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  1. Avatar von Mondenfisch
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    nach 20+ Jahren verlassen

    Liebe Community,

    es ist vier Monate her und es fällt mir immer noch schwer, damit umzugehen.

    Die Vorgeschichte, ein bisschen länger, sorry:

    Nach vielen Jahren Beziehung (nicht Ehe!, ein gemeinsames Kind) hat mein Mann mich von einem Tag auf den anderen verlassen.

    Seine Sicht ist: er denke seit Jahren drüber nach,
    hätte nur nix gesagt, weil er "doch gewollt hätte, es funktioniert" versus ich hätte doch merken müssen, dass er nur mehr körperlich anwesend war... Diese beiden Dinge passen für mich schwer zusammen.


    Ich wäre ihm mittlerweile zu dick, zu unbeweglich, außerdem rhetorisch überlegen: er könne neben mir nicht atmen; und nun hätte er sich eben verliebt.


    Diese Info bekam ich (im Beisein des Kindes), als die Zahnbürste und sein Pass schon im Auto lagen und er sich ausgemacht hatte, bei einem Freund zu übernachten.

    Die neue Frau habe er auf einer Fortbildung kennengelernt, seit einigen Woche gäbe es sie in seinem Leben. Sein Ausflug (von dem ich noch Nachrichten wie "wünsch mir gutes Wetter" bekam) wäre zu ihr gewesen.

    Er habe "das tun müssen, um zu sehen, ob es mit ihr funktioniert, sonst hätte er mich erst in ein oder zwei Jahren verlassen".

    Ich bin aus allen Wolken gefallen.
    Unsere Beziehung war für mich außergewöhnlich: Wir haben uns gegenseitig Freiheit gelassen und unsere Berührungspunkte genossen.
    Hätte ich bis zur Minute vor der Trennung gesagt.

    Kurze Rückblende:
    Vor guten zwei Jahren hat er begonnen, sich mit einer bestimmten philosophischen Richtung zu beschäftigen. Nicht nur ein bisschen. Er, der Akademiker, der sonst auch nur Fachliteratur liest, verschlang plötzlich Literatur zum Thema.


    Jedenfalls war mein Wissen darüber marginal: Gerade einmal oberflächlich wusste ich, dass da Rassismus Vorwürfe im Raum stehen.

    Da wir uns immer für das interessiert hatten, was der/die andere so tut, hab ich ihn gefragt, wie es ihm geht damit.
    Die Antworten waren ausweichend: entweder er "hätte die betreffende Stelle nicht gelesen", "xxx hätte das nicht so gemeint" oder ich verstünde den Zusammenhang nicht...

    Irgendwann hab ich gesagt: OK, das ist so gar nicht meines, aber das muss eine Beziehung wie unsere aushalten, dass wir uns für unterschiedliche Dinge interessieren.

    Xxxx wurde in der Folge immer wichtiger für ihn, so gut wie alle Fortbildungen fanden nur noch in diesem Rahmen statt.

    Gleichzeitig hatte ich eine schwierige Zeit, in der er mir zur Seite stand.
    Seit verhältnismäßig kürzer Zeit ging es mir wieder richtig gut. "100 und 1" wäre der Unterschied, ich wäre "endlich wieder da"...

    Viel hätte ich gedacht, aber nicht, dass unsere Beziehung gefährdet wäre. Und mein Vorwurf ist, dass ich in diesem Glauben nicht nur belassen sondern auch aktiv bestärkt wurde.

    Und dann pünktlich zum Jahrestag ließ er die Bombe platzen.

    Seither kaum Kontakt. Wenn, dann verzweifelter (von meiner Seite), "eiskalter" (von seiner).

    Ich kann das alles buchstäblich nicht glauben, da ich ihn solange ganz anders erlebt habe.
    Andererseits sehe ich ja, dass er weg ist. (und stolpere in der Wohnung immer noch über seine Überreste).

    Nun will er gar keinen Kontakt mehr.
    Die Beziehung zum Kind sollte seiner Ansicht nach völlig unkompliziert sein, da es ja nichts damit zu tun hätte.
    Das Kind sieht das anders, ist auch aus allen Wolken gefallen und findet vor allem sein "wie" völlig inakzeptabel. Und ist stinksauer. Auf ihn.

    Bei den wenigen Malen Kontakt habe ich immer den Eindruck, er muss sich davor schützen, zu lange und zu persönlich mit mir zu reden - das könnte ihm gefährlich werden. (Was er einer gemeinsamen Freundin gegenüber auch formuliert hat.)

    So. Da wäre ich also.
    Völlig ratlos.
    Immer noch verliebt.
    Aber halt nicht in den, den er da gerade raushängen lässt.

    Quälend ist es, dass bei mir "nix weitergeht", immer noch hab ich Sehnsucht nach ihm.
    Ob ich ihn zurückwill?
    Ich habe keine Ahnung. Eine Auseinandersetzung würde mir schon helfen...

    Wie gehen andere mit dieser Ratlosigkeit um?
    Ich bin froh über jede Idee.



    Puh, erschöpfte liebe Grüße,
    Mondenfisch

    (Mehrfach editiert zur Anonymisierung und Ergänzung)
    Geändert von Mondenfisch (22.03.2019 um 10:10 Uhr) Grund: Edit wegen Anonymisierung


  2. Registriert seit
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    AW: Banale Midlife-Crisis oder Sektendrama?

    Zitat Zitat von Mondenfisch Beitrag anzeigen
    Seine Sicht ist: er denke seit Jahren drüber nach, hätte nur nix gesagt, weil er doch auch gewollt hätte, es funktioniert, ich wäre ihm mittlerweile zu dick, zu unbeweglich, außerdem rhetorisch überlegen: er könne neben mir nicht atmen; und nun hätte er sich eben verliebt. Ich hätte doch merken müssen, dass er nur mehr körperlich anwesend war...
    Dies sind die von ihm genannten Trennungsgründe. Kannst du die nachvollziehen? Ich verstehe nicht, wie du eine Midlife-crisis oder Sekte für die Trennung verantwortlich machen möchtest.
    Eine Beziehung ist mehr als die Ansammlung von Jahren und gemeinsame Kinder.

    Die Trennung ist ja erst sehr kurze Zeit her und eure Beziehung war ja sehr lange. Von daher verständlich, dass du Erklärungen suchst, aber die suchst du meiner Meinung nach an der falschen Stelle. Du machst dir und allen anderen das Leben unnötig schwer.

    Ich kenne es von der umgekehrten Seite, als ich meinen Mann verliess (auch nach über 20 Jahren) wurden die von mir genannten Gründe auch nicht akzeptiert, statt dessen 'Frau befindet sich in Selbstfindungskrise' oder 'Frau hat Liebhaber' und 'Frau ist verrückt' bemüht.

    Dass du Sehnsucht nach ihm hast, dass bei dir gerade Stillstand ist, ist doch nach so kurzer Zeit verständlich. Geht es dir darum, abschliessen zu können, oder ihn zurückzugewinnen? Eine Frage hast du in deinem Post nicht gestellt.

  3. Avatar von Sneek
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    AW: Banale Midlife-Crisis oder Sektendrama?

    Ich kann nicht erkennen, in welchem Zusammenhang die Beschäftigung mit philosophischen Strömungen konkret mit der Trennung steht, magst Du das erklären?
    Geändert von Sneek (22.03.2019 um 08:36 Uhr) Grund: Aus Anonymisierungsgründen angepasst

  4. Moderation Avatar von Margali62
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    AW: Banale Midlife-Crisis oder Sektendrama?

    Mondenfisch, Diskretion in einem Forum? Wie soll das gehen? Bitte editiere die Stellen, die dir kritisch erscheinen. Schreib hier bitte nichts, was dich leicht erkennbar macht!


    Gruß, Margali
    Moderatorin im Forum

    Trennung und Scheidung,
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    AW: Banale Midlife-Crisis oder Sektendrama?

    Zitat Zitat von Mondenfisch Beitrag anzeigen

    Nach 21 Jahren Beziehung (nicht Ehe!, ein gemeinsamer Teenager) hat mein Mann mich von einem Tag auf den anderen verlassen.

    Seine Sicht ist: er denke seit Jahren drüber nach, hätte nur nix gesagt, weil er doch auch gewollt hätte, es funktioniert, ich wäre ihm mittlerweile zu dick, zu unbeweglich, außerdem rhetorisch überlegen: er könne neben mir nicht atmen; und nun hätte er sich eben verliebt. Ich hätte doch merken müssen, dass er nur mehr körperlich anwesend war...


    Wer sich so verabschiedet, dem braucht man doch keine Träne hinterher zu weinen (ich weiß, es ist leicht gesagt).

    An deiner Stelle würde ich nur noch im Rahmen der Kinderbetreuung mit ihm reden, ansonsten gar nichts mehr, was nicht mit irgendetwas Organisatorischem zu tun hat.

    Hast Du Verwandte und Freunde, die dich etwas unterstützen können, oder andere soziale Kontakte, die dir gut täten?

    Probiere aus, was du für dich selbst machen kannst, was dir gut tut, was dich interessiert und auch ein wenig ablenkt.

    Am schnellsten ist die Verarbeitung immer dann, wenn man die Sache akzeptiert, sein eigenes Leben genießt und dem Verlassenden nicht noch seine Betroffenheit übermäßig zeigt.

    Ich würde um niemanden mehr kämpfen, der sich von mir trennen will.

    Der wird sich seine Gedanken gemacht haben, den Entschluss nicht auf die leichte Schulter genommen und keine leichtfertige Handlung begangen haben.
    Warum dann jemand noch vom Gegenteil überzeugen wollen, da stecke ich meine Kraft und Energie lieber woanders rein.

    lg jaws
    Es gibt keinen Weg zum Glück -

    glücklich sein ist der Weg.

  6. Avatar von Mondenfisch
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    AW: Banale Midlife-Crisis oder Sektendrama?

    Hallo eclipse,
    danke für die rasche Antwort.
    Die genannten Trennungsgründe sind eben schwierig bis gar nicht nachvollziehbar.
    Ich bin nicht erst seit kurzem wie ich bin.

    Unsere Beziehung hat sehr überraschend geendet. In einer Zeit, die ohne Reibereien, ohne Streit war.
    Es gab keine Möglichkeit zur Auseinandersetzung damit.

    Es tut mir leid, dass deine Trennung nicht gut war.

  7. Avatar von Mondenfisch
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    AW: Banale Midlife-Crisis oder Sektendrama?

    Hallo Sneek, danke für die Antwort.

    Ich habe mich mit dieser "Philosophischen Strömung" noch im Laufe unserer Beziehung beschäftigt.
    Es ist eine recht rigide und dogmatische Geschichte, mehr, als davon in die Öffentlichkeit dringt (wo man im Allgemeinen nicht mehr als die buchstabentanzenden Waldorf SchülerInnen wahrnimmt).

    Der Sukkus, scheint mir, ist wie bei allen solchen Vereinen, dass, wer nicht dabei ist, grundsätzlich auf dem falschen Weg ist.
    Oder, wie in diesem Fall "geistig noch nicht weit genug entwickelt".

    Wenn sich sein Lebensweg nur noch dort fortsetzt, hat sein bisheriges Leben keinen Platz mehr.

    Midlife-Crisis klingt vielleicht boshaft, ist aber gar nicht so gemeint: es ist halt die klassische "war's das jetzt" Krise - die man mE auch anders lösen kann, als dass man alles hinter sich lässt...

    Liebe Grüße


  8. Registriert seit
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    AW: Banale Midlife-Crisis oder Sektendrama?

    Du bist aus allen Wolken gefallen, in ihm hat es sicher schon eine ganze Weile länger gearbeitet. Umso unverständlicher dass er nie die Auseinandersetzung mit Dir gesucht hat, sondern Dich jetzt einfach vor vollendete Tatsachen stellt. Rudolf Steiner oder eine Anthroposophie-Gruppe werden daran nicht schuld sein, das alles bzw die Frau waren jetzt vielleicht konkrete Auslöser, aber wenn es das nicht wäre, dann eben etwas anderes das ihm den Absprung leichter macht.
    Auch wenn es weh tut, ich würde ihn nicht mehr zurück in mein Leben lassen. Auch wenn er in ein paar Monaten wieder ankommt.

  9. Avatar von Mondenfisch
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    AW: Banale Midlife-Crisis oder Sektendrama?

    Hallo jaws,
    danke fur deine Gedanken.

    ja, der Gedanke "dann eben nicht" kommt von vielen befreundeten Seiten.

    Es ist schwierig, jemanden so lange als liebevoll erlebt zu haben - und dann diesen Wechsel auch nur annähernd zu begreifen.

    Vielleicht ist das mein einziges Problem...

  10. Avatar von kleiner.TIGER
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    AW: Banale Midlife-Crisis oder Sektendrama?

    Rudolf Steiner und Sektendrama in Zusammenhang setzen, ist einfach nur komplett falsch.
    Der Mann hatte bahnbrechende Ideen, und falsche auch, auch solche, die nicht mehr aktuell in unsere Zeit passen - aber ein Sektendrama sieht anders aus.
    Ist jedenfalls sicher nicht als Grund für die geschilderte Geschichte zu sehen.
    Ich liebe nur meine Tigerente
    ... und heiss und innig meinen Kater !!

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