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  1. Registriert seit
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    Ehefrau bricht aus

    Hallo, zusammen!

    Seit etwa 3 Wochen weiß ich, was ich nicht habe kommen sehen: meine Frau verlässt mich und geht zu einem neuen Partner in eine andere Stadt im Nachbarland.
    Ich bin am Boden zerstört.
    Selbstverständlich war mir klar, dass wir durchaus nennenswerte Probleme in unserer Ehe hatten, die ich persönlich allerdings als lösbar eingestuft habe.
    Vorab jedoch ein paar Eckdaten zu unserer Historie. Wir haben uns Ende 2006 kennen gelernt, als meine Frau in einer sehr schweren Lebenssituation war. Ihr erster Mann war etwa ein halbes Jahr vor unserem Kennenlernen überraschend verstorben und ließ sie mit einem knapp vierjährigen Sohn und einer zweimonatigen Tochter zurück.
    Wohl wissend, dass diese Umstände eine mögliche Partnerschaft aufgrund der emotionalen Baustellen (Trauerarbeit) bei meiner Frau auf sehr sandigen Boden stellen würde, haben wir uns trotzdem vorsichtig angenähert. Tatsächlich holte meine Frau zweimal im Jahresrhythmus die Trauer ein, und ich wurde vor die Tür gesetzt. Beide Male jedoch kam sie nach einer gewissen Zeit zurück zu mir. Wiederum ein Jahr später gab es erneut eine (3.) Trennung. Auslöser war, dass ich nicht verstanden hatte, dass sie nun für mich bereit war. Vorsichtig geworden durch die vorangegangenen Trennungen blieb ich auf emotionaler Distanz und verweigerte mich einem Heiratsantrag. Erst durch diese dritte Trennung viel dann bei mir der Groschen. Wir heirateten ein Jahr später. Nach dem ersten Jahr erkrankte meine Frau an Krebs. Es folgte das komplette Programm mit Chemotherapie, Bestrahlung und Operation. Da meine Frau in dieser schweren Zeit bestenfalls als nahezu liebloses Etwas auf dem heimischen Sofa dahin vegetieren konnte, war ich als praktisch alleinerziehender Vater gefragt. Da meine Frau über eine weite Strecke zu absolut nichts in der Lage war, war es an mir, die Kinder und ihre Bedürfnisse zu managen, den Haushalt am laufen zu halten und mich um eben all die Dinge zu kümmern, die im Alltag anfallen. Und wir überstanden diese schwere Zeit. In den folgenden Jahren gründete ich ein Start Up Unternehmen, in das ich extrem viel Zeit und (meine) finanziellen Mittel investiert. Leider konnte die Unternehmung nicht zum Erfolg geführt werden, was die Familie nennenswert belastete. Die Belastung bestand aus meinen eingeschränkten finanziellen Spielräume (es gab allerdings keine Schulden durch das Projekt) und eine Frustration bei mir, da ich schwer damit zu kämpfen hatte, das Projekt nicht zum Erfolg geführt zu haben. Ab 2016 habe ich dann einen Auftrag für einen Kunden übernommen, der mich speziell an Wochenenden extrem eingebunden hat. Dies führte dazu, dass sich meine Frau und ich praktisch nur noch die Türklinke in die Hand gegeben haben, ich zu Hause unbrauchbar für Familienleben war und wir so begannen, aneinander vorbei zu leben. Zeitgleich bekam meine Frau eine tolle berufliche Chance um sich extrem weiter zu entwickeln. Sie begann nun, sich die Anerkennung, die sie zu Hause vorwiegend von mir nicht bekam, über ihren Job zu holen. Sie entwickelte ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein und einen starken Charakter. Dies wiederum hatte zur Folge, dass sie eine unwiderstehliche Ausstrahlung bekam, die auch auf andere Männer ihre Wirkung nicht verfehlt hat. Es kam, was kommen musste: die im Familienumfeld gewachsene Frustration der letzten Jahre, in Verbindung mit ihrem persönlichen Entwicklung bereitete den Nährboden für den Wunsch, aus der zu klein gewordenen Welt auszubrechen. Zusätzlich gab sie sich den Avancen eines Geschäftspartners hin, der in ihren Augen all das bediente, was sie durch mich nicht bekommen hat.
    Diese Entwicklung hat etwa ein halbes Jahr vor der nun erfolgten Trennung ihren Anfang genommen. Meine Frau selbst beschrieb ihre aktuelle Lage mit den Worten das dies wie ein Rausch sei und sie das nun zwingend für sich tun muss, wissend, dass es vielleicht nicht sehr vernünftig ist. Mit ihrem jetzigen Verhalten stößt sie fast alle in ihrem sozialen Umkreis vor den Kopf, da kaum einer verstehen kann, was sie da gerade macht. Es sind Floskeln zu hören wie „sie setzt das durch und geht dabei über Leichen“ Meine Frau ist dazu bereit, den Kindern (unsere Jüngste ist zwölf Jahre alt) die Entscheidung zu überlassen, ob sie bei mir (Stiefvater, ohne Adoption) bleiben wollen, oder ob sie ihrer Mutter ins benachbarte Ausland und zum neuen Lebenspartner folgen wollen.

    Als ihr Ehemann bin ich völlig verzweifelt. Wenn gleich mir bewusst ist, dass ich meinen Teil zu dieser aktuellen Situation beigetragen habe, so gehören doch auch immer zwei dazu. Mir geht es hier aber auch nicht um Schuldzuweisung!

    Meine große Hoffnung ist nun, dass meine Frau nach einer gewissen Zeit zur Besinnung kommt und erkennt, dass wir zusammen gehören. Ich bin gewillt, sie diesen Ausflug tun zu lassen, ihn auszusitzen. Während ich nun warte, spiele ich auch den allein erziehenden Vater für unsere beiden Kinder, da sich meine Frau in eine kleine Wohnung ausquartiert, in der sie die nächsten sechs Monate alleine leben wird. Nach den sechs Monaten zieh ich in eine eigene Wohnung. Sie wird dann nochmal in unsere ursprüngliche Wohnung zurückkehren, um diese zu vermieten/zu verkaufen, um dann zur Jahresmitte 2019 endgültig nach Österreich zu ziehen.

    Ich würde mich sehr über eure Meinung zu dieser Situation freuen. Hat von euch schon jemand eine ähnliche Situation durchlebt? Wie ist es ausgegangen? Wer hat Tipps für mich?

    Ich bedanke mich sehr für euer Feedback.

    R.

  2. Moderation Avatar von Utetiki
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    AW: Ehefrau bricht aus

    Puh, da habt Ihr Euch in einen Riesenschlamassel hineinmanövriert.
    Keine Ahnung, ob aussitzen eine gute Idee ist.
    Moderatorin in
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  3. Moderation Avatar von Utetiki
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    AW: Ehefrau bricht aus

    Zu früh abgeschickt, war noch gar nicht fertig.

    Was ich an Deiner Stelle aber täte (ich würde verrückt so untätig da zu sitzen)
    Erkundige Dich wie die rechtlichen Gegebenheiten sind.
    Können die Kinder einfach so bei Dir bleiben, ganz abgesehen davon, ob sie überhaupt wollen?
    Was ist nötig dazu, Vollmachten etc.?
    Kann Deine Frau Unterhalt für sie leisten?
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  4. Registriert seit
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    AW: Ehefrau bricht aus

    Guten Morgen und danke für Deine Nachricht. Der rechtliche Aspekt ist in Klärung. Ich habe bereits entsprechende Beratungstermine vereinbart.

  5. Avatar von Kleinfeld
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    AW: Ehefrau bricht aus

    Zitat Zitat von Utetiki Beitrag anzeigen
    Puh, da habt Ihr Euch in einen Riesenschlamassel hineinmanövriert.
    Keine Ahnung, ob aussitzen eine gute Idee ist.
    Wenn man die Vorgeschichte liest, wurde all die Jahre nichts anderes als aussitzen gemacht. Trennung, sie kam zurück...wieder Trennung, sie kam zurück. Es wurde doch keins der Probleme in der Ehe erörtert oder besprochen, wie man durch solche Krisen kommt.
    Es wurde immer nur gewartet, bis das Problem in den Hintergrund gerückt ist und dann einfach weiter gemacht.
    Das es so nicht funktioniert, sollte klar sein.

  6. Avatar von Lizzie64
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    AW: Ehefrau bricht aus

    Ebenfalls: Puh. Was für ein Berg.

    Gegen Ende deines Textes habe ich tatsächlich spontan gedacht: Aussitzen. Allerdings ergebnisoffen, und ich weiß nicht, ob das mit Kindern zu bewerkstelligen ist.

    Allerdings habt ihr beide offenbar eine Menge Energie, das halte ich für eine gute Voraussetzung.
    Hoffentlich ist dieser einhornverkitschte Niedlichkeitsterror bald vorbei.
    © moi

    Der Neoliberalismus lässt die Gehirne der Jungen großflächig verschimmeln.
    Henning Venske


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    AW: Ehefrau bricht aus

    GuMo, Lizzie!
    Ich verstehe Deinen Einwand bzgl. unserer Trennungen. Allerdings hat speziell meine Frau in unserer 3-Fach-Trennungszeit aktiv und mit Traumatherapie an ihrer Situation gearbeitet. Final ja auch mit Erfolg. Auch jetzt zum Schluss habe ich mir professionelle Unterstützung geholt (noch vor der jetzigen Trennung) um Dinge zu bearbeiten...


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    AW: Ehefrau bricht aus

    Zitat Zitat von Er_DerSieLiebt Beitrag anzeigen
    Tatsächlich holte meine Frau zweimal im Jahresrhythmus die Trauer ein, und ich wurde vor die Tür gesetzt. Beide Male jedoch kam sie nach einer gewissen Zeit zurück zu mir. Wiederum ein Jahr später gab es erneut eine (3.) Trennung. .

    Ich wäre bereits nach der zweiten Trennung, die von ihr ausging, nicht mehr in diese "Beziehung" zurück gegangen.

    Lass deine Frau ziehen, bei allem was Du während ihrer schweren Erkrankung geleistet hast, und sie jetzt dennoch ihren Weg gehen "muss", ist dein Verlust gar nicht so hoch, wie Du es wohl augenblicklich empfindest.

    Dass deine Frau sogar bereit ist, einer zwölf-jährigen die Entscheidung zu überlassen, ob diese beim nicht leiblichen Vater leben möchte, zeigt doch auf, wie wenig Verstand gerade bei deiner Frau vorhanden ist.

    Die lebt wohl in einem emotionalen "Hochgefühl" für ihre neue Liebe und ist gar nicht fähig für eine realistische Einschätzung ihrer Lage.

    lg jaws
    Es gibt keinen Weg zum Glück -

    glücklich sein ist der Weg.

  9. Avatar von Beachnoodle
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    AW: Ehefrau bricht aus

    Er..... wenn Du bitte Absätze in den Text einfügen könntest, es ist sehr mühsam zu lesen.

    Mühsam ist übrigens das Wort was mir bei Eurer Beziehung zuerst einfällt.
    Ja sicher es gibt Schicksalsschläge, aber die Reaktionen darauf: Trauer = Dich vor die Türe setzen? Mehrfach?
    Nunja ich hätte so jemanden dann auch nicht mehr so ohne weiteres vertraut bzw. heiraten mögen.
    Ich denke mal die wirkliche Liebe war es nicht, bei ihr, nachdem was Du schreibst.
    Du warst halt da, ja möglicherweise zu früh nach dem Tod des Partners.

    Die schwere Zeit Ihrer Krankheit und dann der Umstand deines nicht erfolgreichen Startups...
    ihr habt da jeweils irgendwie funktioniert, aber ich lese nichts von Liebe, eher WG.
    Dauerhafte Arbeitsbelastung und Wochenendarbeit ist Übrigens das Los vieler Selbständiger und Berufstätiger. Trotzdem findet man Wege als Paar und Familie.
    Was kam denn in der Zeit von deiner Frau? Wo hat Sie dich aufgefangen?

    Jetzt wo es ihr in jeder Beziehung besser geht, kommt ein neuer Mann und Jetzt hat Sie sich aufgemacht in ein neues Leben. Ich finde es gut, dass Sie da erstmal alleine lebt, also ohne den Neuen. Wer weiss was mit ihm in 6 Monaten ist.

    Ganz ehrlich, lass Sie gehen. Auch wenn es Dir jetzt wehtut.
    Kümmere Dich um die rechtlichen Angelegenheiten.
    Schaffe da Klarheit und beginne auch für Dich ein Neues Leben.
    Klar kannst Du es aussitzen und hoffen dass Sie zurückkommt. Aber damit rechnen kannst du nicht.
    So wie es bei Euch von Anfang an lief „gehört“ ihr eben nicht zusammen.
    Auf dem Boden der Tatsachen liegt eindeutig zuwenig Glitzer

  10. Avatar von linsemo
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    AW: Ehefrau bricht aus

    Wäre nett wenn du Absätze in den Text einbaust, man kann ihn kaum lesen. danke.
    Und immer wenn wir lachen, stirbt irgendwo ein Problem.
    Dornröschen hätte gar keinen Prinzen gebraucht, nur einen starken Kaffee
    Du bist der beste Beweis, daß Intelligenz und Schönheit in einem Körper Platz haben :-)
    Ich bin heute so blöd, ich könnte Amerika regieren.
    Oma ist so dick, weil sie so voller Liebe steckt.

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