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  1. Registriert seit
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    Trennung mit Kind – Angst vor der Zukunft

    Hallo zusammen,

    mein Partner und ich (er Ende 30,ich Anfang 30, gemeinsames Kind) steuern geradewegs auf die Trennung zu.

    Gedanklich habe ich mich bereits seit längerer Zeit damit „angefreundet“, bin überzeugt, dass es die beste Lösung für uns ist. Und ich denke auch, dass ich alleine (mit Kind) gut zurechtkommen werde – sowohl für mich emotional, als auch finanziell.
    Theoretisch sind wir bereits alles durchgegangen – Kind und ich bleiben in der Wohnung, bis auf ein bisschen Schrankinhalt bleibt alles bei mir, da meines; der Papa sucht sich eine Wohnung bei der Kind dann mithelfen kann einzurichten etc. Auch wie wir uns den Umgang für’s Kind vorstellen haben wir bereits besprochen.
    Einzig der endgültige Cut fehlt. Momentan scheuen wir aber beide noch davor diesen Schritt endgültig zu gehen. Er, weil er an der Beziehung festhalten will. Ich aus Rücksichtnahme auf ihn, dass er sich mit dem Gedanken ebenfalls anfreunden kann oder aus Angst oder Bequemlichkeit und auch, weil das Kind bald Geburtstag hat und wir bis dahin sowieso nichts sagen wollen.
    Im Grund wissen wir aber beide, dass es kein Zurück gibt. Für ihn ist es emotional schwieriger als für mich. Ich mache mir eigentlich nur noch Gedanken wegen unseres Kindes – aber auch deswegen will ich diesen Schritt gehen.

    Unser Kind weiß noch nichts, bekommt aber denke ich, zumindest emotional, durchaus mit, dass etwas nicht in Ordnung ist. Natürlich ist es auch deshalb wichtig zeitnah einen klaren Schlussstrich zu ziehen.
    Problem ist aber auch, dass wir kaum finanzielle Rücklagen haben. Und ich mache mir Sorgen, wie mein Partner so in ein neues Leben starten will/soll. Auch deshalb „schrecke“ ich noch vor einer endgültigen Trennung zurück – solange wir noch zusammen wohnen, können wir uns finanzielle Reserven aufbauen. Wenn wir aber unserem Kind jetzt schon mitteilen, dass wir uns trennen und dann aber noch länger zusammen wohnen, wie soll es das dann verstehen? Daher werden wir es ihm mitteilen, sobald mein Partner eine Wohnung findet/sucht und somit zeitnah auch eine räumliche Trennung erfolgen kann. (Nein, das wird nicht zeitlich bis ins unendliche gezogen, ich habe mir da schon einen zeitlichen Rahmen gesetzt.)

    Und ich habe Angst vor der Zukunft.
    Nicht vor dem Alleine sein an sich – darauf freue ich mich sogar schon irgendwie.
    Ich habe aber Angst trotzdem mit allem überfordert zu sein. Ich habe Angst bzw. es macht mir Angst und es macht mich wahnsinnig traurig unserem Kind die bisher heile Familie kaputt zu machen. Ich habe Angst, dass es mir deswegen irgendwann Vorwürfe macht, mich verachtet.
    Und ich habe Angst festzustellen, dass ich das alles doch nicht alleine schaffe.
    Zudem kommen noch total bescheuerte Ängste dazu, was Ausflüge mit meinem Kind etc. angeht, ob ich das alles meistern kann.

    Außerdem ständig diese Gedanken, was wir bei einer Trennung alles beachten müssen:
    Der Mietvertrag läuft auf uns beide – wir der Vermieter zustimmen ihn auf mich umzuschreiben? Müssen wir vorher kündigen und ich neue Kaution zahlen?
    Sollten wir uns ans Jugendamt wenden bezüglich weitere möglicher Umgangsregelungen und des Unterhalts? Ist ein Unterhaltstitel sinnvoll? Wenn ja, kann man selber entscheiden oder wird vom Jugendamt entschieden, ob dieser fest oder dynamisch ist?
    Kann ich in die Steuerklasse 2 wechseln, wenn ja, zu wann?
    Und vor allem, was wenn mein Partner dann doch, trotz aller voriger Absprachen „quer“ schlägt, weil er zu verletzt ist, das Wohl unseres Kindes aus den Augen verliert?

    Keine Ahnung was ich mir hier erwarte. Zuspruch? Lösungen? - Die kann mir eh keiner geben. Vielleicht einen Blickwinkel von außen? Ich weiß es nicht. Vielleicht muss ich mir einfach mal alles von der Seele schreiben, weil ich sonst niemanden habe?!

    Wer bis hierhin gekommen ist: Chapeau! Danke!
    Und sorry, dass es so lang geworden ist.
    Gruß, unverbesserlich
    Geändert von unverbesserlich (15.01.2019 um 10:01 Uhr)


  2. Registriert seit
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    AW: Trennung mit Kind – Angst vor der Zukunft

    guten morgen erstmal!

    seid ihr verheiratet?

    was für dich wichtig ist, ist ein soziales netz. du wirst sicher das eine oder andere mal dastehen und jemanden für das Kind brauchen.
    hast du freunde, Familie in der nähe?

    hat ihr über ein wechselmodell nachgedacht? wäre das eine Option?

    alles liebe
    luci
    LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH


  3. Registriert seit
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    AW: Trennung mit Kind – Angst vor der Zukunft

    Zitat Zitat von luciernago Beitrag anzeigen
    seid ihr verheiratet?

    hast du freunde, Familie in der nähe?

    hat ihr über ein wechselmodell nachgedacht? wäre das eine Option?
    Guten Morgen und danke!

    Nein, wir sind nicht verheiratet.

    Und nein, auf Familie oder Freunde kann ich leider nicht zurückgreifen. Meine Familie (Eltern) leben etwa 80km von uns entfernt und sind beide krank, die können nicht einspringen. Freunde habe ich, trauriger Weise, keine. Soziale Kontakte knüpfen fällt mir wahnsinnig schwer.

    Über das Wechselmodell haben wir nachgedacht, wird aber nicht klappen. Zum einen weil der Papa Vollzeit arbeitet ohne Möglichkeit auf Teilzeit, es also zeitlich gar nicht machbar wäre. Zum anderen sind wir beide der Meinung, dass es unserem Kind besser tut einen festen Lebensmittelpunkt zu haben jedoch mit der Möglichkeit den anderen Elternteil soweit möglich jederzeit zu sehen.
    There is no friend as loyal as a book.
    - Ernest Hemingway -

  4. Moderation Avatar von skirbifax
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    AW: Trennung mit Kind – Angst vor der Zukunft

    Wie alt ist euer Kind?
    Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
    Christian Morgenstern


    Moderatorin für:

    Was bringt Sie aus der Fassung?
    Beziehung im Alltag
    Trennung und Scheidung
    Über das Kennenlernen


  5. Registriert seit
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    AW: Trennung mit Kind – Angst vor der Zukunft

    Zitat Zitat von skirbifax Beitrag anzeigen
    Wie alt ist euer Kind?
    Es wird jetzt bald 7.
    There is no friend as loyal as a book.
    - Ernest Hemingway -


  6. Registriert seit
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    AW: Trennung mit Kind – Angst vor der Zukunft

    Hallo TE,

    ihr seid gefühlt in Schockstarre. Keiner traut sich, den nächsten Schritt zu gehen.
    Ich gehe davon aus, dass du dich getrennt hast. Dann sehe ich auch dich in der Verantwortung, die Sache durchzuziehen. Alles andere macht es deinem Partner nicht leichter.

    Wie ist denn die momentane Situation zwischen euch? Redet ihr noch miteinander, ist ein "normaler" Umgang möglich?

    Zu deinen Fragen:
    Der Mietvertrag läuft auf uns beide – wir der Vermieter zustimmen ihn auf mich umzuschreiben?
    => In der Tat müsst ihr ihn gemeinschaftlich kündigen. Der Vermieter kann sich jedoch entscheiden, dir den Vertrag nicht einzeln zu geben. Das könnte zB. aus Bonitätsgründen sein, weil er bei dir finanzielle Defizite befürchtet. D.h. eventuell müsst ihr euch auf Wohnungssuche begeben.
    Falls er zustimmt, könnte er die Miete erhöhen. Das ist bei Neuvermietung immer möglich.


    Müssen wir vorher kündigen und ich neue Kaution zahlen?
    => Korrekt.

    Sollten wir uns ans Jugendamt wenden bezüglich weitere möglicher Umgangsregelungen und des Unterhalts?
    => Könnt ihr machen, falls ihr eine Notwendigkeit seht. An und für sich ist es nicht verkehrt, die Regelungen fest zu setzen. Die Stimmung untereinander muss nicht immer gut sein, dann habt ihr aber die vertraglichen Regelungen zumindest als Basis.

    Ist ein Unterhaltstitel sinnvoll? Wenn ja, kann man selber entscheiden oder wird vom Jugendamt entschieden, ob dieser fest oder dynamisch ist?
    => Das kann ich leider nicht beantworten, da müsste jemand anderes ran :)

    Kann ich in die Steuerklasse 2 wechseln, wenn ja, zu wann?
    => Ich würde meinen, sobald ihr getrennte Wohnungen besitzt. Das sollte dir aber lieber ein Anwalt erläutern, da kenne ich mich persönlich nicht genug aus.

    Und vor allem, was wenn mein Partner dann doch, trotz aller voriger Absprachen „quer“ schlägt, weil er zu verletzt ist, das Wohl unseres Kindes aus den Augen verliert?
    => Das kann leider immer passieren. Darum solltet ihr alle Angelegenheiten klären, solange die Luft noch rein ist. Letztendlich seid ihr beide dafür verantwortlich, wie der weitere Umgang aussieht.


  7. Registriert seit
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    AW: Trennung mit Kind – Angst vor der Zukunft

    Hallo und auch dir danke für deine Antwort.

    Zitat Zitat von knuffl Beitrag anzeigen
    ihr seid gefühlt in Schockstarre. Keiner traut sich, den nächsten Schritt zu gehen.
    Ich gehe davon aus, dass du dich getrennt hast. Dann sehe ich auch dich in der Verantwortung, die Sache durchzuziehen. Alles andere macht es deinem Partner nicht leichter.
    Das weiß ich. Und ja, das werde ich tun.

    Zitat Zitat von knuffl Beitrag anzeigen
    Wie ist denn die momentane Situation zwischen euch? Redet ihr noch miteinander, ist ein "normaler" Umgang möglich?
    Momentan gehen wir freundschaftlich miteinander um. Ohne Körperlichkeiten.

    Zitat Zitat von knuffl Beitrag anzeigen
    In der Tat müsst ihr ihn gemeinschaftlich kündigen. Der Vermieter kann sich jedoch entscheiden, dir den Vertrag nicht einzeln zu geben. Das könnte zB. aus Bonitätsgründen sein, weil er bei dir finanzielle Defizite befürchtet. D.h. eventuell müsst ihr euch auf Wohnungssuche begeben.
    Falls er zustimmt, könnte er die Miete erhöhen. Das ist bei Neuvermietung immer möglich.
    Eben das ist meine Befürchtung. Finanziell ist ein Umzug absolut nicht drin. Hier in der Gegend eine Wohnung finden ist zudem ohnehin schwer - als Mutter mit Kind alleine gleich dreimal so sehr.
    Mein Partner hat mir angeboten den Vertrag zu belassen wie er ist. Das behagt mir aber nicht, eben falls es dann doch mal Stress gibt.
    Ich überlege ob es sinnvoll ist den Vermieter bzw. den Verwalter zu kontaktieren und vorab nach meinen Chancen/Möglichkeiten zu fragen. Solange wir keine Kündigung einreichen kann uns ja dann trotzdem niemand was. Sinnvoll? Schwachsinn?

    Zitat Zitat von knuffl Beitrag anzeigen
    Das kann leider immer passieren. Darum solltet ihr alle Angelegenheiten klären, solange die Luft noch rein ist. Letztendlich seid ihr beide dafür verantwortlich, wie der weitere Umgang aussieht.
    Ja, das weiß ich. Genau deswegen will ich ja auch alles soweit wie möglich regeln, immer zugunsten unseres Kindes. Denn egal wie es zwischen uns aussieht, es soll so wenig wie mögich darunter leiden.
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  8. Registriert seit
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    AW: Trennung mit Kind – Angst vor der Zukunft

    Zitat Zitat von unverbesserlich Beitrag anzeigen

    Freunde habe ich, trauriger Weise, keine. Soziale Kontakte knüpfen fällt mir wahnsinnig schwer.


    Hatte das in irgendeiner Weise Einfluss auf die Trennung, was ist denn der Hauptgrund für deine Entscheidung?
    Es gibt keinen Weg zum Glück -

    glücklich sein ist der Weg.


  9. Registriert seit
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    AW: Trennung mit Kind – Angst vor der Zukunft

    Zitat Zitat von jaws Beitrag anzeigen
    Hatte das in irgendeiner Weise Einfluss auf die Trennung, was ist denn der Hauptgrund für deine Entscheidung?
    Nein, das hat mit der Trennung nichts zu tun.
    Der Hauptgrund ist, das ich ihn nicht mehr genug liebe und wir uns gegenseitig im Weg stehen. Außerderm ist in den letzten Jahren viel passiert, wo ich nicht mehr bereit bin das weiter hinzunehmen. Er ist erst jetzt durch meine "Ansage" aufgewacht, das reicht für mich aber nicht mehr.
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  10. Registriert seit
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    AW: Trennung mit Kind – Angst vor der Zukunft

    Zitat Zitat von unverbesserlich Beitrag anzeigen
    Momentan gehen wir freundschaftlich miteinander um. Ohne Körperlichkeiten.
    Das sind doch schon mal gute Vorraussetzungen.

    Zitat Zitat von unverbesserlich Beitrag anzeigen
    Eben das ist meine Befürchtung. Finanziell ist ein Umzug absolut nicht drin. Hier in der Gegend eine Wohnung finden ist zudem ohnehin schwer - als Mutter mit Kind alleine gleich dreimal so sehr.
    Mein Partner hat mir angeboten den Vertrag zu belassen wie er ist. Das behagt mir aber nicht, eben falls es dann doch mal Stress gibt.
    Das würde ich an Stelle deines Partners nicht machen. Falls etwas mit dir sein sollte, muss er die Zahlung weitertragen. Es wäre sauberer das ganze zu trennen.

    Zitat Zitat von unverbesserlich Beitrag anzeigen
    Ich überlege ob es sinnvoll ist den Vermieter bzw. den Verwalter zu kontaktieren und vorab nach meinen Chancen/Möglichkeiten zu fragen. Solange wir keine Kündigung einreichen kann uns ja dann trotzdem niemand was. Sinnvoll? Schwachsinn?
    Vorher beim Vermieter nachfragen lohnt sich auf jeden Fall, dann hast du zumindest eine Idee, wie realistisch deine Chancen sind. Ich habe es auch einmal so gemacht.
    Sollte er nicht zustimmen, würde ich eine andere Wohnung suchen. Den Mietvertrag auf beide Parteien laufen zu lassen ist eher unschön.

    Zitat Zitat von unverbesserlich Beitrag anzeigen
    Ja, das weiß ich. Genau deswegen will ich ja auch alles soweit wie möglich regeln, immer zugunsten unseres Kindes. Denn egal wie es zwischen uns aussieht, es soll so wenig wie mögich darunter leiden.
    Daumen hoch :)

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