Ja, so fühlt es sich an. Ich hätte es selbst nicht besser ausdrücken können.
Und mein Kopf weiß das alles, weiß, dass ich nicht weniger liebenswert bin als jeder andere. Aber es muss auch im Herzen und in der Seele ankommen. Daran arbeite ich .
Und es ist manchmal so ermüdend - weil es auch für mich schon jetzt so lange ist. Ich habe keine Geduld mehr - mit mir - ich habe auch manchmal keine Idee mehr und die Kraft fehlt auch oft.
Ich versuche nur im jetzt und heute zu leben.
LG
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14.02.2018, 19:30
AW: Verlassen mit 53 - wie mit dem Alleinsein umgehen?
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14.02.2018, 19:53Inaktiver User
AW: Verlassen mit 53 - wie mit dem Alleinsein umgehen?
Ich möchte ein paar Dinge dazu schreiben.
Erst einmal finde ich, dass Du vielleicht einfach mal für Dich selbst ein Resümee der letzten anderthalb Jahre ziehen könntest. Schau zurück, auf DICH, nicht auf IHN. Was hast Du schon alles geschafft! Überleg mal, allein was ich mich noch erinnere:
- Haus verkauft
- Wohnung gesucht
- Therapie angeleiert
- Neue Kontakte geknüpft
- Gereist!
- Gruppen erschlossen und mitgemacht
- Sport gemacht
Das ist doch VIEL!!
Du bist mitten aus einer glücklichen Umgebung gerissen worden. Ich finde das schon vergleichbar damit, einen lieben Menschen z.B. durch einen Unfall zu verlieren. Das ist ein Schock! Und damit meine ich durchaus die medizinische Diagnose Schock. Befasse Dich ruhig mal damit. Und bei Dir kommt noch eines dazu: Du kannst nicht trauern und Abschied nehmen, denn der Mensch, den Du liebst, ist nicht tot, er lebt und er hat Dich - platt gesagt - auch recht schnell ersetzt. Der Hebel an dieser Stelle ist wohl irgendwie, dass Du Dir bewusst wirst, wie er Dich behandelt hat in der Zeit ab der Trennung, wie respektvoll und achtsam und wertschätzend er war. Ist das noch der Mann, den Du liebst?
Ich bin aus einer sehr schwierigen Ehe heraus verlassen worden. Ich schwankte zwischen "ein Lebensmodell ist endgültig gescheitert, er ersetzt A durch B" und "na, dann ist der Schmarrn endlich vorbei". Mein Ex hat erst in der Trennungsphase alles rausgelassen, was er an mir scheiße fand, und so ein bisschen klang das bei Dir auch so. Ich verlasse Dich und ich schmier Dir noch aufs Brot, was ich alles blöd an Dir finde. Auch ich war da schon ziemlich erschüttert, und ich habe diesen Mann - wenn ich rückblickend ehrlich zu mir bin - auch gar nicht mehr so wirklich geliebt.. Schau mal ganz genau hin, auf den Prozess. Er verlässt Dich und er macht Dir Vorwürfe. Bei mir zumindest war das für meinen Ex nötig, um nicht als Schuldiger dazustehen. Quasi, gut, ich hab Dich fallengelassen statt an der Beziehung zu arbeiten, aber ich konnte ja nicht anders, Du bist ja so furchtbar. Das ist ein Vorwurf-Schuh, den Du Dir nicht anziehen musst. Es geht für ihn um eine Selbstrechtfertigung, warum er so handelte. So spitze fühlt er sich bestimmt auch nicht dabei, deshalb bekommst Du den schwarzen Peter.
Ich hatte auch eine Scheidungsfolgenvereinbarung. War ein hartes Stück Arbeit mit VIEL Streit, ob ich das heute noch mal machen würde, klares Nein. Diesen Stress und Ärger, nur weil ich mich einvernehmlich einigen wollte, würde ich nicht empfehlen, wenn der Partner nur auf Konfrontation aus ist. Wir haben etliche tausend Euro dafür verbrannt, für ein Papier, an das er sich sowieso nicht hält (Kindesumgang, Kostenbeteiligung etc.). Aber das brauchst Du ja gar nicht Gottseidank. Feiere diesen Umstand, echt!
Zur Scheidung selbst: es hat mir tatsächlich gut getan, auch wenn ich vorher ziemlich Schiss vor diesem Termin hatte, genau Deine Ängste, ich will ihn nicht sehen etc. etc. - ich war damals ganz allein da, mit Baldrian voll bis in die Haarspitzen (was gut war). Und dann kam er rein, und er sah scheiße aus, total nervös, konnte mich kaum ansehen. Ganz ehrlich: das tat mir gut. So souverän war er dann also auch nicht. Du wirst Deinen Anwalt dabei haben und er wird da allein sitzen! Mir ging es umgekehrt, und sein Anwalt war ein ziemlich arroganter Typ.. aber das nützt vor Gericht nicht viel. Die Richter und alle Anwesenden sonst sind routiniert in diesen Fällen, die machen das dutzendfach, die haben gar keinen Bock auf großes Bohei. Dir werden ein paar Fragen gestellt zum Vermögen, zur Rente. Und fertig. Bei uns hat das vom Reingehen bis zum Rausgehen knapp 8 Minuten gedauert. Fertig. Ich bin einfach als erste raus und zum Auto und weg. Ob seine Liebste da gewartet hat? Keine Ahnung. Daheim habe ich erst mal gefeiert, mein Vater war da.
Gib Dir Zeit. Ich kann für mich sagen, ich brauchte ungefähr 5 Jahre, bis ich wirklich richtig "durch" war. Da hatte ich schon eine neue Beziehung hinter mir, die gar nicht gut lief (meine ersten Postings hier). Und am Ende war ich so richtig in der Krise, ein Jahr zum Abhaken. Aber jetzt, 8.5 Jahre danach und mit noch einem neuen Beziehungsversuch kann ich sagen: ich bin glücklich. Ganz ohne Mann, auch ohne beste Freundin (die irgendwann letztes Jahr mir unverblümt sagte, sie könne mich und mein den Hintern nicht hochkriegen nicht mehr ertragen... ich WEISS aber, was ich geschafft habe und fand das sehr unverschämt, heute schaffe ich es, mir so etwas besser nicht nahe gehen zu lassen... war ein langer Prozess).
Jetzt ist das sehr lang geworden...
Ganz ehrlich: ich finde, Du liest Dich schon viel energiereicher als am Anfang. Sei nicht so streng mit Dir. Freu Dich über jeden kleinen Schritt.
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14.02.2018, 20:05
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04.05.2018, 23:11
AW: Verlassen mit 53 - wie mit dem Alleinsein umgehen?
Ihr Lieben,
nachdem ihr so lange an meiner Geschichte Anteil genommen habt und mich so unterstützt habt - hier ein kurzes Update:
Heute war nun der Scheidungstermin - ich bin nun rechtskräftig geschieden. Der Termin kam schnell und ging genauso schnell vorbei. Trotzdem war es ein Kraftakt für mich.
Es ist nun endgültig und vorbei.
Es war komisch diesen Mann nach 21 Monaten das erste Mal wieder zu sehen. Das hat mich ziemlich viel Kraft gekostet.
Ich war sehr nervös und der Moment , als die Scheidung ausgesprochen wurde, war schlimm. Da kamen viele Emotionen hoch und ich hatte alle Hände voll zu tun, das in Schach zu halten. Heulen wollte ich auch nicht vor dem Richter. Und nicht vor ihm.
Das habe ich hinterher, als alles vorbei war - und er schon fort war. Da musste das raus.
Er hat mich nicht angeschaut, geschweige denn gegrüßt oder mit mir gesprochen. Kam, schaute nicht, sprach nicht und ging wieder.
Mir war es recht so - ich hätte vielleicht noch ein Hallo hinbekommen -aber mehr nicht.
Während wir auf den Termin warteten, habe ich ihn mir angeschaut und nachgefühlt, was ich noch empfinde. Es war keine Liebe - nur Angst, dass seine Anwesenheit wieder diesen Schmerz hervor ruft, den er durch die Trennung in mir hinterlassen hat. Diese Angst war schon sehr massiv.
Ich wünsche mir, dass ich das alles endlich hinter mir lassen kann - und endlich die Tür geschlossen bleibt.
Ganz liebe Grüße - heute noch ziemlich durcheinander -
urmeli
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04.05.2018, 23:35
AW: Verlassen mit 53 - wie mit dem Alleinsein umgehen?
Urmeli!!!!!
Wie schön was von dir zu hören. Gut so jetzt isses vorbei. Siehste es ging doch schneller und besser als gedacht.
Ja ich verstehe dich, das innere Durcheinander legt sich aber bald.
Dass war ein weiterer wichtiger Schritt. Ich finds ja schon etwas armselig, dass Ex dann nicht mal die Grundzüge des Anstandes mehr hat, aber so war er ja schon die ganze Zeit der Trennung. Und wennschon.
Jetzt musst du ihn nie mehr sehen. Yuppie.
Mach weiter an deinem eigenen Ding.
Öhm bei unseren Scheidungen sind diese erst nach Zustellung des Beschlusses rechtskräftig gewesen.
Der kam so jeweils 4 Wochen nach dem Scheidungstermin.
Jetzt gönn dir ne Entspannung, in welcher Form auch immer. Schreib doch mal wieder wie es dir dann so geht.
In nem neuen Strang? Wer weiss.
Auf dem Boden der Tatsachen liegt eindeutig zuwenig Glitzer
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04.05.2018, 23:50Inaktiver User
AW: Verlassen mit 53 - wie mit dem Alleinsein umgehen?
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05.05.2018, 00:43
AW: Verlassen mit 53 - wie mit dem Alleinsein umgehen?
Herzlichen Glückwunsch auch von mir!

Ich wünsche Dir sehr, dass Du die Scheidung bald als riesengroße Erleichterung ansehen kannst! So ging es auch mir, sogar schon beim Termin selbst.
Sein Verhalten dort war ja schon wieder unterirdisch....ist sogar zu feig Dich anzuschauen und Dich zu grüßen und noch ein paar Worte zu reden.
Ich wünsche Dir sehr, dass Du endlich zu dem Punkt kommst, dass Du siehst, dass es kein Verlust ist, mit einem charakterlich so schwachen Menschen nicht mehr verheiratet zu sein! Offensichtlich hast Du eine Täuschung verloren, denn hättest Du ihn tatsächlich geliebt, wenn Du gewusst hättest wie sein wahres Gesicht aussieht?
Wieviel eine Freundschaft oder auch Liebe tatsächlich wert ist, erkennt man nicht an den schönen Zeiten, sondern an den schlechten. Und da weißt Du ja wie er sich verhalten hat....



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