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    Du brichst mich nicht.

    Guten Abend zusammen,

    in den letzten Wochen habe ich lesend unzählige Stunden in diesem Forum verbracht. Dies hat mich über die letzten Wochen gerettet und in mir den Wunsch verfestigt auch meine (Leidens)Geschichte hier zu teilen und diesen Strang auch dazu zu nutzen, den Weg aus dieser schweren Zeit ein bisschen zu dokumentieren.

    Ein kurzer Rückblick: Nach einer glücklichen ersten Jugendliebe, die ich nach drei Jahren beendete lernte ich vor sechs Jahren meinen Ex-Exfreund kennen. Dieser verließ mich nach zweijähriger Beziehung auf ziemlich miese Weise und zog auch direkt aus der gemeinsamen Wohnung in das Apartment seiner neuen Flamme, mit der er mich drei Monate betrogen hatte. Die ganzen Details kamen erst nach und nach an die Oberfläche (zum Glück? - hätte das auf einmal vermutlich kaum überstanden) und es fiel mir sehr lange sehr schwer über diese Enttäuschung hinwegzukommen. Das erste Mal verlassen werden, der Betrug, die Lügen - das alles war schwer zu ertragen. In den folgenden 1,5 Jahren war ich nicht nur das erste Mal seit langer Zeit wirklich Single, sondern beschäftigte mich auch viel mit den Themen Trennung, Liebe, Persönlichkeitsentwicklung etc..


    Nachdem sich davor nur einige kurze Intermezzos mit der Männerwelt ergeben hatten, lernte ich dann meinen neuen Freund kennen. Ich achtete damals auf viele Details (Wie spricht er über Expartnerinnen? Welche Werte werden in der Familie / dem Freundeskreis gelebt? Wie spricht er selbst über Beziehungen?) um nicht wieder auf so einen Warmwechsler und Betrüger wie meinen Ex hereinzufallen. Die Beziehung erlebte ich als sehr harmonisch und für beide Seiten bereichernd, auch wenn wir beide sehr unterschiedlich waren. Ich verstand mich sehr gut mit den Freunden meines Ex und war bald auch sehr stark in seine Familie integriert. Nach anfänglichen Zweifeln konnte ich mich so wirklich fallen lassen und Vertrauen aufbauen, was ich sehr genoss.


    Nach etwa 10 Monaten kam es dann aber zu einem Zwischenfall, der mich stark aufhorchen ließ: Durch Zufall kam ich dahinter, dass mein Ex bei einer Dating-App angemeldet war. Ich konnte es nicht fassen! Schon wieder ein Griff ins Klo? Die Konfrontation verlief mit viel Geheule (seinerseits) und tausendfachen Bekundungen, es sei nur darum gegangen das mal auszuprobieren und dass er das Gefühl gehabt hätte ich würde mich von ihm entfernen und das habe Verlustängste geweckt und so weiter und so fort. Ich sah seine Not und wollte ihm das wirklich glauben (und mir wohl auch nicht eingestehen dass ich mich so in ihm geirrt habe) und so verzieh ich ihm.

    Und jetzt alle so: Oh Gott, ich weiß schon wie es weitergeht Ich hoffe der/die ein oder andere mag trotzdem weiterlesen :Blume:

    Nach etwa 1,5 jähriger Beziehung (davon etwa ein halbes Jahr in einer gemeinsamen Wohnung) zog ich in eine andere Stadt, um dort mein Masterstudium zu absolvieren. Auch er zog aufgrund eines Jobwechsels einige Monate später ins Ausland. Es war geplant, dass ich in wenigen Monaten (nach dann 1,5 jähriger Fernbeziehung) zu ihm ins Ausland ziehen sollte. Die Wohnung war angemietet, wir hatten gemeinsam schon Möbel ausgesucht. Allerdings gab es in unserer Beziehung ein Thema, dass diese immer belastete. Circa drei Monate nach dem Zusammenkommen schwand bei meinem Ex die Lust auf Sex mit mir. Ich konnte mir das anfangs gar nicht erklären und ließ mich von seinen ständigen Ausreden, woran es denn läge, immer wieder beschwichtigen. Durch seinen Job, der viele Dienstreisen beinhaltete, und viele Veränderungen in meinem Leben waren die Zeiten auch so turbulent, dass das Thema immer wieder in den Hintergrund rückte, bis mein Frust wieder so angestiegen war, dass ich es ansprach und er Besserung gelobte.


    In den letzten Monaten reichte es mir dann aber und ich sprach ihn erneut darauf an. Wieder kamen die üblichen Ausreden: Viel Stress, immer so viel Hektik und wenige Gelegenheiten durch die Fernbeziehung, es würde ja alles ganz anders werden wenn wir bald (wieder) zusammen wohnen. Diesmal ließ ich mich jedoch nicht vertrösten. Ich spürte dass da was anderes dahintersteckt, als "nur" Stress. Mein Ex wollte jedoch mit der Sprache nicht herausrücken. Es kam zu immer mehr Streitigkeiten, er zog sich zurück, durch die Entfernung sahen wir uns erneut zwei Wochen nicht. Als er dann das bevorstehende Treffen am WE absagte, mit der Begründung die aktuellen Streitigkeiten würden ihn ja so sehr belasten und er wollte die nächsten drei Wochen, in denen wir uns dann nicht sehen würden, nutzen um Abstand zu haben und sich dann wieder anzunähern wurde es mir zu viel. Besonders als er dann auch noch sagte, er müsse zugeben, dass es wirklich ein sexuelles Problem gäbe, er könne mit einer Frau, für die er tiefe Gefühle habe seine sexuellen Fantasien nicht ausleben. Das sei ihm vor mir mit seiner ersten großen Liebe auch so gegangen und er hatte gehofft das würde er irgendwie hinkriegen, wüsste nun aber nicht mehr weiter. Ich sagte ihm am Telefon, dass ich sein Ausweichen und den ständigen Rückzug so nicht akzeptieren kann und nicht weiter warten werde und mich genötigt fühle (denn genau so war es) die Beziehung zu beenden. Er sagte, dass er das so nicht gewollte habe aber da akzeptieren würde. Ich war nach dem Gespräch völlig fertig und weinte, weinte, weinte fühlte mich aber auch erleichtert, weil ich diese Ungewissheit und die damit verbundene Verzweiflung nicht weiter aushalten musste.

    Es dauerte nach der Trennung nur drei Tage, bis sich mein Ex mit einer Kurznachricht meldete. Er schrieb, er würde an mich denken. In den folgenden zwei Wochen folgten weitere Nachrichten, in denen er schrieb ich würde ihm fehlen, es sei eine besondere Liebe zu mir, es wäre ohne mich nicht derselbe und so weiter. Ich antwortete erst einmal gar nicht, weil ich zu verletzt war und das Gefühl hatte da müsse schon mehr von seiner Seite kommen, damit eine erneute Annäherung möglich wäre. Nach der sechsten Nachricht antwortete ich jedoch, dass er sich überlegen müsse ob er bereit ist an den Problemen zu arbeiten und er antwortete mit der Gegenfrage wann ich das nächste Mal in der gemeinsamen Heimatstadt sei. Ich teile es ihm mit und war in dem Glauben, dass es zu einer Aussprache kommen würde und er vielleicht doch bereit sei, an dem Problem gemeinsam zu arbeiten.

    Nichtsahnen telefonierte ich an dem folgenden Abend mit einer guten Freundin. Also diese nach einigem Rumgedruckse mitteilte, was sie in den sozialen Netzwerken durch Zufall entdeckt hatte, traf mich fast der Schlag. Mein Ex hatte längst eine Neue, an dem WE vor der Trennung war er bei ihr gewesen und auch während der Wochen danach, in denen er mir die entsprechenden Nachrichten geschieht hatte war er jedes WE bei ihr gewesen und hatte ihr auch Blumen geschenkt, was sie alles fleißig gepostet hatte. Die Dame lebt im Ausland (aber nicht da wo er lebt), ist alleinerziehend mit Kind, Raucherin und auch entspricht mit dieser Kombination so gar nicht dem, was ich von meinem Ex gewohnt bin (das soll sie als Person nicht abwerten, ich kenne sie nicht und mag mir da kein Urteil anmaßen). Aus den Beiträgen allein war nicht ganz klar, ob die beiden wirklich fest zusammen waren, aber was ich sah reichte mir und ich rief meinen Ex wutentbrannt an und konfrontierte ihn am Telefon mit meinen Entdeckungen, legte aber auf bevor er etwas sagen konnte. Tags darauf verschwanden die entsprechenden Beiträge und bewegte mich die folgenden Tage zwischen Verzweiflung und Hoffnung (Vielleicht habe ich da ja doch was in den falschen Hals bekommen?). Ich sprach mit seiner Mutter, mit der ich ein enges Verhältnis pflegte. Sie sagte mir sie habe ihn darauf angesprochen und er würde der ganzen Familie versichern da sei keine andere Frau. Das konnte mich jedoch nicht lange beruhigen und ich rief meinen Ex nach einigen Tagen und neuen Auffälligkeiten auf der Seite der entsprechenden Dame an, um mir Klarheit zu verschaffen. Zunächst stritt er alles ab, erst als ich ihn mit meinen Entdeckungen immer weiter konfrontierte und er nicht mehr ausweichen konnte gab er es zu. "Ja ich bin mit ihr zusammen. Ich kenne sie seit 8 Wochen vor der Trennung. Vorher alles nur platonisch". Sonst nur Rumgedruckse und immer wieder Ausweichen. Ich war nervlich so am Ende, dass ich weiter auch nicht sprechen wollte und konnte und das Gespräch dann beendete. Nun ist seit etwa drei Wochen Funkstille.

    Mein Gott, was ein Roman. Nun zu mir: Es geht mir wohl den Umständen entsprechend. Kurz nach dem finalen Schow-Down war ich zwei Tage körperlich und seelisch so am Ende, dass ich stationär in einer Klinik aufgenommen werden musste. Dann fuhr ich aus der Studistadt nach Hause zu meiner Familie und meinen Freunden und ließ mich dort etwas aufpäppeln, das hat gut geklappt und ich fühle mich einigermaßen stabil.

    Dennoch quälen mich einige Fragen und vielleicht gibt es hier ja jemanden, der oder die ähnliches erlebt und überstanden hat und dem oder der dazu etwas ein- oder auffällt.

    Ich frage mich:

    + Wie kann mir so etwas zwei Mal passieren? Was mache ich da falsch? (Mache mir selbst irgendwie sehr große Vorwürfe und habe große Angst, dass es mir immer wieder so gehen wird)

    + Wie kann ich wieder Vertrauen aufbauen, wo das zweite Mal so nach hinten losgegangen ist? (Obwohl ich doch wirklich dachte, mir würde so etwas nicht noch einmal passieren )

    + Wie ist dieses Verhalten meines Ex zu bewerten? Was könnte da in ihm vorgehen und wie schließe ich mit so jemandem am Besten ab?


    Ich könnte jetzt noch ewig weiterschreiten aber Ich danke jetzt erstmal allen, die sich diesen Roman bis hierher durchgelesen habe und freue mich, wenn jemand was dazu schreiben mag. Einen schönen Abend!
    Geändert von Leila_16 (18.11.2016 um 12:52 Uhr)

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    AW: Du brichst mich nicht.

    Zu deinen Fragen:

    +Das kann dir noch öfter passieren. Du machst nichts falsch, deinen Freunde sind fremd gegangen.
    Ihr seid noch ziemlich jung und die Verlockungen sind genau so groß wie die Angst, etwas verpasst zu haben.

    +Vielleicht solltest du dich mit dem Gedanken anfreunden, dass so etwas immer wieder passieren kann. Auch die treueste Seele kann dich betrügen. Du musst dich wappnen. Vertrauen aufbauen wirst du immer wieder können, aber rechne eben mit allem.

    +Der Junge will alle Frauen auf einmal und zugleich Abenteuer und Geborgenheit einer Beziehung. Er ist noch nicht richtig erwachsen. ABschließen kannst du mit ihm, wenn du keinen Kontakt suchst und dich auch nicht wie eine Schwiegertochter aufführst und auch da immer den Kontakt aufrecht erhältst und die auch noch als Informanten missbrauchst. Es ist dann schneller vorbei.

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    AW: Du brichst mich nicht.

    Männer sind eher polygam veranlagt.
    (Jaaa... nicht alle und nicht immer, aber tendenziell geht's in die Richtung.)

    Und Frauen eben eher nicht so...

    Sorry for no better news.


    Mach Dir keine Vorwürfe etc. bzgl. Deines emotionalen Frühwarnsystems.

    Vor so etwas kann man sich nicht schützen.

    Wenn Dich jemand hintergehen und betrügen "will", findet er eine Möglichkeit, dies unbemerkt zu tun.

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    AW: Du brichst mich nicht.

    Na ja, Du schreibst Ihr seid von Anfang an sehr unterschiedlich gewesen. Da gilt es näher hinzuschauen.

    Zum zweiten die Sache mit der Dating App. Bei mir wäre da der Ofen aus gewesen. Vor allem in Kombination mit dem dahinsiechenden Sexleben nach 3 Monaten Beziehung.

    Drittens die Fernbeziehung. Da ist die Gefahr groß, sich Wunschdenken hinzugeben und den anderen mehr in seiner "Rolle" anstatt als Person wahrzunehmen, noch dazu wenn man sich erst kurz kennt.

    Es tut mir Leid, dass es Dir so schlecht ging!

    Ich denke zwar wie die anderen, dass es keine Garantien gibt, aber dass man schon spürt wie nah man sich ist, wie offen man über Differenzen reden kann, dass man erfahren hat wie zuverlässig der andere ist, wie sehr er sich sorgt wenn es einem nicht gut geht, wie sehr mit Kompromissen versucht wird Gemeinsamkeit zu gestalten etc. pp.

    Bei Euch war doch schon von Anfang an der Wurm drin! Es gilt "you get what you see". Deshalb Augen auf und hinschauen!

    Ich finde auch seine Erklärung bezüglich der Dating App ziemlich hanebüchen. Sie schiebt Dir ja auch noch einen Teil der Schuld zu und Du ziehst Dir diesen Stiefel auch noch an...
    Dein ungutes Gefühl hast Du Dir regelrecht ausreden lassen.

    Nimm Dich und Dein Bauchgefühl ernster! Frag nach wenn Dir etwas unklar ist und lass Dich nicht mit kruden Erklärungen abspeisen.
    Das würde ich Dir für die Zukunft raten!

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    AW: Du brichst mich nicht.

    Guten Morgen!

    Vielen Dank für Eure Antworten, so schnell hatte ich gar nicht auf Rückmeldungen gehofft.

    @Cara123
    Ich weiss, dass so etwas prinzipiell immer passieren kann. Aber es ist doch nicht die Regel, dass man so belogen und betrogen wird, oder? Wenn mir das nach 20 Jahren Ehe passieren würde.. so? Mein Ex ist übrigens auch schon Anfang 30, da finde ich kann man anderes erwarten. Gerade durch die gemeinsamen Pläne und die starke Einbindung in seine Familie (wir waren mehrere Male alle gemeinsam im Urlaub und ich pfleg(t)e zu seiner Mutter und den Tanten ein sehr enges Verhältnis) war da schon eine ziemliche Ernsthaftigkeit in der Beziehung (nach meinem Gefühl) auch von seiner Seite. Mit der Neuen ist er ja jetzt auch zusammen (auch wenn er das in seinem Umfeld leugnet und lieber behauptet ich hätte mich ja getrennt und er hätte das ja nicht gewollt, müsste es aber akzeptieren) deswegen kann ich das auch nicht wirklich unter "austoben" verbuchen.

    Deinen Rat des völligen Kontaktabbruchs befolge ich bereits und bin froh, dass ich auch in schwachen Momenten bisher nichts angeguckt habe in den sozialen Medien. Es ist ja jetzt auch egal was er macht und mit wem. Zu seiner Familie wird das schwieriger, seine Mutter hat sogar am Telefon geweint, als sie von der Trennung erfuhr :(. Aber unter diesen Umständen (von denen die wie gesagt ja nicht mal wissen) kann ich mir auch keinen weiteren Kontakt so richtig vorstellen.

    @Gedankentiefe
    Das was du her das polygame Verhalten von Männern schreibst stimmt wohl (leider). Allerdings verstehe ich nicht, warum all die Lügen und der Betrug sein mussten, zumal er wusste wie schwer es mir gefallen war wieder Vertrauen aufzubauen und dass es meine größte Angst war, noch mal so massiv hintergangen zu werden. Es wäre für ihn in der aktuellen Fernbeziehung ein Leichtes gewesen sich zu trennen und trotzdem musste ich es tun und er hat auch danach durch seine Nachrichten nicht losgelassen, bis alles aufgeflogen ist. Ich verstehe einfach nicht warum das nötig war und mach wir wie gesagt selbst große Vorwürfe.. und alle Zweifel an meiner Person, an meinem Wert als Mensch, die ich schon lange ad acta gelegt hatte, sind wieder da und quälen mich.

    @Raratonga
    Wenn ich deine Zeilen lese, wird mir deutlich, dass ich mich wirklich selbst belogen habe. Ich habe wirklich nicht auf mein Bauchgefühl gehört. Ich wollte und konnte einfach nicht glauben, mich wieder (!!) so in jemandem getäuscht zu haben. Mein Ex war mir gegenüber immer sehr emotional, hat viel geweint und mich mit Liebesbotschaften überschüttet. Er ist beruflich sehr erfolgreich und verantwortungsbewusst und hat auch ein tolles Umfeld, dass ihn sehr schätzt. Ich konnte diesen Eindruck von ihm einfach nicht mit einem Menschen zusammenbringen, der mich schamlos hintergeht. Und ich wollte mir nach 10 Monaten Beziehung (wir hatten uns gerade gegenseitig der Familie und allen Freunden vorgestellt und begonnen, gemeinsame Pläne zu machen) nicht eingestehen, dass es das wieder nicht war.

    Der fehlende Sex war auch so eine Sache, wo ich einfach nicht hinschauen und hinhören wollte. Seine stetigen Beteuerungen, es liege nicht an mir und sein sonstiges wie gesagt sehr emotionales und liebevolles Verhalten, ließen mich immer wieder hoffen. So lange, bis ich dann nicht mehr hoffen konnte und Druck machte.. das war dann wohl der Anfang vom Ende. Für mich ist gerade der Punkt mit der Sexualität sehr verletzend, weil ich mich dadurch selbst kaum noch als Frau und attraktiv fühle. Ich bin sehr schlank und achte auf mein Äußeres, aber durch dieses Verhalten hatte ich irgendwie das Gefühl, total unattraktiv zu sein oder etwas an mir zu haben, dass ihn abschreckt. Dass er mich da 2 1/4 Jahre hingehalten hat, um dann ein Problem zu offenbaren, das wohl eher therapeutischen Bearbeitung braucht und an dem ich nicht viel hätte ändern können, macht es doppelt bitter.

    Zu der Fernbeziehung: Das war sicher ein Punkt, der es ihm leichter gemacht hat, mich so zu hintergehen. Wir waren aber insgesamt gute 2,5 Jahre zusammen und nur das letzte Jahr davon räumlich getrennt - immer wie gesagt mit dem Ziel danach zusammen zu ihm ins Ausland zu ziehen - was ja nun auch immer konkreter wurde. Ich hatte vor meinem Umzug damals schon das Gefühl, dass die Beziehung auf soliden Beinen stand und von seiner Seite wurde auch immer (auch ans Umfeld) kommuniziert, dass ihm das alles sehr ernst ist und er mit mir seine weitere Zukunft plant.

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    AW: Du brichst mich nicht.

    Ich habe mir angewöhnt, mich nicht dafür zu interessieren, wo Männer "drinstecken". Dafür ist mir meine Lebenszeit zu schade. Lügen kommen so oder so ans Tageslicht. Und ich verlasse mich nur auf mich selber.
    Und immer wenn wir lachen, stirbt irgendwo ein Problem.
    Dornröschen hätte gar keinen Prinzen gebraucht, nur einen starken Kaffee
    Friedvoll zu sein bedeutet, von Erwartungen frei zu sein und nichts von anderen zu wollen.
    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)

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    AW: Du brichst mich nicht.

    Zitat Zitat von Leila_16 Beitrag anzeigen

    Der fehlende Sex war auch so eine Sache, wo ich einfach nicht hinschauen und hinhören wollte. Seine stetigen Beteuerungen, es liege nicht an mir und sein sonstiges wie gesagt sehr emotionales und liebevolles Verhalten, ließen mich immer wieder hoffen. So lange, bis ich dann nicht mehr hoffen konnte und Druck machte.. das war dann wohl der Anfang vom Ende. Für mich ist gerade der Punkt mit der Sexualität sehr verletzend, weil ich mich dadurch selbst kaum noch als Frau und attraktiv fühle. Ich bin sehr schlank und achte auf mein Äußeres, aber durch dieses Verhalten hatte ich irgendwie das Gefühl, total unattraktiv zu sein oder etwas an mir zu haben, dass ihn abschreckt. Dass er mich da 2 1/4 Jahre hingehalten hat, um dann ein Problem zu offenbaren, das wohl eher therapeutischen Bearbeitung braucht und an dem ich nicht viel hätte ändern können, macht es doppelt bitter.
    Besonders als er dann auch noch sagte, er müsse zugeben, dass es wirklich ein sexuelles Problem gäbe, er könne mit einer Frau, für die er tiefe Gefühle habe seine sexuellen Fantasien nicht ausleben. Das sei ihm vor mir mit seiner ersten großen Liebe auch so gegangen und er hatte gehofft das würde er irgendwie hinkriegen, wüsste nun aber nicht mehr weiter.
    Du meinst also ernsthaft, dass das ein Fall für eine Therapie ist?

    Er sagt, dass er tiefe Gefühle - was auch immer das sein mag - für Dich hat und genau das den Sex hindert und das ist ein ziemlich weit verbreitetes männliches Phänomen.

    Frauen wollen immer alle Bereiche der Liebe auf einer Person zusammenführen. Männer wollen das eher nicht. Gerade Eros wird von Männern gerne "ausgelagert", bei manchen früher oder später und bei anderen grundsätzlich. Das heißt nicht, dass die andere Liebesbeziehung in Frage gestellt wird, sondern nur unterschiedliche Aufgabengebiete.

    Vielleicht denkst Du mal darüber nach, was bei Dir los ist, dass Du so lange eine sexlose Beziehung hattest und wolltest, obwohl Du diese Trennung für behandlungsbedürftig erachtest.

    Kann frau sich mit arrangieren, muss sie aber nicht. Allerdings muss der Mann des wegen noch lange nicht zum Arzt.

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    AW: Du brichst mich nicht.

    @martha
    Danke für deinen Beitrag! Findest du es nicht schwierig, wenn ein 30jähriger Mann, der sich Ehe und Kinder wünscht mit einer Partnerin, die er liebt nicht (regelmäßig) schlafen kann? Wie sollen denn da die nächsten 30 Jahre aussehen? Zwei Frauen, oder wieder eine Beziehung, in der das immer ein Problem ist? Ich finde schon, dass das ein Fall für einen Sexualtherapeuten wäre, gerade wenn man selbst sich dadurch immer wieder Beziehungen zerschießt, aber vielleicht denke ich da wirklich zu rigoros?

    Was meinen Anteil angeht, hast du sicher recht. Mich hat dieses Problem sehr belastet, aber auch einfach überfordert. Ich kannte so etwas aus meinen anderen Beziehungen in keinster Weise und konnte es mir nicht erklären. Außerdem hatten wir ja nicht gar keinen Sex, sondern meiner Meinung nach nur deutlich zu wenig und ohne richtige Leidenschaft. Heute wäre ich da schlauer. Ich habe halt so oft versucht mit ihm darüber zu sprechen und er versicherte mir immer wieder es liege nur an äußeren Umständen und würde sich bald wieder ändern. Und dann war aussenrum immer so viel los, dass ich es immer wieder auch gut verdrängen konnte. Ich hätte mir da einfach eine ehrliche, offene Kommunikation gewünscht.

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    AW: Du brichst mich nicht.

    Zitat Zitat von Leila_16 Beitrag anzeigen
    @martha
    Ich hätte mir da einfach eine ehrliche, offene Kommunikation gewünscht.
    Der bist Du doch auch aus dem Weg gegangen, oder? Da habt Ihr Euch doch beide nichts geschenkt.

    Ich habe schon verstanden, dass es "nur" zu wenig Sex war. Aber gerade am Anfang der Beziehung ist gerade das doch sehr ungewöhnlich.

    Würdest Du eine Freundin zum Sexualtherapeuthen schicken, weil sie nur mit Männern Sex haben will, die sie liebt?

    Ich finde, dass er sein Thema klar umrissen hat. Natürlich wäre es dann seine Aufgabe, seinen dazu passenden Lebensstil zu finden. Dafür müßte er in erster Linie ehrlich zu sich selbst sein und herausfinden, was er kann und was er will. Das dann zu leben ist heute doch auch echt kein Problem mehr. Ob und wie er da an sich und mit sich arbeitet, wissen wir hier nicht.

    Aber zurück zu Deinem Thema: wer will Dich denn brechen? Bist Du das vielleicht selbst?

    Hast Du vielleicht eine zu klare und fest Vorstellung, wie die Welt zu sein hat und Probleme damit, dass die Welt und die Menschen ganz anders sind, als Du meinst , dass sie sein müßten?

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    AW: Du brichst mich nicht.

    Danke für die erneute Antwort!

    Was den sexuellen Aspekt betrifft: Da haben wir glaube ich einfach wirklich sehr unterschiedliche Ansichten. Ich werde mir über deine Sichtweise noch mal weiter Gedanken machen. Mir vorwerfen, dass ich keine offene ehrliche Kommunikation betrieben hätte kann ich nicht. Ich habe bestimmt ein Dutzend mal das Gespräch gesucht und über meine Empfindungen gesprochen, mit dem beschriebenen Ergebniss.


    Was den zweiten Punkt betrifft, so finde ich klingt das sehr nach "Akzeptier die Dinge so wie sie sind, wenn du das nicht kannst bist du das Problem." Wenn dem so wäre, könnte man ja nahezu jeden Strang hier schließen. Ich muss die Gegebenheiten akzeptieren, keine Frage. Aber ich finde es keine Nichtigkeit, erneut betrogen und belogen worden zu sein und dies von einem Mann, der von meinen Verletzungen wusste. Ich habe hier in DE alle Möbel verkauft, mich bereits in seiner Stadt um eine Stelle beworben. Das letzte mal als ich ihn gesehen habe haben wir bei der Verabschiedung beide geweint und uns auf das nächste Treffen gefreut. Und dann kommt es zur Trennung, er signalisiert mir dass er es nochmal versuchen will und ich darf über einen großen Zufall erfahren was da seit Wochen hinter meinem Rücken läuft. Das trifft mich ins Mark und lässt mich an allem zweifeln. Und ja im Krankenhaus hatte ich auch das Gefühl das ist zu viel für mich und zerbricht mich innerlich..
    Geändert von Leila_16 (18.11.2016 um 17:23 Uhr)

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