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  1. Registriert seit
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    AW: Mein Mann verlässt mich gerade

    Zitat Zitat von -Saily- Beitrag anzeigen
    ist es bei Deinem Mann auch eine Art Burn-out aufgrund der doch besonderen Belastung?
    Auf jeden Fall steckt er in einer persönlichen Krise. Er mochte sich selbst nicht mehr, konnte sein Spiegelbild nicht leiden.
    Bei dem Wochenpensum was er leistet, wäre Erschöpfung total normal. Er hatte mir in einer Vorwurfspause ja auch von seinen körperlichen Symptomen erzählt. Aber zugeben, dass er überlastet ist, würde er niemals. Im Gegenteil immer noch eins drauf. Seinen körperlichen Erscheinungen schreibt er unsere Beziehung und seinem Eingeengt sein darin zu.

    Zitat Zitat von -Saily- Beitrag anzeigen
    Ihr habt als Paar ja wirklich viel durchgestanden. Du schriebst auch von einem Sohn, den Du verloren hast?
    Unsere Tochter hatte einen Zwillingsbruder. Die beiden waren aufgrund von Komplikationen während der Schwangerschaft, sehr kleine Frühchen. Vor bald genau 20 Jahren, ist unser Sohn mit 4 Monaten am plötzlichen Kindstod gestorben.

    PLÖTZLICH ist alles anders, bricht alles zusammen, damals wie heute.
    Geändert von polylux (18.02.2019 um 18:43 Uhr) Grund: missverständliche Formulierung geändert


  2. Registriert seit
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    AW: Mein Mann verlässt mich gerade


    Ja, das war sicher hart und ist es auf eine andere Weise heute auch.

    Aber ihr habt als Paar so viel durchgestanden - ein Baby verloren, eine Tochter mit leichter geistiger Behinderung- ich denke schon, dass das noch anstrengender ist als bei gesunden Kindern, die man irgendwann ganz, zumindest früher als Eure Tochter "in das Leben entlässt".
    Das bedeutet auch nochmal mehr Verantwortung.

    Vielleicht erklärt das auch das momentane Verhalten Deines Mannes jetzt einfach nur mal an sich denken, egoistisch sein, Verantwortung abwerfen, nochmal Freiheit spüren?
    Vorstellbar finde ich es jedenfalls schon.


  3. Registriert seit
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    AW: Mein Mann verlässt mich gerade

    Zitat Zitat von -Saily- Beitrag anzeigen
    das tut gut ;-)

    Zitat Zitat von -Saily- Beitrag anzeigen
    Vielleicht erklärt das auch das momentane Verhalten Deines Mannes jetzt einfach nur mal an sich denken, egoistisch sein, Verantwortung abwerfen, nochmal Freiheit spüren?
    Vorstellbar finde ich es jedenfalls schon.
    Was für mich leider nochmal mehr Verantwortung bedeutet. Ja ich verstehe das schon, mir geht es da ja nicht mal viel anders, nur so radikal umsetzen, ohne Rücksicht auf Verluste könnte ich das nicht.


  4. Registriert seit
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    AW: Mein Mann verlässt mich gerade

    Zitat Zitat von polylux Beitrag anzeigen

    Hänge ich da zu sehr nach? Wäre es nicht eher komisch, wenn ich nach 22 Jahren schulterzuckend zur Kenntnis nehme, dass für mich ist mein Lebensentwurf, der ihn mit einschloss einfach so mir nichts dir nichts, in einem Affenzahn geplatzt ist?
    Nein, Du hängst nicht zu sehr nach, ist augenblicklich völlig normal, alles andere wäre tatsächlich eher komisch.

    Mir ging es auch nicht um jetzt und heute, sondern darum aufzuzeigen, dass Du dir selbst auch was Gutes tun darfst, ja mit deiner besonderen schweren Verantwortung sogar tun musst.

    Denn woher willst du denn sonst die Kraft und Energie nehmen um mit allen Anforderungen, die da auf dich zukommen einigermaßen klar zu kommen, besonders da dir ja auch noch die Unterstützung deiner Eltern fehlt und auch hier wohl noch eine unbearbeitete Baustelle vorhanden ist.

    Ich glaube nicht, dass dein Mann gegangen ist, um dir etwas Böses zu tun, möglicherweise ist er an den Schicksalsschlägen eures Leben gepaart mit der beruflichen Überforderung nicht nur angekratzt, sondern gebrochen, vielleicht sogar in Teilen zerbrochen.

    Und jetzt sah er seine Lösung nur in der Trennungsentscheidung, warum auch immer er darin ein Befreiung sehen kann, wird wohl nur er dir beantworten können.

    Wahrscheinlich bräuchtet ihr alle zusammen Hilfe und Entlastung eurer Situation und ich kann nur nochmals dazu plädieren sich diese Hilfe auch zu holen.

    lg jaws
    Es gibt keinen Weg zum Glück -

    glücklich sein ist der Weg.

  5. Avatar von silberklar
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    AW: Mein Mann verlässt mich gerade

    Zitat Zitat von polylux Beitrag anzeigen
    Bei mir war das schon immer so, bei dir auch? Ich habe immer die beneidet, die mit allem zu ihrer Mutter oder ihrem Vater gehen konnten. Wenn ich das mal versucht habe früher, hatte ich danach in der Regel ein Problem mehr. Zum Glück wohnen die beiden nicht vor Ort, so dass sich das beschränkt auf einen Besuch aller 2-3 Wochen und Telefonaten.
    Bis ich über 30 war glaube ich, so vom Alter her glaube ich, hab ich diese Art Beziehung zu den Eltern gar nicht in Frage gestellt sondern für ganz normal gehalten. Ziemlich verrückt, wenn ich mir vorstelle was ich in meiner Rolle als Mutter für mich selbst als "normales" für-meine-Tochter-da-sein halte .

    Seit ich an die 40 war habe ich auch begonnen eine Mutter und einen Vater zu vermissen die für mich da sind, meine Probleme anhören und versuchen mitzufühlen, die mich trösten und unterstützen, wo ich mich geliebt fühle und spüre das ich so, wie ich bin, ok bin und es gut ist, dass es mich gibt. Heute eher als damals als ich ein Kind war freuen sie sich das es mich gibt, weil sie alt werden und es schön ist, dass da doch jemand ist, der zu ihnen gehört (also auch ein eher egoistisches freuen). Unser Kontakt ist oberflächlich, freundlich. Ich bin für sie da, wenn sie mich brauchen. Das Schöne an ihnen ist, dass sie zusammen als Paar wirklich gut funktionieren und eine gute Ehe führen.

    Aber exakt so, wie du schreibst, wenn ich ein Problem hatte und sie kriegten es mit dann hatte ich erst recht ein Problem. Dann war ich absolut das Letzte. (Und wir reden nie von großen Problemen sondern von Allerweltsdingen, als ungeliebtes Kind traut man sich, je nach Charakter, ohnehin nicht ein echtes Problem zu veranstalten.) Nach einer schweren und wesentlichen Trennung aus einer sehr langen Beziehung hat es sich zwei Monate später nicht vermeiden lassen es ihnen gegenüber leicht schniefend kund zu tun. Ich bin richtig heulend da raus. Der Grund der Tränen war nicht mehr, das ich unter äußerst miesen Umständen verlassen wurde und Höllenqualen litt, sondern die Kommentare meiner Eltern nach dem Motto "wen du so blöd warst dir diesen Mann zu suchen bist du selbst Schuld". Und der Mann war kein arbeitsloser, unterstandsloser, mittelloser 70jähriger mit 10 Kindern von 15 Frauen, der mich schlug und einmal 20 Jahre wegen Mord im Gefängnis saß, zudem drogen und alkoholabhängig .. wo man vielleicht irgendwann zu einer nahen Person sagt "naja, war schon irgendwie abzusehen das es mit diesem Mann nicht sooo leicht wird ein langes glückliches Leben zu führen ".

    Meinegöttin, zum Glück gibt es Freunde die einem im Leben das Gefühl geben das es schön ist das man geboren wurde . Die da sind wenns Gewitter gibt im Leben und man eine zweite warme Hand über der eigenen dringend braucht. Und natürlich die Selbstfürsorge, die die Lebensberechtigung nachreichen kann, sozusagen. Aber so ein Weg ist steinig, steil und lang.
    Durchsage:

    "Achtung, es wurde eine herrenlose Damenhandtasche gefunden ..."

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