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  1. Registriert seit
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    AW: Unsortiert. Einfach mal ein bisschen was aufschreiben.

    Levistica, vielen Dank, dass du mir wieder etwas Mut machst.

    Ich werde auf jeden Fall auch nochmal mit den Kindern sprechen, bei der Großen habe ich es ja schon angesprochen, dass sie bitte dafür sorge, dass jeden Tag was Warmes zu essen auf den Tisch kommt, wenn ihr Vater es vergisst, und Basics aufzufüllen, wenn sie leer sein sollten (Milch, Brot). Aber es sind ja auch nur ein paar Tage, und Supermärkte und Dönerladen sind ganz leicht fußläufig zu erreichen, verhungern wird hier niemand. Vermutlich würden sie, wären sie auf sich allein gestellt, kein Gemüse essen, viel zu viel fernsehen, sich nicht waschen oder die Zähne putzen, nachts auf dem Sofa einpennen, statt ins Bett zu gehen, und das ganze Haus zumüllen, weil sie nie was wegräumen, wenn man sie nicht darauf hinweist. Eventuell würden sie sich auch ein paar Mal in die Haare kriegen und dabei auch laut werden, und ich könnte damit rechnen, über Telefon aufgeregte Kinder zu beruhigen und zu vermitteln.
    Aber wisst ihr was? Wenn ich darüber nachdenke, wird all das vermutlich auch eintreffen, wenn mein Mann die komplette Zeit über hier ist. Eigentlich macht es gar keinen so großen Unterschied, außer bei der Streitschlichtung, dafür hat er ein besseres Händchen als ich (er hat viele Geschwister, da lernt man sowas vielleicht eher).

    Vielleicht sollte ich mir auch einfach weniger Sorgen machen und den Kindern, gerade der Großen, mehr zutrauen.

  2. Moderation Avatar von skirbifax
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    AW: Unsortiert. Einfach mal ein bisschen was aufschreiben.

    Zitat Zitat von Nebelwald Beitrag anzeigen
    Vielleicht sollte ich mir auch einfach weniger Sorgen machen und den Kindern, gerade der Großen, mehr zutrauen.
    Den Kindern etwas zuzutrauen und auch vertrauen ist ein guter Ansatz.
    Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
    Christian Morgenstern


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  3. Avatar von Rotbuche
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    AW: Unsortiert. Einfach mal ein bisschen was aufschreiben.

    Hallo Nebelwand,

    ich hoffe, du hattest ein paar schöne Tage und hast deine Kinder bei der Rückkehr satt und gesund angetroffen.

    Was deinen Mann angeht, so habe ich ein ganz ungutes Gefühl. PTBS ist eine ernste Erkrankung aber längst noch kein Grund, regelmäßig tagelang zu verschwinden. Vor allem: Welcher "Kumpel" beherbergt denn regelmäßig einen anderen "Kumpel", wenn der doch ein Zuhause hat?

    Du musst also wohl davon ausgehen, dass dein Mann ein Doppelleben führt. Auch seine unerklärlichen Geldausgaben deuten in diese Richtung. Da du andeutest, dass er aus einem Land außerhalb der EU stammt: War ein Aufenthaltsrecht in Deutschland bzw. die deutsche Staatsangehörigkeit bei eurer Eheschließung für ihn attraktiv? Hat die Ehe mit dir ihm dazu verholfen?

    Sei nicht zu nachgiebig, was das Finanzielle angeht. Ich gehe mal davon aus, dass du ohne ihn und die Kinder eine lukrativere Karriere gemacht hättest, auch wenn dir dein jetziger Arbeitsplatz gefällt. Das sollte berücksichtigt werden. Wenn er beispielsweise aus den USA oder Kanada stammt, sollten solche Rechtsansprüche auch durchsetzbar sein, wenn er Deutschland verlässt. Nimm also keine falsche Rücksicht auf ihn. Er nimmt ja auch keine auf dich.

    Alles Gute!


  4. Registriert seit
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    AW: Unsortiert. Einfach mal ein bisschen was aufschreiben.

    Hallo, da bin ich wieder, halbwegs erholt und einige Schritte weiter im Prozess meiner Loslösung.

    Mein Urlaub hat sehr gutgetan, mal aus allem raus, gute Gespräche, viele neue Eindrücke, da sieht man das eigene Leben wieder aus einem anderen Blickwinkel.

    Natürlich lief nicht alles reibungslos, ich habe den Kontakt zu den Kids per Handy gehalten und musste auch aus der Entfernung einiges regeln. Mein Mann war an allen Tagen längere Zeit außer Haus (angeblich arbeiten – ja danke auch, man bedenke, seit vielen Monaten standen diese paar Tage fest und er hatte mir mehrfach zugesagt, dann Urlaub zu nehmen, damit ich ohne schlechtes Gefühl fahren kann). Immerhin war er wohl nachts da und hat auch immerhin zwei Mal etwas gekocht. Am dritten Tag habe ich den Kindern abends um 9 gesagt, sie sollen dann mal Pizza in den Ofen werfen, weil es noch nichts gegeben hatte. Im Nachhinein weiß ich, er war da auch gar nicht da und kam wohl erst irgendwann später nach Hause. Irgendetwas gemeinsam unternommen (und sei es nur ein Brettspiel) haben sie in den Tagen natürlich nicht, es war das absolute Minimalprogramm, wie erwartet. Nicht mal ins Bett geschickt hat er sie, er ist einfach irgendwann selbst ins Bett und hat die Kinder da hocken lassen, solange sie eben wollten. Der Mini ist 9, der sollte schon irgendwann vor Mitternacht ins Bett, und zum Zähneputzen und Waschen muss er auch angehalten werden.

    Am Abreisetag fragte mein Mann mich noch, ob ich am selben Tag heimkäme. Wie bereits zuvor lautete meine Antwort, mal schauen, wie erledigt ich bin, eventuell schlafe ich noch bei meiner Freundin und komme dann morgen früh. Falls heute noch, wird es spät. Seine Antwort: Okay, lass dir Zeit.

    Um kurz vor 22 Uhr rollte ich in den Hof. Große Freude bei den Kindern. Mann nicht da, der sei bei der Arbeit. Schon was gegessen? Nö, heute gab es noch nichts. Also machte ich noch schnell was warm. Um 23 Uhr immer noch kein Mann. Also rufe ich ihn an. Er, fröhliche Stimme: „Hey, bist du zu Hause?“ – „Äh, ja, wo bist du?“ – „Ach, ich bin noch in xxx und esse was.“ (Anmerkung: In xxx leben Verwandte von mir / Freunde von ihm, wo er öfters mal zum Essen eingeladen wird) – „Hallo, was machst du? Es ist 23 Uhr, hier sitzen drei Kinder alleine zu Hause rum, die den ganzen Tag noch nichts Warmes bekommen haben, und du lässt dich in xxx verköstigen? Was, wenn ich heute nicht mehr heim gekommen wäre?“ – „So ist es nicht, ich esse ja gar nicht…“ – „Du hast doch gerade gesagt, du bist am Essen?“ – „Ja aber…“ – „Das ist absolut [Zensur] von dir. Denk mal drüber nach.“

    Irgendwann nachts kam er nach Hause, wir haben schon geschlafen. Den nächsten Tag verbrachte er in seinem Zimmer, ich hätte mir mal eine Entschuldigung gewünscht, ein Zeichen, dass er sein Verhalten reflektiert, denn ich finde nicht, dass ich überreagiert habe. Ich kann doch nicht, während ich in der Pflicht bin, erst unabgesprochen den ganzen Tag arbeiten und danach noch bis in die Nacht hinein mich bei Freunden an den Tisch setzen, während die Kinder sich von Müsli und Toast ernähren. Ich weiß ja nicht, wo er da gegessen hat, er hat in dem Ort mindestens drei Anlaufstellen. Wundere mich aber doch sehr, was die denn dazu sagen und wie sie überhaupt auf die Idee kommen, ihn in der Situation zum Essen einzuladen, statt ihm die Meinung zu geigen und ihn umgehend nach Hause zu schicken. Vorausgesetzt natürlich, er hat überhaupt erzählt, dass er die Aufsicht über die Kinder hat.

    Nun ja, eine Entschuldigung kam nie, vermutlich erwartete er von mir eine. Am nächsten Tag war er schon früh morgens weg, zur Arbeit. Da er nicht mehr auftauchte, fragte ich per Whatsapp, ob er noch etwas mit den Kindern unternehmen würde in der Woche. Einen Tag später tauchte er plötzlich auf, lud die Kinder ein und wollte mit ihnen einen Ausflug machen. Minuten später ruft er mich an, ob ich nicht auch mitkommen will. Eigentlich wollte ich nicht, konnte auch nicht so recht einschätzen, was das jetzt sollte, aber ich gab mir einen Ruck und sagte zu. Also fuhr er zurück und wir fuhren alle zusammen los. Nach einer sehr seltsamen Stimmung in der ersten Stunde entspannte sich die Lage etwas und es wurde ein ganz netter Tag, wir haben normal, wenn auch nicht übermäßig viel, miteinander geredet.

    Abends sagte er mir noch kurz, dass er jetzt vorübergehend einen Vorgesetzten ersetze auf der Arbeit, bis dessen Nachfolger gefunden sei. Wäre aber egal. Weitere Erklärungen zu Arbeitszeiten kamen nicht.

    Morgens war er wieder weg.

    Seitdem Funkstille.

    Meine Eltern brauchen dringend seine Hilfe bei ein paar Arbeiten. Ich fragte also auf Whatsapp, wann er Zeit hätte. Keine Antwort. Heute Morgen habe ich mal nachgehakt, ob ich ihnen dann jetzt sagen soll, dass er nicht mehr zur Verfügung steht, oder ob er vielleicht schon direkt mit ihnen gesprochen hat. Er könnte sich ja wenigstens mal äußern. Ich verstehe es ja sogar, wenn er jetzt nichts mehr machen will dort. Aber dann soll er das auch kommunizieren, und dann sollten wir diese ganze Sache mal langsam öffentlich machen, sprich, Klartext reden mit den Kindern und unser gemeinsames soziales Umfeld informieren.

    All das macht es mir eigentlich leicht. Ich habe keine Angst mehr, dass ich weich werde, dass wir die Beziehung wieder notdürftig zusammenkitten und nochmal eine Runde drehen, bis es zum nächsten Crash kommt. Es ist so eindeutig vorbei, dass sogar ich wankelmütiges Ding nicht mehr in Gefahr laufe, es zu vergessen.

    Diese Woche hatte ich auch meinen Termin mit der Anwältin. Ich fühle mich gut damit, mal abgesehen von den nicht allzu geringen Kosten, die da auf mich zukommen. Sie hält meine Vorgaben für den Vertrag für fair und durchführbar, wird aber natürlich alles noch genau prüfen und mir auch sagen, falls ich mich und die Kids ihrer Einschätzung nach zu schlecht stelle. Ich habe nur Bauchschmerzen, dass mein Mann sich plötzlich doch querstellt, nachdem ich so viel Zeit und Geld investiere, um den Vertrag aufsetzen zu lassen. Wir haben ja zwar schon darüber geredet und er fand auch alles in Ordnung, was ich mir so überlegt hatte, aber das heißt ja leider nicht, dass er dann auch tatsächlich unterzeichnet, wenn er das fertige Produkt unter der Nase hat.

    Soll ich noch mal mit ihm reden und mich rückversichern, dass er seine Meinung bezüglich des Vertrags nicht geändert hat? Er weiß noch nicht, dass ich dafür zur Anwältin bin. Er geht davon aus, dass ich das selbst zusammenschreibe und wir dann zum Notar gehen damit. Aber ich will Rechtssicherheit, und da ich keine Juristin bin, investiere ich lieber das Geld in einen dann auch korrekt formulierten Vertrag. Es könnte aber sein, dass er sich provoziert fühlt durch meinen Gang zum Anwalt. Ich kann es schlecht einschätzen.

    So, das ist jetzt wieder unglaublich ausführlich geworden, danke an alle, die sich davon nicht haben abschrecken lassen.

    ---------------

    Zu Rotbuches Kommentar (danke für Input und gute Wünsche!) möchte ich gerne noch etwas schreiben:

    Um ein Aufenthaltsrecht ging es bei unserer Ehe nie. Er lebt nur hier, weil ich nicht bereit war, dort (noch einmal) zu leben. Darum nehme ich auch an, dass er über kurz oder lang komplett aus unserem Leben verschwinden wird. Was mit ein Grund war, warum ich lange lange Zeit keine Trennung wollte, denn ich bin mir ziemlich sicher, dass die Kinder dann nur noch wenig oder sogar gar keinen Kontakt mit ihrem Vater haben werden. Ich hoffe, ich irre mich, und er hat mittlerweile eine Bindung zu ihnen, die stark genug ist, dass er sich auch ohne mich als Bindeglied um sie kümmert.

    Ich glaube es wirklich nicht, dass er ein Doppelleben führt, jedenfalls nicht mit anderer Frau und so weiter. Dafür ist er einfach nicht der Typ. Er ist einfach ein zutiefst verzweifelter Mensch, der sich am Leben scheitern sieht und der seine eigenen Anteile an seinem Versagen zwar erkennt, aber nicht ändern kann. Im Grunde ist es eine Selbstzerstörung, die er da betreibt. Das hatten wir in einem ähnlich umfassenden Ausmaß schon einmal, als seine Erkrankung sehr akut war (und das ist sie jetzt wieder). Ich bin damals schon fast daran zerbrochen, diesmal bin ich stärker, und ich bin nicht mehr bereit, als Kollateralschaden herzuhalten. Mit einem gewissen Level der Erkrankung konnte ich leben, ich weiß ja, dass er nie wieder ganz in Ordnung sein wird, aber das hier geht einfach nicht mehr.

    Eigentlich, wenn ich meine Wut über sein Verhalten mal zur Seite schiebe (was mir nicht immer gelingt), tut er mir sehr leid.

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