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    AW: Spätfolgen - wie steige ich aus dem Gedankenkarussell aus?

    Schluck, Milanea, das ist ja eine ganz schön üble Geschichte. Toll, wie Du das bisher hinbekommen hast! Anscheinend ohne Filmriss oder geschlossene Anstalt oder so.

    Eine Sache kann ich Dir sagen, Deine Kinder sind sicher lieber bei Dir als bei Deinem Ex. Einfach weil Du da sind und alles vertraut ist. In dem neuen Haus ist eine neue Frau (erst mal nicht einfach), dann zwei neue Babies (das muss ein Lärm sein!).

    Das wird doch daraus hinaus laufen, dass Dein Ex mit Euren beiden Grösseren am Wochenende lieber "draussen" unterwegs sein soll um den Kleinkinderzoo nicht durcheinander zu bringen. Also, egal ob es regnet oder schneit, sie müssen von ihm unterhalten werden.

    Sag' ich jetzt nur so mal aus Erfahrung. Ich komme in der Stadt in der ich wohne in viele grosse Villen und bin immer bestürzt, wenn ich die Zimmer der "richtigen Kinder" sehe und dann eine Gästezimmer wo ein paar Photos vom ersten Satz Kinder hängt wo die Kinder dann in einem grossen Bett schlafen müssen oder eines auf der Ausziehcouch.

    Ich bin mir sicher, sie merken, dass sie bei Dir an erster Stelle kommen und das ist die Hauptsache!

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    AW: Spätfolgen - wie steige ich aus dem Gedankenkarussell aus?

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Milanea, die Annahme, daß deine Kinder so viel glücklicher wären, wenn wieder ein Mann ins Haus käme, halte ich für etwas gewagt. Dieses "Familienleben" ist eine Abstraktion. Was stellst du dir vor, daß da passiert, daß es so toll ist bei deinem Ex, mit all seinen Fehlern (oder dem großen Fehler in einer Beziehung: Probleme mit der Treue)?

    Warum siehst du deinen Ex als "selbstgefällig"? Du wirst Gründe haben, aber es überrascht mich ein bißchen, daß das der Punkt ist, den du benennst, der dich in seinem Verhalten stört.

    Vielleicht erzählen sie nicht viel, weil sie wissen, daß du das ungern hörst, und wollen dich nicht verunsichern mit guten oder schlechten Nachrichten? Würde es dein Leben besser machen, mehr teilzuhaben? Kannst du das vermitteln?

    Gedankenkarusselle sind, wenn sie nicht von blinder Panik angetrieben sind, vor allem Gewohnheiten. Spurrillen in der Seele. Man kommt raus, indem man die Gewohnheit bricht, immer die gleichen Gedanken zu denken. Das beginnt damit, daß man aufhört, es zu tun, und immer wieder aufhört, wenn man es wieder tut. Klingt trivial... ist es nicht. Da man nicht an nichts denken kann, muß man an was anderes denken. Was täte dir gut?
    Hallo, wildwusel,

    ganz lieben Dank auch für deine hilfreichen Gedanken.

    Ja, DAS Familienleben ist eine Abstraktion, das habe ich auch gelernt. Und ganz klar, auch da wird nicht alles toll sein. Seine neue Familiensituation ist sicher nicht ganz ohne und ich würde nicht mit ihm tauschen wollen.

    In solchen Momenten versuche ich mir ihn immer vorzustellen, was mich an ihm gestört hat, welche Eigenarten mich kopfschüttelnd zurückgelassen habe... ich fand ihn am Schluss weder sexy noch attraktiv. Unsere Beziehung war definitiv vorbei...

    Ich habe auch nicht das Gefühl, dass mir hier ein Mann im Haus fehlt. Zum Glück bin ich recht selbständig, in meiner Ehe ging das wohl ein bisschen flöten (zumindest, wenn er da war) und ich muss grad auch manchmal schmerzhafte Weise feststellen, dass man seines eigenen Glückes Schmied ist. Aber wenn mich nicht gerade das Gedankenkarussel. erwischt, fühle ich mich gut.

    Also, selbstgefällig ist er, weil er sich selbst gefällt. Fehlerfrei, alles wissend - kennst du solche Menschen, die auf alles eine Antwort haben? Anfangs hat mich das beeindruckt... wohl zu sehr...

    Meine Kinder und ich können mit dem Thema immer besser umgehen, auch weil ich ihnen immer mal wieder sage, dass es schön ist, wenn sie mir aus den Bereichen ihres Lebens erzählen, von denen ich nichts mitbekomme.
    Ich sage ihnen auch, dass der Papa und ich eben nicht mehr zusammen leben können, aber sie immer herzlich willkommen bei jedem von uns sind. Aber sie wissen eben auch, dass der Papa mich eben nicht mehr lieb hat und vielleicht wollen sie mich auch manchmal schonen.
    Es ist ja auch nicht einfach für die beiden, aber ich möchte ihnen eigentlich immer das Gefühl vermitteln, dass wir beide für sie da sind. Wenn ich mich ab und an mal mit meinem Exmanntreffe, um einfach mal über die Kinder zu quatschen, dann bin ich anschließend froh, wenn er wieder geht, weil er auch hier nicht diskussionsfähig ist, sondern schon immer mit der Lösung im Gepäck daherkommt, selbst, wenn er das Problem vorher noch gar nicht kannte... Manchmal hat das schon recht komische Züge.

    Ja, wildwusel, es stimmt. Es ist eine Gewohnheit, die sich eingeschlichen hat und manchmal nur einen kleinen Tick benötigt, um losgetreten zu werden.
    Wenn ich merke, dass es los geht, gehe ich raus, manchmal zum Tennis spielen oder einfach nur in die Natur. Oder ich putze oder räume auf oder rufe jemanden an... aber manchmal klappt es noch nicht.
    Dann ärgere ich mich über mich selbst, weinen kann ich da schon lange nicht mehr....

    Ganz liebe Dank noch einmal und viele Grüße,
    milanea

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    AW: Spätfolgen - wie steige ich aus dem Gedankenkarussell aus?

    Ihr Lieben alle,

    ich möchte mich schnell mal bei euch allen bedanken für eure schlauen Fragen und klugen Gedanken - allein dieser heutige Autausch hat mir die Gedanken im Kopf schon wieder schön geradegeruckelt - klasse!

    Habt alle eine wundervolle und erholsame Nacht (oder noch viel Spaß beim Tanz in den Mai).

    Liebe Grüße,
    milanea

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    AW: Spätfolgen - wie steige ich aus dem Gedankenkarussell aus?

    Zitat Zitat von annakathrin Beitrag anzeigen
    Schluck, Milanea, das ist ja eine ganz schön üble Geschichte. Toll, wie Du das bisher hinbekommen hast! Anscheinend ohne Filmriss oder geschlossene Anstalt oder so.

    Eine Sache kann ich Dir sagen, Deine Kinder sind sicher lieber bei Dir als bei Deinem Ex. Einfach weil Du da sind und alles vertraut ist. In dem neuen Haus ist eine neue Frau (erst mal nicht einfach), dann zwei neue Babies (das muss ein Lärm sein!).

    Das wird doch daraus hinaus laufen, dass Dein Ex mit Euren beiden Grösseren am Wochenende lieber "draussen" unterwegs sein soll um den Kleinkinderzoo nicht durcheinander zu bringen. Also, egal ob es regnet oder schneit, sie müssen von ihm unterhalten werden.

    Sag' ich jetzt nur so mal aus Erfahrung. Ich komme in der Stadt in der ich wohne in viele grosse Villen und bin immer bestürzt, wenn ich die Zimmer der "richtigen Kinder" sehe und dann eine Gästezimmer wo ein paar Photos vom ersten Satz Kinder hängt wo die Kinder dann in einem grossen Bett schlafen müssen oder eines auf der Ausziehcouch.

    Ich bin mir sicher, sie merken, dass sie bei Dir an erster Stelle kommen und das ist die Hauptsache!
    Liebe Annakathrin,

    danke für deinen Beitrag - der tut gut!
    Bislang bin ich noch nirgends eingeliefert worden und manchmal klopf ich mir dafür selbst auf die Schulter...

    Dass es dort mit zwei kleinen Kindern laut zu geht, glaub ich gerne, kann mich eben auch gute erinnern, wie es war, als meine beiden klein waren.
    Mein jüngeres Kind bat mich auch um gute Kopfhörer, als eine Urlaubsfahrt mit dem Papa, der Freundin und allem Nachwuchs anstand.
    Im Moment ist er auch viel mit ihnen unterwegs, weil sie z. B. Sportveranstaltungen haben. Oft verabreden sich die Kinder auch zu ihren Freunden. Letzten Endes ein normaler Alltag und nicht immer nur Unterhaltungsprogramm mit dem Papa.
    Auch gut so.

    Grundsätzlich glaube ich schon, dass ich ein ganz gutes Miteinander mit meinen Kindern habe.
    Mit 15 ist man ja eh schon gut mit dem Loslösen beschäftigt - ich muss nur für mich auch immer wieder sehen, dass dieses Loslösen nichts mit unserer Trennung zu tun hat, sondern in dem Alter einfach auch der ganz normale und gesunde Prozess ist.

    Hab vielen Dank für deine Antwort!

    milanea

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    AW: Spätfolgen - wie steige ich aus dem Gedankenkarussell aus?

    Liebe milanea,

    ich finde, dass du sehr reflektiert schreibst und mit dieser sehr sehr schwierigen Situation total gut umzugehen scheinst, Respekt! Deine Gedankengänge kann ich sehr gut nachvollziehen und halte sie auch für relativ "natürlich" bzw. "normal" (auch wenn das kein Maßstab sein sollte). Sie kommen mir jedenfalls sehr bekannt vor, sowohl von mir, als auch von meinem Umfeld nach Trennungen. Vielleicht hilfst es ja die Gedanken zu akzeptieren - sie sind nun mal da - um sie in einem nächsten Schritt leichter loslassen zu können? Wie das konkret geht, dafür suche ich leider auch noch nach dem perfekten Weg... Sport und Telefonate helfen jedenfalls meist in Akutfällen.
    Alles Gute dir auf deinem weiteren Weg

  6. Inaktiver User

    AW: Spätfolgen - wie steige ich aus dem Gedankenkarussell aus?

    Zitat Zitat von milanea Beitrag anzeigen
    Jetzt stellt sich aber eben meine Frage: Wie kann ich denn bloß von diesen doofen Gedanken lassen, dass mein Leben - und es ist nicht nur schlecht, sondern es gibt immer mal wieder so Einbrüche bei mir - dem Vergleich mit seinem standhält.
    Einfache Antwort auf diese Frage: Indem du aufhörst, dich zu vergleichen. Das ist DEIN Leben, kein Wettbewerb darum, wer's besser macht. Lass ihm seines, lebe deines.
    Ich weiß, so ein Leben wie mit ihm will ich nicht wieder, und trotzdem erwische ich mich ab und an bei den beschriebenen Gedanken...
    In dem Moment, in dem du aufhörst, dich in Konkurrenz mit ihm zu sehen, wirst du dich freimachen können von den diesen Gedanken. Allenfalls können diese Gedanken dir dabei helfen, herauszufinden, was DIR wichtig ist: Neid ist manchmal ein ziemlich guter Wegweiser.

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    AW: Spätfolgen - wie steige ich aus dem Gedankenkarussell aus?

    Hallo, meerwollen!

    Vielen Dank fürs Blümchen!!!

    Mittlerweile bin ich ja seit gut 4 Jahren getrennt. Ich glaube auch, dass ich es im Großen und Ganzen recht gut überstanden habe, wären da nicht immer mal wieder diese doofen Gedanken und Gefühle...

    Wie gern wäre ich mal Mäuschen in seinem Haushalt, einfach um "schwarz auf weiß" zu sehen, dass nicht immer alles eitel Sonnenschein ist. Wahrscheinlich würde ich mit einem breiten Grinsen wieder in meinem Mauseloch verschwinden.

    Grad spielen sie Andreas Bourani im Radio..."Hey, sei nicht so hart zu dir selbst...". Ich finde, der Text sagt so viel Wahres...

    Viele liebe Grüße
    von milanea

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    AW: Spätfolgen - wie steige ich aus dem Gedankenkarussell aus?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Einfache Antwort auf diese Frage: Indem du aufhörst, dich zu vergleichen. Das ist DEIN Leben, kein Wettbewerb darum, wer's besser macht. Lass ihm seines, lebe deines.
    Hallo, rodrigue3,

    ja. Messerscharf erkannt. Das trifft genau den Punkt.

    In älteren Beziehungen konnte ich immer einen guten Schlussstrich ziehen, weil die damaligen Partner schlicht und einfach mein Leben verlassen habe. Aber das gibt eben jetzt durch die gemeinsamen Kinder nicht, das macht es glaube ich für mich so schwierig...


    In dem Moment, in dem du aufhörst, dich in Konkurrenz mit ihm zu sehen, wirst du dich freimachen können von den diesen Gedanken. Allenfalls können diese Gedanken dir dabei helfen, herauszufinden, was DIR wichtig ist: Neid ist manchmal ein ziemlich guter Wegweiser.
    Ja, auch da stimme ich dir voll und ganz zu - und suche nach dem Wie?
    Ich merke ja, dass die Zeit mir hilft, bin aber manchmal ein bisschen neidisch auf Leute, die sowas einfach schneller umsetzen können. Ich brauche Zeit - für viele Dinge... Das weiß ich auch. Und trotzdem bin ich manchmal ungeduldig.

    Hab vielen Dank für deine guten Gedanken - sie stoßen bei mir etwas an...

    Schöne Grüße,
    milanea
    Geändert von skirbifax (01.05.2018 um 13:47 Uhr) Grund: Zitat repariert

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    AW: Spätfolgen - wie steige ich aus dem Gedankenkarussell aus?

    Zitat Zitat von milanea Beitrag anzeigen
    Aber ich habe immer wieder Probleme damit, dass in meinen Gedanken kreiselt, dass bei meinem Exmann alles sooo toll ist für meine Kinder. Dort haben sie ein Familienleben - ich habe keinen neuen Partner.
    Liebe milanea,

    ich denke, dass Du auch mit einem neuen Partner Deinen Kindern
    gegenüber das Gefühl hättest, ihnen kein "richtiges" Familienleben bieten
    zu können. Dein Manko-Bewusstsein ist wohl eher darauf zurückzuführen,
    dass die Ursprungsfamilie im herkömmlichen Sinn nicht mehr gegeben ist.

    Mit ziemlicher Sicherheit sehen Deine Kinder ihr Leben bei Dir inzwischen
    als vollwertiges Familienleben an.

    Auch für Kinder sind neue Partner der Eltern eine Herausforderung, ebenso
    neue Halbgeschwister. Unterschätze das nicht. Ich denke, sie werden es
    genießen, bei Dir einen ruhenden Pol zu haben. Eben, weil Du (noch) nicht
    neu verpartnert bist.

    Insgesamt habt Ihr das doch sehr gut hingekriegt, zum Wohl Eurer
    Kinder. Und es ist tatsächlich wertvoll, sich mit dem anderen Elternteil nach wie
    vor über die Kinder austauschen zu können.

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    Stirnrunzeln AW: Spätfolgen - wie steige ich aus dem Gedankenkarussell aus?

    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    Liebe milanea,

    ich denke, dass Du auch mit einem neuen Partner Deinen Kindern
    gegenüber das Gefühl hättest, ihnen kein "richtiges" Familienleben bieten
    zu können. Dein Manko-Bewusstsein ist wohl eher darauf zurückzuführen,
    dass die Ursprungsfamilie im herkömmlichen Sinn nicht mehr gegeben ist.

    Mit ziemlicher Sicherheit sehen Deine Kinder ihr Leben bei Dir inzwischen
    als vollwertiges Familienleben an.

    Auch für Kinder sind neue Partner der Eltern eine Herausforderung, ebenso
    neue Halbgeschwister. Unterschätze das nicht. Ich denke, sie werden es
    genießen, bei Dir einen ruhenden Pol zu haben. Eben, weil Du (noch) nicht
    neu verpartnert bist.

    Insgesamt habt Ihr das doch sehr gut hingekriegt, zum Wohl Eurer
    Kinder. Und es ist tatsächlich wertvoll, sich mit dem anderen Elternteil nach wie
    vor über die Kinder austauschen zu können.
    Hallo, Schafwolle!

    Ja, es ist eben nicht mehr die Ursprungsfamilie, dieser Drops ist gelutscht.

    Vielleicht zweifel ich auch immer mal wieder daran, was die Kinder zum Glücklichsein und für eine gute Vorbereitung aufs Leben brauchen. Bislang war ich immer davon ausgegangen, dass eine gute Basis (also eben die „heile“ Familie) dazugehört. Aber es muss ja auch anders gehen.
    Das klassische Familienmodell ist ja oftmals einfach nicht gegeben.

    Ich merke auch für mich immer mehr, dass es in unserer Beziehung ein ziemliches Ungleichgewicht gab - ich bin, was das angeht, ganz erleichtert, dass ich aus der Mühle raus bin, auch wenn die Erkenntnis sehr schmerzhaft war.

    Du hast recht: die Kinder müssen das alles auch erstmal wuppen, sie haben es sich ja so auch nicht ausgesucht.
    Und es ist so wie du schreibst, wir haben das alles ganz gut hinbekommen, auch weil ich keine Kraft darauf verwenden wollte, mich mit meinem Exmann streitend auseinanderzusetzen. Diese Kraft wollte ich lieber für mich und meine Kinder nutzen.

    Also, im großen und ganzen alles ganz gut... und die kurzen Cuts werde ich auch überleben, sie werden ja wirklich immer weniger. Ich bin manchmal nur so ungeduldig...

    Dir vielen Dank für deine Gedanken!
    milanea

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