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  1. Registriert seit
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    panische Angst vor dem Alleinesein nach Trennung

    Hey liebes Forum,
    zurzeit lebe ich (47) in Trennung von meinem Freund (45). Seit 2011 sind wir ein Paar und leben zusammen in meinem Haus. Als Freiberuflerin lebe und arbeite ich in diesem Haus.

    Nun also steht die Trennung an nach ca. 8 Jahren Beziehung.

    Mein Freund ist seit einigen Monaten arbeitslos, sucht eine neue Stelle und wird sich infolgedessen auch eine eigene Wohnung suchen. Der Auszug wird also voraussichtlich in den nächsten Monaten stattfinden, während wir hier noch in einer Art WG zusammen leben, wenn auch einer schmerzhaften, denn unser Alltag ist geprägt von Streit, Genervtsein, Kälte, Gleichgültigkeit, Egoismus.

    Das Zusammenleben ist inzwischen schwer zu ertragen und tut sehr weh. Mein Freund macht mich für sämtliches Unglück verantwortlich, u.a. dafür, dass er sich in diesem Haus nicht wohl fühlt und ich es nun auch noch wage, ihn in seiner Arbeitslosigkeit aufzufordern, auszuziehen.
    Er meint selber, er habe eine (nicht diagnostizierte) Depression. In seinem Mikrokosmos dreht er sich nur noch um sich selbst. Freunde hat er leider keine.

    Aber jetzt ist bei mir der Punkt erreicht, dass das Maß voll ist!! Ich möchte nicht mehr täglich angegangen werden in einem aggressiven Ton und beleidigt werden. Ich verstehe, dass es ihm nicht gut geht mit seiner Arbeitslosigkeit, habe dafür großes Verständnis, aber diese ausgeprägte und tägliche Aggression mir gegenüber geht gar nicht!

    Schon lange sehe ich unsere Beziehung kritisch, sehe viele Dinge, die nicht (mehr oder vielleicht noch nie) passen/passten. Aber das Loslassen fällt mir wahnsinnig schwer.

    Trotzdem: Irgendwie finde ich es schwer zu begreifen, dass mein ehemals bester Freund (der er auch war), mein wichtigster Gesprächspartner und emotionale Stütze, dass wir beide uns so voneinander entfernt haben und nun (fast) nur noch Kälte und Genervtsein zwischen uns herrscht. Das macht mich wahnsinnig traurig. Er ist nicht mehr der, den ich mal geliebt habe.

    Und während ich mich innerlich darauf vorbereite, dass ich demnächst ganz alleine in diesem großen und wunderschönen Haus wohnen werde - etwas, was mir irgendwie vollkommen absurt vorkommt und so nicht geplant war - schüttelt es mich aus Angst vor dem Gefühl von Einsamkeit.

    Es ist komisch: Ich kann eigentlich gut alleine sein. Auch als Freiberufler arbeite ich alleine und das funktioniert seit Jahren sehr gut. Aber jetzt ergreift mich mehrmals täglich die Angst wie eine Panikattacke und entzieht mir den Boden unter den Füßen. Ich breche in Tränen aus und kriege mich nur noch schwer beruhigt. Die 'starke Frau', als die ich mich empfinde, schwimmt. Diese Angstanfälle machen mich vollkommen fertig.

    In meinem Umfeld kann das kaum jemand nachvollziehen. Und ich mag andere auch nicht damit belästigen.
    Diese Panik vor Einsamkeit ist bei mir schon uralt und habe ich schon immer als sehr ausgeprägt erlebt. Nur in den letzten Jahren war sie verschunden, während ich in Beziehung lebte. Aber ich möchte auch ohne Beziehung in der Lage sein, zufrieden zu leben. Hilfe!!

    Ich freue mich auf Denkanstöße und Ideen! Und auch, wenn meine Schilderung euer Vorstellungsvermögen vielleicht übersteigen sollte: Versucht, eure Worte so zu formulieren, dass es nicht verletzt und ich sie annehmen kann! Danke.


  2. Registriert seit
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    AW: panische Angst vor dem Alleinesein nach Trennung

    Ich denke, dass es ein Unterschied ist, ob man allein ist oder einsam. Allein bin ich gerne, wenn ich genug Trubel habe, der um mich herum ist. Ich ziehe mich dann auch auf mich zurück, um danach wieder in den Trubel zu gehen. Also immer wieder eine Auszeit, um zu mir uzu kommen.
    Einsam fühle ich mich, wenn ich gar keine Kontakte habe, wenn kein Austausch mit anderen läuft. Das kann auch in einer Beziehung so sein.

    Und dann kommt für mich dazu, dass ich finde, dass der Mensch im grunde nicht dazu gemacht ist, allein vor sich hin zu leben. Hier in der Bricom wird ja oft von evolutionären Erbschaften bei Männern oder Frauen geschrieben. Eigenartigerweise wird das evolutionäre Erbgut des Gemeinwesens nie erwähnt.
    Menschen haben immer in Horden gelebt, arbeitsteilig oder auch gemeinsam sich eine Existenz aufgebaut oder gesichert, auch für die Nachfahren.
    Waren es eher Dorfgemeinschaften zu Beginn der Seßhaftwerdung, so wurden es dann im Mittelalter auch Städte mit Zunftgemeinschaften z.B.
    Viele haben eben eine gut funktionierende Hausgemeinschaft, Dorfgemeinschaft, sind in Vereinen, Vereinigungen etc. Klar ist das noch anderes als eine Partnerschaft, aber auch sowas kann gegen Einsamkeit helfen, wenn man sich öffnen kann.

    Vielleicht solltest du erst ein Mal akzeptieren, dass du ein Mensch bist, der in Beziehung zu anderen stehen möchte.
    Wie hast du gelebt bevor du deine Partnerschaft eingegangen bist?

  3. Avatar von youtas
    Registriert seit
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    AW: panische Angst vor dem Alleinesein nach Trennung

    Du wirst merken, dass es dich erleichtert, wenn diese erzwungene wohngemeinschaft erst mal ein Ende findet, dringe darauf, das dein Ex so schnell wie moeglich auszieht, lass dich blocss nicht erweichen. Setzt ihm ein Limit, z . B 3 Monate, die uebliche Kuendigungsfrist fuer Mietverhaeltnisse, und ein sloches hat er ja mit dir.

    Und dann? Wenn du es wirklich nicht allein aushaeltst, versuch es mit einer Wohngemeinschaft mit einer anderen Frau, vielleicht einer Studentin? Wenn du genuegend Platz hast, kann das durchaus bereichernd fuer dich sein, jeden Tag einen Menschen bei dir rumlaufen zu sehen, der dir nicht solchen Stress verursacht wie dein Ex.
    Liebe Gruesse aus dem sonnigen Sueden
    Youtas

    Das Schönste an mir bin ich.


  4. Registriert seit
    11.09.2012
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    AW: panische Angst vor dem Alleinesein nach Trennung

    Hallo Troll,

    für mich sind Alleinsein und Einsamkeit zwei verschiedene Dinge.
    So wie Du Euer Leben beschreibst, scheint aber Beides eins zu sein.

    Vielleicht bist Du schon lange Zeit allein und einsam, Deine Seele spürt das schon sehr lange Zeit. Und jetzt, wo die Entscheidung zur Trennung gefallen ist, bahnt sich dieser (jahrelange?) Schmerz, seinen Weg.

    Ich kann mir vorstellen, dass dies zur Trauer über die Endgültigkeit des Scheiterns der Beziehung, dazugehört. Trauer will gelebt werden und es ist traurig, wenn etwas scheitert, was schön begonnen hat.

    Sicherlich wirst Du rein objektiv allein sein, in Deinem Haus, nachdem er ausgezogen ist. Aber Du wirst auch frei sein, von allem, was jetzt tagtäglich passiert.
    Einsam bist Du doch jetzt schon und das wahrscheinlich schon längere Zeit.
    Wer weiß, vielleicht überwiegt nach seinem Auszug, Dein Frei-Gefühl und die Leichtigkeit über dem Ende des täglichen Krampfes und das Einsamkeitsgefühl kommt gar nicht sooo deutlich hervor.

    Du solltest vielleicht schauen, das sein Auszug so schnell als möglich erledigt ist, wenn es keine eigene Wohnung ist, dann gibts für ihn vielleicht eine Übergangslösung. Habt Ihr einen Mietvertrag geschlossen? Wenn nicht, würde ich ihm eine moderate Frist (zwei bis drei Monate nennen), ihm diese auch schriftlich mitteilen und entsprechende Räumungskonsequenzen aufführen.
    Menschen die sich auf so eine Art in ihrer Opferrolle einrichten, schieben gerne immer wieder Gründe vor, warum sie nicht in die Puschen kommen. Dann kann sich so ein Auszug noch ewig hinziehen.

    In fast jeder Stadt/Landkreis gibt es im Rathaus eine Stelle „Für Menschen, die von Obdachlosigkeit bedroht sind“. Mach Dich mal schlau, dann weißt Du, wo es konkret Unterstützung für ihn gibt. Ja, das ist eigentlich seine Aufgabe. Aber er könnte Dir sonst was erzählen. So hast Du Fakten und kannst seine eventuellen Ausflüchte mit konkreten Alternativen widerlegen. Und er merkt, dass die Zeit läuft. Lass Dich nicht auf Diskussionen ein, weder über Eure gescheiterte Beziehung, seinem Zustand, noch über seine zukünftige Wohn-, Lebens- und Arbeitssituation.

    Alles Gute, Pumpernickel

  5. Avatar von Beachnoodle
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    4.723

    AW: panische Angst vor dem Alleinesein nach Trennung

    Liebe Trolll,

    Ich drücke dich einfach mal. Kenne dasGefühl. So ging es mir auch mit einer Beziehung.
    Ich war in der ähnlichen Situation, hatte mir was aufgebaut, war erfolgreich und
    ER auch, war dann überfordert, deppressiv..er war gescheitert...und klar ich und alle Anderen waren dafür verantwortlich.
    Ich bekomme Beklemmungen wenn ich deine Lebensumstände lese.
    So bekannt.... Befreie DICH von ihm.

    Du siehst ja nun täglich das Scheitern eurer Beziehung, merkst es war vieles nicht so wie du dachtest und der Mensch der dein Partner war zeigt nur noch die hässliche Seite von sich.
    Da ist viel Enttäuschung, Wut, auch die Erkenntnis, wir haben es nicht gepackt.

    Ich kann Dir sagen, diese Angst ist völlig unbegründet.
    Könntest Du die Vorstellung deines zukünftigen Lebens ja auch mal ins positive drehen.

    Stell dir vor, du nimmst morgens deinen Kaffee an deinem Lieblingsplatz in aller Ruhe ein.
    Hast den ganzen Tag vor dir OHNE alle die Gemeinheiten, Nickeligkeiten, sein Scheitern und seine Unwilligkeit. es geht endlich mal nicht mehr um SEINE Probleme.
    Mein Ex hat bis zum Umzugsmorgen noch gedacht ich meine es nicht ernst.
    Hat mich beschimpft und verhöhnt. Bis due Umzugsleute kamen. Da waren 3 Riesenkerle dabei, denen wollte er sich dann noch in den Weg stellen. Lach! Die Herren waren sehr freundlich aber auch gleich unmissverständlich und zügig am Werk.

    Ich werde diesen ersten Morgen, in meiner neuen Wohnung nie vergessen. Nach monatelangem tagtäglichem Genörgel, Aggressionen meines Ex, war ich endlich wieder Alleine. Ich hab mich gefühlt als würde ich schweben!

    Dieser Mann stiehlt dir schon lange dein Leben. Lass dass nicht mehr zu.

    Diese Aggressionen seinerseits verdienen keine Nachsicht mehr.
    Ich würde die Polizei rufen, wenn er wieder so aggro loslegt.


    Zieh da endlich Grenzen und versuch es nicht es selbst durch Kommentare hochzuschaukeln.
    Klar ist man geladen und dann gibts auch kontra, aber lass es. Dreh dich weg, geh raus aus dem Zimmer, oder fordere ihn auf zu gehen. Tür zu, Schlüssel rum.

    Du kennst ihn, bleib also hart in der Sache.
    Klare Ansage: Wir sind ab heute getrennt.

    Er soll seinen gesamten Krempel möglichst heute noch in eines der Zimmer bringen. Wenn es nicht schon geschehn ist. Und dann auch ab sofort dort schlafen. Seine Kram. D Matraze rein, fertig.
    Er muss merken, dass es dir ernst ist und er es sich nicht mehr bei dir gemütlich machen darf.

    Die Uhr tickt.
    Einkaufen, waschen,kochen etc, ab heute auch getrennt.
    DU machst bitte gar NcHTS mehr für ihn

    DU bist erfolgreich, hast DIR was aufgebaut, kannst DEIN Leben geniessen'!! Fang heute noch damit an.
    Auf dem Boden der Tatsachen liegt eindeutig zuwenig Glitzer
    Geändert von Beachnoodle (31.03.2019 um 18:06 Uhr)

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