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  1. Avatar von Holzwurm76
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    verwirrt Aus nach 20 Jahren - Angst vorm allein sein - Die Frage nach dem Warum

    Hallo liebe Leidensgenossinnen/en,

    ich (40) lese schon länger mit, bin beim googlen immer wieder auf dieses Forum gestoßen.

    Einen Tipp, den man zum Verarbeiten seiner Trennung immer wieder liest, ist alles aufzuschreiben.
    Ich persönlich finde die Variante, in einem Forum zu schreiben deutlich besser, als Briefe zu schreiben, welche man hinterher nicht abschickt. 

    Hier meine Geschichte:

    Wir sind/waren seit 20 Jahren ein Paar und seit 12 Jahren verheiratet. Ich war ihr erster fester Freund.
    Leider (vielleicht aus heutiger Sicht besser) haben wir aus „biologischen Gründen“ keine Kinder.
    Wir haben alles versucht, uns Hilfe geholt, irgendwann damit abgeschlossen und uns entschieden, unser Leben zu genießen. Dazu haben wir uns unter anderem als Altersvorsorge vor 5 Jahren ein Haus gekauft.

    Wir hatten an materiellen Dingen so ziemlich alles, was man sich als bodenständiger Mensch wünschen kann und keinerlei finanzielle Sorgen.

    Mein Leben war nahezu perfekt, bis zum 14.9.2016. An diesem Tag sagte mir meine Frau (36), dass sie jemanden kennengelernt hat, mit dem sie beruflich täglich telefonieren muss (450km weit weg), mit dem sie so viel lachen kann und mit dem sie ja so viele Gemeinsamkeiten hat.
    (Sie hat ihn zum Zeitpunkt der Trennung nur einmal gesehen)

    An diesem Tag ist für mich eine Welt zusammengebrochen. Alle Lebensträume sind schlagartig geplatzt. Essstörungen, Schlafstörungen, das volle Programm.

    Sie hat dann zwei “Höllenwochen“ später die Trennung ausgesprochen, ist ins Gästezimmer und Anfang Dezember in ihre eigene kleine 2-Zimmer-Wohnung gezogen.
    Sie wohnt jetzt 10 km von mir entfernt. In den zwei Monaten, in denen wir noch zusammen wohnten, hatte sie auch nur geweint und regelmäßig das Bedürfnis mich in den Arm zu nehmen.
    „Verabschiedet“ haben wir uns mit den Worten „Sie wolle sich nicht von mir verabschieden und hofft, das ich ihr irgendwann verzeihen kann“
    Jetzt führt sie scheinbar einen Fernbeziehung mit ihrem neuen Seelenverwandten, den sie gar nicht kennen kann und der im übrigen auch gerade Frau, Kind und Haus verlässt.

    Wir gehen sehr fair miteinander um. Sie möchte, dass ich das Haus behalte, da ich monatelang täglich für meinen Traum geschuftet habe. Ich bin Tischler und habe fast alles selber saniert.
    Aus diesem Grund will sie mit mir gemeinsam eine Lösung finden, um das ganze auch finanziell hin zu kriegen.
    Sie wird aus dem Grundbuch gestrichen und verzichtet komplett darauf ausbezahlt zu werden. Wirklich wahr!!!

    Wir haben derzeit null Kontakt und wollen im Januar mit unserer Bank sprechen, um die Dinge zu regeln.

    Fakt ist, meine Frau tut nichts unüberlegtes. Ihre Entscheidungen waren immer überlegt und durchdacht. Ein "zurück" halte ich daher für ausgeschlossen.
    Ich wüsste im Moment auch nicht, wie das vertrauensmäßig gehen sollte.

    Ich möchte wirklich betonen, dass es bis ca. 2 Wochen vor unserem ersten Gespräch KEINERLEI Anzeichen ihrerseits gab. Noch im Sommer waren wir im Urlaub und ihre eigenen Worte waren da noch „Wenn wir das Haus mal abbezahlt haben…“ u.s.w. Wir hatten noch gemeinsame Pläne, inkl. Urlaubsplanung mit Freunden im nächsten Jahr. Das es ihr ind den letzten Wochen nicht so gut ging, habe ich darauf zurück geführt, dass ihr Vater gerade einen Herzinfarkt hatte und ihre Oma im Sterben lag. Auf die Frage, ob zwischen uns alles in Ordnung sei, sagte sie ja.
    Aus heutiger Sicht wohl eine Lüge.

    Sie begründet ihre Entscheidung mir gegenüber wie folgt:

    • sie ist nicht mehr glücklich
    • sie weiß nicht, ob das schon alles war
    • Streitsituationen (wir haben wirklich selten gestritten) hätten immer ewige Diskussionen zur Folge gehabt
      (OK das stimmt, stellt für mich aber nicht meine Beziehung in Frage)
    • sie hat sich in jemanden verliebt und die Gefühle wären so stark, dass sie nichts dagegen tun kann und auch nichts dagegen tun will

    (gegen Gefühle kann man schließlich nix tun… ... ach nee, wirklich?)

    Alle unsere Freunde und selbst ihre besten Freundinnen waren überrascht. Allen gegenüber habe sie immer gemeint, sie sei glücklich mit mir. Wir waren ein so genanntes Vorzeigepaar.

    Sie hat mich mit ihrer Entscheidung überrumpelt. Es gab kein einziges Gespräch, in dem sie ihre Bedenken oder Ängste ausgesprochen hat. Sie hat nicht für uns gekämpft.
    Sie hat mich für den erst besten sitzen und im Stich gelassen. Jetzt, nach ein paar Wochen kann ich das schon so sehen.

    Es folgt, wochenlanges Grübeln nach dem „Warum“. Auf diese Frage werde ich vermutlich nie eine Antwort bekommen.

    Folgende Fragen bleiben bisher unbeantwortet:

    • Wie kann man sich binnen Wochen so sehr in einen anderen Mann verlieben, den sie nicht wirklich kennt, und dafür alles was man hatte, inkl. aller Höhen und Tiefen aus 20 Jahren einfach wegwerfen?
    • Wie gehe ich damit um, dass ich sie so sehr vermisse? Sie so gern in den Arm nehmen würde?
    • Was will eine Frau mehr, als einen Mann, der sie über alles liebt, ihr und anderen das regelmäßig zeigt, niemals untreu wäre u.s.w.
    • Warum nimmt sie in Kauf, in einer Wohnung mit einfachsten Möbeln und noch 10 Wochen ohne Küche zu sein? Bin ich auf einmal so abstoßend?
    • Warum meldet sie sich bei kaum einem unserer Freunde? (ihre neuen Freunde sind zufällig alles jüngere „glückliche“ Kollegen und Pseudo-Singles)
    • Kann die rosarote Brille bzw. können die Schmetterlinge im Bauch, die unbestritten nach 20 Jahren nicht mehr da sind, wirklich so blind machen?


    Mir fallen bestimmt noch dutzende Fragen ein.

    Da wir beide bisher nie allein gelebt haben, war eine große Angst von mir, die vor´m alleine klar kommen bzw. allein sein. Ich weiß mittlerweile, Haus und Haushalt kriege ich hin.
    Bügeln konnte ich eh und Wäsche waschen hat sich als kleinstes Problem herausgestellt.  Nur der Gedanke, jetzt immer allein zu sein, macht mich kaputt.
    Nach einem langen Wochenende mit Freunden nach Hause zu kommen und niemanden zu haben, dem man das Erlebte erzählen kann, tut echt weh, nach 20 Jahren.

    Ich hoffe, man kann meinen Text einigermaßen lesen und verstehen. So wirr wie ich hier schreibe, sind leider im Moment auch meine Gedanken.
    Vielleicht habt ihr als Außenstehende Antworten auf meine Fragen oder Tipps, wie ihr damit umgeht oder umgegangen seid.

    Danke für´s lesen

  2. Moderation Avatar von Sternenfliegerin
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    AW: Aus nach 20 Jahren - Angst vorm allein sein - Die Frage nach dem Warum

    Hallo Holzwurm,

    trotz des traurigen Anlasses erstmal "Herzlich Willkommen" im Forum.

    Mein Mitgefühl, daß all das so unerwartet über Dich hereingebrochen ist und Du nun damit klarkommen mußt.


    Ich finde, Du liest Dich kein bißchen konfus, sondern sehr strukturiert und daß man Gefühle erstmal sortieren muß ist doch klar.

    Da ist vieles, auf das ich noch eingehen möchte, allerdings brauche ich dafür mehr Zeit, die ich jetzt leider gerade nicht habe.

    edit:
    Ach so, und natürlich bist Du nicht abstoßend, sondern ich vermute, sie hat Dir gegenüber ein extrem schlechtes Gewissen und erträgt es gerade, weil sie Dich grundsätzlich sehr mag, nicht, Dich leiden zu sehen.



    Bis später also, Dir alles Liebe.
    I don´t know where I´m going- but I´m on my way... Carl Sagan

    Vielleicht geht es auf dem Weg gar nicht darum, irgendwas zu werden.
    Vielleicht geht es darum, alles abzuwerfen, was wir nicht sind,
    so daß wir das sein können, wofür wir bestimmt sind.
    Paulo Coelho



    Moderatorin in den Foren: Beziehung im Alltag und Der "gebrauchte" Mann- ansonsten normale Nutzerin
    Geändert von Sternenfliegerin (16.12.2016 um 09:44 Uhr) Grund: edit ergänzt

  3. Inaktiver User

    AW: Aus nach 20 Jahren - Angst vorm allein sein - Die Frage nach dem Warum

    Lieber Holzwurm,

    schöner Scheiss!

    Du hast mein absolutes Mitgefühl.

    Und ich habe hier selten ein so durchdachtes und strukturiertes Posting gelesen.

    Die Trauer wird irgendwann verschwinden, wenn Du sie zulassen kannst. Kannst du das? Mal so richtig traurig und wütend sein? Sie hat dich - wie du selbst schreibst - immerhin für den Erstbesten verlassen, der grad auch seine Familie zerstört wegen ihr... bist du da kein bisserl sauer auf sie?

    Klar, rosa Wolken und Schmetterlinge im Bauch können einem gewaltig das Hirn vernebeln. Dafür eine jahrelange und gute Beziehung hinzuwerfen, nun - das ist das Seltsame an Gefühlen. Die haben nix mit dem Verstand zu tun bei manchen...

    Es wird besser werden - irgendwann... Versprochen

  4. Avatar von Holzwurm76
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    AW: Aus nach 20 Jahren - Angst vorm allein sein - Die Frage nach dem Warum

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Sie hat dich - wie du selbst schreibst - immerhin für den Erstbesten verlassen, der grad auch seine Familie zerstört wegen ihr... bist du da kein bisserl sauer auf sie?
    Ich hatte gestern Abend Freunde zum Essen da und das war eine ihrer Antworten auf meine Fragen. Macht mich schon nachdenklich.

  5. Avatar von Amelie63
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    AW: Aus nach 20 Jahren - Angst vorm allein sein - Die Frage nach dem Warum

    Zitat Zitat von Holzwurm76 Beitrag anzeigen

    Sie begründet ihre Entscheidung mir gegenüber wie folgt:

    • sie ist nicht mehr glücklich
    • sie weiß nicht, ob das schon alles war
    • Streitsituationen (wir haben wirklich selten gestritten) hätten immer ewige Diskussionen zur Folge gehabt
      (OK das stimmt, stellt für mich aber nicht meine Beziehung in Frage)
    • sie hat sich in jemanden verliebt und die Gefühle wären so stark, dass sie nichts dagegen tun kann und auch nichts dagegen tun will

    (gegen Gefühle kann man schließlich nix tun… ... ach nee, wirklich?)

    hallo Holzwurm,

    erstmal mein aufrichtiges Mitgefühl dafür, dass du in diese Lebenskrise geraten bist. Du hattest anders geplant und anders empfunden als deine Frau und musst die Folgen der Veränderung aber genauso mit tragen. Das ist sehr schwer. Scheu dich nicht alle erdenkliche Hilfe zu nehmen, die du bekommen kannst

    Das verständliche Hauptproblem ist derzeit, dass es dir massiv an den Selbstwert geht. In einer so langen und grundsätzlich guten Beziehung verlassen zu werden dürfte wohl so ziemlich jeden Selbstwert erschüttern.

    Du wirst aber deiner Frau schon glauben können, dass es nicht daran liegt, weil du so"furchtbar" wärst, sondern hauptsächlich wohl daran, dass sie für sich in ihrem Leben noch mal etwas anderes leben will. Die Gefühle für den neuen Mann werden vermutlich auch erst dann so zugeschlagen haben, als sie für sich schon begonnen hat zu zweifeln. So kenne ich es jedenfalls von mir.

    Ich habe mich auch immer erst dann neu verliebt, als ich die Türschwelle zu einem gewissen Grad schon übertreten hatte. d.h. ich war mit einem Fuß schon in einem neuen Raum, als dann ein neuer Mensch kam. Egal ob ich ungebunden war oder noch in einer Beziehung war, von der ich mich innerlich aber schon entfernt hatte. Letzteres war auch bei mir immer ein schleichender Prozess.

    Es kann durchaus sein, dass dieser Mann nur ein sog. Übergangsmann ist, der ihr den Schritt in die Selbständigkeit erleichtert. Aber egal ob das so ist oder nicht, es nützt dir nichts. Auch wenn es diesen Mann nicht gäbe, dann würde sie wohl jetzt ihr eigenes Leben suchen gehen. Vielleicht haben diese Fast-Todesfälle bei ihr dieses Gefühl verstärkt, dass es da noch was anderes geben muss und dass die Zeit endlich ist und deshalb auch mal Mut gefordert ist.

    Aber letztlich kann das hier niemand wissen. Doch so schmerzhaft es ist, so was passiert, das ist der Prozess der Veränderung. Gerade wenn sie, seit sie 16 ist, praktisch in den mehr oder weniger selben Lebensumständen steckt, da kann ich schon nachvollziehen, dass sie an diesen Punkt der Veränderung gekommen ist. Deshalb kann ich auch verstehen, dass sie auf Materielles verzichtet, zugunsten ihres Seelenfriedens bzw ihrer Lebenszufriedenheit. Sie hat sicherlich nach wie vor zu dir freundschaftlich-liebevolle-respektvolle Gefühle und will keinen Streit, weil dieser Schritt mehr mit ihr selbst als mit dir zu tun hat. Sie ist an einer Lebenskreuzung angelangt und muss eine Kurve auf einen anderen Weg nehmen.

    Es ist auch nicht leicht diese Entscheidung zu fällen. Da ich auch schon die Aktive in einem solchen Prozess war, kann ich das sagen. Ich fühlte mich schlecht, mir tats leid den anderen "zurück zu lassen", aber ich musste diesen Weg gehen. Und ich war immer froh, wenn ich dann irgendwann gesehen habe, dass der Expartner ebenfalls einen guten Weg genommen hat und z.B. eine Frau gefunden hat, die den selben Weg hat wie er.
    Ich kann dir daher auch sagen: der neue Mann ist i.d.R. das Symptom und nicht die Ursache.

    Ich wünsche es euch beiden, dass ihr euch gehen lassen könnt. Bitte mach nicht den Fehler deine Ohnmacht und Verletztheit in einen Kleinkrieg münden zu lassen, der sich an Materiellem oder sonst was aufhängt. Evtl holst du dir vorübergehend Sortierungshilfe und ein Ventil in einer psychologischen Beratungsstelle. Die machen wirklich gute Arbeit und es ist Beratung, keine Therapie, also gut für solche Akutsituationen.
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.


  6. Registriert seit
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    AW: Aus nach 20 Jahren - Angst vorm allein sein - Die Frage nach dem Warum

    Lieber Holzwurm,

    ich finde es gut, wie du deine Gedanken und Gefühle hier zu Papier (bzw. PC) bringst, es wird dir beim Verarbeiten mit Sicherheit helfen. Es tut mir sehr leid, wie in wenigen Wochen deine ganze Welt auseinandergebrochen ist - erstmal fühlt es sich genauso an. Aber es geht weiter, dein Leben setzt sich wieder neu zusammen - und auch wenn es jetzt gerade unmöglich erscheint: Es kommt im Leben fast immer etwas Besseres nach.

    Zu deinen Fragen: Sie sind nachvollziehbar, weil ein teil von dir die Veränderung nicht akzeptieren will und glaubt, durch Antworten irgendwie Kontrolle über die Situation bekommen zu können. Das wird leider nicht klappen: Es gibt die unglaublichsten Trennungsgeschichten. Ich kenne Menschen, die nach 40 Jahren von einem Tag auf den anderen verlassen wurden und der Verlassende zog innerhalb von 6 Wochen auf einen anderen Kontinent. ich kenne Paare, die sich 4 Wochen nach einer - von beiden als himmlisch erlebten - Hochzeit getrennt haben. Es gibt Wege im leben von Menschen, die von außen nicht nachvollziehbar erscheinen. man kann sie nur akzeptieren und weiteratmen. Einen Tag nach dem anderen aufstehen, leben, so gut es geht, schlafen gehen.

    Sei dir gewiss: Sehr viele von uns haben derartige Situationen wie deine schon erlebt und werden sie wieder erleben. Man kommt da durch. Du bist nicht allein. Auch jetzt gerade erleben das viele Menschen parallel zu dir, auch wenn du sie nicht kennst. mir haben diese Gedanken immer geholfen.

    Wenn ich dir einen rat geben dürfte, würde der lauten: Wichtigste Aufgabe ist für dich, deine Gedanken WEG von ihr und HIN ZU DIR zu bringen. Dein Sein kreist um sie, was sie denkt, fühlt, tun wird oder nicht. Du musst wieder zu dir. Wie fühlst DU dich. Wie sehen DEINE nächsten tage und Wochen aus. Welche Freunde können DICH jetzt unterstützen. Was brauchst DU, was braucht DEINE Seele jetzt.

    Versuche, jedes Mal, wenn du dich bei einem Gedanken an sie ertappst, STOPP zu sagen und an etwas anderes zu denken. Zumindest hat das bei mir oft funktioniert. Anfangs ist es immens schwer, als würde man wie Pech kleben am Gedanken an den anderen. es bereitet fast körperliche Schmerzen, sich auf etwas anderes zu konzentrieren. Es wird aber schnell leichter und bringt dich vorwärts - soweit meine Erfahrung.

    Vorerst viel kraft und alles Liebe. Du wirst hier noch wertvollen Input erhalten, denke ich.
    Lil

  7. Avatar von Amelie63
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    AW: Aus nach 20 Jahren - Angst vorm allein sein - Die Frage nach dem Warum

    Zitat Zitat von -Lil- Beitrag anzeigen
    Wenn ich dir einen rat geben dürfte, würde der lauten: Wichtigste Aufgabe ist für dich, deine Gedanken WEG von ihr und HIN ZU DIR zu bringen. Dein Sein kreist um sie, was sie denkt, fühlt, tun wird oder nicht. Du musst wieder zu dir. Wie fühlst DU dich. Wie sehen DEINE nächsten tage und Wochen aus. Welche Freunde können DICH jetzt unterstützen. Was brauchst DU, was braucht DEINE Seele jetzt.
    das kann ich auch nur unterstützen.
    Zum Reflektieren -und vor allem zum Verstehen braucht es Abstand und Ruhe, d.h. es muss erstmal wieder das Sicherheits- und Geborgenheitsbedürfnis ausreichend hergestellt sein. Das wird eine Weile brauchen. Im Grunde musst du nun das tun, was sie für sich selbst in Angriff genommen hat: lernen für dich selbst zu sorgen, auf allen Ebenen, auch und gerade auf der seelischen.
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.

  8. Avatar von Admaro
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    AW: Aus nach 20 Jahren - Angst vorm allein sein - Die Frage nach dem Warum

    Hallo Holzwurm,

    was ist denn gerade los, dass hier so viele schreiben, dass eine langjährige Beziehung/Ehe kaputt geht?! Die stade Zeit?

    Auch ich finde, du schreibst wirklich aufgeräumt und machst dir gute Gedanken.

    Wenn man von jetzt auf gleich aus einer 20-jährigen Symbiose herausgerissen wird, ist das wie im Drogenentzug. Der Verlassene bleibt mit unbändigen Schmerzen zurück und versteht die Welt nicht mehr. Deiner Frau wird eure Ehe ebenso als sehr innig und liebevoll empfunden haben, bevor sie den neuen Mann kennengelernt hat. Ihr zwei wart ein eingeschworenes Team und habt das Leben gemeinsam gemeistert.

    Ich nehme deinen letzten Punkt auf, ja ich glaube, dass deine Frau die rosarote Brille aufhat, trotz dass sie - wie du sagst - alles eigentlich wohlbedacht macht. Jedoch wenn man verliebt ist, kann das schon einmal einen Mensch, der eher rational liebevoll ist, in einen tollkühnen verliebten Menschen umwandeln. Dass sie dich nicht hasst oder nun abstoßend findet, zeigt mir ihr Verhalten dir gegenüber. Es tut ihr leid, sie weiß, wie sehr sie dir weh tut, kann jedoch nicht anders handeln. Sie ist wie fremdgesteuert, sie ist verliebt.

    Das Rauschen der Liebe hat sie fortgerissen, bar jeder Vernunft.

    Du wirst tatsächlich keine Antwort erhalten. Du wirst auch nicht feststellen, dass du irgendetwas falsch gemacht hast. Du bist richtig so, wie du bist, auch eure Ehe war richtig, bis zu dem Tag, an dem deine Frau sich in einen andere Mann verliebt hat.

    Das Einzigste, was du tun kannst, ja quasi tun musst, ist, dich abzulenken, Freunde zu treffen. Auch wenn es abgedroschen klingt, die Zeit wird einiges "heilen". Vielleicht kannst du deiner Frau irgendwann verzeihen. Die Konsequenzen aus ihrem Handeln muss sie, auch wenn sie jetzt eine rosarote Brille tragen mag, auch danach selbst tragen. Vor allem im Bezug darauf, sollte es ihr irgendwann schwanen, dass sie einen großen Fehler begangen hat.

    Es bleibt dir die Freiheit sie zurückzunehmen und wieder eine Basis zu finden oder eben die neuen Fakten auch für dich übernommen zu haben. Du akzeptierst die Trennung.

    Alles Gute

  9. Moderation Avatar von Margali62
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    AW: Aus nach 20 Jahren - Angst vorm allein sein - Die Frage nach dem Warum

    Was meinst du mit stade Zeit?
    Moderatorin im Forum

    Trennung und Scheidung,
    Kredite, Schulden und Privatinsolvenz,
    Über das Kennenlernen
    Reine Familiensache


  10. Registriert seit
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    AW: Aus nach 20 Jahren - Angst vorm allein sein - Die Frage nach dem Warum

    Stad' ist ein Dialektwort für still im Bayrischen/Österreichischen. Ich nehme an, dass Admaro die emotionale Zeit vor Weihnachten meint.

    Just a wild guess ;-)

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