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  1. Registriert seit
    16.03.2017
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    Stirnrunzeln Nach 35 Jahren Ehe will sie die Trennung

    Ich (60) bin gerade in der schrecklichen Situation. Meine Frau hat sich nach 36 Jahren Ehe von mir getrennt. Sicherlich habe ich Fehler gemacht. Seit ca. 1 Jahr leidet sie an einer Depression (16 Jahre Callcenter haben ihr nicht gut getan), ich habe ihre Gefühle nicht so wahrgenommen, wie sie es von mir erwartet hat. Da auch ich durch einen langen Arbeitstag (mit Fahrerei 12 Stunden) wenig Zeit für sie hatte, habe ich ihre Hilfeschreie nicht ernst genommen. Nun stehe ich vor den Trümmern meiner Beziehung. Habe noch immer starke Gefühle (wirklich Gefühle, keine Ängste nur vor dem Alleinsein, das aber natürlich auch), wir hatten ein Gespräch in der Paarberatung, was mir aber noch mehr weh tat. Sie wirft mir teilweise Sachen vor, die viele Jahre zurückliegen. Sie hatte im letzten Jahr furchtbare Stimmungsschwankungen (Himmelhoch jauchzend - zu Tode betrübt), wir haben uns viel gestritten, auch ich war mit der Situation überfordert.

    Sie sieht die Ursache ihres jetziges Zustandes ausschließlich bei mir, will jetzt auch zur Tochter ziehen, mit der sie sich sehr gut versteht. Sie muss auch meiner Tochter vieles erzählt haben, was so nicht stimmt bzw. sehr einseitig dargestellt wurde. Meine Tochter meidet seitdem auch den Kontakt mit mir.

    Mein Sohn ist neutral, mit ihm habe ich nach wie vor guten Kontakt. Meine Frau behauptet, ich habe sie in den letzten Jahren stark gegängelt und bevormundet. Teilweise mag das wohl stimmen, aber wenn dann in der besten Absicht.

    Was meint ihr, lohnt es sich zu kämpfen und wenn ja, wie kann man das anstellen. Sie seit Dezember (3 Monate) aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen.

    Euch allen einen lieben Gruß und vielleicht habt ihr einen Ratschlag

    Trauer12


  2. Registriert seit
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    AW: Weiter kämpfen oder sie ziehen lassen?

    Kümmer dich um dich selbst und lerne aus den Fehlern, die du gemacht hast. Das gilt für beide.
    Nicht nur du wirst deine Fehler gemacht haben, sie auch. Vielleicht sogar mehr.

    Dennoch.

    Ich würde dir den Ratschlag geben, ihr einen schönen Brief zu schreiben und dich für die Gängelung und für die Bevormundung entschuldigen und ihr schreiben, dass du ihre Entscheidung respektierst und ihr ein gutes Leben wünschst.

    Und ansonsten...komplett in Ruhe lassen.

    Und wenn sie sich dann nicht meldet, kannst du ihr zum Geburtstag und zu den Festtagen gratulieren. Ganz höflicher Gentleman. Mehr glaube ich sitzt erst einmal für dich nicht drin.


  3. Registriert seit
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    9.786

    AW: Weiter kämpfen oder sie ziehen lassen?

    Zitat Zitat von Trauer12 Beitrag anzeigen

    Sie wirft mir teilweise Sachen vor, die viele Jahre zurückliegen.

    Sie braucht ja auch eine Rechtfertigung für ihre Entscheidung, und wenn sie dazu in die Vergangenheit geht (und evtl. dort noch lebt), und sogar eure Kinder da noch mit reinzieht, würde ich jetzt nicht davon ausgehen, dass hier noch eine Wiederbelebung möglich wäre.

    Akzeptiere ihre Entscheidung (auch wenn es schwerfällt) und fange an dein Leben in den Griff zu bekommen, und nach vorne zu schauen.

    Kommt ihr finanziell klar, wie habt ihr das geregelt?

    lg jaws


  4. Registriert seit
    25.07.2007
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    965

    AW: Weiter kämpfen oder sie ziehen lassen?

    Willst du nicht lieber einen eigenen Strang aufmachen?

    Zitat Zitat von Trauer12 Beitrag anzeigen
    (...) Seit ca. 1 Jahr leidet sie an einer Depression (16 Jahre Callcenter haben ihr nicht gut getan), ich habe ihre Gefühle nicht so wahrgenommen, wie sie es von mir erwartet hat.
    Da auch ich durch einen langen Arbeitstag (mit Fahrerei 12 Stunden) wenig Zeit für sie hatte, habe ich ihre Hilfeschreie nicht ernst genommen. (...)
    Sie wirft mir teilweise Sachen vor, die viele Jahre zurückliegen. Sie hatte im letzten Jahr furchtbare Stimmungsschwankungen (Himmelhoch jauchzend - zu Tode betrübt), wir haben uns viel gestritten, auch ich war mit der Situation überfordert.
    Sie sieht die Ursache ihres jetziges Zustandes ausschließlich bei mir, will jetzt auch zur Tochter ziehen, mit der sie sich sehr gut versteht. (...)
    Meine Frau behauptet, ich habe sie in den letzten Jahren stark gegängelt und bevormundet. Teilweise mag das wohl stimmen, aber wenn dann in der besten Absicht.
    Was meint ihr, lohnt es sich zu kämpfen und wenn ja, wie kann man das anstellen.
    Ich fürchte, zum "kämpfen" ist es da zu spät, wenn sie sich nicht ernst genommen, bevormundet und gegängelt fühlt, ihren Umzug plant und generell der Meinung ist, ohne dich wäre sie besser dran. Nach über 30 Jahren geht man ja nicht spontan, sondern hat Hoffnung auf Besserung aufgegeben.
    Ihr habt ja eine Paarberatung, bring das da zur Sprache und guck, wie sie reagiert.


  5. Registriert seit
    16.03.2017
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    Stirnrunzeln Nach 35 Jahren Ehe will sie die Trennung

    Vielleicht muss ich (60 Jahre) doch etwas weiter ausholen. Wir beide haben erwachsene Kinder, beide berufstätig und nicht am Ort wohnend. Bis vor kurzem hatte ich das Gefühl, in einer doch recht intakten Beziehung zu leben. Klar gab es auch Höhen und Tiefen, aber wir hatte viele gemeinsame Interessen und verbrachten, so beruflich möglich viel Zeit miteinander.

    Vor ca. 1 Jahr bekam meine Frau Depressionen. Sie hat einen sehr anstrengenden Beruf mit Schichtarbeit und fiel in letzter Zeit auch immer wieder aus wg. Krankheit. Diese Zeit war auch für mich nicht leicht, sie hatte starke Stimmungsschwankungen und es fiel mir zusehens schwerer, auf sie einzugehen. Gleichzeitig warf sie mir sehr oft vor, sie zu gängeln und einzuengen. Das mag auch stimmen, ich meinte aber auch sie schützen zu müssen. In der letzten Zeit hörte sie mir kaum noch zu, es kam verstärkt zu Streitigkeiten.

    Seit reichlich 4 Monaten leben wir nun schon getrennt, anfangs sah es aus, als ob sie wiederkommen wollte. Wir hatten auch ein Gespräch bei einer Paarberatung, es hagelte aber ihrerseits auch hier nur Vorwürfe. Sicher habe ich rückblickend viele Fehler gemacht und würde manches heute anders angehen (stärker auf sie eingehen usw.). Sie möchte das Ganze aber durchziehen, seit ca. 3 Wochen hatten wir keinerlei Kontakt mehr und sie verhärtet immer mehr. Sie findet immer neue Vorwürfe, einige mögen stimmen, andere wirken auf mich, als wolle sie mir bewusst weh tun.

    Mir liegt noch viel an unserer Beziehung, ich bin in einem tiefen Loch. Jetzt will sie zur Tochter ziehen, sie fühlt sich mit ihr am stärksten verbunden und hört auf sie vollkommen. Leider ist meine Tochter sehr parteiisch und hört sich meine Ansicht gar nicht erst an. Ich betone, es ist niemand fremdgegangen oder tätlich geworden. Sie meint, sie wollte ohnehin vor dem 60. Lebensjahr die Ehe beenden und neue Wege gehen. Sagt sie das nur, um mir weh zu tun oder kann ich mich in ihr so getäuscht haben? Ihre Ärztin sagte mir, ich darf das nicht alles persönlich nehmen, aber wie soll ich nicht?

    Ich kann einfach unsere langjährige Ehe nicht so auf den Müll werfen, weiß aber nicht wie ich mich verhalten soll. Sie kann sehr stur sein, lässt sich aber gern von anderen beeinflussen. Ich hätte gern Eure Meinung gehört und würde mich über einen Tipp sehr freuen. Mein Leidensdruck ist hoch und ich habe noch Gefühle (bei ihr bin ich mir nicht mehr so sicher).

    Schon im Voraus danke an Euch!
    Geändert von Trauer12 (17.03.2017 um 13:31 Uhr)


  6. Registriert seit
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    AW: Nach 35 Jahren Ehe will sie die Trennung

    hm, wer blickt schon in so eine lange ehe rein... mein erster rat wäre aber, sie unbedingt ernstzunehmen. eventuell haperte es daran in der vergangenheit? falls ja, könntest du sie so möglicherweise ziemlich überraschen und vielleicht auch positiv beeindrucken?
    falls nein, sorry fürs missinterpretieren.

    hast du mal ein beispiel fürs "gängeln"?

  7. Inaktiver User

    AW: Nach 35 Jahren Ehe will sie die Trennung

    Zitat Zitat von Trauer12 Beitrag anzeigen
    Ich kann einfach unsere langjährige Ehe nicht so auf den Müll werfen, weiß aber nicht wie ich mich verhalten soll.
    Gar nicht verhalten, denn alles, was du zur Zeit machst, wendet sich anscheinend gegen dich. Es wird sich zeigen, ob deine Frau wieder einen Schritt auf dich zu macht...oder nicht. Du kannst nicht viel machen.

    Auch eine Frage von mir: Warum ist deine Tochter parteiisch und "gegen dich"?

  8. Avatar von elli07
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    AW: Nach 35 Jahren Ehe will sie die Trennung

    Trauer12,

    ich rate dir, dich komplett zurückzuziehen. Vielleicht ergibt sich im Lauf der Zeit wieder eine Annäherung.... verlassen würde ich mich darauf nicht, schau nach dir und dass es dir gutgeht ! In jeder Hinsicht . Mit Krankheit lässt sich nicht jedes Verhalten entschuldigen bzw. muss man aus diesem Grund als Partner/in nicht alles ertragen.

    Ist ein anderer Mann bei deiner Frau aktuell im Spiel ? Halte ich nicht für ausgeschlossen...

    Sie zieht zur Tochter ? Na ja, ich weiss nicht, ob das so gut ist für die beiden, ich wollte das nicht haben, weder als Mutter noch als Tochter. Aber das braucht dich nicht kratzen, das ist deren Entscheidung....

    Gruß Elli
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt. Mit zwei kleinen lässt sich keine Schlucht überwinden (David Lloyd George)


  9. Registriert seit
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    AW: Nach 35 Jahren Ehe will sie die Trennung

    Danke für Deine Antwort, Ambiva. Sie war eigentlich immer recht unentschlossen und hat sich gern mit anderen beraten, lange Zeit natürlich auch mit mir. Oft musste ich letzendlich entscheiden, weil wir sonst nie zu einem Entschluss gekommen wären. Das klappte auch ganz gut, nur habe ich sie dabei vermutlich (aus ihrer Sicht) "entmündigt". War natürlich nicht meine Absicht. In letzter Zeit nahm sie aber von allen und jedem Ratschläge an und änderte ständig ihre Meinung. War nicht schön. Rückblickend hat sich wahrscheinlich so eine Rollenverteilung entwickelt. Hab mich nicht immer darüber gefreut, hätte mich lieber auch mal mit meinen Sorgen bei ihr ausgeheult. Leider hatte sie in den letzten Monaten auch Unwahrheiten im Kollegenkreis verbreitet (die Kollegen haben mir es dann wiedererzählt), aber vielleicht war das auch ihrer Krankheit geschuldet.


  10. Registriert seit
    16.03.2017
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    AW: Nach 35 Jahren Ehe will sie die Trennung

    Hallo elli07,

    ja das werde ich wohl tun müssen. Ich kann bloß den plötzlichen völligen Abstand nicht begreifen, bis vor 3 Wochen sah es eher nach einer Annäherung aus. Aktuell einen Mann vermute ich eher nicht, das hätte sie mir verletzenderweise bestimmt gesagt

    Danke für Deine Antwort.
    Geändert von Trauer12 (17.03.2017 um 13:29 Uhr)

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