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  1. Avatar von taggecko
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    AW: nach 20+ Jahren verlassen

    Ich verstehe das so: Menschen in Krisensituationen, die ins Schwimmen kommen und denen aus sich heraus die Struktur fehlt sind besonders anfällig für autoritäre und rigide Systeme. Das kann die Hinwendung zu einer religiösen/philosophischen Gemeinschaft sein, oft sieht man ja im politischen Hinwendung zu autoritären, extremen Positionen. Und ein Feind im außen trägt auch noch zur Entlastung und Stabilisierung bei.


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    AW: nach 20+ Jahren verlassen

    Der Mann ist doch aber schon seit langem ein Anhänger der Steinerschen Theorie und vermutlich noch nicht ganz so lange in einer Krise.
    Es kann auch einfach passieren, dass man etwas sehr interessant findet, den Theorien folgt und irgendwann dafür "brennt". Wenn der Partner da nicht konform gehen kann, dann klappt es eben nicht mehr.
    Wesentliche Einstellungen, Verhaltensweisen etc. zum Leben an sich, aber auch im Alltag gehen dann auseinander.
    Eine meiner Freundinnen hat auch aus ihrer Arbeit heraus einen neuen Weg eingeschlagen, der ihre Lebenseinstellung verändert hat. Ihr Partner fand das unwichtig und wollte gar nichts von ihren Gedanken, Ideen etc. hören. Als sie sich trennte, sagte sie mir:"Ich kann nicht länger mit einem Menschen leben, der das was mich betrifft, mich berührt unwichtig findet".

    Mondenfisch, es tut einfach weh und es ist sicher traurig, dass Möglichkeiten des Zusammenlebens eben nun nicht mehr möglich sind.
    Es ist sicher kein Trost, aber vielleicht machst du dir bewusst, dass du seinen Weg gar nicht für dich in Betracht ziehen kannst?

    Ich glaube, es geht darum, sich wieder als Einzelperson wahrzunehmen, etwas für sich zu tun (natürlich auch für die Tochter).
    Ich habe gerade irgendeine Sendung gesehen, in der es u. A. um Resilienz ging.
    Es ging auch darum, einer Krise oder negativen Erfahrung noch etwas Positives abzugewinnen.
    Leider dauert das eben seine Zeit. Nicht umsonst gab es das Trauerjahr.
    Geändert von omri (24.03.2019 um 14:01 Uhr)

  3. Avatar von Mondenfisch
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    AW: nach 20+ Jahren verlassen

    Zitat Zitat von omri Beitrag anzeigen
    Der Mann ist doch aber schon seit langem ein Anhänger der Steinerschen Theorie und vermutlich noch nicht ganz so lange in einer Krise.
    .
    Naja, vor etwa einenhalb, zwei Jahren begann die Beschäftigung mit S. - die (vermutlich multikausale) Krise geht halbwegs parallel dazu, denke ich jetzt (Schwierigkeiten in seiner Herkunfts-Familie, damals berufliche und gesundh. Schwierigkeiten bei mir - und halt das Wahrnehmen der eigenen Endlichkeit.)

    Du hast Recht: diesen (philosophischen) Weg kann (und will) ich gar nicht gehen.
    Ich bin aber auch immer noch ungläubig, dass er *sowas* glaubt. Dogmatisch und phasenweise richtig menschenverachtend...
    Grade er!

    Die Sache mit dem Trauerjahr wird fürchte ich heftig, weil es mir eben immer noch so schwer fällt, es "einfach (...) zu glauben".
    Natürlich ändern wir alle uns ständig - aber auch diese Änderung haben wir ja aneinander erlebt.

    Wunschdenken möglicherweise.
    Andererseits sollte (!) es mir egal sein, wie es ihm geht. Nach sovielen Jahren Liebhaben ist das unglaublich schwierig.

  4. Avatar von Mondenfisch
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    AW: nach 20+ Jahren verlassen

    Zitat Zitat von taggecko Beitrag anzeigen
    Ich verstehe das so: Menschen in Krisensituationen, die ins Schwimmen kommen und denen aus sich heraus die Struktur fehlt sind besonders anfällig für autoritäre und rigide Systeme. Das kann die Hinwendung zu einer religiösen/philosophischen Gemeinschaft sein, oft sieht man ja im politischen Hinwendung zu autoritären, extremen Positionen. Und ein Feind im außen trägt auch noch zur Entlastung und Stabilisierung bei.
    Gruselig, dass ich jetzt so ein Außenfeind bin.
    Quasi ohne mein Zutun (er bekleckert sich in der Alimente-Angelegenheit gerade nicht mit Ruhm...).

  5. Avatar von Mondenfisch
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    AW: nach 20+ Jahren verlassen

    Zitat Zitat von B-Vision Beitrag anzeigen
    Ich verstehe nicht, was Du mit der Unterscheidung zwischen "Form" und "Inhalt" meinst.
    Hast Du da mal ein Beispiel bitte?
    Hallo,
    Ich versuch's gern:

    Was ich sage (Inhalt) >< Wie ich es sage. (Form)

    An dem Beispiel des strukturierten Tagesablaufs:

    Ein strukturierter Tagesablauf an sich ist für mich nur eine Form.

    Wenn ich in diesen Strukturen aber bestimmte Dinge tun muss, bestimmte Sichtweisen vorgeschrieben sind (die ich, wie in der konkreten, imho problematischen Philosophie, auch gar nicht hinterfragen soll), dann sind diese Dinge/Sichtweisen der Inhalt.


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    AW: nach 20+ Jahren verlassen

    Danke, jetzt verstehe ich Dich besser. 🙂

  7. Avatar von Mondenfisch
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    Jetzt muss ich noch etwas loswerden heute...Achtung, lang!

    Danke schon einmal fürs Lesen.

    Was mich so unglücklich macht, wovon ich mich so überfordert fühle ist, dass der Mann findet, es gäbe keinen, aber auch gar keinen Grund, dass wir irgendwas miteinander zu tun hätten.
    Und es wäre eine Zumutung, wollte ich mit ihm über uns reden. Das darf/durfte nämlich nur er. Und alles sollte doch erledigt und klar sein, indem er es mir mitgeteilt hat. (Ironie aus)

    Also außer es geht ums Kind.
    Und außer es geht ums Geld.
    Und außer, dass er immer noch Sachen hier hat die ihm gehören und die er haben will.
    Nach mehr als vier Monaten!

    Bisher wollte ich immer, dass er herkommt. Egal, aus welchem Grund. Ich hatte ja keinen Abschied erlebt. Also bis auf seinen Vierzeiler, den er vor dem Kind vortrug.

    Er hingegen kannte wochenlang die andere Frau, konnte überlegen (an meiner Seite und bei mir im Bett wohlgemerkt) und hat sich dann entschieden.

    Bestärkt durch einen Beitrag von Kamea ist mir noch klarer geworden, dass mir niemand vorschreiben kann, ob meine Liebe schon zu Ende ist.
    Die Beziehung hat er beendet. (auf die verletzendeste Art, die ich mir denken kann) - aber alles Andere steht ihm nicht zu.

    Ich habe mir natürlich gewünscht, dass die Beziehung noch zu retten wäre. Aber das kann ich nicht einseitig - das klingt ein bisschen banal...
    Was ich aber darf, ist in meiner Zeit Abschied nehmen. Und wenn es ein Schritt vor, zwei zurück ist momentan, dann ist es eben so.
    Auch nach vier Monaten.
    Schließlich gab es ja null Zeit für mich, ihn als Nichtmehrpartner zu erleben.
    Wir haben uns vielleicht fünf oder sechs Mal gesehen - und bei keinem der Male war auch nur ein Hauch von Gesprächsbereitschaft in der Luft.
    Im Gegenteil.
    Voll die Zumutung von mir, reden zu wollen.
    Er hat doch gesagt, er hat jetzt eine andere. Da muss man nicht mehr reden. Da würde ich doch nur meinen Frust abladen bei ihm. Darauf hätte er "null Lust".^^

    Ich kann und will ihn zu keinen Gesprächen zwingen.
    Moment, das ist nicht ganz ehrlich.
    Wollen würde ich schon.
    Aber es ist klar, dass das nicht geht.

    Was ich mir aber jetzt erlaube, ist, dass ich in meinem Tempo Abschied nehme.
    Natürlich würde ich gerne mit ihm drüber reden.
    Ist halt nicht.
    Aber ich muss auch nicht so tun, als wäre es bei mir mit der, wie ich es nenne vergangenen "Nettozeit" getan.
    Diese "Selbstermächtigung" fühlt sich gut an.
    Jetzt brauche ich nur noch die Energie, auch was für mich zu tun. "Nur noch"...

    Schwieriger schon die Situation mit dem Kind.
    In einem Alter, in dem das Betrogen werden und die Art (!) des blitzartige Verlassens sehr wohl wahrgenommen, thematisiert und gewertet werden.
    Und auch hier kommt vom Mann nur "ich habe alles richtig gemacht, weil anders hätte ich es gar nicht gekonnt".
    Was für ein Argument dem eigenen Kind gegenüber...
    Bei dem er bekrittelt, es hätte nicht darauf vertrauen sollen, dass die Beziehung der Eltern ewig hält. o.O

    Zwei getrennte Themen also, für die der Mann nur eine Antwort hat: er hätte alles richtig gemacht. Formal UND inhaltlich.

    Inhaltlich gäbe es viel anzusehen an unserer Beziehung, aber das geht/ginge nur freiwillig.

    Formal war sein Abgang echt Kacke. Muss und darf man so sagen.
    Das erlaube ich mir jetzt einmal und wünsche euch einen schönen restlichen Sonntag.

  8. Moderation Avatar von skirbifax
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    AW: nach 20+ Jahren verlassen

    Zitat Zitat von Mondenfisch Beitrag anzeigen
    Natürlich können Strukturen Halt geben.
    Andererseits gibt's in der "Philosophie" inhaltliche Vorgaben, an denen nicht gezweifelt werden darf.
    Das entlastet doch. Ich muss mir keine eigenen Gedanken machen, ich muss mich damit nicht auseinandersetzen. Ich muss nicht abwägen, ich muss keine Entscheidungen treffen.
    Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
    Christian Morgenstern


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    Was bringt Sie aus der Fassung?
    Beziehung im Alltag
    Trennung und Scheidung
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  9. Avatar von Mondenfisch
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    AW: nach 20+ Jahren verlassen

    Zitat Zitat von skirbifax Beitrag anzeigen
    Das entlastet doch. Ich muss mir keine eigenen Gedanken machen, ich muss mich damit nicht auseinandersetzen. Ich muss nicht abwägen, ich muss keine Entscheidungen treffen.
    Ich bin bei dir: diese Philosophie gibt eh Halt.
    Nur dass es nicht die Struktur, also die Form ist, sondern gleich viel Komplexeres...
    Keine Art der Kommunikation, sondern ein wertendes Menschenbild. Und man braucht nicht mehr nachzudenken, nur brav zu lesen und zu folgen.
    Aber es ist ein ganz eigenes Thema, dieses Gedankengut.
    Quasi eine Büchse der Pandora...
    Ich finde es ja durchaus faszinierend, aber ehrlich gesagt, nicht im Guten.


  10. Registriert seit
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    AW: nach 20+ Jahren verlassen

    Er hat mehr als zwei Jahre gebraucht um zu einer Entscheidung zu kommen.

    Diese hat er dann auch nur getroffen, weil er eine andere Frau kennengelernt hat, offenbar wollte er von einem warmen Nest ins nächste übersiedeln.

    So gesehen kannst Du dir zum "Entlieben" soviel Zeit nehmen, wie Du willst bzw. brauchst, wobei der Zeitraum durch Kontaktabbruch sicherlich verkürzt wird.
    Es gibt keinen Weg zum Glück -

    glücklich sein ist der Weg.

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