Ich bin 43 Jahre alt. Meine Lebenspartnerin ist 40. Sie hat eine Tochter (20) aus der ersten Ehe. Als ich meine Lebenspartnerin kennenglernt habe, erzählte sie mir, dass sie gern ein weiteres Kind hätte, obwohl sie aus gesundheitlichen Gründen keine eigenen Kinder mehr haben kann. Sie ist eine liebevolle Frau und eine fürsorgliche Mutter. Ich liebe sie sehr. Sie mich auch. Das ist ja nicht zu übersehen. Und wir haben eine schöne und innige Beziehung. Ich würde gern mit ihr zusammen ein Kind adoptieren (dort, wo wir unsere Wurzeln haben, ist es viel einfacher möglich als in Deutschland). Vor ein paar Monaten hat sie mir aber gesagt, dass sie ein weiteres Kind eher nicht haben möchte. Daraufhin habe ich sie geben, sich das in Ruhe zu überlegen. Ich möchte aber gern ein Kind großziehen. Wenn ich kleine Kinder sehe, schmelze ich dahin. Ich möchte einem kleinen Wesen Liebe, Zuneigung, meine Lebenserfahrungen geben... Das muss nicht unbedingt ein eigenes Kind sein. Ich habe nicht das Verlangen, meine Genen weiterzugeben. Das ist ein anderes Gefühl. Ich möchte Liebe geben. Mit der Tochter meiner Lebenspartnerin verstehe ich mich sehr gut. Sie ist aber bereits erwachsen und führt ein eigenständiges Leben. Die Vorstellung, dass meine Lebenspartnerin nein zur Adoption sagen könnte, macht mich traurig und ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich damit längerfristig umgehen kann. Was ist, wenn sich der Kinderwunsch mit der Zeit verstärkt? Werde ich mich damit abfinden können?
Werde ich glücklich sein (können)?
Ich weiß, dass es nicht einfach ist, in einer solchen Situation Ratschläge zu geben. Aber vielleicht könnt ihr mal aus eigenen Erfahrungen berichten. Lieben Dank vorab!
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Ergebnis 1 bis 9 von 9
Thema: einseitiger Kinderwunsch
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24.09.2018, 20:45Inaktiver User
einseitiger Kinderwunsch
Geändert von Inaktiver User (24.09.2018 um 21:21 Uhr)
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24.09.2018, 21:12
AW: einseitiger Kinderwunsch
Wie lange seid ihr denn schon zusammen?
(Hier in der Bri sagen wir "du" und "ihr")
Divergierender Kinderwunsch ist etwas sehr Grundlegendes - und ja, es ist oft so, dass eine Beziehung das nicht übersteht.
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24.09.2018, 21:24Inaktiver User
AW: einseitiger Kinderwunsch
Ja, das verstehe ich. Wir sind seit zwei Jahren zusammen.
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24.09.2018, 21:53
AW: einseitiger Kinderwunsch
Häufiger ist es andersherum - dass die Frau ein Kinder möchte, und der Mann nicht möchte und oft "rumeiert". Der Wunsch nach einem Kind ist elementar. Den sollte man für einen Partner nicht aufgeben.
Insofern würde ich eine Klärungsphase einläuten - in der geklärt wird, ob sie wirklich "nein" sagt zur Adoption, und in der du schaust, ob du dich damit abfinden könntest, kein Kind großzuziehen. Ggf. müsstet ihr euch trennen.
Ich gehe mal davon aus, dass du ein Kind mit deiner Partnerin großziehen möchtest und dass "buntere Konstruktionen", wie z.B. Co-Parenting mit einer anderen Frau, für dich nicht infrage kommen.
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25.09.2018, 15:20
AW: einseitiger Kinderwunsch
Hallo,
ich würde das nochmal besprechen.
Ich würde ganz klar machen, daß ich mich alleine als Hauptverantwortlicher um das Kind kümmern würde,
und alle Pflichten, alles Anstrengende , alle ekeligen und weniger ekeligen Arbeiten übernehmen würde.
Als da wären:
-Nachts aufstehen.
-Windeln wechseln und Popo abputzen
-Baden, Füttern, ...
-Krankheitstage nehmen bzw Arbeitszeit reduzieren
-Streng sein und Wutanfälle ertragen
-alles mit Schule, zb Elternabende allein besuchen
-ebenso Kinderfreunde und deren Eltern
-usw.
Macht das am Besten schriftlich, also eine Art Vertrag.
Alles Gute,
silvia12
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25.09.2018, 16:43
AW: einseitiger Kinderwunsch
Das würde ich keinesfalls tun!
Wenn man sich als Paar dazu entscheidet, gemeinsam Eltern zu werden, dann sollten das beide mittragen und beide mit verantworten.
"Ihm zuliebe" kann man keine Mutterschaft eingehen. So ein Konstrukt oder Deal schmeißt nebenbei auch auf Dauer die Paarbeziehung.
Und umgekehrt kann ein Kind kein Elternteil ersten und zweiten Ranges haben, und das zweite möglichst nicht mit seinen anstrengenden und belastenden Seiten behelligen. Wie soll das gehen?that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum
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25.09.2018, 18:29Inaktiver User
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25.09.2018, 18:45Inaktiver User
AW: einseitiger Kinderwunsch
zum Vorschlag von Marta-Agata
Ich glaube, das ist in dieser Situation wohl der beste Weg. Früher dachte ich, dass die wahre Liebe alles aushält. Sie kann in der Tat viel aushalten, wenn man zu einem Menschen Wärme empfindet. Aber es gibt Bedürfnisse, die sich nicht abschalten lassen. Als ich meine Partnerin kennengelernt habe, wusste ich, dass sie sich einem gesundheitlichen Risiko aussetzen würde, sollte sie schwanger werden. Ich würde nicht auf die Idee kommen, von ihr die Schwangerschaft zu verlangen. Das ist ein Kompromiss, der mir nichts ausmacht. Das tut nicht weh. Aber ich würde gern ein Kind großziehen. Ansonsten würde ich zu viel aufgeben. Das wird weh tun, früher oder später. So empfinde ich das jetzt. Man kann sich vielleicht belügen, aber früher oder später wird das Thema noch mehr in den Vordergrund treten.
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08.10.2018, 12:28
AW: einseitiger Kinderwunsch
Da der TE auf "Inaktiver User" steht, schließe ich hier ab!
Gruß
Margali
Moderatorin im Forum
Trennung und Scheidung,
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