sich einfach Zeit bei der Arbeit (so viel Zeit, dass aus einer 8-Stunden-Schicht 12 und mehr Stunden werden...) Ich habe ihn so gebeten, mir doch wenigstens eine Nachricht zu schicken, ich kann mich ja auf nichts einstellen, wenn ich nie weiß, ob und wann er nach Hause kommt. Da wird er dann schon grätzig, weil er das machen soll. Ich habe dann nach einem Streit gesagt, er soll's doch einfach lassen, da er es ja ohnehin nicht macht, werde ich es einfach auch nicht mehr erwarten. Er hat mich voll beim Wort genommen, ich erhalte jetzt keinerlei Nachrichten mehr, wo er ist und wann er nach Hause kommt... naja, bei solchen Dingen merke ich dann halt auch, dass ich jetzt das Richtige tue, wenn ich die Sache endlich beende.

    Oh, ganz wichtig für die Verständlichkeit, weil sich jetzt sicher schon einige fragen, warum ich mir so viel Mist so lange habe bieten lassen, und bevor mein Mann jetzt als der totale A... dasteht: Er hat PTBS und kämpft auch aktuell wieder mit Depressionen. Das ist eine Erklärung für viele Dinge, die er tut oder nicht tut, und darum bringe ich auch für vieles Verständnis auf, was ich bei einem "normalen" Menschen nie tolerieren würde. Trotzdem kann ich seine Krankheit jetzt nicht mehr mittragen, es tut mir auch leid, denn er ist mit sich selbst nicht glücklich und wird es vermutlich nie sein. Aber ich muss an mich denken und an die Kinder. Wir haben alle schon zu viel davon abgekriegt. Außerdem weiß ich nie, wo die Krankheit endet und der A... anfängt, denn wenn ich mal ehrlich zurückschaue, hat er auch in unseren frühen Ehejahren schon solche Ansätze gehabt...

    Zurück zum Finanziellen, ich arbeite seit der Kleine in die Kita kam vor einigen Jahren, habe sogar noch eine Ausbildung zum Uniabschluss gemacht und habe jetzt den lang gewünschten Bürojob, der mir familiengerechte Arbeitszeiten und Familienversicherung für die Kinder etc. ermöglicht. Verdienen tu ich da nicht so furchtbar viel, selbst wenn ich noch Stunden aufstocken würde. Ist aber kein Problem, mein Mann hat ein SEHR gutes Einkommen durch seine frühere Tätigkeit, er ist jetzt berufsunfähig und hat eine richtig gute Absicherung, dazu noch sein Teilzeitjob. Er hat bereits eingewilligt in alle meine Vorschläge, wie es finanziell weiter laufen soll, ich habe ihm einen sehr moderaten und fairen Vorschlag gemacht, der ihm noch mehr als genug Geld zum Leben lässt und für die Kids und mich kaum Einschränkungen bedeuten wird. Das ist ja auch so eine lustige Sache, ich habe sehr detaillierte Unterhaltsrechner ausgefüllt und kam zu dem Schluss, dass mir JETZT, IN der Ehe, eigentlich so ziemlich das zur Verfügung steht, was mir auch nach einer Trennung zustehen würde. Weil er den Großteil seines Geldes ja immer für sich hat. Und dabei wohnt er auch noch hier im Rundumservice... egal, für uns hat es immer locker gereicht, wir leben wirklich nicht schlecht, Ausflüge, teure Hobbys für mich und die Kinder sind gar kein Problem, weil ich halt super haushalten kann und dabei sogar noch spare.

    Das Haus (gemietet) läuft auf mich, es ist sehr günstig, da sehe ich auch keine Probleme. Meine einzige Furcht ist, dass er alleine nicht klarkommen wird, sich finanziell in den Abgrund stürzt und DANN natürlich auch mich und die Kids mit reinreißt, weil er seinen Unterhaltsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Zum Beispiel erfordert seine "Rente" aufgrund der eingeschränkten Arbeitsfähigkeit die regelmäßige Bewältigung von Papierkram. Mache ich für ihn. Sind wir aber getrennt, kann es sein, dass er solche Sachen gegen die Wand fährt. In meinem Interesse werde ich auch weiterhin gerne solche Dinge für ihn erledigen, aber was, wenn er sich vom Acker macht? Oder sich einfach nicht kümmert, mir die notwendigen Belege nicht bringt, dann kann ich auch nichts für ihn machen...

    Darum möchte ich wirklich so sicher wie möglich diesen Vertrag machen, solange er noch zustimmt. Denn ich könnte mir gut vorstellen, dass die Stimmung umschlägt, wenn er mal richtig realisiert hat, dass ich es ernst meine. Momentan scheint er die Trennung noch nicht für voll zu nehmen. Ich habe aber wirklich Jahre gebraucht, um zu diesem Entschluss zu kommen, den meine ich jetzt wirklich absolut ernst. Ich ziehe das jetzt durch, endlich...


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    AW: Unsortiert. Einfach mal ein bisschen was aufschreiben.

    Ach so, zu einer Erstberatung war ich vor ca. 1 1/2 Jahren schon, weil es auch da schon fett kriselte und ich mich für den Fall der Fälle informieren wollte. Wir sind aber ein sehr spezieller Fall aus verschiedenen Gründen (binationale Ehe, seine Einkommensverhältnisse) und eigentlich war ich nach der Beratung auch nicht schlauer als vorher. Den Folgetermin habe ich nicht wahrgenommen, weil eine Trennung für mich erst mal vom Tisch war. Schön blöd von mir, hätte ich das ruhig mal gemacht, dann hätte ich heute mehr Rechtssicherheit.

    Ich werde aber, falls nötig bzw. spätestens zur Scheidung wird es ja dann ohnehin nötig, wieder zu dieser Anwältin gehen. Aber unnötig will ich auch kein Geld verlieren...

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    AW: Unsortiert. Einfach mal ein bisschen was aufschreiben.

    Nebelwald, Du tust hier Dinge im Alleingang, ohne eine wirkliche Rechtsbasis zu kennen!
    Und sorry, wenn ich das so unverblümt sage, Du bist etwas blauäugig in Gelddingen, scheint es,!,
    Geh zu einem Anwalt!!

    Zitat Zitat von Nebelwald Beitrag anzeigen
    ch verwalte das Familienbudget und habe schon vor Jahren mein Konto (von dem alles abgeht) komplett von seinem abgekoppelt. Ein fester Teil seines Einkommens geht automatisch auf mein Konto. Zusätzlich gibt er mir für die Zeit, wo er auch tatsächlich hier lebt, monatlich noch 300. Die gibt es schon immer eher unregelmäßig oder in kleinen Häppchen, weil er mit Geld nicht umgehen kann. Ist aber nicht so schlimm, darum bin ich ja die Budget-Beauftragte. Sein restliches Geld (wir reden hier von über 2500 €) hat er für sich alleine, da will ich gar nicht mehr wissen, was er damit macht.
    Hallo, was? Wieviel geht denn in das „Familienbudget“?

    Es gab in der Vergangenheit da ein paar sehr unschöne Geschichten, wo er sich auch am Familienbudget bedient hat. Grund vermutlich eine Spielsucht. So ganz habe ich es nie aus ihm rausbekommen, was er mit seinem ganzen Geld gemacht hat, und bis heute weiß ich nicht, was er mit so viel Geld macht. Gibt eigentlich nur ein paar Möglichkeiten, Frauen, Drogen, Spielsucht. Er gibt zu, gespielt zu haben, über das tatsächliche Ausmaß schweigt er. Behauptet, er tut das nicht mehr, aber ich glaube es eigentlich nicht. Wenn es das nicht ist, ist es was anderes. Ich hab ihm schon auf den Kopf zugesagt, dass er von dem Geld, was er zur Verfügung hat und für das er eigentlich NICHTS vorweisen kann, locker eine zweite Familie ernähren kann, was auch die ständige Abwesenheit erklären würde. Er schwört Stein und Bein, dass dem nicht so ist.
    Zu deutsch, Du hast also keine Ahnung, wieviel Geld er hat, und was er damit macht.

    Ich bin auch nicht der Ansicht, daß ein Partner über alle Ausgaben „Rechenschaft ablegen muß“, aber daß er 2500 bis 2800€ einfach so „verschwinden läßt“ jeden Monat - das ist gnadenloser Leichtsinn Deinerseits!
    Das Geld hätte in Eure Rücklagen oder Altersvorsorge gehört!
    weil ich ja seit nunmehr fast 17 Jahren immer für die Kinder verantwortlich war und in der ganzen Zeit vielleicht 10 Abende ohne ihn ausgehen konnte.
    Das ist

    Er hat nichts zugegeben. Er arbeitet nachts, an drei Tagen die Woche, sowie tagsüber an einem Tag. De facto verschwindet er meist gegen 17 Uhr, und kommt oft nicht vor Mittag des nächsten Tages nach Hause, machmal auch um 8, oder um 10... Er sagt, er geht gerne nach der Arbeit noch weg, um runterzukommen, oder er schläft bei einem Kumpel, oder er lässt sich einfach Zeit bei der Arbeit (so viel Zeit, dass aus einer 8-Stunden-Schicht 12 und mehr Stunden werden...) Ich habe ihn so gebeten, mir doch wenigstens eine Nachricht zu schicken, ich kann mich ja auf nichts einstellen, wenn ich nie weiß, ob und wann er nach Hause kommt. Da wird er dann schon grätzig, weil er das machen soll.
    Weiß er, daß ihr eine Beziehung habt, oder denkt er, er wohnt in einer WG? (Ironie wieder aus)

    [Oh, ganz wichtig für die Verständlichkeit, weil sich jetzt sicher schon einige fragen, warum ich mir so viel Mist so lange habe bieten lassen, und bevor mein Mann jetzt als der totale A... dasteht: Er hat PTBS und kämpft auch aktuell wieder mit Depressionen. Das ist eine Erklärung für viele Dinge, die er tut oder nicht tut, und darum bringe ich auch für vieles Verständnis auf, was ich bei einem "normalen" Menschen nie tolerieren würde.
    Ist das echt diagnostiziert (hast Du den Befund gesehen), oder ist das seine extrem billige Ausrede von ihm?
    Das, was Du schilderst, deckt sich nicht mit dem, was ich von dieser Krankheit kenne.

    Zurück zum Finanziellen, ich arbeite seit der Kleine in die Kita kam vor einigen Jahren, habe sogar noch eine Ausbildung zum Uniabschluss gemacht und habe jetzt den lang gewünschten Bürojob, der mir familiengerechte Arbeitszeiten und Familienversicherung für die Kinder etc. ermöglicht. Verdienen tu ich da nicht so furchtbar viel, selbst wenn ich noch Stunden aufstocken würde.
    Na toll, typische Hausfrauenkarriere mit miesester Altersrente.
    Du hättest dieses Geld, auf das Du so „emanzipiert“ verzichtet hast (2500*12*17/2 = 255.000) dringend nötig!

    Ist aber kein Problem, mein Mann hat ein SEHR gutes Einkommen durch seine frühere Tätigkeit, er ist jetzt berufsunfähig und hat eine richtig gute Absicherung, dazu noch sein Teilzeitjob.
    Es IST ein Problem. Siehe oben.

    Er hat bereits eingewilligt in alle meine Vorschläge, wie es finanziell weiter laufen soll, ich habe ihm einen sehr moderaten und fairen Vorschlag gemacht, der ihm noch mehr als genug Geld zum Leben lässt und für die Kids und mich kaum Einschränkungen bedeuten wird.
    Auf welcher Basis? Und „moderat und fair“ bedeutet meist „weniger als rechtens für mich und die Kinder“!!!

    Das ist ja auch so eine lustige Sache, ich habe sehr detaillierte Unterhaltsrechner ausgefüllt und kam zu dem Schluss, dass mir JETZT, IN der Ehe, eigentlich so ziemlich das zur Verfügung steht, was mir auch nach einer Trennung zustehen würde. Weil er den Großteil seines Geldes ja immer für sich hat. Und dabei wohnt er auch noch hier im Rundumservice... egal, für uns hat es immer locker gereicht, wir leben wirklich nicht schlecht, Ausflüge, teure Hobbys für mich und die Kinder sind gar kein Problem, weil ich halt super haushalten kann und dabei sogar noch spare.
    Daß Du hier blauäugig an die Sache rangehst, zeigt dieser letzte Satz.
    Denn wenn er es rausgeblasen hat, und Du was hast - steht ihm der Zugewinn zu... Du zahlst ihm was!
    Himmeldieberge, warum tut Frau sowas, sich in einer Beziehung mit weniger für die Familie abspeisen lassen, als nach einer Scheidung?
    Hast Du auch den Dir zustehenden Trennungs- und Betreuungsunterhalt schon berechnet?

    Das Haus (gemietet) läuft auf mich, es ist sehr günstig, da sehe ich auch keine Probleme. Meine einzige Furcht ist, dass er alleine nicht klarkommen wird, sich finanziell in den Abgrund stürzt und DANN natürlich auch mich und die Kids mit reinreißt, weil er seinen Unterhaltsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Zum Beispiel erfordert seine "Rente" aufgrund der eingeschränkten Arbeitsfähigkeit die regelmäßige Bewältigung von Papierkram. Mache ich für ihn. Sind wir aber getrennt, kann es sein, dass er solche Sachen gegen die Wand fährt. In meinem Interesse werde ich auch weiterhin gerne solche Dinge für ihn erledigen, aber was, wenn er sich vom Acker macht? Oder sich einfach nicht kümmert, mir die notwendigen Belege nicht bringt, dann kann ich auch nichts für ihn machen...
    Diese Angst hast Du zurecht. Oder wenn er den Zusatzjob einfach ein läßt, oder, oder...
    Du stehst auf einem Dünnen Ast!
    Und... wenn er DOCH eine Zweitfamilie mit Kindern hat, sind Deine Berechnungen Makulatur, denn diesen Kindern steht auch Unterhalt zu, der Deinen und den Deiner Kinder mindert!

    [Darum möchte ich wirklich so sicher wie möglich diesen Vertrag machen, solange er noch zustimmt. Denn ich könnte mir gut vorstellen, dass die Stimmung umschlägt, wenn er mal richtig realisiert hat, dass ich es ernst meine. Momentan scheint er die Trennung noch nicht für voll zu nehmen.
    Ein privatschriftlich verfasstes Dokument ohne notarielle Beglaubigung ist im Scheidungsrecht nicht wirklich was wert.
    Ohne echte „Scheidungsfolgenvereinbarung“ sieht es schlecht aus.

    Und die solltest Du von einem ANWALT für FAMILIENRECHT aufsetzen lassen, der kennt ich damit besser aus als ein Notar. Den brauchst Du nur zur Beglaubigung des Vorgangs.

  7. gesperrt
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    AW: Unsortiert. Einfach mal ein bisschen was aufschreiben.

    Zitat Zitat von Nebelwald Beitrag anzeigen
    Ach so, zu einer Erstberatung war ich vor ca. 1 1/2 Jahren schon, weil es auch da schon fett kriselte und ich mich für den Fall der Fälle informieren wollte. Wir sind aber ein sehr spezieller Fall aus verschiedenen Gründen (binationale Ehe, seine Einkommensverhältnisse) und eigentlich war ich nach der Beratung auch nicht schlauer als vorher. Den Folgetermin habe ich nicht wahrgenommen, weil eine Trennung für mich erst mal vom Tisch war. Schön blöd von mir, hätte ich das ruhig mal gemacht, dann hätte ich heute mehr Rechtssicherheit.

    Ich werde aber, falls nötig bzw. spätestens zur Scheidung wird es ja dann ohnehin nötig, wieder zu dieser Anwältin gehen. Aber unnötig will ich auch kein Geld verlieren...
    Du verlierst definitiv mehr Geld, wenn Du es NICHT tust.
    Gerade, wenn Du es nicht verstanden hast!

    Und auch solche Dinge wie Sorgerecht sind binational komplizierter.
    Sichere Dir, wenn irgendmöglich, das alleinige - Sonst taucht er womöglich ab, und Du kannst Deine Kinder nicht mal an der Schule anmelden, weil seine Unterschrift fehlt...
    Was bedeutet, daß Du für „alles offizielle“ das Familiengericht brauchst!


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    AW: Unsortiert. Einfach mal ein bisschen was aufschreiben.

    Hallo nochmal, mal schauen, wie lange ich schreiben kann, bevor die Horde einfällt. Zwischenzeitlich ist er mit dem Besuch eingetroffen und jetzt mitsamt Kindern in der Stadt unterwegs.

    Ich habe den Anwalt nicht nicht verstanden, sondern er hat beim ersten Treffen gar keine wirklichen Aussagen gemacht, weil er es auch so aus dem Stegreif nicht wusste. Zu weiteren Terminen kam es dann nicht mehr, weil ich nicht dran blieb.

    Ins Familienbudget fließt von seiner Seite etwas über 1000 Euro, weitere ca. 500 bekommen wir von seiner Absicherung für die Kinder. Dazu die schon erwähnten 300 in Zeiten, wo er tatsächlich hier wohnt. Ich kann auf den Cent genau sagen, was er von seiner Rente und Versicherung monatlich bekommt, weil ich eben den ganzen Papierkram mache. Sein Lohn variiert monatlich, da muss ich jeweils warten, bis er mir mal die Nachweise bringt, aber früher oder später habe ich sie. Nur seine nicht unerheblichen Trinkgelder, die kann ich natürlich nicht überprüfen, sie seien ihm gegönnt. Ich schreibe hier auch nur Schätzungen rein, weil die meisten Einkünfte in ausländischer Währung erfolgen und der Wechselkurs ja etwas variiert.

    Dass er so viel für sich behält, hat sich sinnvollerweise in der Zeit ergeben, als er nicht hier lebte, sondern in seiner Heimat zu Therapiezwecken, und da ja auch leben musste. Ich bin schon verdammt froh, dass ich es so einrichten konnte, dass der Großteil des Geldes für die Familie direkt auf mein Konto fließt, ohne den Umweg über sein Konto. Dass es nicht fair ist von der Verteilung, weiß ich selbst, wir haben es mehrfach diskutiert, aber er kriegt dann die Krise mit "ich muss aber auch ein bisschen leben". Und er kommt jetzt immerhin mit seinem Geld halbwegs aus, früher, bevor er wieder arbeiten konnte, hatte er oft gar nichts mehr und ich musste auch noch aushelfen (musste er dann wieder abstottern, aber geärgert hat es mich trotzdem).

    Ja, er hat sowas von definitiv PTBS, Kriegseinsätze, ein Jahr stationärer Aufenthalt, er hat sich das ganz gewiss nicht ausgedacht. Der Mann war völlig am Ende, und es hat lange gedauert, bis er wieder halbwegs normal agierte. In den letzten Jahren, seit wir wieder zusammen leben, merkt man nicht mehr viel davon, aber dass sowas nicht komplett weggeht und auch dann sein Verhalten beeinflusst, wenn er nicht mehr offensichtlich darunter leidet, ist mir klar. In den ersten Jahren hätte ich mich gar nicht getraut, mich zu trennen, egal wie schlimm es war, denn er wäre drauf gegangen.

    Ja, vermutlich sollte ich doch noch einen Termin beim Anwalt machen, um mich wirklich abzusichern.

    Ich möchte den Mann nicht finanziell ausziehen, er wird es eh schwer genug haben, wenn er alleine klar kommen muss. Ich möchte genau das, was mir nach meinem Rechtsempfinden zusteht, und das ist, mal abgesehen vom angemessenen Unterhalt für die Kinder, zum Beispiel dass alles, was ich gekauft habe, auch mir gehört, alles, was ich gespart habe, auch bei mir bleibt, und dass ich für den rest meines Lebens einen bescheidenen prozentualen Teil aus seiner üppigen Rente (dem Teil, der ihm sicher ist und an dem sich wohl nichts ändern wird, außer es bricht das ganze System zusammen) bekomme, egal, wie viel ich verdiene und wie viel er in Zukunft verdient. Damit bin ich zufrieden, das macht für mich den Unterschied zwischen rumkrebsen und moderatem Wohlstand. Und ich finde, damit fordere ich nicht zu wenig, wir können aber beide noch gut leben. Denn was nützt es mir, wenn ich das Höchstmaß raushole, er dann aber hier nicht mehr leben kann und zurück in seine Heimat geht, weil er da billiger leben kann oder es sich einbildet. Dann haben die Kids gar keinen Vater mehr, und es wird ihm nicht allzu schwer fallen, ganz unterzutauchen, dann stehe ich da.


    Wie gesagt, zum Anwalt gehe ich trotzdem nochmal.


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    14

    AW: Unsortiert. Einfach mal ein bisschen was aufschreiben.

    So, da bin ich mal wieder, ein weiterer Versuch, mich zu sortieren.

    Was ist zwischenzeitlich passiert? Ein, zwei Runden in der Beziehungsachterbahn haben wir noch gedreht.

    Das läuft dann so ab:
    Ich explodiere irgendwann innerlich und initiiere dann ein klärendes Gespräch, wo wir uns gegenseitig sagen, was für uns momentan inakzeptabel ist. In meinem Fall, sein ständiges Fernbleiben ohne auch nur mal Bescheid zu geben, seine geistige Abwesenheit, wenn er denn mal da ist, seine mangelnde Initiative bei allem, was Kinder und Haus betrifft. In seinem Fall, meine häufige schlechte Laune (die kriege ich tatsächlich oft, wenn er mal wieder nach zwei Tagen irgendwann am späten Nachmittag reinspaziert, als wäre nichts gewesen), meine mangelnde Wertschätzung seinen Bemühungen gegenüber (ich lob ihn nicht genug, wenn er einmal im Monat ein Zimmer saugt, und weise ihn womöglich auch noch drauf hin, dass er eine Ecke ausgelassen hat), und ein allgemeines "du hast auch Fehler". Wir stellen fest, dass wir beide an diesem Kreislauf beteiligt sind und dass ein Verhalten das andere bedingt. Er erzählt mir ein wenig von seinem Innenleben, wie schlecht es ihm geht, und dass das alles gar nicht gegen mich gerichtet ist.
    Wir versöhnen uns, wir handeln einen Minimalkonsens aus, wie wir uns zukünftig gegeneinander verhalten wollen, um die Lage zu bessern. Zuletzt war dieser Minimalkonsens: Ich zeige mehr Zuneigung indem ich ihn einfach mal umarme zwischendurch, er gibt mir zumindest Nachricht, wenn er sich außerhalb seiner Arbeitszeit länger anderswo aufhält.
    Alles ist ein, zwei, manchmal auch drei Tage gut, dann verschwindet er wieder. Meine Laune geht gen Keller, ich habe null Lust, ihn nach so einer Aktion liebevoll umarmend zu empfangen, und schon bricht die nächste Eiszeit an.

    Vorletztes Wochenende gab es wieder so eine Aussprache, nachdem er sich praktisch eine ganze Woche gar nicht zu Hause hat blicken lassen (einmal war er abends da, hat sich aber in ein anderes Zimmer zurückgezogen), habe ich mir per WhatsApp einen Gesprächstermin erbeten. Ich musste erst noch klar stellen, dass ich darüber nicht per WhatsApp reden würde, dann kam er auch. Ich habe ihn klipp und klar gefragt, wann er denn ausziehen würde, denn offensichtlich wolle er ja nicht mehr hier wohnen. Großer Schock, wieso ausziehen, wie kommst du nur darauf (ja, wie wohl). Ich habe ihm gesagt, da er diese Familie ja offensichtlich nicht mehr wolle, da er lieber wie ein unabhängiger Single leben wolle, solle er das doch dann bitte auch tun.
    Er hat mir wieder erklärt, wie schlecht es ihm gerade ginge, und dass es ja nur daran läge, es tue ihm alles sehr leid, aber er sei halt kaputt. Wir haben ein langes Gespräch über seine Depressionen geführt, und ich habe ihn gebeten, doch bitte, bitte wieder zum Arzt zu gehen und es mit Antidepressiva zu versuchen. Das möchte er eigentlich nicht, weil er damit sehr schlechte Erfahrungen gemacht hat. Aber welche Alternative gibt es denn? Offensichtlich geht es nicht ohne, und nur weil sie es damals nicht geschafft haben, ihn richtig einzustellen, heißt das doch nicht, dass es für ihn keine medikamentöse Unterstützung geben kann.
    Wir endeten mit "bitte lass uns noch einmal versuchen, diese Ehe zu retten, indem du endlich am Auslöser des ganzen Elends arbeitest".

    Er hat es genau vier Tage geschafft, täglich nach Hause zu kommen, und sogar mal ein paar Stunden mit den Kindern und mir verbracht. Dann war er wieder weg, andere Dinge tun. Gut, Er hat immerhin einen Termin gemacht bei der Psychiaterin.
    Da ging er auch hin, sagte er zumindest, kam aber auch danach nicht nach Hause.
    Auf meine Nachfrage am späteren Abend schrieb er nur, er wolle keine Tabletten nehmen, was würden die Leute denken, was würden die Kinder denken, Erektionsstörungen etc. (welche Leute? Woher soll irgendjemand wissen, ob er Erektionsstörungen hat?) . Ich schrieb ihm nur ganz neutral, dass es ja sein Leben ist und er es wissen muss. Das war wohl nicht feinfühlig genug, denn seitdem ist komplette Funkstille. Die Kinder haben Ferien, sie sitzen, während ich arbeite, alleine da. Er sollte eigentlich den Juli komplett frei haben, darauf war ich eingerichtet, stattdessen mühe ich mich jetzt, um zwischen Arbeit, Haushalt und Zubettgehen noch irgendwie ein wenig Ferienprogramm für die Kids zu bieten. Er kam in der letzten Woche zweimal rein, einmal nur zum Schlafen, einmal abends zum Essen und schlafen. Wir haben genau zwei Sätze miteinander gesprochen in den maximal zwei Stunden, die wir beide in wachem Zustand im Haus verbrachten, denn er zog sich sofort wieder zurück.

    Damit ist der Drops für mich dann hoffentlich endgültig gelutscht. Ich weiß, ich bin eine absolute Lusche, dass ich den Absprung nicht schaffe, dass ich nicht einfach mal akzeptieren kann, dass es vorbei ist, obwohl ich es doch schon seit Jahren weiß. Und ich bin vielleicht auch kein besonders guter Mensch, ich bin einfach nicht empathisch genug, ihm durch seine Depressionen hindurchzuhelfen, vermutlich habe ich sogar mit daran gewirkt, dass es wieder so schlimm wurde. Ich bin kein Krankenschwester-Typ und kein Mama-Typ, ich kann und will diesen ständigen Eiertanz nicht mehr.
    Und was meint er denn, wie es jetzt weitergehen soll, wo er es ja ablehnt, sich medikamentöse Hilfe zu holen? In eine Klinik will er ja auch nicht mehr, Therapeuten hat er schon diverse verschlissen, das hat ja wohl auch nichts gebracht. Das einzige, was ihn zuletzt stabilisiert hat, war, dass er mehrere Jahre lang allein lebte, nur auf Urlaub zu uns kam und sich ansonsten nur um sein eigenes Wohlbefinden kümmern musste. Ja, dann wird es vielleicht so sein, dass er einfach nicht mehr geeignet ist, in einer Familie zu leben. Damit müssen wir dann wohl klarkommen, die Kinder und ich. Wenn es das ist, was er braucht, dann soll er ziehen. Aber ich werde nicht darauf warten, dass er sich so weit stabilisiert, dass er dann wieder einzieht. Das hatten wir schon einmal.

    Genug gelabert, jetzt zu den Taten.

    Ich habe einen Termin mit der Anwältin. Und zwar diesmal mit einem großen Büro mit Spezialisierung. Ich möchte diese Trennungs- und Scheidungsfolgenvereinbarung, und zwar eine, die mir auch wirklich Sicherheit bietet. Denn er wird zurück gehen in sein Land, früher oder später. Mittlerweile glaube ich, eher früher. Leider muss ich weit fahren zu dieser Anwältin, aber da muss ich halt irgendwie durch. Ich hoffe, es wird nicht allzu teuer.

    Ich habe einen Termin mit der Rentenkasse. Da muss ich auch endlich mal schauen, wie es überhaupt bei mir aussieht mit der Anrechnung für die Kinder.

    Ich habe meinen Ärzten hinterhertelefoniert und werde nächste Woche hoffentlich endlich wissen, wie es mit meiner Erkrankung weiter geht bzw. was ich überhaupt habe. Ich möchte bei diesem Thema endlich Klarheit haben.

    Ich schaue mich nach besser bezahlten Jobs um. Alternativ möchte ich meine Arbeitszeit noch etwas erhöhen, aber das wird voraussichtlich so schnell nicht funktionieren, weil ich wegen diverser anderer Verpflichtungen und Termine öfters mal freinehmen muss und diese Zeit auch irgendwie wieder aufarbeiten muss.

    Nächste Woche fahre ich einige Tage mit einer Freundin weg. Ich hoffe, es wird mir gut tun. Ich sehe der Sache etwas mit gemischten Gefühlen entgegen, weil ich nicht weiß, inwiefern mein Mann die Kinder hüten wird. Es war schon lange geplant und abgesprochen, aber so, wie er sich zurzeit verhält, kann ich mir fast nicht vorstellen, dass er sich wirklich einbringen wird. Ich hoffe, er wird wenigstens die meiste Zeit anwesend sein und dafür sorgen, dass was zu essen auf den Tisch kommt. Und die Kinder nicht tagelang ausschließlich vor den Bildschirmen parken. Unsere Älteste wird einspringen, wenn etwas nicht funktioniert.

    Emotional tangiert mich momentan alles recht wenig, bei dem letzten harten Gespräch ging es mir sehr schlecht und es hat sich sofort gesundheitlich geäußert. Aber jetzt, in diesem Moment, ist mir so ziemlich alles wurscht. Wird sich ändern, wenn ich ihn sehe. Nur nicht wieder einknicken, nicht noch mal. Nur ruhig bleiben, damit die Lage nicht eskaliert. Gespräche nicht mehr darüber, wie wir uns retten können, sondern darüber, wie wir alle mit möglichst wenig Schaden aus dieser Situation herauskommen. Und dann noch den Kindern erzählen, wie es jetzt weitergeht, denn obwohl für sie ein abwesender Vater nichts Neues ist, geht das, was im Moment abgeht, auch an ihnen nicht unbemerkt vorbei.

  10. Moderation Avatar von skirbifax
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    AW: Unsortiert. Einfach mal ein bisschen was aufschreiben.

    Nebelwald, wie alt sind deine Kinder? Ist es denn möglich zu fahren, sollte dein Mann eben nicht zur Betreuung zur Verfügung stehen? Ich kann mir gut vorstellen, dass du ein paar Tage Auszeit brauchst - aber könntest du mit gutem Gewissen die Kinder ganz alleine lassen? Gäbe es zu deinem Mann keine Betreuungsalternative?
    Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
    Christian Morgenstern


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