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  1. Inaktiver User

    Mediation - Erfahrungen?

    Ihr Lieben,

    ich bin neu hier und habe auch schon versucht ein Paar Informationen zum Thema Mediation im Zusammenhang mit Trennungsvereinbarung zu erhalten. Die wenigen Beiträge, die ich allerdings gefunden habe, sind schon ein Wenig älter.

    Wie es aussieht, stehen mein Mann und ich nach ca. 20 Ehejahren vor der Trennung. Wir haben 2 Kinder (22 und 18), die allerdings nicht mehr zu Hause wohnen.

    Es gibt eine Menge zu regeln (es ist einiges an Vermögen vorhanden) und in der derzeitigen Situation ist es so, dass wir im Grunde fast nicht mehr miteinander "vernünftig" sprechen können, ohne dass die gesamte Situation eskaliert und sehr unschön wird.

    Mein Mann fühlt sich eh mehr oder weniger "von mir ausgenommen" (obwohl ich mein Leben lang berufstätig war) und ich befürchte, dass die Situation völlig vergiftet wird, wenn wir uns jeweils direkt einen Anwalt nehmen und nicht versuchen uns gütlich zu trennen. Schon im Interesse unserer Kinder. Aber auch für unser Seelenheil.

    Was habt ihr für Erfahrungen mit Mediation gemacht?

    Liebe Grüße

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    AW: Mediation - Erfahrungen?

    Ich habe schlechte Erfahrungen mit Mediation gemacht.

    Wenn einer sich nicht einigen will, dann kann man eh nichts machen. Und es wird dort nur ein subjektiv passender Kompromiss beschlossen, wie die Rechtslage ist, ist den Mediatoren egal. Oft sind diese Menschen aus sozialen Berufen und keine Juristen.
    Ein schwächerer, uninformierter Teil kann dort überredet werden, um des lieben Friedens willen viel zu viel von seinen Rechten preiszugeben.

    Mediatoren sind keine Schiedsrichter und auch keine Rechtsberater. Wenn Dein Mann sich zu Unrecht ausgenommen fühlt, wird er dort unangemessene Forderungen stellen und diese werden vom Mediator so übernommen und nicht etwa korrigiert.
    Ich halte es für das Beste, zwei Rechtsanwälte zu beauftragen, einen Trennungsvertrag auszuarbeiten. Dann musst Du nicht direkt mit Deinem Mann herumstreiten und sein RA wird hoffentlich davon absehen, unhaltbare Forderungen aufzustellen.

    Mediatoren kosten auch Geld, und für die Scheidung ist es sowieso notwendig, sich mindestens einen RA zu nehmen. Wenn Ihr nicht absolut friedlich und einig seid, würde ich Dir dringend empfehlen, einen eigenen RA zu haben.

    Wir haben die Mediation nach vielen Stunden ergebnislos abgebrochen. Eher hat sie den Streit noch verschärft.
    Geändert von Raratonga (27.09.2017 um 12:52 Uhr)

  3. gesperrt

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    AW: Mediation - Erfahrungen?

    sehr gute
    denn ein neutraler dritter kann viel spannung und agression herausnehmen
    ich wuerde es in jedem fall versuchen
    suche ein paar adressen raus, gebe diese deinem mann und er soll entscheiden, wo ihr hingeht, denn in dem moment fuehlt er sich nicht "ueberfahren" sondern es ist dann seine entscheidung
    und sowas kann psychologisch sehr sinnvoll sein
    es waere doch schoen wenn ihr am ende alles guetlich geregelt bekommt, und immer noch wie zwei erwachsene menschen vernuenftig miteinander umgehen koennt
    wenn es nichts fuer euch ist, abbrechen kann man immer

    und auch wenn mediation geld kostet, es ist allemal billiger als jeder anwalt

    ansprechpartner sind
    familienberatungsstellen, evtl. kirchliche organisationen wie caritas, pro familia, oder noch der allgemeine soziale dienst, der euch adressen vermitteln kann

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    AW: Mediation - Erfahrungen?

    Willkommen im Forum!


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was habt ihr für Erfahrungen mit Mediation gemacht?
    Ich habe leider ebenfalls keine guten Erfahrungen mit Mediation gemacht.
    Was allerdings nicht am Mediator selbst lag. Er war von Beruf Richter und
    hatte ein sehr angenehmes, ausgeglichenes Wesen sowie das nötige
    Feingefühl für diese Tätigkeit.

    Das Problem bei uns war, dass mein damaliger Mann von Mediation per se
    nichts hielt und eigentlich nur deshalb zugestimmt hatte, weil es ihm von
    seinem Anwalt nahegelegt wurde - und weil er dem äußeren Anschein gerecht
    werden wollte, "alles getan zu haben" für eine einvernehmliche Scheidung.

    Kurzum, funktioniert hat es leider nicht. Mein Mann nickte sämtlich verbale
    und auch sich (für mich) gut anfühlende Übereinkünfte in Anwesenheit des
    Mediators ab. Kaum hatten wir das Gebäude verlassen, machte er keinen
    Hehl daraus, trotzdem nur das zu tun, was er für richtig befand.

    Nach ein paar Sitzungen (ich glaube, es waren drei insgesamt) brachen wir
    ab ... es lief eben ganz anders, als ich es mir erhofft hatte.


    Mein Mann fühlt sich eh mehr oder weniger "von mir ausgenommen" (obwohl ich mein Leben lang berufstätig war)
    Womit belegt denn Dein Mann dieses Gefühl?

    Bei uns war es übrigens recht ähnlich. Ich arbeitete im eigenen Unternehmen
    mit, und das nicht zu knapp. Unsere Vermögenswerte hatten wir uns also
    durchaus gemeinsam geschaffen. Trotzdem sprach mein Mann immer von
    "seinem" Haus, "seinen Autos" etc. Konnte ich ebenfalls nie nachvollziehen,
    und die mangelnde Objektivität seinerseits hat mich ziemlich verletzt.

    Ich fürchte auch, dass Ihr um zwei "gegnerische" Anwälte unter diesen
    Voraussetzungen nicht herumkommen werdet.

    Es bestünde noch die Möglichkeit für Euch, eine Scheidungsvereinbarung
    mithilfe eines Anwaltes auszuarbeiten. Könnte sich Dein Mann diesen
    Lösungsansatz vorstellen?

    Eine strittige Scheidung kann sich enorm in die Länge ziehen und kostet
    nicht nur viel Geld, sondern auch Nerven. Ist er sich dieses abschreckenden
    Aspekts bewusst?

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    AW: Mediation - Erfahrungen?

    Leelah,

    ich glaube es kommt wirklich auf die Situation an. Mein Erster Mann, wollte partout nicht geschieden werden und war total überzeugt dass auch nur ich alleine am Scheitern der Ehe schuld bin. hat also den Mediator einfach als erweiterte Klagemauer genutzt. Die Versuche seitens des Mediators zu vermitteln wurden vom Ex abgebügelt.
    Hinterher regnete es stundenlang nur Vorwürfe und Behauptungen der Mediator habe ja nun auch erkannt dass es allein meine Schuld ist.
    Ich habe es dann nach 4 Sitzungen satt gehabt und bin zum Anwalt.
    Wir hatten einen sehr weitgehenden Ehevertrag von daher gab es auch in finanziellen Dingen keinen Verhandlungsspielraum.
    Ich bin froh dass ich damals auf den EV bestanden habe.
    Wenn ihr keinen Ehevertrag habt nimm auf gar keinen Fall einen gemeinsamen Anwalt.
    Dein Anwalt soll dich und deine Interessen vertreten.
    Die Interessen deines Mannes können dir jetzt wurscht sein, soll er sich nen Anwalt suchen.
    Es zeigt sich oft im Scheidungsverlauf dass der ehemals sooo einigungswillige Partner plötzliche Meinungsumschwünge hat und plötzlich gar nicht mehr fair ist. Und dann?
    Dann musst du für dich u.U. Teure Kompromisse eingehen damit was vorangeht.
    Hier zu glauben gross was zu sparen ist wirklich am falschen Ende gespart.
    Auf dem Boden der Tatsachen liegt eindeutig zuwenig Glitzer

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    AW: Mediation - Erfahrungen?

    Zitat Zitat von Raratonga Beitrag anzeigen

    Wenn einer sich nicht einigen will, dann kann man eh nichts machen. Und es wird dort nur ein subjektiv passender Kompromiss beschlossen, wie die Rechtslage ist, ist den Mediatoren egal. Oft sind diese Menschen aus sozialen Berufen und keine Juristen.
    Ein schwächerer, uninformierter Teil kann dort überredet werden, um des lieben Friedens willen viel zu viel von seinen Rechten preiszugeben.

    Mediatoren sind keine Schiedsrichter und auch keine Rechtsberater. Wenn Dein Mann sich zu Unrecht ausgenommen fühlt, wird er dort unangemessene Forderungen stellen und diese werden vom Mediator so übernommen und nicht etwa korrigiert.
    Ich halte es für das Beste, zwei Rechtsanwälte zu beauftragen, einen Trennungsvertrag auszuarbeiten. Dann musst Du nicht direkt mit Deinem Mann herumstreiten und sein RA wird hoffentlich davon absehen, unhaltbare Forderungen aufzustellen.

    Mediatoren kosten auch Geld, und für die Scheidung ist es sowieso notwendig, sich mindestens einen RA zu nehmen. Wenn Ihr nicht absolut friedlich und einig seid, würde ich Dir dringend empfehlen, einen eigenen RA zu haben.

    Wir haben die Mediation nach vielen Stunden ergebnislos abgebrochen. Eher hat sie den Streit noch verschärft.
    Das stimmt so nicht. Mediatoren übernehmen keine Forderungen einer Partei. Beide Parteien handeln einen Kompromiss aus, mit dem Beide leben können. Ein Mediator ist allparteilich unabhängig und strikt neutral.

    Kein Mediator darf einen Medianten zu irgendetwas überreden, sondern er leitet ausschließlich die Mediation. Es wird ein Vertrag geschlossen, in dem alle Grundvorraussetzungen festgehalten werden und am Ende kommt im Idealfall eine Mediationsvereinbarung dabei heraus. Die kann von Rechtsanwälten überprüft und gerichtsfest gemacht werden. Dabei wird niemand über den Tisch gezogen.

    Ein Mediator kann Jurist sein, muss aber nicht. Besonders hilfreich ist es eigentlich nicht, weil ein Mediator kein Recht spricht und auch kein Urteil fällt, sondern nach den sehr engen Regeln seiner Mediatorenausbildung handelt. In einer Mediation gibt es eine vorgeschriebene Vorgehensweise
    Tell the truth, there's less to remember
    (frei nach Mark Twain)

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    AW: Mediation - Erfahrungen?

    Hallo Leelah,

    mein Ex-Mann und ich hatten das große Glück, dass wir eine Mediation hier in einer kirchlichen Beratungsstelle in Anspruch nehmen konnten. Ich meine mich zu erinnern, dass es ca. 10 Termine waren, gemeinsam mit einem Anwalt und einer Psychologin. Wir haben damals eine Scheidungsfolgenvereinbarung ausgearbeitet und ich bin bis heute dankbar dafür.
    Die Kosten beliefen sich dort auf eine Spende, ich hätte es aber auch regulär bezahlt und kann es nur empfehlen.

    Gruß Capbreton

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    AW: Mediation - Erfahrungen?

    Zitat Zitat von Morticia55 Beitrag anzeigen
    Das stimmt so nicht. Mediatoren übernehmen keine Forderungen einer Partei. Beide Parteien handeln einen Kompromiss aus, mit dem Beide leben können. Ein Mediator ist allparteilich unabhängig und strikt neutral.

    Kein Mediator darf einen Medianten zu irgendetwas überreden, sondern er leitet ausschließlich die Mediation. Es wird ein Vertrag geschlossen, in dem alle Grundvorraussetzungen festgehalten werden und am Ende kommt im Idealfall eine Mediationsvereinbarung dabei heraus. Die kann von Rechtsanwälten überprüft und gerichtsfest gemacht werden. Dabei wird niemand über den Tisch gezogen.
    Wenn eine Partei aber auf einer unhaltbaren Position besteht - wie in unserem Fall mein Ex - dann kann das kein Ausgangspunkt für einen Kompromiss sein. Er sagte er habe kein Geld (was eine Lüge war), wollte das aber nicht belegen.

    Das hat die Mediatorin als Position ständig so wiederholt ohne ihn aufzufordern Beweise vorzulegen. Sie hat mich zu nichts überredet und ihn auch nicht.

    Wäre ich nicht konsequent geblieben, dann wäre ich ihm viel zu weit entgegen gekommen.

    Er wollte sich eben nicht gütlich einigen, sondern auf diesem Wege seine Position kompromisslos und vergleichsweise billig durchsetzen. Hat aber nicht geklappt.

    Prinzipiell kann man dort alles vereinbaren, was nicht gegen das Gesetz ist (zum Beispiel geht der Verzicht auf den Versorgungsausgleich nicht) - auch wenn man faktisch total über den Tisch gezogen wird. Unsere Mediatorin hätte niemanden darauf aufmerksam gemacht, sie war keine Juristin. Sie wollte dass sich Beide subjektiv wohl fühlen.

    Fragt sich nur, ob das klug ist.

    Man kann zum Beispiel auch äußerst nachteilige Eheverträge vom Notar beurkunden lassen. Ein Familienangehöriger von mir ist Notar, der sagte, es sei unglaublich, wie sich manche Frauen über den Tisch ziehen lassen beim Ehevertrag. Er sagt in solchen Fällen dann immer, das sei sehr nachteilig für die Frau und sie möge sich das noch einmal gut überlegen.
    Nach der Bedenkzeit, die er ihnen verordnet, kommen sie wieder und wollen genau denselben ungünstigen Ehevertrag abschließen. Er sagt, denen ist nicht zu helfen.

    Wenn ich mit einem nachteiligen Trennungsvertrag zum Notar gehe, ihn dort beurkunden lasse und bei der Scheidung in Kraft setzen lasse, hindert mich auch kein Richter - es sei denn, er enthält etwas das gegen das Gesetz verstößt, zum Beispiel wie erwähnt einen Verzicht auf den Versorgungsausgleich ohne finanziellen Ausgleich.

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    AW: Mediation - Erfahrungen?

    Raratonga, dann ist Eure Mediation objektiv schon neutral gewesen. Wenn der eine Mediant mauert, ist natürlich für einen Mediator wenig zu holen. Aber - ein Mediator DARF kein juristischen Ratschläge geben, das ist nicht das Wesen der Mediation, und es wird auch keine rechtsgültige Vereinbarung geschlossen, dazu bedarf es eines Rechtanwalts, eine mit Beiden Parteien erarbeitete Mediationsvereinbarung rechtswirksam zu machen.

    Für Dich und Deinen Exmann war eine Mediation wohl eher nicht das Richtige. So wie Du es schilderst, lag das aber weniger an der Mediation, sondern an deinem Exmann.

    Es müssen schon Beide an einer Lösung interessiert sein
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    AW: Mediation - Erfahrungen?

    Ja, Mortika, da hast Du völlig Recht, Beide müssen ernsthaft an einer Lösung interessiert sein. Das war bei uns nicht der Fall.

    Der Mann der TE fühlt sich aber jetzt schon zu Unrecht von der TE "ausgenommen", da denke ich , dass dieses eine ungünstige Ausgangslage ist.

    Da aber die Mediatoren keine juristischen Ratschläge geben dürfen, müssen sich beide Parteien trotzdem juristischen Rat einholen, was die Rechtslage und ihre Position betrifft. Sonst werden womöglich ohne Bezug zur Realität aus dem Bauch heraus gefühlte Kompromisse ausgehandelt, die möglicherweise eine Seite sehr benachteiligen.

    Gerade wenn man eine Mediation mitmacht, sollte man seine Interessen sehr gut vertreten können, denn sonst setzt sich der Stärkere durch, weil der Schwächere halt nachgibt.
    Das sagte auch eine gute Freundin von mir, die Diplompsychologin ist. Sie hat eine Mediation gemacht, aber immer die einzelnen Schritte mit ihrer Rechtsanwältin abgesprochen und von der alles durchrechnen lassen.
    Nach einer Mediationssitzung war sie immer fix und fertig, ihr Ex zog alle Register, sie schrieen sich dort an, und die Fortschritte waren klitzeklein. Es zog sich ewig. Letztlich hatten sie dann aber eine Einigung.

    Wie hätte sie das dort durchstehen sollen, als Betroffene ohne juristische Sachkenntnisse und auch noch ohne juristischen Rat? Es war psychisch enorm belastend und ständig wurden die Wunden durch die Konfrontation neu aufgerissen. In der Zeit ging sie auf dem Zahnfleisch und hatte ständig Alpträume. Immerhin hat sie Kampfgeist und gibt nicht so schnell um des lieben Friedens Willen klein bei.

    Meiner Meinung nach ist es nervenschonender und oft wohl auch gerechter, wenn zwei Rechtsanwälte eine Trennungsvereinbarung bzw. Scheidungsfolgevereinbarung aushandeln.
    Geändert von Raratonga (27.09.2017 um 23:51 Uhr)

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