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  1. Registriert seit
    12.04.2018
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    Trennung wegen einseitigem Kinderwunsch - war das richtig?

    Liebe Community,

    ich habe mich vor zwei Wochen von meinem Freund getrennt mit dem ich ein Jahr zusammen war. Er ist ein wunderbarer Mann - klug, sensibel, witzig und ich war (und bin) sehr in ihn verliebt. Wir waren genau auf einer Wellenlänge, was ich, insbesondere mit Männern, nur sehr sehr selten erlebe und ein wundervolles Jahr, in dem wir viel erlebt haben, gereist sind, mit Freunden und allein viel Zeit miteinander verbracht haben.
    Dem perfekten Glück stand allerdings im Wege, dass ich gerne eine Familie gründen möchte und er nicht. Ich habe das Thema relativ zeitig angesprochen und er meinte zunächst, dass er darüber nachdenken müsse und sich ihm die Frage noch nie so gestellt hat (er ist 32 J. alt). Er wolle erst einmal sehen, wie wir uns als Paar entwickeln. Er ist im Gegensatz zu mir generell kein Familienmensch und verbringt z.B. auch mit seinen Eltern nur ungern Zeit oder begleitete mich nur selten zu Familientreffen. Nach einigen Monaten sagte er dann, dass er sich keine Kinder vorstellen könne, generell nicht, mit niemanden. Er könne natürlich nicht garantieren, dass es sich noch mal ändern würde, wolle mir aber keine falschen Hoffnungen machen. Er sehe sich generell nicht als Vater, eher als cooler Onkel - grundsätzlich mag er Kinder, findet sie süß etc. - wolle die Verantwortung aber nicht, befürchte sich selbst und die Zweisamkeit als Paar zu verlieren. Es hat mich sehr getroffen, da ich bis dahin total verliebt war und uns schon als Rentner händchenhaltend auf Parkbänken gesehen habe... Ich habe dann wochenlang die Frage gewälzt, ob ich mich für ihn oder meinen Kinderwunsch entscheiden soll, zumal ich seine Argumente durchaus verstehe. Dazu kommt, dass ich in zwei Wochen 35 Jahre alt werde, so dass es mir höchst unwahrscheinlich vorkommt in der allernächsten Zukunft noch einen Mann zu treffen, in den ich mich verliebe, der sich in mich verliebt, Kinder mit mir möchte und das ganze biologisch auch noch hinhaut. Vor meinem Ex-Freund hatte ich eine ca. 1,5jährige, ausgesprochen frustrierende Datingzeit, an die ich mit Grauen zurückdenke. In den letzten Wochen habe ich daher viel geschwankt, das auch mit meinem Freund besprochen und das Gefühl gehabt, immer kleiner zu werden und mich von mir zu entfernen.
    Zur Trennung kam es dann ziemlich spontan, er hatte mich, als wir uns zwei Tage nicht gesehen hatten, gefragt, wie mein Wochenende war und ich habe angefangen zu weinen und konnte nicht mehr aufhören. Er fragte, ob ich mich jetzt entschieden hätte und in dem Moment dachte ich, dass es so auch nicht weitergehen kann und habe ihn gefragt, ob wir nicht Freunde bleiben könnten. Er war wie ich sehr traurig, sagte aber, er wolle meinem Glück nicht im Wege stehen.

    Seit diesen zwei Wochen fehlt er mir einfach unfassbar - nicht nur als Partner, sondern auch als Freund und Vertrauter. Seit dem Studium habe ich keine engen Freundschaften mehr vor Ort, eher Bekannte. Ich fühle mich unfassbar einsam und leer. Ich hatte in meinem Leben zuvor noch nie Liebeskummer, wie mir selbst gar nicht so klar war. Mein Leben kommt mir sinnlos vor - ich kann mir nicht vorstellen mich nochmal zu verlieben. Ich habe Schuldgefühle meinen Kinderwunsch - kaum noch realisierbar - der real existierenden und sehr erfüllenden Beziehung vorgezogen zu haben. Am Ende hatte ich das Gefühl in einem Dilemma zu stecken, für das es einfach keinen glücklichen Ausweg gab...

    Natürlich muss ich das alles selbst wissen, aber habt ihr Erfahrungswerte oder wart schonmal selbst in so einer Situation? Anregungen? War das ein Fehler - oder kann es nach so einem Cut überhaupt einen Weg zurück geben?


  2. Registriert seit
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    AW: Trennung wegen einseitigem Kinderwunsch - war das richtig?

    hey du bist 35 und nicht 45! natürlich hast du eine realistische chance noch einen mann für eine familiengründung zu finden!
    ich versteh deine entscheidung total und find sie absolut richtig.
    dass du keine richtigen freunde hast die dich momentan ein bisschen auffangen können ist sehr schade.
    ich an deiner stelle würd versuchen den kontakt mit ein paar bekannten zu intensivieren und daraus eventuell freundschaften entstehen zu lassen. "nur" einen partner und keine freunde zu haben ist prinzipiell nicht gut.


  3. Registriert seit
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    AW: Trennung wegen einseitigem Kinderwunsch - war das richtig?

    Das war völlig richtig.
    Ich schlage vor, zu überlegen, ob ein Kind auch ohne Partner möglich wäre.
    Ich schlage vor, den nächsten Partner gezielt nach Kinderwunsch auszusuchen.

    Aber jetzt mußt Du erstmal durch die Trauerphase hindurchkommen.
    Mach langsam.
    Alles Gute,
    Silvia12

  4. Inaktiver User

    AW: Trennung wegen einseitigem Kinderwunsch - war das richtig?

    Ich kann nachvollziehen, dass dieser Mann für dich was Besonderes war, ich glaub auch, das findet man nicht alle Tage.

    Trotzdem wär für mich der ideale Partner immer nur der gewesen, mit dem ich das Leben hätte führen können das ich wollte, ich kann Mann und Leben nicht trennen, verstehst du? In zehn Jahren hättest du also vielleicht noch einen tollen Mann an deiner Seite gehabt, ja - aber Kinder hätten dir schrecklich gefehlt und du hättest dich sicher immer mal wieder gefragt, ob er das wirklich wert ist, diesen (für mich) enormen Verzicht.

    Vom worst case Trennung, was ja so unwahrscheinlich bei aller Begeisterung nicht ist, gar nicht zu reden. Es hat alles schon gegeben, auch das Szenario, du bist zu alt für Kinder, ihr trennt euch und er kriegt mit 50 auf einmal mit einer neuen Frau doch noch welche.

    Ich kann dir nur von mir sagen, für keinen Mann der Welt hätte ich auf Kinder verzichtet, das Leben mit ihm wäre einfach nicht das gewesen das ich hätte führen wollen. Seine Prioritäten sind offensichtlich anders - also hat das doch schon nicht sooo 100% zusammengepaßt.


  5. Registriert seit
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    AW: Trennung wegen einseitigem Kinderwunsch - war das richtig?

    Ein Kinderwunsch ist etwas Fundamentales. Nicht jeder hat ihn, aber wenn, kann man sich nicht dagegen wehren- er ist einfach da, und wenn in die Richtung nie etwas versucht werden würde, wird es dich ziemlich lange im Leben begleiten. Deine "real existierende" Beziehung wäre dadurch nicht so glücklich geworden, wie es dir scheint.

    Deine Entscheidung finde ich daher auch richtig und nur konsequent- er verwehrt dir etwas so Wichtiges für dich- man könnte ja auch umgekehrt denken, er überdenkt seine Haltung dir zuliebe- tut er ja auch nicht, was auch vernünftig ist, wenn er absolut nicht zu Kindern stehen kann. Da hätte dann ja keiner was von.

    Natürlich verdaut man eine Trennung und den Verlust einer Beziehung nicht von heute auf morgen. Aber langfristig hast du für dich den Grundstein gelegt, glücklich zu werden. DAS ist wichtig.


  6. Registriert seit
    15.01.2017
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    AW: Trennung wegen einseitigem Kinderwunsch - war das richtig?

    Objektiv und vom Kopf her war es die richtige Entscheidung. ich habe großen Respekt vor dir, dass du den Cut gemacht hast. Und du klingst so tough dabei!

    Ich befinde mich in einer ähnlichen Situation. Ich bin seit 1 Woche getrennt. Trennungsgrund war ein anderer, aber auch das Kinderthema war unterschwellig immer vorhanden. Er 37, bereits ein Kind, wollte keine mehr. Ich 27 wollte es für mich nicht ausschließen. Also stand ich auch vor der Frage... wie gesagt, Trennungsgrund war ein anderer, ich hätte es so schnell wahrscheinlich nicht geschafft mich wegen der Kinderwunsches zu trennen, daher Hut ab von meiner Seite!


  7. Registriert seit
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    AW: Trennung wegen einseitigem Kinderwunsch - war das richtig?

    Ich kann nur sagen: Richtig so!

    Mir steht das Schicksal einer Freundin vor Augen, weil ich es hautnah miterlebt habe:

    Sie war 10 Jahre lang mit ihrem Freund zusammen und hat immer gehofft, er ändere seine Meinung noch. Hat er aber nicht. Irgendwann wurde er komisch, meine Freundin unglücklich und nun kommt es:

    Er hatte jemanden kennengelernt, hat sich getrennt und mit dieser neuen Frau später noch zwei Kinder bekommen.

    Das muss natürlich nicht so passieren. Nur leidet meine Freundin bis heute, weil sie ihren Herzenswunsch nicht erfüllen konnte. Und sie ist wirklich sehr mütterlich und Kindern zugewandt. Sie wäre die geborene Mutter gewesen.

    Hätte sie damals die Kraft gehabt, hätte sie wenigstens ihre Chance erhöht, noch Kinder zu bekommen.


  8. Registriert seit
    12.04.2018
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    AW: Trennung wegen einseitigem Kinderwunsch - war das richtig?

    Vielen Dank für eure aufbauenden Worte!
    Gerade sehe ich mich in der Zukunft allein - ohne Mann und ohne Kinder - kein sehr schönes Bild... Und frage mich, ob ich mir dann verzeihen könnte, dass es durch meine Trennung dazu gekommen ist.

    @Bina82: Du hast vollkommen Recht, die "Fixierung" auf einen Partner ist nicht gut, das war ein schleichender Prozess - viele meiner früheren Freunde sind in der Familienphase und damit voll beschäftigt, aufs Land gezogen, oder ansonsten beruflich weit entfernt, so dass wir uns entfremdet haben. Ich versuche gerade viel mit Bekannten zu unternehmen, schon zur Ablenkung. Das Jahr mit meinem Freund hat mir wieder gezeigt, wie schön und wichtig es ist, Menschen vor Ort zu haben, mit denen man nicht nur etwas unternehmen kann, sondern die einem sehr nahe sind. Enge Freundschaften haben mir auch vor dieser Beziehung gefehlt, jetzt ist der Verlust umso spürbarer.

    @ Silvia12: Den Gedanken, ohne Partner (durch Samenbank) Mutter zu werden, hatte ich tatsächlich auch schon in der Zeit kurz bevor ich ihn traf... Gerade fühle ich mich aber nicht so stabil, dass ich mir vorstellen kann, mich noch um ein anderes kleines Wesen zu kümmern. Zumal gerade dann ein auch ansonsten starkes Netzwerk sehr wichtig wäre...

    @hilfskonstruktion: Vielen Dank für deine Worte! Ja, der Mann ist etwas Besonderes - auf Kommentare von Freunden, er würde mich nicht lieben, oder sei "defekt" weil er keine Kinder wolle, reagiere ich gerade auch etwas allergisch... Das Horrorszenario, dass er mich in 15 Jahren für eine andere verlässt, mit der er noch Kinder bekommt, ließ mich allerdings auch nicht los. Dazu kam, dass er auch grundsätzlich nicht heiraten möchte, was für mich eine spätere Trennung noch wahrscheinlicher erscheinen ließ (auch wenn ich weiß, dass das statistisch Unsinn ist). Und richtig, zu meinem Lebensplan gehörte eine eigene Familie - allerdings wird es Zeit über den Plan B nachzudenken, wie ich mit mir und meinem Leben glücklich werden kann, wenn es eben nicht klappt. Und frage mich noch immer, ob er nicht der geeignete Anlass gewesen wäre, zu Plan B überzugehen...

    @Nordseehafer: Das hat mich in den letzten Wochen auch fertig gemacht, dass ich mich gegen den Kinderwunsch nicht wehren kann... Irgendwie widerstrebt es mir in meiner Sicht auf mich selbst als emanzipierte Frau, dass ich dem rational, mit Abwägen der noch verbleibenden Chancen und der ganzen vielen Nachteile von Kindern nicht beikomme (ist das irgendwie verständlich?). Zumal ich mich dann weiter frage - wenn ich die Nachteile Kinder zu haben so deutlich sehe und bemerke wie meine Freunde auf dem Zahnfleisch gehen und jedenfalls teilweise nicht unbedingt glücklicher wirken als vorher - habe ich dann überhaupt einen "echten" Kinderwunsch? Könnte ich eine gute Mutter sein?
    Und auch der Gedanke - er könnte seine Haltung mir zuliebe überdenken - hat mich beschlichen. Allerdings wäre das, wie du schon schreibst, unvernünftig und eine seiner Qualitäten ist auch seine große Klarheit - er eiert nicht rum und weiß, was er will.


  9. Registriert seit
    12.04.2018
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    AW: Trennung wegen einseitigem Kinderwunsch - war das richtig?

    @Sommersprösschen: Oh nein du Arme, wie geht es dir mit der Trennung? Und was war der Grund dazu (wenn du es sagen magst). Ehrlich gesagt, hätte ich es gerade in deinem Alter mit Sicherheit nicht geschafft, mich wegen des Kinderthemas zu trennen, weil ich gehofft hätte, er ändert seine Meinung noch, und man dann ja auch noch so viel Zeit hat... Und vielen Dank, aber wenn ich mich gerade eins nicht fühle, dann tough. Eher ein heulendes Häufchen Elend... Zumal die Trennung von mir an dem Tag auch nicht wirklich geplant war, sondern spontan und durch Nachfragen meines Freundes aus mir herausgebrochen ist...

    @Cara123: Eine schlimme Sache, die deiner Freundin widerfahren ist. Für sie ist es jetzt zu spät? Oh Mann, wenn man nur eine Kristallkugel hätte...War sie vor der Trennung glücklich mit ihm oder hat sie da auch schon gehadert?

  10. Inaktiver User

    AW: Trennung wegen einseitigem Kinderwunsch - war das richtig?

    Bin gerade mit meiner 8jährigen nach einer Fahrradtour am See, in der Sonne ...

    Das wünsche ich dir auch.

    Meine kam, als ich 39 war. Bis 40 hatte ich mir die Frist gesetzt.

    Die Zeit zum Kinderkriegen ist für uns Frauen begrenzt - Partnerschaften kannst du noch dein ganzes Leben lang finden.

    Die Trennung ist deine Chance, deinen Familienwunsch noch zu verwirklichen.

    Ihr seid beide fair miteinander umgegangen.

    Halt dich nicht zulange auf mit Trauern - du hast ein Ziel.

    Und schau nicht zuviel zurück.

    Du konntest gar nicht anders entscheiden - niemals würde ich einen Kinderwunsch für eine Beziehung aufgeben. Das würde ich für immer bereuen.

    Ich halte dir die Daumen, dass du noch eine Familie gründen kannst.

    Es kommt, wie es kommen soll.

    Alles Gute

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