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  1. Registriert seit
    21.04.2014
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    AW: Trennung von meinem Asperger. Wer kennt das noch?

    Beachnoodle- so ist das nicht.
    Unsere Mittlere ist Asperger Autistin - und Krankenschwester.
    Sie kann ein weinendes Kind, ein leidenden Patienten sehr gut trösten.

    Schwierig sind für sie sog
    "SozPäd Fragen". Sie nennt die so, weil ihre ehemalige SchulSozPäd sie damit regelmäßig in die Verzweiflung trieb. Sowas wie "Was macht das mit Dir, wenn Xy dieses oder jenes sagt/tut?"
    Da kommt dann als Antwort "Macht mich wütend/ macht mich traurig", aber weiteres Hinterfragen/ in sich reinhören geht eher nicht, das wäre dann wie "File not found" sagt sie.
    Sie hat auch kein besonders Bedürfnis nach "seelischem Gleichklang" oder "Den Anderen komplett verstehen wollen".

  2. Moderation Avatar von maryquitecontrary
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    AW: Trennung von meinem Asperger. Wer kennt das noch?

    Zitat Zitat von Sacrebleu Beitrag anzeigen
    Im medizinischen Sinne hast Du natürlich recht, es ist eine Entwicklungsstörung.
    Rein praktisch ist das aber doch egal.

    Nein, das ist nicht egal. Aus mehreren Gründen. Ein Mensch mit Asperger-Autismus wird zum einen vermutlich Wert drauf legen. Zum anderen sind die Ursachen von Asperger und die Entwicklung von Persönlichkeitsstörungen sehr unterschiedlich und prägen eben auch die Menschen ganz unterschiedlich. Das ist für sie selbst und im Zusammenleben absolut von praktischer Relevanz.
    that was the river - this is the sea


    Moderation im Forum "Persönlichkeit"

  3. Avatar von Horus
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    AW: Trennung von meinem Asperger. Wer kennt das noch?

    Ich habe das Eingangspost nochmals durchgelesen und mir ist besonders ein Punkt aufgefallen, ich zitiere mal die entsprechenden Abschnitte:

    als ich merkte, dass sein emotionales Bei-mir-sein wenig Facetten beinhaltet, z.B. konnte er bei Traurigkeit meinerseits eigentlich kaum Trost spenden, sondern hatte irgendwann einmal mitbekommen, als ich sagte: "Könntest du mich wenigstens mal umarmen?", als ich traurig war.
    Seine Wahrnehmung glich nicht meiner und ich bin irgendwann daran verzweifelt, dass er sich immer wieder mit Aktivitäten beschäftigte statt sich z.B. mal mit mir hinzusetzen und einfach zu reden, was so los ist und wie es ihm so geht etc.
    Von seiner Seite aus gab es niemals irgendein emotionales Teilen- wollen, das er mit mir besprochen hätte, was mich oft irgendwie verletzte.

    Er wollte am Liebsten dauernd Unternehmungen machen, wie Radfahren, Schifahren, Sport etc. aber es ging dann immer um die Aktivität und nicht um unsere Beziehung ( schwer zu erklären, vielleicht kennt das jemand? )
    Generell habe ich natürlich gegen Aktivitäten nichts, aber es ging rein darum, etwas zu tun.
    Du gehörst also, plakativ gesprochen, zur Fraktion "ich will über Gefühle und uns quatschen". Er gehört zur Fraktion "über Gefühle redet man nicht, die fühlt man". Diese beiden Fraktionen sind häufig, oft - aber nicht immer! - gehört die Frau der ersten und der Mann der zweiten Fraktion an. Und bei der zweiten Fraktion muss nicht mal ein Asperger-Syndrom vorliegen, sondern das ist bei sehr introvertierten Menschen ebenso (wobei ich mich schon öfters gefragt habe, ob die das, was wir "Asperger-Spektrum" nennen nicht einfach eine Zuspitzung einer introvertierten Persönlichkeit ist mit fliessenden Übergängen).

    Es ist ein grosser, grosser Irrtum der Ich-will-Gefühle-bequatschen-Fraktion, anzunehmen, der andere fühle keine Gefühle (oder keine starken), nur weil er sie nicht bespricht.
    Es ist ein ebenso grosser Irrtum der ersten Fraktion, anzunehmen, man sei dem anderen, dem Angehörigen der zweiten Fraktion, nicht wichtig, nur weil der andere seine Gefühle nicht oder nur eingeschränkt mit einem bespricht. Dem ist nicht so! Es besteht für Angehörige der zweiten Fraktion bloss kein Bedarf einer Gefühlsbesprechung, weil Gefühle für sie auf der inneren Ebene stattfinden.

    Gemeinsame Aktivitäten mit der Liebsten ist übrigens ein starker Gefühlsausdruck für einen sehr introvertierten Menschen: man tut etwas zusammen, was beiden grosse Freude bereitet, was man miteinander teilt. Jeder freut sich und weiss, dass der andere sich ebenfalls freut - das muss dann nicht mehr besprochen werden, sondern da reicht ein Blick ins strahlende Gesicht des anderen und man weiss - der andere freut sich und somit freut man sich gleich noch mehr.

    Wenn mein Lebenspartner und ich auf Skitour sind und einen 500-Höhenmeter-Pulverschneehang runtergekurvt sind, dann sagt auch niemand etwas, wir strahlen uns nur gegenseitig an und lachen. Vielleicht sagt einer "affengeil!" aber das wars dann.
    Man teilt die Gefühle miteinander, ohne sie zu verbalisieren. Das ist etwas, was Introvertierte sehr gut können, Extrovertierte hingegen oft nicht verstehen.

    Randbemerkung: es ist auch überhaupt nicht zwingend, dass "Künstlerin, extrovertiert, emotionsbasiert" immer zusammen geht. Mein Bruder ist auch Künstler, ich teilweise auch - wir sind beide hochgradik introvertiert und kopfgesteuert.
    Das heisst aber nicht, dass die Emotionen nicht da wären. Sie sind allerdings in mir drin und nicht zwingend gegen aussen deutlich.

    Nur weil jemand die Emotionen nicht genauso zeigt und ausspricht, wie der andere das tut - und erwartet - , heisst das noch lange nicht, dass er diese Emotionen nicht trotzdem hätte. Doch, er hat sie sehr wohl.

    Achtung, Lesen gefährdet die Dummheit!
    _____________________________________

    Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas anderes wichtiger ist als die eigene Angst.

  4. Inaktiver User

    AW: Trennung von meinem Asperger. Wer kennt das noch?

    Ich denke, dass (vermutete) Asperger einen gewissen Reiz auf manche Frauen ausüben, weil sie denken, man könnte sie doch irgendwie "knacken".


  5. Registriert seit
    08.10.2017
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    AW: Trennung von meinem Asperger. Wer kennt das noch?

    Hallo ... danke für Eure regen Rückmeldungen...

    Also... zum Einen: die Diagnose ist gesichert und keine Laiendiagnose.

    Klar ist, dass ich weiß, dass keiner von uns jemals alle Bedürfnisse in einer Beziehung befriedigt bekommen wird und ich denke, viele von uns haben das früh lernen müssen :)
    Natürlich stellt es jedoch in dieser Hinsicht einen gewaltigen Unterschied dar, weil das Bedürfnis nach Anklang und Schwingung so groß ist. Oft habe ich eben gehört oder beobachtet, was mein Verlobter alles tat, um es mich spüren zu lassen an Aktivitäten oder liebevollen Gesten. Das hat mich dann immer unendlich berührt- viel mehr war ich darauf angewiesen als ich es in anderen Beziehungen vorher von jeher war. Er konnte leider solche "Schatz, ich knuddel dich jetzt mal und du weißt, dass ich dich liebe"- Verhaltensweisen nicht natürlich zeigen.
    Wie oben einmal richtig beschrieben, war es wirklich oft so, dass es wie Theater spielen aussah- das hat mich dann verletzt, weil es sich so schräg anfühlte und ich gleichzeitig seine starken Bemühungen bemerkt habe, so zu sein, wie er es in Filmen oder von anderen gesehen hatte.

    Was ich schade finde ist, dass mir hier doch ein Stück weit, die Asperger- Störung zu einfach dargelegt wird. Ich bin auch der Meinung, dass solche Menschen sehr viel Empathie haben und auch viel fühlen. Es kommt eben einfach nicht so an wie bei anderen Menschen und oft sind sie hochsensibel. Gerade das zeichnet ja einen solchen Menschen aus... keinesfalls hat das mit Psychopathie oder ähnlichem zu tun. Beschreibungen wie, er habe "Gemütsregungen wie ein Roboter" gefallen mir nicht.

    Der Vergleich zwischen Asperger- Menschen und unterkühlten Männer hinkt sehr, wenn ihr mich fragt. Das eine hat mit dem anderen rein gar nichts zu tun... der eine hat ein zwischenmenschliches Verständnis und zeigt sich einfach nicht so gerne, der andere könnte nicht, selbst wenn er sein Leben dafür geben würde! Ein Asperger kann durch Verhaltenstherapie so gut wie möglich versuchen, sich in sozialen Situationen ähnlich kompatibel zu verhalten wie wir Normalos...


    Unsere Trennung wurde ausgelöst durch seine Entscheidung, ein weiteres berufsbegleitendes Studium zu beginnen. Wir haben vor einigen Monaten unsere Beziehung in eine Wochenend- Beziehung verändert, da ich in meiner Stadt noch eine Zusatzausbildung beenden möchte. Er selbst ist in eine andere Stadt gezogen, weil er dort ein tolles Angebot bekommen hat. Ich habe ihn auch darin unterstützt, da es ihm Spaß macht und er es gerne wollte. Danach wollten wir gemeinsam zusammenziehen, hatten das im Auge. Ich möchte in den nächsten Jahren auch Kinder bekommen...
    Die Beziehung lief ja nicht wirklich gut- wir haben beide sehr viel miteinander über Asperger gelesen- ihm war es wichtig, mir immer wieder aus einem Buch namens "Geniale Störung" vorzulesen. Er hat sich darin viel wiedererkannt. Je länger die Beschäftigung mit dem Thema war, desto mehr konnte er sich verstehen und ich ihn, aber desto höher waren auch meine Erwartungen, dass wir damit nun auch umgehen lernen. Auch ich habe endlos viel gelesen und mich versucht, in ihn hineinzudenken.
    Was für mich sehr verletzend war, war seine Entscheidung an einer weit entfernten Uni an drei Wochenenden im Monat eine Zusatzausbildung zu beginnen, die mehrere Jahre dauert. ( Ich will hier wegen Datenschutz keine konkreten Sachen schreiben, aber es ist so eine Elite- Uni... er hat mehrere Monate mehrere Aufnahmeprüfungen bestehen müssen, um dort hineinzukommen). Jetzt ist er in einer Spitzenposition in einer anderen Stadt und fliegt drei Wochenenden im Monat dorthin. Für mich war das eine Entscheidung, die sich angefühlt hat wie ein Schlag ins Gesicht.
    Einerseits weiß ich, dass es ihn beruhigt und ihm gut tut, sich mit intellektuellen Dingen auseinanderzusetzen und ich habe ihn immer in den Dingen unterstützt, die er gemacht hat. Auf der anderen Seite... ich hätte ihn jetzt nur noch zwei Tage im Monat gesehen... und wisst ihr: es ist soooooo sauschwer mit jemandem, der unter Asperger leidet, über das Telefon zu kommunizieren und eine Bindung zu pflegen. Wenn er weiter weg war und wir telefonisch im Kontakt blieben, war es immer wieder so, als würde ich mit einem Bekannten telefonieren. Kurzer Austausch über das, was wir heute gemacht haben... aber leider habe ich natürlich keine Portion Nähe oder Vertrautheit spüren können...
    Das war der Auslöser... klar- in anderen Beziehungen hätte ich niemals eine Trennung in Betracht gezogen, aber da war auch eine Beziehung spürbar da, selbst wenn ich meinen Partner nicht sehen konnte oder mal eine Weile weg von ihm war...


    Dass er Arzt ist und Asperger hat, bedeutet nicht, dass er kalt und gefühllos mit Menschen umgeht. Er ist randvoll mit Liebe für seine Mitmenschen- aber natürlich fehlt es an Sozialkompetenz. Er ist sehr verantwortungsbewusst und sagt schon mal hier und da etwas Freundliches, das etwas hochgestochen oder nüchtern klingt... seine Patienten sind aber sehr gut aufgehoben. Ich selbst würde mir sofort von ihm helfen lassen- er hat immer alles im Blick, was zu seinen Aufgaben gehört.

    Diejenigen von euch, die mir hier ihre Erfahrungen mit Aspergern beschrieben haben.. danke dafür !

    Eure Einschätzung, dass wir nicht zusammen passen ist natürlich schmerzhaft für mich und ich sehe es in klaren Momenten natürlich auch.
    Mich beschäftigt meine Sehnsucht sehr.
    Es ist so : Ich kann ihn ganz und gar als Mensch annehmen und sehr lieben... jedoch trotzdem keine Beziehung mit ihm führen. Diese Kombination fühlt sich oft elendig an!

    Während meine Freunde ihre Partner heiraten oder geheiratet haben und Kinder bekommen, muss ich nochmal neu starten und Abschied nehmen... obwohl ich ihn so sehr liebe... ich hasse das.
    Kennt jemand von euch dieses Gefühl, wenn Liebe nicht genug ist ?
    Wieso passiert sowas ? Was ist der Sinn dahinter?


  6. Registriert seit
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    AW: Trennung von meinem Asperger. Wer kennt das noch?

    Also... bitte mal kurz um Kenntnisnahme...

    @ Horus
    Es ist eine gesicherte Diagnose und ich weiß nicht, was dazu führt, dass du annimmst, ich würde einen introvertieren Partner mit dem Ettikett Asperger Labeln, wenn dem nicht so ist, als würde ich hier Alltagsprobleme in pathologische Schubladen stecken wollen?

    So ist dem nicht.


    Ich bitte um Respekt und genaues Lesen!


  7. Registriert seit
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    AW: Trennung von meinem Asperger. Wer kennt das noch?

    Zitat Zitat von immerdar Beitrag anzeigen
    Während meine Freunde ihre Partner heiraten oder geheiratet haben und Kinder bekommen, muss ich nochmal neu starten und Abschied nehmen... obwohl ich ihn so sehr liebe... ich hasse das.
    Kennt jemand von euch dieses Gefühl, wenn Liebe nicht genug ist ?
    Wieso passiert sowas ? Was ist der Sinn dahinter?
    ich glaube, nicht jede liebe ist lebbar - er will karriere machen, du willst familie. wahrscheinlich hättet ihr die basics von beginn an besser absprechen sollen - aber anfangs will man nicht "nüchtern" an eine beziehung rangehen.

    ich glaube nicht, dass sein asperger so einen großen einfluss auf die trennung hat - ihr habt einfach unterschiedliche vorstellungen vom leben...das zeitproblem könnte man lösen, kompromisse kann man immer finden, wenn man welche finden will - aber ihr wollt beide alles gleichzeitig und das funktioniert nicht. du deine zusatzausbildung, er sein zusätzliches studium und den guten job in der anderen stadt, du willst aber auch bald kinder...man kann fast alles haben, aber eben nicht gleichzeitig.

    vielleicht ist die trennung durch die umstände auch leichter, ihr könntet euch ohnehin in nächster zeit nicht viel sehen und wohnt nicht im selben ort, man läuft sich also nicht zufällig über den weg...ich würde mich mal eine kleine weile dem liebeskummer hingeben und danach ablenken und dich auf dich und deine wünsche konzentrieren und bei der nächsten beziehung früher die zukunftswünsche vergleichen.
    Liebt Menschen und benutzt Dinge, weil das Gegenteil niemals funktioniert - The Minimalists

  8. Inaktiver User

    AW: Trennung von meinem Asperger. Wer kennt das noch?

    Hallo immerdar,

    zum einen möchte ich mich bei Maryquitecontrary für ihre klaren Worte bedanken. Zum anderen möchte ich Dich, immerdar, fragen: wie kann es sein, dass Du so wenig von einem Partner, der seiner Aussage nach Asperger ist, verstehst, respektive so viele Erwartungen, die ein solcher Mensch mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht erfüllen kann, formulierst?

    Zunächst fandest Du, die "Künstlerseele", seine Andersartigkeit faszinierend.


    Zitat Zitat von immerdar Beitrag anzeigen
    Vor allem haben mich zu Beginn seine "Andersartigkeit" und sein Blick auf die Welt fasziniert, ich war völlig davon begeistert. Ich bin Künstlerin, eher gefühlvoll und emotional berührbar- er war in meinen Augen eher etwas trockener, weniger begeisterungsfähig, aber dafür in seinen Ansichten über die Welt sehr reflektiert und faszinierend gebildet
    Dann jedoch kam Deine eigene Unfähigkeit, mit Deinen Emotionen und Problemen eigenverantwortlich umzugehen, Dir in die Quere.

    z.B. konnte er bei Traurigkeit meinerseits eigentlich kaum Trost spenden,
    Ein Mensch mit Asperger kann keinen Trost spenden, wenn er gar nicht erkennt, dass das gerade angebracht wäre. Das kann man als Partner eines solchen Menschen wissen, und sich entsprechend positionieren.

    Lange Rede, kurzer Sinn... ich bin während der Beziehung auf immer weitere "Lücken" gestoßen, die hauptsächlich im zwischenmenschlichen Kontakt passiert sind und die ich oft nicht einordnen konnte. Ihm waren Zusammenhänge oder gängige Verhaltensweisen oft nicht bekannt.
    Was ist denn mit DEINEN Lücken? Ich lese bei Dir eine recht hohe Erwartungshaltung an andere. Du erwartest von einem Menschen, der nur ein Bein zur Verfügung hat, dass er an einem Arschtrittwettbewerb teilnimmt, um das mal ganz plakativ auf den Punkt zu bringen, und wunderst Dich dann, dass er dabei stürzt und sich nicht allein aufrichten kann.

    Findest Du das fair?

    Wenn Du eine Beziehung mit einem Menschen, der so IST, eingehen möchtest, erfordert das von DIR eine gute Psychohygiene und viel eigenverantwortliches Handeln. Aus Deinen Zeilen spricht jedoch für mich die Erwartung, dass Dein Partner Dich glücklich MACHEN soll. Das kann kein anderer Mensch. Auch keiner, der kein Asperger ist.


    Seine Wahrnehmung glich nicht meiner und ich bin irgendwann daran verzweifelt
    Wie kann es sein, dass Du diese Erwartung überhaupt hattest? Wer also ist verantwortlich für Deine Enttäuschung?

    Aber es hat mich kirre gemacht, nicht zu verstehen, warum er so wenig dafür gab, sich mit mir und Menschen (innerlich) auseinanderzusetzen und gleichzeitig zu hören, dass er mich über alles liebt.
    Oft interpretierte er das Verhalten anderer auf so eine "bizarre" Art, die eher analytisch, berechnend war, als "nachgespürt".
    Ja Schockschwerenot - wie überraschend! (DAS war Ironie, Hinweis für alle Asperger)

    ER gab wenig? Wie steht es denn um das, was DU eingebracht hast? Du lamentierst über Deine Leiden, die allein darin wurzeln, dass Du Ansprüche an einen Menschen hast, die dieser - siehe Arschtrittwettbewerb - gar nicht erfüllen können kann, und bist nicht in der Lage, Dich selbst so auszugleichen und zu stabiliseren, dass Ihr trotzdem einen gemeinsamen Nenner finden könnt. Ich finde das sehr traurig.


    Immer wenn ich ihm versuchte zu erklären, dass ich "mehr bräuchte", war er verzweifelt und hilflos.
    Was sollte er denn auch tun?

    Wenn DU etwas brauchst, musst DU dafür Sorge tragen, dass Du es bekommst. Du kannst diesen Aspekt der Selbstfürsorge nicht delegieren.

    Oft hatte ich das Gefühl, an der nötigen Toleranz kaputt zu gehen, weil ich ganz vergaß, auf meine Bedürfnisse zu achten.
    Das dürfte wohl der Schlüssel zu neuen Erkenntnissen sein. DU hattest vergessen und versäumt, auf Dich zu schauen und für Dich zu sorgen. Du erwartest, dass Dein Partner das an Deiner Stelle übernimmt. Damit ist schon ein Mensch überfordert, der NICHT Asperger ist, und wird irgendwann scheitern, denn es ist nicht möglich, die Bedürfnisse eines anderen Menschen permanent wahr zu nehmen UND zu erfüllen. Dafür muss jeder in erster Linie selbst Sorge tragen.

    Hier läge also Entwicklungspotenzial, das darauf fußt, dass Du andere Menschen niemals ändern kannst - nur Dich selbst. Lerne, gut für Dich zu sorgen. Vielleicht findest Du dann einen Weg, eine erfüllende Paarbeziehung zu leben. Sogar mit einem Asperger.

  9. Avatar von Horus
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    AW: Trennung von meinem Asperger. Wer kennt das noch?

    Introversion und (Asperger) Autismus haben möglicherweise sehr viel miteinander zu tun, als das - auch hier - wahrgenommen wird. Das ist nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern in der Forschung eine durchaus animiert diskutierte Hypothese. Zum Beispiel nachlesbar hier.

    Kurzes Zitat aus dem Abstract:

    (...) To advance the understanding of introversion, I propose that it is a continuous segment of the non-clinical part of the autism spectrum, and that it is not the same as the inverse of extraversion. When introversion and autism are placed on the same continuum, the nature of the relationship of the traits becomes more apparent, and new possibilities are available for exploration of both autism and introversion. This review of literature traces the origins and development of the concept of introversion and places it on the autism spectrum, demonstrating the apparent synonymous nature of the traits despite varying degrees of severity in expression. (...)
    Seit ich das kapiert habe, verstehe ich die Asperger in meinem Umfeld (einer im engsten Freundeskreis, ein anderer im Arbeitsalltag täglich) sowie den Teenager-Sohn einer Nachbarin wesentlich besser und kann besser damit umgehen - und sie im Gegenzug auch mit mir.

    Achtung, Lesen gefährdet die Dummheit!
    _____________________________________

    Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas anderes wichtiger ist als die eigene Angst.


  10. Registriert seit
    08.10.2017
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    AW: Trennung von meinem Asperger. Wer kennt das noch?

    Interessante Sicht.

    Die beschriebenen Punkte bezogen sich auf "Vor der Erkenntnis" und waren lediglich normale Erwartungen, die einen ziemlich harmlosen und alltäglichen Wunsch nach Gleichklang in einer Beziehung darstellen.
    Verstanden sein wollen ist keine Abgabe von Verantwortung oder mangelnde Selbstfürsorge oder Überansprüchlichkeit.
    Als ich wusste,dass es nicht geht, habe ich natürlich nicht mehr die normalen Erwartungen gestellt.


    Sobald ich wusste, dass er es nicht geben kann, war es ja nur noch eine Frage, wie wir damit umgehen können.

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